Apple zeigt überarbeitete Siri (Bild © Apple)
Erweiterte Kontextwahrnehmung und App-Steuerung
Das aktualisierte Siri wird über einfache Befehle hinausgehen und den persönlichen Kontext nutzen. Durch den Zugriff auf E-Mails, Nachrichten und Dateien des Nutzers kann der Assistent bestimmte Informationen verfolgen und Daten auf Anfrage abrufen. Dies erstreckt sich auch auf die Bildschirmwahrnehmung, wobei Siri Inhalte identifizieren kann, die gerade auf dem Bildschirm angezeigt werden, und auf Basis dieser Informationen Aktionen ausführen kann, wie zum Beispiel das Übertragen eines Fotos oder das Aktualisieren eines Kontakts.
Darüber hinaus wird Siri eine erweiterte App-Integration erhalten. Dies ermöglicht es dem Assistenten, komplexe Arbeitsabläufe über verschiedene Anwendungen hinweg auszuführen, wie zum Beispiel ein Foto zu bearbeiten und anschließend zu teilen oder eine Reisezeit zu berechnen und die voraussichtliche Ankunftszeit über eine Messaging-App zu senden. Diese Funktionalität wird sowohl für native Apple-Apps als auch für Software von Drittanbietern verfügbar sein.
Systemschnittstelle und Interaktionsmodell
Die Benutzeroberfläche durchläuft derzeit einen Wandel, bei dem die Dynamic Island im Mittelpunkt steht. Eine neue Such- oder Fragefunktion wird durch Wischen von der Mitte des Displays nach unten ausgelöst und ersetzt die bisherigen Siri-Vorschläge. Wenn sie aktiv ist, zeigt die Dynamic Island eine leuchtende Animation an und erweitert sich zu einer transparenten Ergebniskarte mit Web-Infos, Bildern oder Notizen.
Um dieser neuen Geste Rechnung zu tragen, passt Apple die Navigation auf dem Startbildschirm an. Um das Benachrichtigungscenter aufzurufen, musst du nun von der linken Seite des Bildschirms nach unten wischen, während das Kontrollcenter weiterhin über die rechte Seite zugänglich bleibt. Zusätzlich wird eine eigene Siri-App für längere, hin- und hergehende Unterhaltungen eingeführt.
Technische Infrastruktur und Datenschutz
Um diese Fortschritte voranzutreiben, hat Apple eine mehrjährige Vereinbarung mit Google geschlossen, um Gemini-KI-Modelle als Grundlage für seine Basis-Modelle zu nutzen. Diese Partnerschaft liefert die zugrunde liegende Technologie, die für die personalisiertere Version des Assistenten benötigt wird.
Was den Datenschutz angeht, ist das System so konzipiert, dass die Verarbeitung auf dem Gerät selbst im Vordergrund steht, um die Datenübertragung zu minimieren. Für Aufgaben, die die Cloud erfordern, wird Apple Private Cloud Compute nutzen. Nutzer haben detaillierte Kontrolle über ihre Daten, einschließlich der Möglichkeit, Timer für die automatische Löschung des Chat-Verlaufs einzustellen oder die KI-Funktionen komplett zu deaktivieren.
Kompatibilität und Veröffentlichungsplan
Die erweiterten KI-Funktionen werden voraussichtlich die Hardware-Leistung des iPhone 15 Pro oder neuerer Modelle erfordern. Der Zeitplan für die Einführung beginnt mit einer Vorschau bei der WWDC 2026-Keynote am 8. Juni. Entwickler-Betas für iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 sind für denselben Tag geplant, öffentliche Betas folgen im Juli. Die endgültige Softwareversion soll im September auf den Markt kommen.
