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Jawbone UP24 Fitnessarmband im Test

Heutzutage ist fast jeder mobil mit seinem Smartphone unterwegs. Es ist im Alltag und aus unserem Leben einfach nicht mehr wegzudenken. Da so ein kleines Wundergerät jede Menge an Daten sammeln und auswerten kann, hat sich inzwischen ein sehr großer Markt für Zubehörteile aufgetan. Jenes Zubehör, was uns das Leben etwas einfacher macht aber auch vieles, was die Welt nicht braucht. Die Hersteller gehen einen weiteren Weg und konzentrieren sich mehr und mehr auf die Gesundheit. Gesundheitsapps gibt es schon sehr viele. Das sind jene Apps, die uns an Trinken und Essen erinnern oder uns mitteilen, wann wieder Sport fällig ist.

UP24

Das Unternehmen Jawbone aus San Francisco hat sich auf Zubehör für Smartphones spezialisiert und vor einiger Zeit eine neue Version seines Fitnessarmbandes UP auf den Markt gebracht. Das UP24 soll einige entscheidende Vorteile gegenüber dem Vorgänger aufweisen. Dank drahtloser Übertragungstechnologie werden laut Hersteller viel mehr Möglichkeiten der Synchronisierung zur Verfügung stehen. Wir haben das UP24-Fitnessband mehrere Wochen für euch getragen und schauen uns jetzt das Ergebnis im Detail an.

An dieser Stelle geht ein Dank an K-MB Berlin für die Bereitstellung des Testmusters.

Bei der Veröffentlichung des UP24 gab es dieses lediglich in onyx (dunkelgrau) und persimmon (orange). Inzwischen sind noch die Farben pink coral (rosa) und lemon lime (grün) dazu gekommen. Wir haben uns für das schwarze onyx Modell entschieden, was unserer Meinung nach am neutralsten aussieht. Nach der Farbwahl bleibt noch die Entscheidung der passenden Größe. Hierfür wird einfach der Umfang des Handgelenks gemessen. Die Herstellerseite bietet hier eine sehr gute Anleitung und hilft bei der Auswahl. Wir messen 18 Zentimeter und liegen somit genau zwischen M und L. Beide wurden getestet und am Ende fiel die Entscheidung auf M, da ein engeres Band sich besser tragen ließ.

Das UP24-Band ist von der technischen Seite her ein kleines Wunder. Im Inneren verrichtet ein Tri-Achsen-Beschleunigungssensor seinen Dienst und der 32 mAh Lithium-Ionen-Polymer-Akku soll für immerhin 7 Tage Laufzeit sorgen. Der Vorgänger hatte dort noch 10 Tage stehen, allerdings ohne die drahtlose Synchronisierung. Diese saugt natürlich spürbar am Akku. Alle diese Raffinessen stecken in einem optisch schicken hypoallergenen TPU-Gummi-Gehäuse. Man kann es leicht biegen und sogar im Regen tragen. Nur untertauchen sollte man es laut Hersteller nicht. An einem Ende befindet sich ein 2,5mm Klinkenanschluss, womit sich das Band über den beigefügten USB-Adapter aufladen lässt. Die Aufsteckkappe, die das ganze abdeckt, ist dabei aus Nylon gefertigt und mit Nickel überzogen. Gegenüber befindet sich ein Knopf, mit denen verschiedene Funktionen aktiviert werden. Damit ist zum Beispiel der Wechsel zwischen Tag- und Nachtmodus möglich. Zwei kleine LEDs und ein Vibrationsmotor zeigen im Band außerdem verschiedene Ereignisse an, unter anderem den Ladezustand des Akkus, die Leistung und den aktuellen Status.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell kann das UP24 jetzt endlich drahtlos Synchronisieren. Musste damals noch das Band mittels Klinkenanschluss an das Smartphone gesteckt werden, geschieht das ganze nun über Bluetooth. Dafür verwendet Jawbone im Band die Bluetooth 4.0 BLE Schnittstelle, die auch jedes aktuelle Smartphone heutzutage mitbringt. Eine passende App wird für aktuelle Android- und iOS-Modelle im App- bzw. Google-Play-Store zum Download angeboten.

Das UP24 lässt sich sehr angenehm tragen und wirkt keineswegs störend am Handgelenk. Tägliches Arbeiten ist ohne Probleme möglich. Aufgrund des Gummi-Gehäuses wirkt das Band sehr widerstandsfähig und stabil. Selbst bei einem Schlag gegen einem Gegenstand ist keine Beeinträchtigung bemerkbar. Vom Duschen haben wir abgesehen. Unser erstes Testmuster der Vorgängerversion UP erlitt wahrscheinlich dadurch einen Defekt. Mehrere Duschen hat es nicht ausgehalten und am Ende war es nicht mehr zu retten. Bei der Akkulaufzeit hat Jawbone sogar untertrieben. Nach mehrmaligen Aufladetests messen wir immerhin knapp 9 Tage. Wie oben gesagt, hat der Hersteller hier „nur“ 7 Tage angegeben. Natürlich altert der Akku mit der Zeit, aber das tut jeder.

Das UP24 zählt unsere Schritte, misst unsere Schlafdauer, zeigt verbrannte Kalorien an und erinnert uns, wenn wir uns zu wenig bewegen. Alles in allem nette Features, um mehr über sich selbst heraus zu finden. Werfen wir jetzt einen Blick auf die Software, ohne dessen Hilfe das Band nutzlos wäre.

UP24

Die Software läuft auf allen aktuellen Android- und iOS-Geräten laut Hersteller ohne Probleme. Getestet haben wir sie mit einem iPhone 5 und dem neuen iOS 7.1. Mittels Bluetooth-Technologie wird anfangs das Band mit der App synchronisiert und registriert. Ab diesem Zeitpunkt ist das UP24 immer mit dem Smartphone verbunden. Öffnet man die App, wird im Hintergrund das Band gesucht und die aktuellen Daten ausgelesen. Das ganze geht recht flink von statten. Was wir nun zu Gesicht bekommen, ist die sogenannte UP-Timeline. Diese zeigt entlang einer Linie alle Ereignisse an, welche die App aufzeichnet.

Um nun die Tief- und Leichtschlafphasen zu messen, wird einfach Nachts das UP24 mit den entsprechenden Hardwareknopf am Band in den Nachtmodus geschalten. Auch das funktionierte bei uns im Test hervorragend, doch kann natürlich die Echtheit der Daten nicht überprüft werden. Auch gegenüber dem Schrittzähler konnte die Richtigkeit nicht nachgewiesen werden. Hier müssen wir Jawbone wohl einfach glauben schenken. Bei einer Runde Joggen lag die App aber schon ziemlich nahe an dem dran, was runtastic aufgezeichnet hatte.

Man muss sich mit der App richtig beschäftigen, denn sie bietet viele Funktionen. Persönliche Ziele können zum Beispiel hinterlegt werden, als kleiner Ansporn für sich selbst. Außerdem kann die App als Stoppuhr genutzt und Nickerchen gemacht werden. Allerdings funktionierte die Nickerchenfunktion bei uns kein einziges mal. Ist man gerade erst eingeschlafen, reicht die kleine Vibration des Bandes nicht aus, um wieder wach zu werden.

Der eingebaute Wecker ist eine interessante Option. Eine Weckzeit wird in der App hinterlegt und anschließend aufs Band geschickt. Ein ruhiges und entspanntes Aufwachen soll jetzt durch kleine Vibrationen im Bandes erreicht werden. Im Test sind wir ab und an von den Vibrationen nicht aufgewacht, insgesamt funktionierte die Funktion aber zu unserer Zufriedenheit.

UP-App

Leider erkennt das Band nicht automatisch, ob geschlafen oder nur fernsehen geschaut wird. Ja, wie auch? Jeden Abend und Morgen muss das Band also, durch langes Drücken des Knopfes, in den entsprechenden Modus geschalten werden. Auf Dauer wurde das ganz gerne mal vergessen. Man denkt einfach nicht immer dran und dann ist die Auswertung für den Tag oder für die Nacht total falsch.

Die Software erkennt aber, wann der Akku des Bandes zur Neige geht und erinnert den User daran, rechtzeitig wieder aufzuladen. Auch werden wir mit netten Kommentaren und Sprichwörtern bereichert. Zum Beispiel kam die Meldung: „Gehe mit deinem Band vorsichtig um…“. Aha, alles klar! Es gibt noch zwei weitere Rubriken und zwar „Mahlzeit oder Getränk“ und „Wie geht es dir“. Im Erstgenannten werden Speisen und Getränke durch fotografieren dokumentiert und geteilt. Im zweitgenannten existiert ein großes Smiley, was hoch und runter bewegt werden kann, um die aktuelle Stimmung auszudrücken. Später erscheint das ganze dann auf unserer UP-Timeline. Die ersten paar Tage hat man noch Freude daran, sein Essen zu dokumentieren, aber die verfliegt recht schnell. Unserer Meinung nach sollte man die Zeit lieber anderweitig verbringen. Dafür bekommt man von der App aber hilfreiche Fakten genannt, um seine Gesundheit zu verbessern. Bestes Beispiel ist die Einschlafzeit. Ist diese am Abend zu lang gewesen, bekommt man von der App gesagt, man solle doch sein Zimmer abkühlen, weil man zu lange gebraucht hat um einzuschlafen. Auch Anbindungen an andere Apps sind möglich. Runkeeper oder Wittings stehen unter anderem zur Auswahl, um seine UP-Timeline aufzuwerten. Die Software, die super an die aktuelle iOS-Version angepasst ist, bringt viele Funktionen mit sich. Ob man sie nutzt oder nicht, muss jeder selbst testen. Wir haben jetzt gesehen, was die App zu Leisten im Stande ist und wollen uns abschließend zum Fazit hinwenden.

UP-App

Jawbone hat mit dem UP24 endlich auf die Anwender gehört und ist auf drahtlose Technologie umgestiegen. Wenn wir die Technik schon haben, dann sollte sie auch genutzt werden. Dass die alte Version im Angebot bleibt, kommt uns als User natürlich zu Gute. Manche wollen lieber eine längere Akkulaufzeit haben und können auf Bluetooth verzichten. Das Fitnessband UP24 glänzt neben dem schicken Design mit vielen technischen Feinheiten und ist zudem sehr robust verarbeitet. Wer schon immer mal wissen wollte, wie viel Schritte er am Tag gelaufen ist oder wie lange er geschlafen hat, der ist mit dem Band gut bedient und sollte zuschlagen. Es ist unauffällig und stört nicht im täglichen Umfeld. Punkten tut auch das interessante Weckersystem. Allerdings trüben 150€ den Spaß etwas, welche man aktuell in das UP24 investieren muss.

Das Fitnessarmband macht viele Sachen richtig und kann durchaus dabei behilflich sein, gesünder zu leben. Eigene Ziele setzen bringt schon etwas Ansporn, gerade wenn man sich sowieso eher wenig bewegt. Essen fotografieren und Nahrung dokumentieren ist aber dann doch wohl eher eine ganz nette Spielerei, mehr aber auch nicht. Nach kurzer Zeit verfliegt etwas die Lust, besonders wenn man an den ständigen Tag- und Nachtwechsel im Band denkt. Wer sich aber dahinter klemmt, wird auf Dauer viel Freude mit dem UP24 haben.


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