Multimedia Testbericht

Apple iPod Nano 4G Testbericht

Spektakulär war sie damals, die Vorstellung des ersten iPod Nano, der sogar kleiner als das viel sagend „iPod Mini“ getaufte Modell war und ein Farbdisplay mitbrachte. Seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen, mittlerweile gibt es gar MP3-Player wie den iPod Shuffle, die zwar ohne Bildschirm auskommen müssen, dafür aber wahrlich winzig sind. Doch auch beim Nano hat sich viel getan, auf den ersten folgte der zweite, auf letzteren die 3. Generation, die noch vor kurzer Zeit noch in den Regalen bewundert werden durfte. Sie wich erstmals von der traditionellen, länglichen Form ab, bot dafür aber ein Breitbild-Display. Kürzlich wurde nun der Nano 4G vorgestellt und kam kurz darauf in den Handel. Mit ihm verbunden ist die Rückkehr zur länglichen Bauweise, ein noch einmal kompakteres Gehäuse und die Integration neuer Funktionen – eben wie es sich für eine Neuauflage gehört. Erstmals gibt es auch eine breite Farbauswahl ("nano-chromatisch"). In unserem Review wollen wir dem Neuen auf den Zahn fühlen und sehen, wie Apple mit alten Schwachstellen umgeht und ob der iPod sich treu bleibt, schießlich war die Konkurrenz in der langen Zeit seit der Einführung auch keinesfalls untätig.

Vorweg möchten wir uns ganz herzlich bei Apple für die problemlose Bereitstellung des Testmusters bedanken!

Lieferumfang

Die kompakte Dose, in der der Nano ausgeliefert wird, enthält folgende Teile:

  • iPod Nano Player
  • Ohrhörer
  • USB-Verbindungskabel
  • Kurzanleitung
  • Standsockel

Nur das Nötigste ist also vorhanden, ein Netzladegerät oder ein ausführliches Handbuch (nur online erhältlich) sucht man vergebens, nicht einmal eine Software-CD mit der benötigten Software iTunes wird mitgeliefert, diese muss man sich also auch herunterladen. Die Installationsdatei ist 64,1 Mb groß, sodass dies für Besitzer einer langsamen Internetverbindung kein Vergnügen darstellen dürfte. Weitere Zubehörteile wie ein Putztuch, Lanyard, Displayschutzfolie und eine Tasche oder Schutzhülle, wie manche Hersteller sie mitliefern, müssen separat gekauft werden. Die Kurzanleitung enthält nur das Wichtigste, die ausführliche Variante gibt es wiederum nur im Internet. Der Standsockel dient als Adapter für Zubehör wie Docks oder ähnliches, alleine steht er nicht und hat damit für uns keinen Nutzen.

iTunes Download

Technische Daten / Ausstattung

 

Abmessungen (HxBxT) 90,7 x 38,7 x 6,2 mm
Gewicht 36,8 g
Speicherkapazität 8 o. 16 Gb Flashspeicher
Bildschirmtyp LCD mit 2"-Diagonale u. LED-Beleuchtung
Bildschirmauflösug 320 x 240 Pixel
Akku / Austauschbar Lithium-Ionen / Nein
Laufzeit Musik 24 Stunden (Herstellerangabe)
Laufzeit Video 4 Stunden (Herstellerangabe)
Verfügbare Sprachen 22
Unterstützte Audio-Formate MP3, AAC, Audible, WAV
Unterstützte Bild-Formate JPEG, PNG, GIF, TIFF, BMP
Unterstützte Video-Formate H.264
Equalizer manuell / vorprogrammiert Nein / 22 Einstellungen
UKW-Radioempfänger Nein
Mikrofon Nein
Mechanische Tastensperre Ja
Extras Wecker, Kalender, Weltuhr, Adressbuch, Spiele (3 vorinstalliert, .txt-Dateien, Stoppuhr
Sonstiges G-Sensor, Diashows, Genius, manuelle Hauptmenügestaltung

Vor allem das Radio, Mikrofon, mehr unterstützte Audioformate (Ogg, Wma und Flac) sowie ein manueller Equalizer fehlen dem iPod Nano 4G im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten, bei denen dies längst zum Standard geworden ist. Ein Slot für Speicherkarten könnte zudem nicht schaden, auch hier sind viele andere Player dem iPod voraus.  Der Player im Detail


Was als erstes auffällt, wenn man den neuen Nano in die Hand nimmt, ist zweifellos, wie dünn der Player tatsächlich ist. Die Grundfläche ist oval, und es gibt derzeit wohl kein anderes Modell dieser Klasse, was ähnlich spartanische Maße aufweist. Selbst die Vorgänger lässt der 4G dick erscheinen.

Gewöhnlich erwartet man beim Betrachten der Rückseite eines iPods die übliche, spiegelnde Oberfläche, die Fingerabdrücke und Kratzer willens aufnimmt und zur Schau stellt. Nicht so beim neuen Nano – Apple scheint sich diesen oft genannten Kritikpunkt zu Herzen genommen zu haben und gestaltet die Rückseite des iPod in Playerfarbe und ohne Unterschied zur Front. Letztere wird zur Hälfte eingenommen durch das Hochkant-Display (2 Zoll Diagonale), welches von einem schwarzen Rahmen eingefasst wird. Dies ruft leise Erinnerungen an den aktuellen iMac wach, denn dessen Bildschirm bekam mit der letzten Aktualisierung ebenfalls einen solchen Rahmen spendiert.

Das Bedienfeld des iPod besteht wie gewohnt aus dem ringförmigen Clickwheel mit den Tasten Menü, Vor/Zurückspulen und Play/Pause, das die runde Mitteltaste einfasst. Der Platz an der äußerst schmalen Unterseite reicht gerade für die Kopfhörerbuchse sowie den Anschluss für das Verbindungskabel. Letzterer passt sich freilich nicht den Standards an, sondern ist Apple-spezifisch. An der Oberseite befindet sich ein HOLD-Schieberegler als mechanische Tastensperre. Er ist ganz dezent in chromfarben gehalten und hat nur wenig Spielraum zum hin- und herschieben.

Insgesamt ist das Finish des Players sehr angenehm, hat man ihn in der Hand, fühlt er sich hochwertig und solide an. Sehr steif präsentiert sich das Gehäuse, zerbrechlich kann man den iPod wahrlich nicht nennen.
Lediglich das Clickwheel, welches nicht ganz fest sitzt und sich ein wenig bewegen lässt und so an einer Seite einen Spalt auftut, die etwas schwammige Mitteltaste sowie das nicht ganz plan eingesetzte Display (es existiert eine spürbare Kante zwischen Gehäuse und Bildschirm) sind kleine Kritikpunkte an der sonst sehr stimmigen Verarbeitung.

Bedienung

Der erste Start des iPod verlangt einige Sekunden Geduld, die Ladezeit beträgt etwa 10 Sekunden. In dieser Zeit muss man sich mit dem Apple-Logo begnügen, was dann erst der Sprachauswahl, und dann, nach wiederum kurzer Ladezeit, dem Menü weicht. Nach diesem ersten Start wird der iPod nicht ausgeschaltet, sondern in den Ruhezustand versetzt, aus dem er ohne Verzögerung erwacht und sofort bereit ist. Wird der iPod mehrere Tage lang nicht genutzt, muss wieder eine Ladezeit in Kauf genommen werden. Bevor man anfängt, den iPod in der Praxis zu nutzen, sollte man zunächst dringend im Einstellungsmenü einige wichtige Punkte festlegen. Neben normalen Einstellungen wie dem Wiedergabemodus, Equalizer, Sprache, Datum & Uhrzeit, Bildschirmeinstellungen und dergleichen gibt es hier eine neue Funktion, die für die alltägliche Bedienung von großer Bedeutung ist. So hat der Benutzer die Möglichkeit, das Haupt- und das Musikmenü seinen Ansprüchen entsprechend zu gestalten. Wenn man etwa immer zuerst auf „Musik“ und dann auf „Interpreten“ geht, kann man nun stattdessen über das Einstellungsmenü festlegen, dass der Punkt „Interpreten“ gleich im Hauptmenü angezeigt wird – das erspart viele mühsame Klicks. Auf diese Weise kann man alle Unterpunkte aus den Bereichen Musik, Videos, Extras und wenige zusätzliche Punkte direkt im Hauptmenü platzieren. Dies ist sehr praktisch, denn so braucht man die anderen Menüs kaum noch und ist sofort dort, wo man sein möchte. Auf die gleiche Weise kann man auch das Musikmenü nach den eigenen Wünschen gestalten.


Durch die Menüs blättert man natürlich mit dem Clickwheel. Nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt dies auch gut und erstaunlich präzise. Selbst die fehlende Einstellung für die Empfindlichkeit vermissen wir nicht. Mit dem Clickwheel fällt auch das Scrollen durch lange Listen angenehm leicht aus, ist aber dennoch genau genug. Bei anderen Geräten ist es oftmals schwer, sich an die Bedienung über ein Tastenfeld zu gewöhnen, da es dort zumeist Geschick erfordert, auf Anhieb den richtigen Eintrag zu treffen, da die Geschwindigkeit festgelegt ist. Beim Clickwheel entfällt dies, nur ab und an muss korrigiert werden.. Die Geschwindigkeit des Scrollens bestimmt ganz allein der Daumen und dessen Geschwindigkeit. Etwas problematisch wird dies allerdings, wenn man den Player wie gewohnt in einer Hand hält und mit dieser bedient. Dies erfordert eine längere Eingewöhnung, da es je nach Größe der Hände leicht unangenehm und verkrampft zugehen kann. Außerhalb der Musiklisten gibt es ohnehin nicht viel zu blättern, da die Menüs auch ohne persönliche Anordnung nicht unnötig kompliziert und verschachtelt sind. Kommandos werden schnell und ohne Ruckler durchgeführt. Auf Icons oder eine grafische Darstellung, die bei ähnlichen Playern oft für Unübersichtlichkeit sorgen, verzichtet Apple. Und das ist auch gut so, denn die Listendarstellung ist übersichtlich, ein Hauptmenü oder eine Desktopoberfläche hat der Nano nicht nötig.


 
Eine grafische Ansicht kommt erst bei Cover Flow zum Einsatz. Mit dem Querlegen des Players wechselt der Bildschirm dank des integrierten Beschleunigungssensors automatisch zu dieser Ansicht. Es handelt sich hierbei um die Aufreihung der Albumcover (nach Interpret sortiert), durch die man mit dem Clickwheel scrollt (ist kein Cover vorhanden, wird ein Standard-Cover angezeigt). So gelangt man schnell zum gewünschten Album, ein Druck auf die Mitteltaste genügt, und schon hat man die Titel des jeweiligen Albums vor sich.

Der Wiedergabebildschirm besteht neben dem jeweiligen Albumcover aus einer Leiste im unteren Teil des Bildschirms. Diese ist für mehrere Funktionen vorgesehen, durch die man mit der Mitteltaste scrollt. Nützlich ist hier die Möglichkeit per Clickwheel zu spulen, zusätzlich kann man verschiedene Repeat-Modi einstellen sowie die Lautstärke per Clickwheel verändern. Genau hier vermissen wir eine Lautstärkewippe am Gehäuse, wie sie der iPod Touch mit der neuen Generation erhielt, denn die Lautstärke des Nano lässt sich nur im Abspielbildschirm ändern, der, einmal geschlossen, erst wieder über das Hauptmenü aufgerufen werden kann oder sich zuweilen automatisch einblendet – ärgerlich und ein großer Minuspunkt bei der sonst gelungenen Bedienung. Ist der Player in der Hosentasche, muss er wohl oder übel hervorgeholt werden, das Clickwheel in der Tasche blind zu bedienen ist nur schwer und umständlich möglich.

Zu erwähnen ist darüber hinaus die Möglichkeit, On-The-Go-Wiedergabelisten zu erstellen, zu der sich Alben, Interpreten oder auch einzelne Titel sehr leicht hinzufügen lassen. Negativ beurteilen wir hingegen die Genius-Funktion, die für viele Titel erst gar nicht zur Verfügung steht und bei den funktionierenden selten wirklich gut passende Songs heraussucht – das kann man selber besser. Neben der nicht immer möglichen Lautstärkeanpassung stört uns bei der Bedienung nur eines wirklich – der HOLD-Regler. Er ist wenig griffig und verlangt beim Verschieben große Kräfte. Darüber hinaus sorgen Aussetzer (der Player reagiert mehrere Minuten lang nicht auf Tastendruck) gelegentlich für Frust. Witzig und durchaus sinnvoll hingegen ist die Schüttel-Funktion, die nach Schütteln des Players einen zufälligen Song abspielt, ohne dass dies aus Versehen passieren kann. Klang

Apple legt auch dem neuen Nano gewöhnliche „EarBud“-Kopfhörer bei. Diese sind bei vielen Playern Standard, doch immer mehr Hersteller setzen nun auch auf InEar-Modelle (die Apple im Zubehör-Shop auch anbietet), wie beispielsweise Philips oder Creative, da diese bauartbedingt in vieler Hinsicht die bessere Wahl sind. Sie isolieren Geräusche von außerhalb und benötigen somit eine niedrigere Lautstärke, so wird das Gehör weniger belastet. Des weiteren sitzen sie besser im Ohr als die lockeren EarBuds. Klanglich können sie durch die Platzierung im Gehörgang vor allem im Bassbereich viel druckvoller aufspielen, der Klang ist präsenter. Dies ist letztlich der Grund, weshalb wir die beigelegten Kopfhörer schnell weggelegt haben, denn mit ihnen kann man weder den Klang eines Players wie dem iPod voll ausschöpfen noch Schwächen klar erkennen, da die Ohrhörer selber die Qualität limitieren. Stattdessen verwendeten wir InEar-Hörer der gehobenen Klasse (Creative Zen Aurvana) und zusätzlich einen ohrumschließenden, offenen HiFi-Kopfhörer (AKG K530), um den Klang zu beurteilen.

Zu den EarBuds sei gesagt, dass sie ihre Aufgabe nicht schlecht erfüllen und nicht die schlechtesten ihrer Art sind. Für den reinen Gelegenheits- und U-Bahn-Hörer wird es reichen, für alles andere sollte man sich ein Paar potentere InEars zulegen. In Sachen Detailgrad, Präzision und Differenzierung kann die Standard-Lösung nicht mithalten. Anders mit unseren Hörern. Hier präsentiert sich die Auflösung auf gutem Niveau. Zusätzliche Instrumente oder leisere Chöre im Hintergrund sind zu hören, die Wiedergabe von Einzelinstrumenten wie Gitarren mit dem hörbaren Zupfgeräusch schafft der iPod ohne größere Mühe.   
Die Tiefen und Bässe sind präzise, haben aber wenig Varianz und sind recht trocken, was bedeutet, dass sie sich bei entsprechenden Stücken eine solide Basis darstellen, aber sich nicht in den Vordergrund spielen. Technohörer kommen vermutlich nicht ganz auf ihre Kosten, da der iPod die Bässe nicht sehr druckvoll gestaltet. Der Equalizer enttäuscht hier auf ganzer Linie. Die Einstellung „Mehr Bässe“ veranlasst den Nano, dröhnige und dumpfe Tiefen zu produzieren, die Präzision verschwindet und lässt ein übersteuertes Vibrieren mit Klangartefakten übrig. Die Umkehrfunktion „Weniger Bässe“ lässt Letztere ganz verschwinden. Überhaupt tut sich Apple mit dem Equalizer des neuen Nano keinen Gefallen. Fast alle EQ-Einstellungen sind überflüssig und verschlechtern den Klang eher, als dass sie ihn verbessern (es gibt allerdings Ausnahmen). Eine manuelle Einstellung ist nicht möglich.
Stimmen, als Beispiel für Mitten, werden, wenn aufgrund des entsprechenden Songs benötigt, nicht sonderlich facettenreich, lebendig und plastisch wiedergegeben. Für klassischen Gesang oder sängerbetonte Balladen ist dies ein Nachteil, bei vielen anderen Musikrichtungen wie Rock/Pop, wo die Stimmen wenig variabel sind, ist dies nicht bemerkbar. Anderes als Stimmen wird im Mittenbereich weitgehend sauber und klar wiedergegeben.
Im allzu hohen Bereich neigt der iPod ab und an zum unschönen Verzerren, in weniger extremen Gefilden hält sich die Brillianz in Grenzen, seidig und weich sind die Höhen  aber keineswegs. Der richtige Druck für Trance-Stücke oder wirklich satte Snares fehlt zudem. Bei Stücken mit vielen gleichzeitig auftretenden Instrumenten wird oft nicht genug differenziert, d.h. Instrumente können teilweise nicht klar von einander getrennt werden und Verschmelzen zu einem Klanggemisch, das dumpf klingt und einzelne Instrumente nicht hervorhebt.
Ein weiteres Problem des Nano in Sachen Klang ist die oftmals auftretende Stumpfheit des Klangbilds. Bei vielen Stücken fühlt sich der Hörer etwas entfernt vom klanglichen Geschehen, wenig satt und lustlos klingt es dann. Im Vergleich mit unserem alten Creative Zen Touch ist dies sofort zu erkennen.
Insgesamt präsentiert sich der iPod in der bei MP3-Playern sehr wichtigen Klangdisziplin ordentlich bis gut, keinesfalls überragend oder schlecht. Den meisten wird es vollkommen genügen, die Klasse einiger Spitzen-Player erreicht der Apple jedoch nicht. Die maximale Laustärke dürfte außerdem höher ausfallen, da sie an unserem HiFi-Kopfhörer nicht vollkommen ausreichte, bei den InEars gab es dagegen keine Probleme. Wiedergabe von Fotos und Videos    Bevor man Fotos bzw. Videos auf dem iPod angucken kann, müssen diese natürlich überspielt werden. Dies passiert wieder über iTunes. Während Videos in einem bestimmten Codec (H.624) sowie ein festgelegtes Format (beispielsweise .avi) vorliegen müssen, werden Fotos in allen gängigen Formaten angenommen, eine kleine Wartezeit für Optimierungen durch iTunes muss in Kauf genommen werden.
Bei der Wiedergabe von Fotos bietet der iPod keinerlei Anlass für Kritik, der kleine Nano verdient stattdessen ein großes Lob für seinen Bildschirm. Die Auflösung ist hoch, die Helligkeit ebenfalls, und die Qualität der Anzeige ist über jeden Zweifel erhaben. Unsere Wallpaper in FullHD-Auflösung werden scharf und kontrastreich angezeigt. Von der extremen Verkleinerung merkt man nichts, die Qualität leidet keinesfalls. Da der Bildschirm ein 4:3 Format aufweist, stören hier nur die schwarzen Streifen am Rand, die bei normalen Bildern natürlich wegfallen. Beim Anschauen von Videos zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Qualität stimmt, ruckelfreie Wiedergabe ist selbstverständlich, der iPod stellt 30 Bilder pro Sekunde dar.
Neben dem normalen Scrollen (Übersicht oder Einzelfotos) durch die Bilder, was ohne Verzögerungen abläuft, kann man sich auch eine Diashow zu Gemüte führen. Hier lassen sich sogar allerlei Einstellungen vornehmen, wie Dauer pro Dia, Hintergrundmusik und verschiedene Übergangseffekte (!). Mit einem passenden Kabel kann eine solche Diashow auch auf dem heimischen Fernseher genossen werden.

  


Auch bei der normalen Nutzung erfreut der Bildschirm mit seinen Qualitäten. Zwar ist der Nano wegen der geringen Bildschirmgröße für Fans von portablen Videoplayern vielleicht nicht erste Wahl (der iPod Touch hat hier dank großem Touchscreen die besseren Karten), doch weiß der kleine iPod mit seinen Möglichkeiten voll und ganz zu überzeugen und bricht somit nicht mit der Tradition der Apple-Produkte mit gutem Display.

Akku- und Praxistest

In der Praxis zahlt sich das aus, was am iPod schon vorher positiv aufgefallen ist: Die Bedienung ist schnell, komfortabel und präzise - optimal für unterwegs. Aus der Tasche nehmen muss man den iPod für die Bedienung zwar (auch um die Lautstärke zu ändern, was wir schon erwähnt haben), dafür entschädigt er aber mit seinen Maßen. In der Hosentasche nimmt der Player kaum Platz weg und ist nicht zu bemerken. Federleicht und so schmal wie er ist, macht er in etwa soviel aus wie ein Taschentuch – nur ist er nicht biegsam. Auf diese Weise ist es ein Vergnügen, mit dem neuen Nano unterwegs zu sein, mitleidig lächeln wir, als unser Blick auf unseren Creative Zen Touch Koloss fällt, der mit einer, im Vergleich mit dem iPod, hakeligen Steuerung daherkommt. Die Rückseite zeigte sich weitgehend kratzresistent, lediglich das Apple-Logo wies nach dem Testzeitraum sichtbare Gebrauchsspuren auf. Da kann der Bildschirm natürlich nicht ganz mithalten, es ist anfällig für Kratzer, Fettflecken und ähnliches. Auch Spiegelungen im Sonnenlicht konnten nicht verhindert werden, die Ablesbarkeit bleibt aber doch stets akzeptabel.

 
Zu guter Letzt ist noch der Akkulaufzeit Beachtung zu schenken. Apple gibt die Werte 4 und 24 Stunden (Video und Audio) an. Das ist von vornherein nichts besonderes in dieser Klasse, einige Modelle spielen sogar deutlich länger. Im Video-Test mit permanent beleuchteten und entsprechend hellem Display schaftte der iPod lediglich 2 Stunden, bevor er nach Ladung verlangte – die Hälfte der Werksangabe. Für einen Spielfilm wird es ausreichen – doch eigentlich ist der Nano für derlei Gebrauch nicht konzipiert, weshalb wir das Hauptaugenmerk auf die Akkuleistung bei Musikwiedergabe legen. Hier ist Apples Wert nah an der Realität, bei uns schaffte der iPod 23 Stunden und 5 Minuten permanente Musikwiedergabe. Das ist ein durchschnittlicher Wert, hier muss der Nano leicht zurückstecken. Allerdings fällt die Ladezeit mit nur 2 Stunden angenehm kurz aus.

Software & Synchronisation

Der neue Nano bildet in der Reihe der iPods keine Ausnahme – auch er ist an  Software (iTunes oder andere Tools wie MediaMonkey) gebunden. Nur mit diesem Programmen ist es möglich, Medien auf den iPod zu überspielen. Ohne weiteres ist es außerdem nicht möglich, beispielsweise Musikdateien von einem anderen PC als dem heimischen zu synchronisieren, denn der iPod ist logisch mit einer einzelnen iTunes Medienbibliothek verknüpft. Wenn Songs auf dem Player vorhanden sind, nicht aber in ihrer Medienbibliothek, kann es schnell passieren, dass diese einfach vom iPod entfernt werden. Nein, iTunes braucht von Anfang an eine harte Hand. Einige Einstellungen müssen zunächst dringend vorgenommen werden. Dazu gehören, dass man manuell Musikdateien verschiebt. Vor allem bei Musiksammlungen, die größer sind als die Kapazität des iPods, ist dies anzuraten, da sonst alles von iTunes geregelt und übertragen wird. Wenn dies erledigt ist, sollten noch beim Systemstart geladene Dienste und Applikationen von iTunes und Quicktime deaktiviert werden, die lediglich Systemressourcen kosten und wohl kaum zu einer merklichen Beschleunigung führen.

Nun also zur eigentlichen Übertragung via iTunes. Die ist so simpel wie normales Drag&Drop per Explorer: Musiktitel werden markiert und auf den iPod gezogen. Filme und Videos müssen zunächst in das richtige Format gebracht werden, um in die Mediathek und so auch auf den iPod zu gelangen. Das Abbonieren von (Video-)Podcasts und die anschließende Synchronisation klappt gut.
Auf Wunsch lädt iTunes fehlende Albumcover automatisch herunter, so werden sie auch auf dem iPod angezeigt. Ein Wehrmutstropfen bei iTunes ist die Performance. Des öfteren ruckelt das Programm oder reagiert einige Sekunden lang nicht. Kein Wunder, ist es doch eigentlich für Mac-Plattformen konzipiert. Auf Linux läuft die Software erst gar nicht, hier muss man sich nach kostenlosen Tools umsehen, die Musik auf den Player übertragen und auch mit der neuen Generation kompatibel sind.
Nichts im Wege steht dagegen, den Nano als Wechseldatenträger zu verwenden. Ist die richtige Einstellung in iTunes vorgenommen, erkennt Windows den iPod als Festplatte und Daten lassen sich übertragen, allerdings keine Inhalte, die dann auch vom Player erkannt werden. Textdateien (.txt) können per Explorer überspielt werden. Als USB-Stick taugt der iPod so zumindest eingeschränkt, zum Aufnehmen der Musik von anderen muss er erst wieder an den heimischen PC, damit iTunes die Titel in die vorgegebene Speicherstruktur einpassen kann - ärgerlich. Das Programm selbst kann mit seinen Eigenschaften als Musikverwaltungsprogramm durchaus überzeugen, es ist hübsch anzusehen und übersichtlich, so muss es sich als Konkurrenten von kostenlosen Programmen wie Winamp nicht verstecken. Den Funktionsumfang eines MediaMonkey bietet es nicht, WMA- und OGG-Dateien sind iTunes fremd, zum Trost bietet es automatisch an, diese zu konvertieren.


Glücklicherweise beherscht der MediaMonkey, ebenso wie Winamp, das Befüllen des iPods mit Inhalten ebenfalls, somit ist er eine wirklich gute und vor allem schlankere Alternative zu iTunes, unter Linux laufen die beiden Programme allerdings auch nicht. Doch auch die Nutzung mit MediaMonkey hat einen faden Beigeschmack, da iTunes bei uns nach kurzer Nutzung des Programms den iPod nicht mehr richtig erkennen wollte – ohne eine Wiederherstellung inklusive Löschen aller Medien tat die Apple-Software nichts mehr mit dem Nano. iTunes versteht sich generell nicht gut mit den anderen iPod-tauglichen Programmen – entweder man nutzt es, oder ein anderes Programm, beides zusammen macht oft Ärger, was zum formatieren des iPod führt.   

Die Übertragungsgeschwindigkeit hingegen ist bei beiden Programmen überzeugend, etwa 100mb gelangen in unter 20 Sekunden auf den iPod, wobei der MediaMonkey hier sogar wenige Sekunden schneller ist. Der Datentransfer per Explorer klappt ebenso schnell. Fazit


iPod bleibt iPod. Das beweist unser Test einmal mehr. Der Nano 4G bewahrt die Kernkompetenzen der Vorgänger. Da wäre die unschlagbare Handlichkeit, die derzeit wohl kein anderes Produkt in dieser Klasse erreicht. Weiterhin ist die Verarbeitungsqualität, wie von Apple gewohnt, gut, die Bedienung mit dem Clickwheel sogar fast über jeden Zweifel erhaben, so ist der Praxisnutzen hoch. Kleine Detailschwächen wollen wir hier außen vor lassen; der Gesamteindruck zählt. Am Display gibt es ohnehin nichts auszusetzen. Dafür fängt die Liste der verbesserungswürdigen Dinge schon beim Lieferumfang an:
Letzterer ist spartanisch, der Inhalt lässt sich an einer Hand abzählen. Eine genaue Anleitung, wenn sie auch nicht unbedingt vonnöten wäre, fehlt. Die darf, genauso wie iTunes, heruntergeladen werden. Weiter geht es bei der Ausstattung: Ein Mikrofon, welches mittlerweile auch fast jeder Player in weit niedrigeren Preisregionen besitzt, ist nicht vorhanden. Das immer beliebter werdende OGG-Format wird nicht abgespielt, ein UKW-Empfänger fehlt ebenso wie ein manueller Equalizer. Als größtes Nano des iPod empfinden wir den Umgang mit dem PC. Werden andere Player per Explorer und Drag&Drop befüllt, benötigt der iPod iTunes oder zumindest eine andere, kompatible Software, und hier gibt es oft Probleme. Unverständlich, warum Titel sich nicht einfach auf normalem Wege übertragen lassen.
Ohne positive oder negative Tendenz präsentiert sich der neue Nano in Sachen Klang. Dieser ist bei MP3-Playern von großer Wichtigkeit, doch der iPod kann sich hier keinen Spitzenplatz erarbeiten, was nicht davon abhält, ihn noch als ordentlich zu bezeichnen. Ähnlich verhält es sich auch bei der Laufzeit des Akkus, die sicherlich ausreicht, aber im Vergleich nicht hervorsticht.
So bleibt es jedem selbst überlassen, sich für oder gegen den Nano zu entscheiden. Die typische Zielgruppe, da sind wir uns sicher, wird er auch mit dieser Generation wieder erreichen – dafür spielt das Design und die damit verbundene Funktion als Lifestyle-Produkt eine zu Große Rolle. Käufer mit großen Ansprüchen an Bedienkomfort und Mobilität können mit dem iPod ebenso glücklich werden. Am Ende gibt unter anderem der Preis den Ausschlag, dass der Nano 4G keine Empfehlung erhält – zu hoch fällt dieser aus (siehe Preisvergleich).

Preisvergleich: iPod Nano und ähnlich ausgestattete Player mit 8 Gb Speicher (Stand 01.11.08)

 

Modell

Preis

Anbieter

Apple iPod Nano 4G

129,00 EUR

Redcoon.de

Creative ZEN X-Fi

111,80 EUR

mp3-player.de

SanDisk Sansa View

110,95 EUR

amazon.de

Samsung YP-Q1JC

107,40 EUR

mp3-player.de

iRiver E100

101,80 EUR

 mp3-player.de 

Philips SA5285

99,80 EUR

mp3-player.de

Sony NWZ-E438FB

99,60 EUR

mp3-player.de

Cowon iAudio U5

94,80 EUR

mp3-player.de

Bildquellen: Apple Inc. ; Creative Labs ; PCMasters.de-Redaktion 


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