OBSBOT Tail 2 Test/Review (Bild © PCMasters.de)
Technische Daten
| OBSBOT TAIL 2 - Technische Daten | |
|---|---|
| Betriebszustand | 97,5×103,5×155mm |
| AUS‑Zustand | 97,5×103,5×172mm |
| Gewicht | 1,066kg |
| KI‑Chip | Integrierter KI‑Chip, Billionen von Berechnungen pro Sekunde |
| Bildsensor | 1/1.5" CMOS |
| Pixelgröße | 2.0µm×2.0µm |
| Effektive Pixel | 50Millionen |
| Effektive Auflösung | 8192×6144 |
| Objektivsystem | 12× optische Linsen |
| Zoombereich | 5× optischer Zoom/12× Hybrid‑Zoom |
| Blende | ƒ/1.8–ƒ/3.0 |
| Fokus | Autofokus/Manueller Fokus |
| Effektive Brennweite | 4.6mm–23mm |
| Äquivalente Brennweite | 22mm–110mm |
| Bildwinkel |
W (1×): FOV(D)=89°, FOV(H)=81° T (5×): FOV(D)=21°, FOV(H)=18° |
| ISO‑Bereich | 100–6400 |
| Belichtungswert | ±3EV |
| Elektronischer Verschluss | 1/8000s bis zur Bildrate |
| Weißabgleich | 2000K–10000K |
| Gyroskop | 6‑Achsen‑Gyroskop |
| Fotoauflösung | 4K, 1080P, 720P |
| Auflösung & Bildrate (Aufnahme) |
4K: 3840×2160 @ 60/59.94/50/48/30/29.97/25/23.98fps 1080p: 1920×1080 @ 120/60/59.94/50/48/30/29.97/25/23.98fps 720p: 1280×720 @ 120/60/59.94/50/48/30/29.97/25/23.98fps |
Firmengeschichte
OBSBOT wurde 2016 in Shenzhen gegründet und entwickelt KI-gestützte Kamerasysteme, insbesondere für Videoaufnahmen und Livestreaming. Das Unternehmen ist bekannt für seine PTZ-Kameras und Webcams mit automatischer Personenverfolgung. OBSBOT-Produkte sind international erhältlich, und das Unternehmen hält zahlreiche Patente im Bereich Bildverarbeitung und Kamerasteuerung.
Lieferumfang
Die OBSBOT TAIL 2 kommt in einer optisch ansprechenden Verpackung, welche überwiegend in einem satten Rot gehalten ist. Die Vorderseite zeigt eine Abbildung der Kamera sowie die Modellbezeichnung und das Logo des Herstellers. Die Rückseite trägt dagegen die technischen Daten in weißer Schrift auf schwarzem Grund.
Der Inhalt wird durch einen großen Block aus schwarzem Schaumstoff geschützt. Hier finden wir neben der Kamera auch einen Umschlag mit den Dokumenten zur Kamera und einen kleinen Karton, welcher den restlichen Lieferumfang enthält.
Der besagte Karton enthält folgende Bestandteile:
- USB-Kabel (USB-C zu USB-C) zum Laden – 200 cm lang
- USB-Kabel (USB-C zu USB-C) zum Daten – 200 cm lang
- USB-Adapter (USB-A männlich zu USB-C weiblich)
- 2x SDI-Adapter-Kabel – 20 cm lang
Verarbeitung
Die OBSBOT TAIL 2 macht von Anfang an einen hochwertigen Eindruck auf uns. Dafür sorgt nicht zuletzt das Gehäuse, welches zu großen Teilen aus stabilem Kunststoff mit Metalleinlagen besteht. Im ausgeschalteten Zustand zeigt das Objektiv in Richtung Basis, was dem Schutz der Linse dient. Mit einem Gewicht von 1.066 Gramm ist diese Kamera auch kein Leichtgewicht. Hauptverantwortlich für das Gewicht dürften vor allem der verbaute Akku und die aufwendige Optik sein. Die Kamera ist seitlich durch ein Gelenk mit dem Arm verbunden. Durch dieses Gelenk lässt sich die Kamera später neigen und heben.
Der Arm wiederum ist mit einer drehbaren Platte auf der Basis verbunden, wodurch ein freies seitliches Schwenken ermöglicht wird. Neben dem Gehäuse, welches die Kamera nebst deren Optiken enthält, ist auch die Basis sehr wuchtig, was aber daran liegt, dass hier der Akku und der größte Teil der Technik samt Anschlüssen verbaut ist.
Farblich ist das Gehäuse in überwiegend in einem dunklen Anthrazit und in Schwarz gehalten. Am Kamerakopf sehen wir einen umlaufenden, metallisch glänzenden roten Streifen, der dem Ganzen ein edles Aussehen verleiht. In der Seitenansicht sehen wir auf der linken Seite einen Einschub für eine microSD-Speicherkarte nebst Belüftungsöffnungen. Auf der rechten Seite dagegen finden wir zwar keine Anschlüsse, dafür aber auch hier Belüftungsöffnungen.
Auf der Rückseite der Basis finden wir sämtliche Anschlüsse. An der Zahl zählen wir neun Anschlüsse. Von links nach rechts haben gibt es einen Audio- sowie einen Mikrofon-Eingang, gefolgt von einem HDMI-Anschluss. Darunter zwei RS232-Anschlüsse, davon ist einer ein Ausgang und der andere ein Eingang. Darauf folgen der 3G-SDI und ein Netzwerkanschluss. Natürlich dürfen auch die beiden USBC-Anschlüsse nicht fehlen, über den oberen kann die Kamera mit einem Computer verbunden werden, der untere dient dem Aufladen des verbauten Akkus. Oberhalb der Anschlüsse ist zudem die Taste zum Ein- bzw. Ausschalten untergebracht.
Die meisten dieser Anschlüsse sind auch Privatanwendern geläufig, doch einige stammen eher aus dem professionellen Bereich. Hiermit geben wir euch eine kleine Erklärung der Anschlüsse:
Anschlüsse
- MIC-IN: Zum Anschluss eines externen Mikrofons über einen 3,5 mm Audio-Klinke-Stecker
- LINE-IN: Dient als Eingang für eine externe Audioquelle, etwa einem MP3 Player um die Videos schon bei der Aufnahme mit Audio zu bestücken. Kann auch als zweiter Mikrofonanschluss genutzt werden.
- HDMI 2.0: Ein digitaler Videoausgang, hierüber kann eine Datenrate von bis zu 14,4 GBit/s ausgegeben werden, Das ermöglicht eine Ausgabeauflösung von bis zu 3.840 x 2.160 Pixeln bei 60 Hz und 32-Kanal-Audio.
- RS232 IN/RS232 OUT: RS-232 (Recommended Standard 232) ist ein Standard für eine serielle Schnittstelle, die es schon seit den 60er Jahren gibt. Dabei handelt es sich um eine Art der seriellen Kommunikation zum Einsatz über mittlere Distanzen. Beide Anschlüsse unterstützen die Protokolle VISCA, Pelco-D & Pelco-P.
- 3G-SDI: Das Serial Digital Interface (SDI) ist eine serielle, digitale Schnittstelle, primär zur Übertragung von unkomprimierten und unverschlüsselten Videodaten über Koaxialkabel oder Lichtwellenleiter. Es kommt hauptsächlich im Bereich professioneller Fernsehstudios/-sendern zum Einsatz.
- LAN/POE+: Beim LAN-Anschluss setze man auf einen RJ45-Anschluss der auch POE+ beherrscht. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der Begriff „Power over Ethernet“ sprich angeschlossene Geräte werden über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt und es können Entfernungen von bis zu 200 m überbrückt werden. Dazu bedarf es eines entsprechenden Netzwerk-Switches.
- USB-Daten: Herkömmlicher USB 3.0 Standard mit USB-Typ-C-Anschluss
- USB-Power: USB-Typ-C-Anschluss für Power Delivery (Stromversorgung)
Speziell die RS232-Anschlüsse und der 3G-SDI-Anschluss sind unter privaten Anwender eher unbekannt. Wir werden hier nur den Steckplatz für die Speicherkarte und die beiden USB-Anschlüsse nutzen. Auch eine Verwendung über WLAN und LAN ist möglich. Doch da wir derzeit keinen Router oder Switch haben, welcher auch POE unterstützt, werden wir den LAN-Anschluss nicht nutzen. Wir werden die WLAN-Verbindung nutzen.
An der Unterseite verfügt die Kamera über einen breiten umlaufenden Gummistreifen, der für einen sicheren Stand sorgen soll. Mittig gibt es ein ¼“ Gewinde zur Montage auf einem Stativ. Darunter sind Kontakte zu sehen, über welche ein optionales 360° Rotations-Play-More-Set angeschlossen werden kann. Dieses würde den Rotationsbereich vergrößern und die Akkulaufzeit um 7 Stunden erweitern.
Software
In Sachen Software wird bei diesem Kameramodell einiges aufgefahren, denn wir erhalten nicht nur das schon bereits bekannte OBSBOT Center für Windows und MacOS, sondern auch noch die Apps OBSBOT Start und OBSBOT Live, welche es sowohl für Android als auch iOS gibt.
Im Grunde werden nicht alle Apps benötigt, denn die App namens OBSBOT Start vereint in sich alles, was es braucht, um die Kamera zu steuern, einzustellen und Videos aufzuzeichnen. Zudem kann mit der App auch direkt ein Livestream gestartet werden. Damit die Videos noch besser aussehen, verfügt die App über zahlreiche AI/KI-Fähigkeiten.
Wir wollen aber auch noch die App OBSBOT Live erwähnen. Diese kann einiges, was auch schon OBSBOT Start kann, jedoch liegt hier der Fokus auf den Einsatz mehrerer Kameras. So lassen sich mehrere Kameras gleichzeitig über die App ansteuern und erhält so seine eigene mobile Regie auf dem Tablet oder Smartphone. Die Software unterstützt gängige soziale Live-Streaming-Plattformen mit mehreren Kameras. Zudem verfügt sie auch über ein Audio-Mixer-Panel, womit man den AudioStatus der derzeit verbundenen Geräte klar überwachen und verwalten kann. So wird eine integrierte Verwaltung von Audio und Video gewährleistet, um ein hochwertiges Multi-Kamera-Live-StreamingErlebnis zu erzielen. Hier gibt es die Version für Android und hier für iOS.
Alternative Bedienung
Neben der Steuerung über die Apps und die Software kann die OBSBOT TAIL 2 auch über den separat erhältlichen OBSBOT TAIL AIR Smart Remote Controller gesteuert werden. Dabei handelt es sich um eine handliche Fernbedienung, welche mit einem USB-Kabel zum Laden, einer Schnellstartanleitung und Garantiehinweisen kommt.
Die Kamera verfügt über einen Joystick, mit dem sich der Gimbal steuern lässt. Dank der vielen Tasten und der Status LED wird die Nutzung der Kamera auch ohne Apps oder Software möglich.
Alternativ zum Joystick, können die Bewegungen des Gimbals auch durch Bewegungen des Handgelenks erfolgen, dies funktioniert über ein Gyroskop, welches in der Fernbedienung verbaut ist. Ein weiteres nützliches Werkzeug ist der Laser, welcher sich an der oberen Seitenkante befindet. Drückt man die entsprechende Taste, wird ein roter Laser aktiv und projiziert einen Kreis, welcher einer Zielscheibe ähnelt. Mit dem Laser markiert man die Stelle, welche die Kamera aufzeichnen soll, und drückt anschließend die Taste zweimal kurz hintereinander. Daraufhin dreht sich Kamera auf die zuvor gesetzte Markierung.
Was ist PTZR?
„Video OBSBOT TAIL 2 – PTZR Demo“
Bei der Abkürzung “PTZR” handelt es sich um die grundlegenden Bewegungen, welche diese Kamera vollbringen kann. Dahinter stecke die vier Worte „Pan“, „Tilt“, „Zoom“ und „Roll“. Somit kann diese Kamera seitlich schwenken, sich nach oben bzw. unten neigen und verfügt über einen optischen und digitalen Zoom. Außerdem kann das Objektiv zur Seite gerollt werden, so kann man schnell vom Quer- ins Hochformat wechseln und umgekehrt. Wie diese Bewegungen aussehen, könnt ihr in unserem kurzem Demo Video oben sehen.
Videoqualität
Die OBSBOT TAIL 2 unterstützt eine Vielzahl an Auflösungen, die höchste liegt bei 3.840 x 2.160 Pixeln, was auch als 4K bekannt ist. In dieser Auflösung kann die Kamera mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde aufnehmen. Wählt man statt der 4K- die 1.080p-Auflösung, sind sogar 120 Bilder pro Sekunde möglich, was sich vor allem für schnelle Szenen anbietet. In unserem Video wollen wir euch die wirklich gute Bildqualität der Kamera zeigen. Hierfür nutzen wir die höchsten Einstellungen, welche von der Kamera unterstützt werden. Zudem zeigen wir euch einige Schwenks, die wir mit der Fernbedienung vollzogen aben. Wie ihr seht ruckelt es manchmal ein wenig, was aber daran liegt, dass der Joystick der Fernbedienung sehr mpfindlich ist. Außerdem zeigen wir euch auch ein paar Zoom-Versuche. Die Kamera verfügt über einen 5x optischen Zoom. Dieser wird mit einem Digitalzoom gemischt, sodass wir auf einen bis zu 12x Zoom kommen. Auch in dieser Zoom-Stufe sieht das Bild immer noch sehr gut aus. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn meistens leidet das Bild unter dem digitalen Zoom.
Fazit
Mit all ihren Funktionen ist die OBSBOT TAIL 2 derzeit einzigartig, denn alleine die Funktionen der Bewegung und der damit verbundenen AI-Verfolgung findet man sonst bei keiner anderen in diesem Ausmaß. Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet, was schon beim Gehäuse anfängt und bei der Optik nicht aufhört. Aufgrund ihres Gewichts eignet sich die Kamera vor allem für den stationären Einsatz in einem professionellen Umfeld. Das hat auch seinen Preis – die Kamera fängt für sich alleine bei 1.499 Euro (Affiliate) an. Das uns vorliegende Set mit Fernbedienung und NDI-Lizenz kostet 1.659 Euro (Affiliate). Wer all diese Funktionen auszuschöpfen vermag, wird mit dieser Kamera sicherlich mehr als zufrieden sein.
Pro
- Sehr gute Verarbeitung
- Zeitloses funktionelles Design
- Guter Sensor und Optik
- Optischer Zoom
- Viele Verbindungsmöglichkeiten
- Viele (Profi-) Einstellungsmöglichkeiten
- Einfache Bedienung der Grundfunktionen
Contra
- Keine Aufbewahrungstasche oder Box













