Entwickler auf der gamescom 2026 bestohlen

Ein auf X (ehemals Twitter) von Ryan Laley (Studio-Gründer aus Großbritannien) veröffentlichtes Video bildet den Auftakt zu dieser - zum Glück - ungewöhnlichen Story. Laley beschreibt, dass seine gamescom früher als geplant beendet ist, bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden ihm und seinem Team alle ihre Laptops gestohlen. Laley gibt an, Kontakt mit dem Veranstalter aufgenommen und die Formalitäten mit der Polizei eingeleitet zu haben. Laley ist allerdings nicht der einzige betroffene: iam8bit, ein Publisher aus den USA, berichtet ebenfalls, dass die mitgebrachten Laptops über Nacht gestohlen wurden.

Brisanter Tatort

Besonders brisant an diesen beiden Diebstählen ist, dass Laley und iam8bit ihre Messeaktivitäten am gleichen Gemeinschaftsstand in Halle 4.1 durchgeführt haben. Halle 4.1 gehört zur sogenannten Business Area, der Zugang zu diesem Bereich ist auf Aussteller, Fachbesucher und akkreditierte Journalisten beschränkt. Dass ein normaler Messebesucher beim Anblick des teuren Equipments zugegriffen hat, erscheint unmöglich.

Auch im öffentlichen Bereich der Messe kam es zu einem Diebstahl: Am "Games from Spain"-Gemeinschaftsstand wurde bereits am Mittwoch das Schließfach von Tessera Studios ("The Zibbo Show") aufgebrochen, hier sind zwei Laptops und ein Steam Deck verschwunden. Auch hier wurde ein Video auf X veröffentlicht.

So reagieren gamescom und Koelnmesse

Die Veranstalter teilen ebenfalls auf X mit, dass ihnen die Vorfälle bekannt sind. Man schreibt, man nehme die Situation ernst und habe Verständnis für die Frustration bei den betroffenen Ausstellern. Danach folgt ein Verweis auf die allgemeinen Sicherheitsregeln der Veranstaltung, es gäbe uniformiertes Personal des Sicherheitsdienstes und Aussteller könnten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen hinzubuchen. Ausstellern werde nahegelegt Versicherungen gegen Diebstahl abzuschließen und all dies wäre in den Terms and Conditions so festgelegt.

Die Branche reagiert mit Unterstützung

Unter dem Video von Ryan Laley finden sich zahlreiche Kommentare anderer Entwickler und Publisher. Über das X-Profil von Cyberpunk 2077 schaltet sich CD Projekt Red ein, man wolle das Hardware-Archiv checken und prüfen, ob man Laley Geräte zuschicken könnte. Auch Alienware, der Hersteller einiger der gestohlenen Geräte, klinkt sich in den Thread ein und bietet Laley Unterstützung an. Zusätzlich zu den in Aussicht gestellten Hilfen mit möglicherweise neuer Hardware bringen Personen aus der Branche auch ihre moralische Unterstützung zum Ausdruck.

Schadenshöhe unbekannt

Die genaue Höhe des Sachschadens scheint aktuell noch unbekannt zu sein. Insgesamt sind mehrere leistungsstarke Geräte gestohlen worden. Angesichts der aktuellen Hardwarepreise muss man vermutlich von einer Schadenshöhe jenseits der 10.000€ allein für die Hardware ausgehen. Darüber hinaus sind mit den Laptops natürlich auch die darauf befindlichen Daten, inklusive der Messe-Demos der von den Geschädigten gezeigten Spiele verschwunden.