ACEMAGIC N3A Test/Review (Bild © PCMasters.de)
Wer sich heute so ein System in die eigenen vier Wände stellt, sucht meistens die perfekte Balance aus einfacher Bedienung, solider Leistung und genügend Platz für die Zukunft. Der Markt bietet hier mittlerweile eine riesige Auswahl und jetzt mischt auch ein bekannter Name aus der Mini-PC-Ecke mit. ACEMAGIC hat mit dem N3A ein brandneues System im Sortiment, das sich heute bei uns im ausführlichen Test befindet.
Über ACEMAGIC
Hinter der Marke ACEMAGIC steht ein Hardware-Hersteller aus China, der sich in den letzten Jahren vor allem mit kompakten Mini-PCs und Notebooks einen Namen gemacht hat. Nach über einem Jahrzehnt am Markt wagt sich das Unternehmen jetzt auch im Bereich der NAS-Systeme nach vorne. Mit dem N3A bringt ACEMAGIC das erste 4-Bay-NAS der eigenen Firmengeschichte heraus, um das gesammelte Wissen im Bereich kompakter Hardware nun auch für Netzwerkspeicher zu nutzen.
Technische Daten
| ACEMAGIC N3A NAS - Technische Daten | |
|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen Embedded R2544 (4 Kerne, 8 Threads, bis zu 3,7 GHz) |
| Grafikkarte | AMD Radeon Grafik (8 Compute Units) |
| Arbeitsspeicher | 8 GB DDR4 SO-DIMM (erweiterbar über 2 Slots auf bis zu 64 GB) |
| Systemlaufwerk | 128 GB M.2 NVMe PCIe 3.0 SSD (2 Slots insgesamt vorhanden) |
| Laufwerksschächte | 4 Bay für 3,5 Zoll SATA Festplatten |
| Maximale Kapazität | Bis zu 136 TB Gesamtspeicher supported |
| Netzwerkanschlüsse | 1x 2,5 Gigabit Ethernet, 1x 1 Gigabit Ethernet |
| USB Anschlüsse | 1x USB 3.2 Gen2 Type-C (DP 1.4), 2x USB 3.2 Gen1 Type-A, 2x USB 2.0 Type-A |
| Videoausgänge | 1x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4 |
| Weitere Anschlüsse | microSD Kartenleser, 3,5 mm Kopfhörerbuchse, DC-IN |
| Kühlung | Großer Gehäuselüfter auf der Rückseite |
| Stromversorgung | Externes Netzteil (19V / 6,3A) |
| Abmessungen | 270 x 150 x 185 mm |
Lieferumfang
Die Verpackung des ACEMAGIC N3A kommt ordentlich und optisch ansprechend daher. Alle wichtigen Informationen und technischen Eckdaten sind für uns gut lesbar aufgedruckt, sodass der erste Eindruck beim Auspacken absolut stimmt. Im Inneren ist alles sicher verstaut. Neben dem NAS selbst finden wir das passende externe Netzteil für die Stromversorgung, ein HDMI-Kabel für den direkten Anschluss an einen Monitor und eine kurze, verständliche Anleitung für die ersten Schritte.
Ein Minuspunkt zeigt sich dann jedoch, denn obwohl das Gerät explizit als NAS und Netzwerkprodukt beworben wird, liegt kein einziges Ethernet-Kabel im Karton. Das ist für uns unverständlich, da ein passendes LAN-Kabel unserer Meinung nach bei einem Netzwerkspeicher zum absoluten Standard gehören sollte. Wer kein Ersatzkabel parat hat, kann das Gerät nicht direkt in Betrieb nehmen und muss vor dem ersten Aufbau erst noch ein passendes organisieren.
Weitere Sachen legt ACEMAGIC dem Lieferumfang dann nicht mehr bei. Nach diesem ersten kurzen Blick in den Karton schauen wir uns das NAS nun direkt einmal im Detail an und wollen prüfen, wie es um die äußeren Werte und die Verarbeitung steht.
ACEMAGIC N3A NAS im Detail
Wenn wir uns das Gehäuse des N3A genauer anschauen, fällt das verwendete Material positiv auf. ACEMAGIC setzt hier auf ein Metall-Case, was dem Gerät eine angenehme Schwere und eine wirklich gute Wertigkeit verleiht. Bei der Platzierung der Anschlüsse geht der Hersteller allerdings mal einen ganz anderen Weg. Statt die Ports wie üblich komplett auf der Rückseite zu verbauen, sitzen sie hier gesammelt an der Seite des Gehäuses. Das ist im ersten Moment definitiv gewöhnungsbedürftig und erfordert beim Aufstellen vielleicht etwas Umdenken, dafür ist die Auswahl an Anschlüssen hier extrem üppig ausgefallen.
Neben dem Stromanschluss finden wir hier gleich zwei Netzwerk-Ports für die Nutzung. Dazu gesellen sich ein USB-C-3.2-Gen2-Anschluss mit DisplayPort-Unterstützung, ein kleiner microSD-Kartenleser, jeweils ein vollwertiger DisplayPort-1.4 und ein HDMI-2.0-Ausgang sowie zwei USB-A-3.2-Gen1-Anschlüsse und zusätzlich noch zwei klassische USB-A-2.0-Ports. Sogar eine 3,5-mm-Klinkenbuchse hat ACEMAGIC hier verbaut. Abgerundet wird die Seitenansicht noch durch ein paar Aufkleber, die auf die integrierte AMD-Radeon-Grafikkarte hinweisen, sowie QR-Codes für den schnellen Support mit dem Hersteller.
Die Vorderseite wird von einer großen Kunststoffklappe dominiert, die optisch schick ist und magnetisch am Gehäuse hält. Leider trübt die Verarbeitung hier das Gesamtbild etwas. Bei unserem Testgerät hatte sich bereits bei zwei Magneten der Kleber gelöst, was den eigentlich optisch guten Eindruck direkt wieder etwas runterreißt. Hinter dieser Klappe finden wir dann schlussendlich aber die vier Einschübe für unsere NAS-Festplatten vor. Auch hier macht die gesamte Konstruktion aus Kunststoff nicht den allerhöchsten Premium-Eindruck, aber im Alltag funktioniert der Mechanismus ganz vernünftig. Die Platten können komplett ohne Schrauben eingesetzt werden. Ein nettes optisches Gimmick ist zudem das verschiebbare N3A-Schild auf der Front. Wenn wir den An- und Ausschalter nicht ständig im Blick haben möchten, dann schieben wir die Plakette einfach darüber und verstecken so den Knopf. Schöne Idee für einen cleanen Look.
Ein Blick auf die Rückseite offenbart einen großen Gehäuselüfter, der durch ein einfaches Kunststoffgitter geschützt wird und für den nötigen Abtransport der warmen Luft sorgt. Richtig spannend wird es für uns aber dann noch einmal auf der Unterseite des NAS, denn hier befindet sich die Wartungsklappe.
Schraubt man diese auf, bekommt man direkten Zugriff auf die NVMe und den RAM. Dort befindet sich bei unserer Version die 128-GB-NVMe-SSD mit dem Betriebssystem, ein weiterer freier NVMe-Steckplatz und zwei RAM-Steckplätze, von denen einer bereits ab Werk mit einem 8-GB-Riegel belegt ist. Vier solide, rutschfeste Gummifüße auf der Unterseite sorgen dann am Ende noch dafür, dass das Gerät sicher an seinem Platz bleibt und eventuelle Vibrationen der rotierenden Festplatten nicht eins zu eins an den Untergrund weitergegeben werden.
Praxis – Installation & Einrichtung
Der rein physische Aufbau geht beim ACEMAGIC N3A relativ unkompliziert von der Hand. Das Stromkabel findet schnell seinen richtigen Platz und für die Ersteinrichtung stecken wir kurzzeitig eine Maus, eine Tastatur sowie einen Monitor via HDMI an die Gehäuseseite an. Interessant wird es aber jetzt, wenn wir versuchen, das NAS mit dem heimischen Netzwerk zu verbinden. Mal vom fehlenden Kabel abgesehen, stehen uns an der Seite zwei LAN-Buchsen zur Verfügung. Eine davon soll 2,5 GbE bieten und die andere mit normaler Gigabit-Geschwindigkeit arbeiten. Leider sehen wir am Gehäuse keinerlei Beschriftung. Auch im Handbuch oder auf der Webseite ist nirgends angegeben, welcher Port nun der schnellere ist. Farbliche Markierungen fehlen ebenfalls und so wissen wir als Nutzer von der ersten Sekunde an nicht, wo die maximale Geschwindigkeit herauszuholen ist. Das ist irgendwie frustrierend und unverständlich, dazu aber später mehr.
Nachdem wir den Power-Button gedrückt haben, fährt das NAS hoch und der Lüfter verrichtet hörbar seine Aufgabe, aber nicht störend. Er ist im Raum wahrnehmbar, bringt aber eine absolut erträgliche und unaufdringliche Geräuschkulisse mit sich. Als Betriebssystem schaut uns daraufhin ein frisch installiertes Windows 11 Pro an und das System wirft uns direkt in den vertrauten Windows-Einrichtungsassistenten, der Schritt für Schritt durch die Sprachauswahl, die Erstellung eines Benutzerkontos und die Netzwerkanmeldung führt. Nach wenigen Minuten landen wir dann auf der gewohnten Windows-Oberfläche und können mit der Einrichtung weitermachen.
Leider bringt Windows 11 Pro von Haus aus keine komfortable Web-Oberfläche für die Bedienung mit, wie wir es von anderen Fertig-NAS-Systemen kennen. Um jetzt im Netzwerk remote auf das NAS zugreifen zu können, brauchen wir dessen IP-Adresse und nutzen am Mac die Windows-App. Das funktioniert zwar nach der Ersteinrichtung tadellos, erfordert beispielsweise aber eben zusätzliche Software auf unserem Mac. Über diese Fernverbindung machen wir uns nun an die Kernaufgabe eines Netzwerkspeichers, nämlich die Einrichtung des Datenspeichers. Da wir das N3A im Test probeweise mit vier Festplatten (WD Red Plus 4 TB) bestückt haben, wollen wir diese mithilfe der Windows-Speicherplätze zu einem Stripe-Verbund (Einfach) zusammenfassen, um die maximale Laufwerksleistung zu erreichen und die Festplatten bei den späteren Netzwerk- und Geschwindigkeitstests möglichst nicht zum limitierenden Faktor werden zu lassen.
Wir müssen also in die Windows-Systemsteuerung eintauchen und den Weg über die bordeigenen Windows-Speicherplätze gehen. Dort wählen wir die vier unformatierten Test-Platten aus, fassen sie zu einem neuen Speicherpool zusammen und bestimmen den Typ der Ausfallsicherheit. Für unser Vorhaben wählen wir hier die Option „Einfach“, was einem gestreiften Verbund ohne Redundanz entspricht und funktional einem RAID-0 nahekommt. Windows formatiert die Platten im Anschluss und stellt uns den Verbund als ein einziges, neues Laufwerk im Explorer bereit, welches wir nun noch händisch im Netzwerk freigeben müssen. Das Erstellen des Verbundes ist somit zwar komplett mit Windows-Bordmitteln lösbar, im Vergleich zur Konkurrenz aber mit mehr Schritten und Konfigurationsaufwand verbunden.
Software
Beim Blick auf die Software zeigt sich der größte Unterschied zu den NAS-Platzhirschen auf dem Markt. Während spezialisierte NAS-Firmen mit eigenen Betriebssystemen punkten, bei denen Ordnerfreigaben, Benutzerrechte und automatische PC-Backups mit nur wenigen Klicks im Browser relativ einfach eingerichtet sind, erwartet uns beim N3A ein nacktes Windows 11 Pro. ACEMAGIC liefert keinerlei eigene NAS-Software oder Apps von Haus aus mit. Wenn wir unsere Daten sichern und im Netzwerk teilen möchten, müssen alle Funktionen über die klassischen Windows-Systemeinstellungen und die Speicherplätze selbst zusammengesucht werden. Die Einrichtung ist hier zweifellos komplexer und weniger komfortabel. Zumal man auch im Hinterkopf behalten muss, dass ein unvorhergesehenes Windows-Update im schlimmsten Fall das vorher konfigurierte Netzwerk-Setup über Nacht durcheinanderbringen kann. Auch eine komfortable Lüftersteuerung sucht man direkt unter Windows vergeblich, die Kühlung arbeitet starr über das Mainboard-BIOS. Ein riesiger Wermutstropfen betrifft zudem die mobile Nutzung, denn eine eigene Smartphone-App für iOS oder Android gibt es schlicht vom Hersteller nicht. Automatische Foto-Backups vom Handy auf den Server fallen so auch ab Werk flach.
Eng damit verknüpft ist das Fehlen einer vorkonfigurierten Backup-Lösung im Auslieferungszustand. Ein wichtiger Grund für viele Nutzer, sich ein NAS anzuschaffen, ist die unkomplizierte Sicherung der eigenen PCs oder Laptops im Haushalt, wie sie spezialisierte NAS-Systeme häufig direkt ab Werk anbieten. Das ACEMAGIC N3A stellt zunächst lediglich die grundlegenden Windows-Funktionen und Netzwerkfreigaben bereit. Wer automatische und zentral verwaltete Backups einrichten möchte, muss sich daher selbst mit den entsprechenden Windows-Werkzeugen oder Software-Lösungen von Drittanbietern beschäftigen. Eine besonders einsteigerfreundliche Plug-and-Play-Lösung, wie man sie von anderen NAS-Herstellern kennt, gibt es ab Werk nicht.
Wiederum gibt es für Windows aber auch tausende verschiedene Software-Lösungen für so gut wie alle Varianten, und vielleicht will man als User auch gerade diese Flexibilität, die das Microsoft-System hier mitbringt. Im Grunde bietet die Plattform die unschlagbare Freiheit eines echten PCs und verwandelt das N3A in einen genialen Allrounder. Gerade wenn man eh vorhat, das NAS vielleicht auch als Office-Rechner nebenbei mitzubenutzen. Mit dem freien Betriebssystem hat man am Ende kaum nennenswerte Limitierungen im Gegensatz zu geschlossenen Ökosystemen der Konkurrenz. Wer mit Windows auf einem Server am Ende aber gar nichts anfangen kann, nutzt einfach den größten Pluspunkt des Geräts, nämlich die absolute Hardware-Freiheit. Da keine Software herstellerseitig gesperrt ist, lässt sich das System per USB-Stick im Handumdrehen durch TrueNAS, Unraid oder beispielsweise auch FeiNiu OS ersetzen, wobei die Treiber dank der Standard-PC-Plattform auch mitspielen werden.
Leistung und Geschwindigkeit
Unter der Haube des N3A setzt ACEMAGIC auf den AMD Ryzen Embedded R2544 mit vier Kernen und acht Threads. Zusammen mit den 8 GB RAM reicht diese Rechenleistung für die klassischen Aufgaben eines Netzwerkspeichers im Alltag dicke aus. Einen guten Job macht auch die integrierte Radeon-Grafik. Direkt per HDMI an einen Monitor oder Fernseher angeschlossen, spielt sie hochauflösende 4K-Medien vollkommen ruckelfrei ab. Beim Streaming über das Netzwerk unterstützt sie zudem das System, indem sie die hardwarebasierte Beschleunigung beim Umrechnen von Videostreams bereitstellt, was den Prozessor im Alltag entlastet. Selbst das parallele Betreiben von gängigen Docker-Containern und virtuellen Maschinen bewältigt die Hardware ohne große Leistungseinbrüche.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich jedoch beim Datentransfer, der uns im Test etwas die Nerven raubte und einiges an detektivischer Arbeit abverlangte. Wer das NAS mit dem heimischen Netzwerk verbindet, stolpert zunächst über die unbeschrifteten LAN-Buchsen. Ein Blick in die Windows-Netzwerkeinstellungen hilft dabei ironischerweise überhaupt nicht weiter, da im Gerätemanager beide Netzwerkschnittstellen identisch als Intel i226-V angezeigt werden und intern als 2,5-GbE-Adapter laufen. Welcher Port nun die Highspeed-Leitung ist, mussten wir im Test erst ergründen. Es hat sich herausgestellt, dass Port zwei, also der rechte der beiden Anschlüsse, hier der schnellere 2,5-GbE-Port ist. Beim Schreiben auf unseren aus vier Festplatten bestehenden Stripe-Verbund mithilfe der Windows-Speicherplätze lieferte der schnellere Port rund 140 MB/s. Das reicht zwar aus, um die Gigabit-Barriere zu durchbrechen, bleibt für eine 2,5-GbE-Anbindung jedoch hinter den Erwartungen zurück. Port eins entpuppte sich beim Schreiben dagegen als ziemliche Bremse und brach rigoros bei etwa 86 MB/s ein. Dreht man den Spieß um und liest Daten vom NAS, sieht die Welt deutlich besser aus. Hier schafft Port eins ordentliche 190 MB/s, während Port zwei mit satten 290 MB/s in diesem Szenario das theoretische Limit der 2,5-GbE-Schnittstelle nahezu erreicht.
Wenn man in einem separaten Testlauf zusätzlich auf die interne NVMe-System-SSD schreibt, fliegen Daten am schnelleren Port mit 140 MB/s durch die Leitung, bevor die Rate später im Dauertransfer massiv auf magere 20 bis 50 MB/s einbricht. Da die NVMe aber vermutlich ohnehin nicht unbedingt als primäres Datengrab gedacht ist, kann man diesen Einbruch im Alltag sicherlich verschmerzen. Dennoch bleibt der Eindruck zurück, dass die Netzwerkanbindung unter Windows ohne tiefgehende Systemoptimierung ab Werk mit ein paar unschönen Leistungssprüngen zu kämpfen hat.
Verbrauch und Leistungsaufnahme
Da ein Netzwerkspeicher im Idealfall rund um die Uhr läuft, spielen die Betriebskosten für die jährliche Stromrechnung eine entscheidende Rolle. Um die Leistungsaufnahme des N3A grob zu ermitteln, haben wir das System im Test an eine Eve-Energy-Steckdose geklemmt und den Verbrauch in typischen Alltagsszenarien gemessen.
Komplett ausgeschaltet im Standby zieht das Netzteil noch rund 2 Watt aus der Dose. Drückt man dann den Power-Button, schießt die Anzeige in der Spitze beim Booten kurzzeitig auf einen Peak von bis zu 55 Watt hoch. Sobald das System aber komplett hochgefahren ist und im normalen Leerlauf (Idle) auf dem Windows-Desktop verweilt, pendelt sich der Verbrauch bei rund 24 Watt ein. Für ein vollwertiges System mit AMD-Ryzen-Prozessor und Windows 11 Pro ist das ein völlig akzeptabler und solider Wert.
Sobald Daten über das Netzwerk geschoben werden, fordert das Gesamtsystem jedoch spürbar mehr Leistung ein. Beim gleichzeitigen Lesen und Schreiben auf den RAID-Verbund klettert die Anzeige auf stabile 40 Watt. Das liegt vor allem daran, dass neben den rotierenden Festplatten auch die CPU während der laufenden Netzwerk- und Speicherzugriffe stärker gefordert wird. Bringt man den Prozessor mit Tools wie Prime95 gezielt an seine absoluten Grenzen, zeigt sich das dynamische Boost-Verhalten der Architektur und das System zieht in der Spitze bis zu 48 Watt aus der Steckdose.
Die ermittelten Messwerte im Überblick (Betriebszustand / Leistungsaufnahme (Watt)):
- Ausgeschaltet (Standby): ca. 2 W
- Anschalten (Boot-Peak): ca. 55 W
- Idle (Leerlauf auf dem Desktop): ca. 24 W
- Datentransfer (Schreiblast): ca. 40 W
- Peak (Spitzenlast beim Stresstest): ca. 48 W
Fazit
Am Ende unseres Tests steht das ACEMAGIC N3A vor einer harten Zerreißprobe und hinterlässt ein geteiltes Bild. Wer beim Blick auf die unverbindliche Preisempfehlung von 599,99 € ein rundum sorgloses, von Sekunde eins an performantes Datengrab sucht, sollte eventuell einen Bogen um das Gerät machen. Für dasselbe Geld bieten etablierte NAS-Hersteller ausgereiftere Gesamtsysteme, die zwar auf ein freies Windows verzichten, dafür aber mit ihren maßgeschneiderten Betriebssystemen ab Werk die volle Netzwerk-Performance auf die Beine stellen. Beim N3A wird das theoretische 2,5-GbE-Potenzial im realen SMB-Kopieralltag spürbar ausgebremst. Komfort-Nutzer, die reines Plug-and-Play, automatische Backups und smarte Smartphone-Apps erwarten, werden mit dem nackten Windows 11 Pro und der etwas komplizierteren Einrichtung über die Speicherplätze ebenso nicht wirklich glücklich werden.
Gemessen an der offiziellen UVP finden wir das Paket schlicht etwas zu teuer, auch wenn gerade 200-Euro-Rabatt bei Amazon (Stand: 05.06.2026) den Einstiegspreis im Realverkauf deutlich erträglicher gestaltet. Der verbaute Ryzen-Embedded-Prozessor verrichtet bei täglichen Server-Aufgaben, bei der 4K-Wiedergabe und gängigen Docker-Containern zwar absolut zuverlässig seine Arbeit und liefert eine solide Leistung ab, beim Schreiben über das Netzwerk wird das ganze NAS jedoch ausgebremst, was schade ist. Die unbeschrifteten LAN-Ports und die an manchen Stellen doch recht einfache Verarbeitung zeigen zudem die Sparmaßnahmen des Herstellers.
Trotz allem ist das N3A ein interessantes Stück Technik. Es richtet sich an Anwender, die Wert auf Flexibilität legen und sich nicht an einer etwas eigenständigeren Einrichtung stören. Man bekommt hier kein fertiges System präsentiert, das sofort die maximale Leistung auf die Straße bringt. Wer aber genau diese PC-Freiheit sucht und die Vorteile sowie die enorme Software-Auswahl einer echten Windows-Plattform auf seinem Server nutzen möchte, findet hier einen vielseitigen Allrounder für die eigene digitale Umgebung.























