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Robocraft im Kurztest

Das kommt also dabei heraus, wenn man Lego mit World of Tanks kreuzt. So oder so ähnlich könnte man versuchen Robocraft in einem einzelnen Satz zu beschreiben. In Robocraft kämpfen Spieler mit selbst gebauten Kampffahrzeugen und Flugzeugen gegeneinander. Die Vehikel werden dabei, ausgehend von einem Baukasten der verschiedene Teile enthält, von den Spielern selbst geplant, gebaut und getestet. Diese Kurzvorstellung beschreibt das ungewöhnliche Konzept und den ganz besonderen Charme von Robocraft.

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Robocraft ist, wie bereits erwähnt, ein Shooter. Das heisst die Spieler treten in zwei Teams gegeneinander an. Dabei steuern sie jedoch - anders als in vielen anderen Spielen - keine vom Spiel vorgegebenen Kampffahrzeuge bzw. Kampfflugzeuge sondern sind in selbst entworfenen Maschinen unterwegs. Ein Team kann ein Match für sich entscheiden, indem es alle shootertypisch alle Gegner ausschaltet, oder die Basis des gegnerischen Teams erobert. Die Spielmechanik selbst ist also wenig außergewöhnlich, der Reiz von Robocraft liegt im eigenständigen Aufbau des Fahrzeugs. Die Kampfgefährte tragen im Spiel übrigens, bei genauer Betrachtung des Titels ist dies keine Überraschung, die Bezeichnung Roboter.

Robocraft Aus einem Baukasten, dessen einzelne Elemente erst nach und nach über erspielte Technik-Punkte freigeschaltet werden müssen, wählt man als Spieler die nötigen Bausteine aus um den eigenen Roboter aufzubauen. Neben Würfeln, die man wohl bei Spielen die "Craft" im Namen tragen erwartet, gibt es auch Tetraeder und Winkelstücke. So lassen sich grundsätzlich alle erdenklichen Formen - bis zu einem gewissen Grad - umsetzen. Für die Fortbewegung dienen wahlweise gelenkte oder starre Räder, Hover Blades (die fliegenden Konstruktionen Stabilität verleihen) und Turbinen die den Auf- und Vortrieb erhöhen. Neben einem obligatorischen Pilotensitz kann die Kampfmaschine mit einem Radar-Störsender, einem Radargerät, Schutzschilden oder zusätzlichen Gastanks für noch mehr Auftrieb verbessert werden. Für Flugzeuge gibt es darüber hinaus Tragflächen die das Flugverhalten stabilisieren.

RobocraftFür die nötige Feuerkraft sorgen die unterschiedlichen Waffentypen. Neben Gewehren gibt es noch Plasma Kanonen und Railguns. Jeder Waffentyp hat erwartungsgemäß seine eigenen Vorteile. Manche Waffen erzeugen mehr Schaden am Gegner als andere, während andere eine höhere Feuerrate mit geringerem Schaden pro Treffer bieten. Alle Bauteile im Spiel gibt es unterschiedlichen Ausführungen. Während bei Gewehren sogar zwischen einer Variante zum Anbau auf der Oberseite eines Fahrzeugs und einer Variante zum Anbau an der Front unterschieden wird, gibt es sämtliche Bauteile in verschiedenen Technologiestufen. Diese Bandbreite reicht meist von eins bis zehn, nur die Helium-Tanks verfügen über nicht mehr als fünf Stufen.

Zur Begrenzung der Anzahl der verbauten Bauteile in einem Roboter werden in Robocraft sogenannte CPU-pFLOPs benutzt. Jeder Baustein verschlingt eine gewisse Anzahl dieser pFLOPS. Die Anzahl der verfügbaren pFLOPS hängt vom Erfahrungslevel des Spielers ab, die Kosten eines Bauteils richten sich nach seiner Technologiestufe. Ein gepanzerter Würfel der Stufe neun verbraucht naturgemäß mehr pFLOPS als einer der untersten Stufe.

RobocraftFür jede gespielte Runde gewinnt man Robopints, die im Spiel RP abgekürzt werden, und Tech Tokens. Tech Tokens werden benötigt, um neue Bauteile freizuschalten, die RP braucht man um den eigenen Roboter nach dem Kampf zu reparieren. Von den übrigen RP können mehr Exemplare von bisher freigeschalteten Bauteilen gekauft werden. Wer einen Panzer mit 20 Rädern auf jeder Seite bauen will, der muss auch 20 Räder im eigenen Baukasten haben. Hat man eine neue Technologiestufe für Räder freigeschaltet, kann man die alten Räder wieder verkaufen und erhält dafür einen Teil des Kaufpreises zurück. Von den so zurückgewonnenen RP können dann die ersten Räder des neuen Typs in den eigenen Baukasten geholt werden.

Standardmäßig besitzt jeder Spieler drei Garagen, kann also drei Roboter speichern. Damit niemand mit leeren Händen anfangen muss, sind beim ersten Login alle drei Garagen mit Beispiel-Robostern befüllt die einen sofortigen Einstieg ins Spiel ermöglichen. Gegen echtes Geld kann jeder Spieler weitere Garagenplätze, Bauteile und auch Tech Tokens erwerben. Vorteile die ausschließlich durch echtes Geld erreicht werden können, gibt es in Robocraft zum Glück keine.

RobocraftDurch die enorme Vielzahl von Blöcken können sehr viele verschiedene Fahr- und Flugzeuge gestaltet werden. Man sieht regelmäßig eine Robocraft-Variante des Raumschiff Enterprise durch die Landschaft fliegen und auch rollende Statuen oder lustige Formen kann man gelegentlich entdecken. Diese Vielfalt und Freiheit ist es, die den ungewöhnlichen und einmaligen Charme von Robocraft ausmacht und bereits nach wenigen Stunden die berühmte "Lust auf mehr" hervorruft. Bevor man eine neue Konstruktion Freunden zeigt oder in die Schlacht schickt, kann man sie auch auf einem der Schlachtfelder gegen fast wehrlose Bots testen. Hier merkt man auch ohne Fremdeinwirkung ob das eigene Vehikel in engen Kurven umfällt oder ob es dem Flugzeug an Stabilität oder Tempo fehlt.

Robocraft ist kostenfrei über Steam verfügbar und mit 673 MB Speicherkapazität äußerst genügsam. Was Robocraft im Jahr 2014 möglicherweise an Grafik fehlt, macht es durch das einzigartige Konzept, dass jeder Spieler genau im Kampfgefährt seiner Träume in die Schlacht ziehen kann, mehr als wett. Robocraft ist ein unterhaltsames Spiel, das mit seiner kurzen Rundendauer von durchschnittlich fünf Minuten und seinem einmaligen Konzept einen erstklassigen Eindruck hinterlässt.


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