Grafikkarten

EVGA 7800GS „Superclock“: Das neue AGP-Flagschiff?

Auf der Suche nach der seltenen, fast ausgerotteten Spezies AGP-Grafikkarte muss man so einige Hürden nehmen. AGP ist tot - oder etwa doch nicht? Wir haben ein Exemplar von EVGA genauer unter die Lupe genommen. Was diese Grafikkarte wirklich leistet, erfahrt ihr bei uns.

Einleitung:

Dass AGP kurz davor ist auszusterben, ist gewiss und es ist auch abzusehen, dass die Geforce 7800GS wohl die letzte AGP Karte sein wird. Mit der 7800GS versucht man bei NVIDIA den derzeitig von ATI besetzten Thron im AGP-Sektor zurückzuerobern. Um den aussterbenden AGP Slot das Letzte abzufordern, hat EVGA jetzt die „Superclock“ Version vorgestellt. Bei ihr handelt es sich um die schnellste 7800GS auf dem Markt. Ob sie allerdings ihr Geld auch Wert ist, werden wir hier und heute klären.


Die Karte:

Unter der Haube des Kühlers steckt ein abgespeckter G70 Chip, wie er auch auf der 7800 GT und GTX zu finden ist. Bei den Pixel-Pipelines hat man der GS immerhin 16 überlassen (GT=20 \ GTX=24), um als direkter Konkurrent zur X850 XT PE da zustehen. Da jedoch der G70 ein reiner PCIe Chip ist, kommt der NVIDIA Brückenchip zum Einsatz, damit die Karte auch über AGP ihre Daten erhält und auch etwas mit diesen anfangen kann. Im Vergleich zu „normalen“ 7800GS Karten nimmt man für die „Superclock“ Edition von EVGA speziell selektierte G70 Chips und Speicherchips, welche auch auf rekordverdächtige Werte übertaktet werden. Der G70 Chip wird dabei mit 460Mhz an seine maximale Grenze gebracht, wie wir später beim Overclocking festgestellt haben. Die 1,4ns Chips von Samsung sind jedoch mit 1350Mhz noch lange nicht an ihrer Grenze angelangt.

Das Zubehör, was man der Karte dann aber mit auf den Weg in die heimischen PCs gibt, ist mehr als nur dürftig. Im Vergleich zu anderen Testmustern, z.B. einer X800Pro von Gigabyte, hat man wirklich an allem gespart. Immerhin die Treiber CD, ein DVI/D-Sub Adapter und ein S-Video Kabel hat man dem Karton beigelegt.



Die Kühlung:


Um den Vergleich zur X850 XT PE aufrecht zu erhalten, welche ja wie viele wissen eine regelrechte Turbine als Kühler hat, kann man der „Superclock“ Version zwar nicht das Prädikat „Leisetreter“ geben, aber sie ist noch nicht störend. Im 2D Betreib hört man fast nichts, nur im 3D Betrieb ist ein mehr oder minder lautes Summen zu hören, welches aber noch lange nicht störend erscheint. Von Größe und Form erinnert der Kühler ein wenig an den der 7800GT.
Die Temperaturen halten sich bei der Karte in Grenzen, denn die gemessenen 40° IDLE und die knapp 60° unter Last sind im akzeptablen Bereich.
Auch an die Kühlung des Speichers wurde gedacht und so werden die oberen Speicherchips vom Kühlkörper mitgekühlt. Dazu befindet sich auf der Rückseite der Karte eine große Aluplatte, welche die Wärme der hinteren Chips aufnimmt.



Die Performance:

Nun aber zu dem, was wohl am meisten interessiert. Wie schlägt sich dieser AGP Sprössling in den Benchmarks dieser Welt und wie glänzt er in aktuellen Games wie Quake 4?
Für die Overclocking Tests kommt der Standardkühler zum Einsatz, da zum Testzeitpunkt kein passender Wasserkühler aufzutreiben war.


Testsystem:

Prozessor AMD Opteron 144 @2,8GHz
Mainboard DFI Lanparty UT nF3
RAM 2x512 MB OCZ EB Plat. 2,5-3-2-8
Betriebssystem Windows XP SP2
Treiber ATI Catalyst 6.3
Treiber NVIDIA

Forceware 81.98

Standard Tackt
 GPU 460 / Ram 1350
OC'ed Takt
  GPU 488 / Ram 1470


Wie man sieht, profitiert FEAR nicht sonderlich von dem Zuwachs der Speicherbandbreite.
Sicher wäre ein höherer GPU-Takt hier sinnvoller. Doch sollte man von hohen Qualitätseinstellungen abstand halten, da so die Framerate auch ganz schnell einmal unter 20fps fällt.
 


Bei Quake 4 haben wir nun ein anderes Bild. Scheinbar kann die Engine besser von der erhöhten Bandbreite profitieren, denn die Zuwächse sind etwas höher als bei FEAR.
Auch mit Qualitätseinstellungen muss man sich noch keine Gedanken über die Performance machen, nur in Außenarealen geht die Framerate noch etwas runter.


Fazit:

Man kann die EVGA 7800GS wohl als würdigen Abschluss des guten alten AGP Slots nennen.
NVIDIA stellt hier ein starkes PCB gegen den Platzhirsch ATI X850 XT PE. Ob sich das Aufrüsten lohnt, bleibt die Frage Nummer 1. Wer jetzt schon eine Karte der 6800er oder X800 Serie sein Eigen nennt, sollte lieber gleich über PCIe nachdenken. Wer allerdings noch eine ältere Generation hat und sich nicht gleich ein neues System kaufen kann, wird mit der Geforce 7800GS einen guten Freund und Helfer finden.  

Positiv: Negativ:
- Sehr gute AGP Performance - Länge der Karte
- Zukunftssichere Technik (SM 3.0)

- Preis (ab 300€)                                           

- Leiser 2D\3D Betrieb (im Vergleich zu ATI X850 Serie)  
- Einslot Kühlung  

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