Grafikkarten

MSI Radeon X600XT-TD128

Sockel 775 bringt meistens PCI-Express mit sich und dadurch muss auch eine PCIe/PEG Grafikkarte her. Meine erste PCIe Grafikkarte ist die Radeon X600XT von MSI. Sie hat viele Tests über sich ergehen lassen und das Review dazu gibt es hier!

Mit meinem Umstieg auf den Sockel 775 erfolgte auch der Umstieg von AGP auf PCIe/PEG. Auf dem Markt gibt es momentan noch nicht die riesige Auswahl. Man kann entscheiden zwischen NVidias Geforce 6600er Serien und ATIs Radeon X300er, X600er und X700er Serien. Die Geforce 6800GT ist momentan auf PCIe kaum erhältlich, die X800XT ist dagegen schon von mehreren Herstellern wie Sapphire, MSI und HIS verfügbar. Ich habe mich vorübergehend für die MSI Radeon X600XT Variante entschieden.

Lieferumfang: Der Lieferumfang beinhaltet ein rundum Paket. Hier ist ein enormes Softwarebundle zu finden, zu dem XIII(4 CDs),  Prince of Persia – The Sands of Time(2 CDs), MSI Games Collection DVD(Amirican Conquest, Beach Life, Black Hawk Down, Comanche 4, Destination Berlin, Invisible War, Divine Divinity, Etherlords 2, Heaven and Hell, Typhoon Rising, IL-2 Sturmovik, Praetorians, Splinter Cell, Yager), URU, MSI 3D Desktop, VirtualDrive Professional + RestoreIT! Professional, 3D-Album, MSI Media Center Deluxe 2, WinDVD Creator, InterVideo WinDVD und eine Treiber CD gehören. Ein DVI-Adapter und S-Video Kabel darf auch hier nicht fehlen und wird mitgeliefert. Ein Handbuch darf heutzutage auch auf keinen Fall fehlen und ist somit dabei. Das Retail Bundle wird von einer bunten und schönen Verpackung geschmückt.    

MSI Radeon X600XT: Die Radeon X600XT ist eine „abgespeckte“ Version der Radeon X800 und hat fast die gleichen Features. Die GPU heißt hier RX380, beinhaltet 75 Mio. Transistoren und ist mit 500MHz getaktet. Außerdem verfügt die Radeon X600XT von MSI über 128MB DDR Speicher. Die Speicherchips sind wie schon bei früheren Modellen L-förmig angeordnet. Auf jeder Seite sind 4 Speicherbausteine angebracht, die von Hynix sind und mit der Taktfrequenz von 740MHz arbeiten. Die Speicheranbindung beträgt leider nur 128bit, aber dafür ist die Zugriffszeit von 2,8ns etwas erfreulicher. Im Gegensatz zu der Radeon X800Pro, die über 12 Pixelpipelines und der Radeon X800XT, die über 16 Pixelpipelines verfügt, hat die Radeon X600XT lediglich 4 Pixelpipelines. Die programmierbaren Vertex Pipelines wurden auch reduziert auf insgesamt 2. Zusätzliche Stromzufuhr ist bei dieser Grafikkarte noch nicht notwendig. Hier eine Tabelle mit den einzelnen Spezifikationen der Grafikkarte auf einen Blick:

Nach dem Auspacken habe ich die Karte einmal genauer angesehen und war etwas schockiert als ich den Kühler der Grafikkarte sah. Wenn man den Kühler von oben ansieht, dann fällt es einem nicht auf, aber von der Seite konnte man sehen, dass der Kühler nicht da saß wo er eigentlich hingehörte! Ich vermute, dass beim Zusammenbau der Karte die Kühlerhalterungen nicht fest genug rein gedrückt wurden und dass einer dieser Halterungen sich dann beim Transport löste. Würde ein Laie die Karte einbauen und diesen Fehler nicht erkennen, hätte er ziemlich viele Probleme beim Umtausch der Karte. Der kleine Kühlkörper aus Kupfer ist mit einem genauso kleinen Lüfter versehen. Die ganze Kühleinheit erscheint mir etwas unterdimensioniert. Die GPU wird bei mir durch den Atotech ARDEX G gekühlt und hängt somit mit an der Wasserkühlung. Der Speicher wird auch hier nicht gekühlt, was ich immer noch sehr schade finde. Aus diesem Grund habe ich die Speicherbausteine meiner Radeon X600XT mit Speicherkühlern aus Kupfer von Revoltec versehen und geschützt. Somit verlängere ich die Lebensdauer der Chips und schaffe angenehme Temperaturen für den Speicher. Ohne jegliche Speicherkühler kann man sich im Spielbetrieb die Finger am Speicher verbrennen und das ist sicher auch nicht gesund für den Speicher. Die Grafikkarte kann man natürlich mit dem Standardkühler und ohne Speicherkühler betreiben, aber meine Variante schafft eine bessere Atmosphäre/Voraussetzung zum Overclocken.

Performance: Die Performancetests liefen mit dem Catalyst 4.11 Treiber von ATI. Beim ersten Durchlauf mit der Standardtaktung 500Mhz/740Mhz erreichte die Karte 4 087 Benches bei 3DMark03, 1 431 Benches bei 3DMark05 und 31 618 bei AquaMark3. Mit diesem Ergebnis war ich nicht vollkommen zufrieden. Ich hatte schon erahnt, dass die Performance nicht so toll sein würde. und habe angefangen an das Limit der Karte zu gehen um alles aus ihr rauszuholen. Dazu war der RivaTuner2(RC15.2) sehr hilfreich. Das Ergebnis sah dann folgender maßen aus:

    Die Benchmark Ergebnisse wurden durch die höheren Frequenzen etwas besser. Bei der GPU ließen sich 80MHz(16%) raus holen und bei dem Speicher waren es 178Mhz(24%). Diese Steigerung spiegelte sich später auch bei den Gamebenchmarks wieder. Zum Benchen habe ich das nette und einfache Tool Bench’emAll(v.2.62) verwendet. Damit kann man fast alle aktuellen Spiele als Benchmark nutzen. Angewandt habe ich das Tool bei Doom 3 und Unreal Tournament 2004. Die folgenden Diagramme zeigen die Ergebnisse im Vergleich zu Radeon X800XT und Radeon X800Pro.

Für das Gameplay sind ist die FPS Anzahl bei Doom 3 um 14,95% und bei UT 2004 um 3,02% gestiegen. Wobei bei UT 2004 kein FPS Anstieg notwendig wäre, da die FPS Anzahl mehr als im grünen Bereich liegt. Doom 3 läuft mit fast den höchsten Einstellungen flüssig und bei der „ULTRA Einstellung“ mit durchschnittlich 26 FPS, die noch ausreichend sein sollten.

Fazit: Die Radeon X600XT von MSI bringt ein schönes rundum Paket mit. Zu dem Zeitpunkt, als ich die Karte gekauft habe, gab es die Radeon X700 leider noch nicht auf dem Markt. Die Performance bei der Radeon X600XT ist für heutige Spiele noch ausreichend, ist aber keine Investition für lange. Der Preis von 200€ ist übertrieben, da die Karte nicht einmal an die Leistung eine Radeon 9800SE, geschweige denn einer 9800PRO drankommt. Ich sehe diese Karte als eine Übergangslösung, da der AGP Port langsam ausstirbt und der PCIe bzw. PEG Port noch zu neu ist. Die ersten X800XT Grafikkarten sind für den Preis von ungefähr 420€ zwar erhältlich, sind aber etwas teuer. Wer das Geld für so eine Karte nicht hat, muss abwarten bis Weihnachten vorbei ist und die Radeon X850er Serie heraus kommt. Die fehlenden 4 Pixelpipelines und die halbierte Speicherbandbreite machen sich bei der Radeon X600XT sehr bemerkbar. Wer eine Übergangslösung sucht, kann zu so einer Radeon X600 greifen. Ich für meinen Teil bin nicht überzeugt und bin mit diesem Kauf nicht zufrieden. Nach einer Radeon 9800Pro ist diese Grafikkarte deprimierend, da die Leistung schlechter ist.


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