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Intel stellt Core i7 auf Sandy Bridge-E LGA2011-Basis vor

Nachdem in den letzten Wochen fast alle Board-Partner von Intel deren Portfolio mehr oder weniger offiziell gezeigt haben, ist es heute endlich soweit, dass die neue High-End-Plattform der Öffentlichkeit bekannt gegeben wird. Die zweite Generation der Sandy Bridge Architektur hielt im Mainstream-Segment bereits Einzug und beerbt nun den in die Jahre gekommenen Sockel LGA1366 und den Core i7 Gulftown. Beim neuen Sockel handelt es sich wieder um einen LGA Sockel, der mit genau 2011 Pins an die CPU gebunden wird.

Es handelt sich hierbei aber nicht um eine simple Portierung der Mainstream-Version auf einen neuen Sockel. In der DIE des Prozessors befindet sich keine integrierte Grafikkarte, sondern ein riesiger und schnellen L3-Cache.  Somit muss man sich definitiv eine dedizierte Grafikkarte zulegen, was bei einem Enthusiasten-System wohl generell als Pflicht angesehen wird. Das Portfolio an CPUs ist sehr überschaubar, kündigt Intel nur drei Core i7 Prozessoren an.

Bei dem Topmodell handelt es sich um den i7-3960X als Extreme Edition, der einen Basistakt von 3,3 GHz aufweist und im Turbo auf 3,9 GHz getaktet wird. Das mittlere Modell trägt die Bezeichnung i7-3930K, taktet standardmäßig mit 3,2 GHz und unter Einsatz des Turbos sind es 3,8 GHz. Diese beiden Modelle sind mit sechs Prozessor-Kernen ausgestattet und erweitern dank Hyper Threading die Anzahl der Threads auf 12. Hinzu kommt, dass sie unlocked sind und dadurch einen freien Multiplikator bieten. Für den günstigsten Einstieg in die Enthusiasten-Welt, bietet Intel den Core i7-3820 Prozessor an, bei dem nur noch vier Kerne mit acht Threads aktiv sind, die aber mit 3,6 GHz takten. Taktet die CPU sich im Turbo-Modus hoch, erhöht sich dieser auf 3,9 GHz. Doch auch beim L3-Cache gibt es Abstriche, denn das kleinste Modell hat „nur" 10 MB L3-Cache, wogegen die 3960X mit satten 15 MB und die 3930K mit 12 MB ausgestattet wird.

Alle drei Modelle sind mit 130 Watt TDP spezifiziert und bieten nun auch die SSE4.1 und SSE4.2 Instructions. Weil es sich hier um einen sogenannten „TOCK" handelt, sind die Sandy Bridge-E Prozessoren weiterhin im 32-nm-Verfahren hergestellt. Beim nächsten bevorstehenden „TICK", wird der Fertigungspress auf 22 nm umgestellt, auf dem dann die Nachfolgerarchitektur Ivy Bridge basieren wird.

Nachfolgend eine Tabelle der Sandy Bridge und Sandy Bridge-E Prozessoren:


Kerne/Threads
Takt/Turbo-Takt Unlocked
L3-Cache Speicher TDP Sockel Preis

Core i7 3960X

6/12 3,3/3,9 GHz Ja 15 MB 4 Channel, DDR3 1600 130 W LGA2011 990 USD

Core i7 3930K

6/12 3,2/2,8 GHz
Ja 12 MB 4 Channel, DDR3 1600 130 W LGA2011 555 USD

Core i7 3820
(ab Q1/2012)

4/8 3,6/3,9 GHz
Nein
10 MB
4 Channel, DDR3 1600 130 W LGA2011 N/A (TBD)

Core i7-2700K

4/8 3,5/3,9 GHz
Ja
8 MB
2 Channel, DDR3 1333
95 W
LGA1155 332 USD

Core i7-2600K

4/8 3,4/3,8 GHz
Ja
8 MB
2 Channel, DDR3 1333
95 W
LGA1155 317 USD

Core i7-2600

4/8 3,4/3,8 GHz
Nein
8 MB
2 Channel, DDR3 1333
95 W
LGA1155 294 USD

Schaut man sich den DIE-Shot mal genauer an, fällt einem auf, dass zwei Flächen frei gehalten werden und nicht mit CPU beschriftet sind. Klar erkennbar ist, dass sich dabei um zwei weitere Kerne handelt, die wohl bisher nicht aktiviert sind und auf einen Unlock warten. Denkbar ist, dass eine 8-Core-Variante nachträglich auf den Markt gebracht wird - womöglich als neues Flaggschiff. Sandy Bridge-E hat aber weiterhin den Memory Controller in der CPU integriert. Der Speicher wird auf den Mainboards auffällig anders angeordnet. Hier hat man jeweils zwei bzw. vier DDR3 RAM-Slots an der einen und zwei bzw. vier weitere auf der anderen Seite des Mainboards angeordnet. Somit liegt der Sockel direkt zwischen den RAM-Slots. Das Ganze erscheint symmetrischer und gibt viel Platz für notwendige Leiterbahnen, die überwiegend zum Sockel LGA2011 führen.

Auch der Chipsatz ist neu und hört auf die Bezeichnung X79. Erste Mainboards konnte man ja bereits auf der diesjährigen Computex in Taipeh begutachten. Die Sandy Bridge-E Plattform basierend auf dem X79-Chipsatz bietet laut Blockdiagramm lediglich PCI-Express 2.0 Schnittstellen. Somit werden die Grafikkarten über insgesamt 40 PCI-Express 2.0 Lanes an den Sockel LGA2011 angebunden. Das von Intel angekündigte Desktop Mainboards DX79SI verfügt jedoch über PCI Express 3.0 Schnittstellen.

Der Chipsatz ist über einen 20 GB/s schnellen DMI an den Sockel angebunden. Zu den grundsätzlichen Funktionen des X79 zählen u.a. 14 USB 2.0 Ports, Dual Gbit LAN, Intel High Definition Audio, sechs SATA- oder eSATA-Ports sowie acht PCI-Express 2.0 Schnittstellen. Dabei handelt es sich wohl um die Minimalanforderungen, da das DX79SI auch vier USB-3.0- und zwei SATA-6Gbit/s-Ports bietet.

In ersten Benchmarks zeigt sich das Bild, das wir auch erwartet haben. In den meisten Spielen liegt die Leistung ungefähr auf dem Level des Core i7-2600K, in den meisten Multicore Anwendungen zieht der Core i7-3960X allerdings problemlos davon.

Dafür hat der neue Sechskerner allerdings ein großes Problem - die Leistungsaufnahme. Gerade unter Volllast schießt sie regelrecht in die Höhe, was dem Turbo Modus zu verdanken ist. Doch selbst wenn man diesen abschaltet liegt der Verbrauch noch deutlich über dem vierkernigen Konkurrenten.


Wer nun Lust auf mehr bekommen hat kann sich dazu unser Review zu den neuen Sandy Bridge-E Prozessoren durchlesen.

Quelle: Intel


Welovetech