Ubuntu 26 04 LTS Resolute Raccoon (Bild © PCMasters.de)
Modernisierung des Desktops und Umstellung auf Wayland
Im Mittelpunkt der Desktop-Erfahrung steht GNOME 50, das eine verfeinerte fraktionierte Skalierung zur Reduzierung von Unschärfe und eine optimierte Benutzeroberfläche einführt. Eine bemerkenswerte Änderung ist die vollständige Umstellung auf das Wayland-Backend für die Ubuntu-Desktop-Sitzung, da GNOME Shell X.org nicht mehr unterstützt. Während XWayland für die Kompatibilität mit älteren Anwendungen weiterhin verfügbar bleibt, ist das System nun für moderne Display-Protokolle optimiert. Die Anwendungssuite wurde grundlegend überarbeitet, wobei mehrere Kernprogramme zur Verbesserung von Leistung und Sicherheit in Rust neu geschrieben wurden. Dazu gehören der neue PDF-Viewer „Papers“, der Bildbetrachter „Loupe“ und der Terminalemulator „Ptyxis“. Außerdem wurde der Standard-Videoplayer durch „Showtime“ ersetzt, und die Erstellung von Miniaturansichten wird nun vom gst-thumbnailers-Projekt übernommen.
Server-Infrastruktur und Datenbankleistung
Bei Server-Bereitstellungen legt Ubuntu 26.04 LTS den Schwerpunkt auf Stabilität und Datenverarbeitung mit hohem Durchsatz. PostgreSQL 18 ist ein wichtiges Highlight und führt ein neues I/O-Subsystem ein, das die Leseleistung des Speichers um bis zu das Dreifache steigern kann. MySQL wurde auf die Version 8.4 LTS aktualisiert, und Valkey 9.0 wurde integriert. Netzwerk- und Systemdienste haben wichtige Updates erhalten. Chrony ist nun der Standard-Zeitdaemon und ersetzt systemd-timesyncd. OpenSSH 1:10.2p1 wurde implementiert, wodurch die Unterstützung für den schwachen DSA-Signaturalgorithmus entfernt und ein hybrider postquanten-Schlüsselaustausch eingeführt wurde. Außerdem wurde der SSSD-Dienst so umgestellt, dass er unter einem Nicht-Root-Benutzer läuft, um die Sicherheit der Systemauthentifizierung zu verbessern.
Entwicklungs-Toolchain und Sprachunterstützung
Die Entwicklungsumgebung wurde auf die neuesten stabilen Versionen der branchenüblichen Tools aktualisiert. Dazu gehören GCC 15.2, Python 3.13.9 und Rust 1.93. Die Aufnahme von Zig 0.14.1 und das Update auf .NET 10 – das nun auch die IBM Power-Plattform abdeckt – erweitern die nativ verfügbare Sprachunterstützung.
Java-Entwickler profitieren von OpenJDK 25, das mit TCK-Zertifizierung für die Architekturen AMD64, ARM64, S390X und PPC64EL ausgeliefert wird und die strikte Einhaltung der Java SE-Spezifikationen gewährleistet.
Systemkern und Hardware-Unterstützung
Auf Kernel-Ebene setzt Ubuntu 26.04 LTS auf den Linux-Kernel 7.0. Diese Version führt sched_extein, wodurch Entwickler Scheduling-Richtlinien über eBPF-Programme im Userspace implementieren können. Das System ersetzt außerdem das traditionelle sudodurch sudo-rsund nutzt rust-coreutils, um die Leistung und Sicherheit grundlegender Systembefehle zu verbessern. Die Hardware-Unterstützung wurde um die neuesten GPU-Architekturen erweitert. Intel Core Ultra Xe2- und Arc Battlemage-GPUs werden nun vollständig unterstützt und bieten hardwarebeschleunigte Videokodierung für AV1 und HEVC. NVIDIA-Nutzer erhalten auf unterstützten Laptops standardmäßig Dynamic Boost, das die Leistungsverteilung zwischen CPU und GPU bei hoher Auslastung optimiert.
Für ARM und spezielle Hardware nutzt das Raspberry-Pi-Image nun einen desktop-minimal-Seed, um den Speicherbedarf auf der Festplatte zu reduzieren, und verfügt über ein neues Layout der Boot-Partition, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen. Die RISC-V-Unterstützung wurde aktualisiert und erfordert nun das RVA23S64-ISA-Profil.
Sicherheitsverbesserungen
Die Sicherheit wird durch die Einführung einer TPM-gestützten Vollverschlüsselung für Desktop-Nutzer und die Implementierung von Post-Quantum-Kryptografiealgorithmen in der OpenSSL-Bibliothek verstärkt. Um die Auswirkungen potenzieller Exploits zu mindern, enthält das AppArmor-Paket nun einen erweiterten Satz an Sandboxing-Profilen für eine breitere Palette von Anwendungen. Darüber hinaus ermöglicht die Einführung von cargo-auditable für Rust-Pakete Administratoren, CVEs innerhalb von Binär-Abhängigkeiten effizienter zu verfolgen und zu identifizieren.
Ubuntu 26.04 LTS gibt es als Daily Builds und Beta bis 26. April und danach ab sofort bei Canonical offiziell zum Download verfügbar.
- Release: April 23, 2026
- Beta Release: March 26, 2026
- Final Freeze: April 16, 2026
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First Point Release (26.04.1): Ab 6. August, 2026
