EU Einfuhrsteuer (Bild © Zoll)
Strategischer Übergang hin zu einer vollständigen Zollintegration
Diese neue Abgabe, auf die sich die Mitgliedstaaten im Dezember 2025 geeinigt haben, dient als Brücke zu einer umfassenderen Handelspolitik. Die EU beabsichtigt, die zollfreie Grenze von 150 EUR bis 2028 vollständig abzuschaffen. Das Hauptziel besteht darin, sicherzustellen, dass internationale E-Commerce-Plattformen und lokale Einzelhändler unter identischen steuerlichen Bedingungen agieren, unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat.
Das Ausmaß des Problems wird durch Schätzungen der EU-Kommission aus dem Jahr 2025 verdeutlicht, wonach 5,9 Milliarden Pakete mit geringem Warenwert in die Region gelangten. Etwa 90 Prozent dieser Importe ließen sich auf China zurückführen, was das hohe Handelsvolumen mit dieser Region unterstreicht.
Verstöße gegen Vorschriften und Umweltbedenken
Über das steuerliche Ungleichgewicht hinaus hat die EU systemische Probleme hinsichtlich Zollanmeldungen und Sicherheit festgestellt. Bei rund 65 Prozent der Sendungen mit geringem Wert besteht der Verdacht, dass die Werte absichtlich zu niedrig angegeben wurden, um Steuern zu umgehen. Zudem entspricht eine beträchtliche Anzahl dieser Importe nicht den verbindlichen EU-Sicherheits- und Qualitätsstandards.
Ökologische Nachhaltigkeit ist ein weiterer Treiber für den politischen Wandel. Der derzeitige zollfreie Schwellenwert bietet Verkäufern einen Anreiz, eine einzelne Bestellung in mehrere kleine Pakete aufzuteilen, um unter dem Grenzwert zu bleiben, was zu einem erheblichen Anstieg unnötigen Verpackungsmülls geführt hat.
Wirtschaftliche Auswirkungen auf den europäischen Einzelhandel
Der Aufstieg extrem kostengünstiger Online-Händler hat messbare Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft gehabt, insbesondere in Deutschland. Deutsche Einzelhandelsunternehmen verzeichneten jährliche Umsatzrückgänge in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Berücksichtigt man weitere wirtschaftliche Faktoren – wie Gewerbemieten, Energiekosten, Löhne und Logistik –, wird der gesamte wirtschaftliche Verlust auf das Doppelte des direkten Umsatzverlusts im Einzelhandel geschätzt.
Regulatorische Maßnahmen gegen globale Plattformen
Parallel zur neuen Abgabe erhöht die EU den rechtlichen Druck auf große chinesische E-Commerce-Unternehmen. Die EU-Kommission hat eine Untersuchung gegen Plattformen eingeleitet, die angeblich den Verkauf illegaler Produkte nicht verhindert haben. In einem noch aggressiveren Schritt hat Frankreich ein Sperrverfahren eingeleitet, um den Betrieb bestimmter Händler einzuschränken, die sich nicht an regionale Vorschriften gehalten haben.
