ASUS TUF GAMING B850 PLUS WIFI B850 ChipsatzASUS TUF GAMING B850 PLUS WIFI B850 Chipsatz (Bild © PCMasters.de)

Vorbereitung: Strom weg, Last weg, Multimeter

Trennen Sie den Rechner vom Netz und drücken Sie einmal den Power-Taster, damit sich die Restladung abbaut. Entfernen Sie dann alles, was fürs Messen nicht gebraucht wird: Grafikkarte, Arbeitsspeicher, Laufwerke, USB-Geräte, Zusatzkarten. Auch die CMOS-Batterie darf raus. Ein Kurzschluss, der scheinbar vom Board kommt, steckt erstaunlich oft in einer Erweiterungskarte oder in einem beschädigten Frontpanel-Kabel. Liegt das Board nackt auf einer antistatischen Unterlage, sind diese Fehlerquellen sofort ausgeschlossen.

Legen Sie sich jetzt das Werkzeug bereit. Ein Multimeter mit Widerstands- und Durchgangsfunktion genügt, die Prüfspitzen sollten dünn genug für die Kontakte am ATX-Stecker sein. Werfen Sie außerdem einen Blick auf den CPU-Sockel. Verbogene Pins bei LGA-Sockeln verursachen Kurzschlüsse, die aussehen wie ein Boardschaden. Eine Taschenlampe im flachen Winkel zeigt sie meist.

Widerstand gegen Masse messen

Das Board bleibt bei der Messung stromlos. Die schwarze Spitze legen Sie an Masse, etwa an eine Schraubenbohrung oder das Metallgehäuse eines USB-Ports. Mit der roten tasten Sie die Hauptschienen am 24-Pin-ATX-Anschluss ab: 3,3 V (orange), 5 V (rot), 12 V (gelb) und die Standby-Leitung (lila). Gesunde Schienen zeigen meist einige hundert Ohm bis in den Kiloohm-Bereich. Die genauen Werte schwanken von Board zu Board, deshalb hilft ein funktionierendes Referenzmodell. Piept das Gerät im Durchgangsmodus oder steht die Anzeige bei null, liegt ein harter Kurzschluss vor. Achten Sie auch auf die Tendenz: Steigt der Wert in den ersten Sekunden langsam an, laden sich Kondensatoren auf, das ist normal. Bleibt er dauerhaft niedrig, ist der Fehler echt.

Den Kurzschluss lokalisieren

Hat eine Schiene auffällige Werte, folgen Sie ihr über das Board. Im Bereich der Spannungswandler sitzen MOSFETs, Spulen und Kondensatoren. Messen Sie die Kondensatoren dieser Schiene einzeln gegen Masse. Ein kleiner Keramikkondensator mit Schluss ist ein häufiger Verursacher, er sieht unscheinbar aus und fällt nur durch die Messung auf. Brandspuren, abgeplatzte Ecken und aufgequollene Elkos erkennen Sie dagegen mit bloßem Auge. Die Kernspannung der CPU ist ein Sonderfall. Dort sind Werte von wenigen Ohm normal. Bewerten Sie solche Schienen deshalb nur im Vergleich mit einem baugleichen Board. Messen Sie an beiden Enden der Schiene: Der niedrigere Wert zeigt in Richtung des Fehlers. Hat sich ein Bauteil als Verdächtiger herausgestellt, genügt oft das Auslöten des Kondensators. Messen Sie die Schiene danach erneut. Ist der Schluss weg, haben Sie die Ursache gefunden.

Wann die Reparatur endet

Ohne Schaltplan und Heißluftstation stoßen Sie schnell an Grenzen. Auf mehrlagigen Platinen verlaufen Leiterbahnen unter Bauteilen, und ein Kurzschluss im Chipsatz oder unter einem BGA-Gehäuse lässt sich in der Werkstatt nicht beheben. Rechnen Sie nüchtern: Ein Kondensatortausch dauert eine halbe Stunde, ein neues Consumer-Board kostet oft weniger als die Arbeitszeit. Bei Workstation- oder Serverboards, die schwer zu beschaffen sind, lohnt sich der Aufwand eher.

Notieren Sie die gemessenen Werte im Ticket, auch wenn das Board am Ende ausgetauscht wird. Beim nächsten Gerät derselben Serie haben Sie dann Referenzwerte und sparen sich den Vergleichsaufbau.