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Klipsch Image X10i: InEars im Test

Es ist eine Geschichte, die man über so viele Audio-Hersteller erzählen kann. Neben den großen Massenproduzenten wie Sony, Philips, Logitech oder Creative gibt es, gerade wenn es um den gehobenen HiFi-Bereich geht, eine große Anzahl kleiner Edelmanufakturen, die sich darauf spezialisiert haben, Wünsche professioneller Audioanwender oder audiophiler Privatleute mit entsprechend dicker Börse zu erfüllen. Im Audio-Fachgeschäft sieht man sie aufgebaut, die Standlautsprecher in noblem Holz-Finish, gekennzeichnet durch die Aufschrift eines Familiennamens, der für Tradition steht. Und doch wagen es immer wieder einige dieser Hersteller zu expandieren und sich nach und nach in den breiten Markt hinabzubegeben. Freilich bleibt der klangvolle Name und auch das entsprechende Premium-Image geht nicht verloren. Beispielhaft für dieses Phänomen kann man den britischen Hersteller Bowers & Wilkins anführen, aus dessen Portfolio wir kürzlich zwei konsumentenfreundlichere Produkte getestet haben.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Klipsch. 1964 begann die Geschichte der U.S.-amerikanischen Firma als solche, benannt nach ihrem Gründer, dem Audio-Ingenieur Paul W. Klipsch. Der hatte sich bereits 1945 das sogenannte “Klipschhorn” patentieren lassen – eine visionäre Weiterentwicklung der damals vorherrschenden Horn-Bauweise. Der so entstandene Lautsprecher sollte für die nächsten 60 Jahre in Produktion bleiben, als Rückgrat einer Modellpalette von Lautsprechern, die größtenteils auf ähnlicher Technik basierten. Zum 60. Geburtstag wurde der Urvater Klipschhorn gar in polierter Form neu aufgelegt.

Selbstverständlich entwickelte sich das Unternehmen ständig weiter – auch nach dem Tod des Gründers, der 2002 im Alter von 98 Jahren starb. Bis zu seinem 96. Lebensjahr war er aktiv an der Führung seiner Firma beteiligt. Nachdem er bereits 1984 in die Audio Hall of Fame aufgenommen wurde, nahm man Paul W. Klipsch 2004 postum auch in die Consumer Electronics Hall of Fame auf.

Soviel zur Tradition des Herstellers, der heute seine Zentrale in Indianapolis, Indiana hat und 2011 von der im NASDAQ notierten Audiovox Corporation übernommen wurde. Die Produktpalette umfasst den gesamten Audiobereich und reicht von riesigen Kino-Anlagen über Standlautsprecher, Heimkinosysteme, PC-Boxen und iPod-Docks bis hin zu Kopfhörern – und eben auch InEars, die für den mobilen Musikgenuss zweifellos die beste Alternative sind.

Damit sind wir beim Grund angelangt, warum wir uns überhaupt so eingehend mit Klipsch beschäftigen. Mittlerweile hat man im Wesentlichen vier verschiedene InEar-Modelle im Angebot, die auf die Namen S3, S4, S5 und X10i hören. Wie bereits am Namen abzulesen ist kommt den X10i eine Sonderstellung zu: Sie sind das Flaggschiff, das Top-Modell im InEar-Bereich. 2010 wurde mit der Produktion begonnen, nun wollen wir einen genauen Blick auf das Produkt werfen.

Im Ganzen heißen die im Folgenden besprochenen Hörer “Klipsch Image X10i” (Das “i” steht in diesem Fall dafür, dass die Hörer für Apple-Geräte konzipiert sind. Eine Version X10a für Android Smartphones ist ebenfalls angedacht). Der Hersteller bewirbt es vor allem als Premium-Lösung für Nutzer von Apples iPod (Touch) sowie iPhone.

Vorweg wollen wir uns ganz herzlich bei Klipsch bedanken, die uns das Testexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.

Lieferumfang

Die Klipsch Image X10i werden in einer kleinen Schachtel angeliefert, die die Gestaltung der Kopfhörer in Schwarz/Kupfer-Tönen bereits vorwegnimmt. Öffnet man diese, findet man neben einer quaderförmigen, schwarzen Schachtel mit aufklappbarem Deckel, die die Hörer enthält, noch ein dickes, viele Sprachen enthaltendes Anleitungsbüchlein. Der Lieferumfang gestaltet sich insgesamt folgendermaßen:
  • Klipsch Image X10i Kopfhörer
  • Anleitung
  • Ledertasche
  • Kabel-Clip
  • 5 Paar Aufsätze
  • Reinigungswerkzeug
  • Flugzeugadapter
  • Adapter 3,5 mm → 6,5 mm Klinke

Das mitgelieferte Zubehör ist in seinem Umfang dem Segment der X10i angemessen. Schmerzlich (!) vermisst wird allerdings ein Adapter (wie man ihn bei den Bowers & Wilkins C5 findet), der die Hörer kompatibel zu all jenen Quellen machen würde, die keine Klinke-Kabel mit drei Kontakten unterstützen. Das gilt nämlich für fast alle MP3-Player und Notebooks, abgesehen von MacBooks, iPods, iPhones und einiger anderer Smartphones (etwa mit Android), aber selbst ältere Apple-Produkte wie ein iPod Shuffle erster Generation können mit den X10i nicht benutzt werden. Die drei Kontakte am Stecker der Hörer werden benötigt, um die Kabelfernbedienung sowie das darin integrierte Mikrofon für die Headset-Funktionalität anzusteuern. Das Fehlen eines Adapters ist ein großer Minuspunkt, da so die Zahl der benutzbaren Geräte stark reduziert wird.

Ungeachtet dessen ist die Auswahl der mitgelieferten Kunststoff-Stöpsel ordentlich: Der Lieferumfang enthält drei Paar gewöhnliche, annähernd zylindrische Aufsätze unterschiedlicher Größe sowie zwei Paar Double-Flange-Stöpsel, die besonders guten Halt versprechen. Vorbildlich ist die Beilage eines praktischen Reinigungswerkzeugs, bestehend aus einem kleinen Kunststoff-Stab mit Metall-Schlaufe am Ende, mit dem man die X10i und ihre Aufsätze reinigen kann, was bei InEar-Hörern häufig fällig wird. Die kleine Stofftasche indes ist zwar aus Leder, macht einen exzellenten Qualitätseindruck und schließt dank eines Magneten sehr gut, doch ist ihr Format trotz kleiner Ausmaße recht unhandlich. Hinzu kommt, dass der Innenraum nicht unterteilt und noch dazu recht schmal ist; die Hörer müssen geradezu hineingestopft werden, und eine Unterteilung für Aufsätze oder das Zubehör fehlt. Technische Daten
Eigenschaft Klipsch Image X10i – Herstellerangaben
Frequenzgang 5 Hz – 19 kHz
Impedanz 50 Ohm
Empfindlichkeit 110 dB
Geräuschabschirmung 26 dB
Treiber Full Range KG 926
Eingang 3,5 mm (3 Kontakte), vergoldet
Kabellänge 127 cm
Garantie 2 Jahre
Extras Mikrofon, Kabelfernbedienung (Lautstärke; Play/Pause)
Chassis Aluminium / anodisiertes Kupfer
Gewicht 10 g
Detailbetrachtung Auf den ersten Blick muten die Klipsch X10i durchaus unorthodox an, und tatsächlich sind sie es, wenn man die Hörer mit anderen InEars vergleicht. Der Korpus der Hörer ist nicht kurz und dick oder ausladend wie bei anderen Modellen, sondern länglich und schmal, beinahe nahtlos in das Kabel übergehend. Wenn man einen der Double-Flange-Stöpsel darauf setzt, erinnert das Ganze entfernt an einen Axolotl. Qualitativ ist nichts negativ anzumerken, was angesichts der Größe von InEar-Hörern nicht weiter verwundert. Die Technik ist derart komprimiert, dass sich alles innen abspielt – von außen gibt es nur wenig zu sehen.

Nimmt man einen der Hörer in die Hand wird einem bewusst, welchen Effekt diese ungewöhnliche Gestaltung hat: Die X10i sind, verglichen mit anderen InEars, federleicht, was ein Blick ins Datenblatt bestätigt: gerade einmal 10 g bringen die Leichtgewichte auf die Waage. Ob das, zusammen mit der recht gestreckten Form, dem Tragekomfort zugute kommt, wird noch zu klären sein. Fest steht aber, dass Klipsch damit den Mut beweist, etwas neues zu wagen. Auch farblich setzt man sich vom Establishment ab: Statt Standard-Schwarz ist das Endstück der Hörer kupferfarben gehalten, was optisch durchaus etwas hermacht. Weniger anheimelnd sind dagegen die eingravierten Schriftzüge, die neben dem Herstellernamen und -Logo auch durch ein "L" bzw. "R" die richtige Seite zum Einsetzen verraten. Entfernt man die milchig-weißen Ohrstöpsel sollte man meinen, zumindest den Blick auf ein feines Metallgitter freizulegen – weit gefehlt. Die X10i sind so verkapselt und aufgrund ihres kleinen Durchmessers so in die Länge gezogen, dass man auch durch das Entfernen des Aufsatzes nicht mehr Einblick erhält. Vergleicht man die InEars mit den kürzlich getesteten Bowers & Wilkins C5, mutet die Öffnung, durch die der Schall ans Ohr dringen soll, geradezu winzig an.

Wenig Auffälliges zu bemerken gibt es am ab der Fernbedienung symmetrisch geteilten und durch einen Schieber fixierbaren Kabel, das außerdem eine für Ohrhörer normale Länge von 50 Zoll oder 127 cm besitzt. Es wird wie bei so vielen Modellen von schwarzem Kunststoff isoliert. Maßnahmen zur Verhinderung von Knoten und Verhedderung hat Klipsch nicht ergriffen. Bemerkenswert ist letztlich nur noch die bereits angesprochene Kabelfernbedienung: Ein recht langer, schmaler Steg, der drei Knöpfe zur Bedienung des MP3-Players oder (wie in unserem Fall) Smartphones bereithält. Dank Mehrfachbelegung kann man damit nicht nur die Lautstärke verändern sowie Play/Pause auslösen, sondern auch vor- und zurückspulen, sowie über das Headset abgewickelte Gespräche annehmen oder auflegen. Auf der Rückseite befindet sich die Öffnung für das dafür benötigte Mikrofon. Klangbeurteilung Wie bereits beim Punkt Lieferumfang angesprochen kann man als Klangquelle für die X10i ohne selbstständig besorgten Adapter nur Geräte mit 3-Kontakt-Unterstützung benutzen. Wir entschieden uns dementsprechend, mangels Alternativen, ausschließlich für ein Apple iPhone 3GS, für das die X10i auch offiziell zertifiziert sind (wenngleich dies wenig Bewandnis hat). Dadurch hatten wir weder erweiterte Equalizer-Funktionen noch Klangmaterial in verlustfreien Formaten wie FLAC zur Verfügung. Doch ist die Verwendung mit einem Smartphone auch die realistischste Situation für den Einsatz der X10i. MP3-Dateien mit variabler Bitrate und durchschnittlich 256 kbps sind dabei durchaus auch dafür geeignet, sich ein differenziertes Klangbild eines InEar-Hörers zu machen. Wäre der Klang nicht ohnehin das wichtigste Qualitätsmerkmal für einen Ohrhörer, hätte er uns bei den Klipsch Image X10i aufgrund ihrer besonders kompakten Bauweise doch sehr interessiert.

Die Klangcharakteristik der X10i lässt sich bereits nach wenigen Minuten genau ausmachen. Es ist sehr auffällig, wie entspannt die Klipsch klingen. Völlig unaufgeregt, ohne Überspitzungen oder ausfallende Elemente geben die Hörer die Musik wieder, mit der man sie füttert. Dies ist auf die Transparenz zurückzuführen, die die X10i definiert. Ein sehr klares Klangbild sorgt dafür, dass auch langes Musikhören vollständig unaufgeregt vonstatten geht, ohne dass man eine Pause braucht. Der Klang lässt sich also durchweg als angenehm bezeichnen, was sich vor allem auf die ausgeglichene Mittendarstellung zurückführen lässt. Stimmen sind plastisch und haben Volumen, während die Klangfarben verschiedener Instrumente sehr gut zur Geltung kommen. Die Detailauflösung ist indes hervorragend. Von jeher eine Stärke von InEar-Hörern, gehört die Manier, mit der die X10i selbst kleine Nuancen hervorzaubern, zum besten, was wir von InEars je gehört haben. Dazu gesellt sich ein ebenso exzellenter Raumeindruck, der von den Klipsch vermittelt wird und genau ermitteln lässt, welche Töne wo erzeugt wurden. Lässt das bisher formulierte doch auf eine sehr ausgeglichene Abstimmung schließen, trifft dies nur bedingt zu. Deutlich zu hören ist die Höhenlastigkeit der X10i, die im Hochtonbereich, bei den höheren Mitten beginnend, deutlich angehoben sind. Das kommt den Hörern bei entsprechender Musik sehr zu gute, sodass klassische Musik sehr gut zur Geltung kommt. Die X10i verschlucken nahezu keine Höhen, wie es viele andere, basslastigere Hörer tun. Die Klipsch sind dagegen so höhenbetont, dass es bei Passagen mit höherer Lautstärke teilweise etwas übersteuern kann – leichte Verzerrungen bzw. Klirren sind die Folgen, besonders bei Snares oder Zischlauten. Insofern sind die Höhen etwas überspitzt, was aber nur am Rande und bei entsprechender Musikauswahl wirklich auffällt. Im Prinzip kann man hier per Equalizer nachhelfen; beim iPhone ist die Option "weniger Höhen" hier am wirkungsvollsten. Sie eliminiert die angesprochene Überbrillanz, nimmt dem Klang aber gleichzeitig seine Differenzierung und macht ihn ein wenig dumpf, sodass fast mehr verloren wird als gewonnen. Hier fällt das Fehlen eines echten, manuellen Mehrband-Equalizers beim iPhone negativ auf.


Man könnte meinen, der Bass halte sich, der Höhenanhebung entsprechend, stärker zurück. Das stimmt zwar in gewisser Weise, doch so ausgeprägt, wie Klipsch ihn bewirbt, ist der Tiefton der X10i nicht. Er ist nicht dominant, hat aber trotzdem hohe Qualität. Die zeichnet sich unter anderem durch die Präzision und Feinheit aus, mit der die X10i tiefe Tonlagen wiedergeben. Dabei ist der Basstiefgang als sehr gut zu bezeichnen, wie man ihn unter anderem bei Beethovens 5. Symphonie wahrnimmt, die in einigen Passagen doch recht tief hinabreicht. Auch ist der Tiefton sehr luftig und trägt so zum bereits beschriebenen, angenehmen Klang bei. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bass sehr trocken daherkommt und somit bei basslastiger Musik wie beispielsweise Techno nicht begeistern kann. Als Fundament in Rockstücken oder anderen Genres ist die Basswiedergabe der X10i aufgrund ihrer Präzision und Knackigkeit aller Ehren wert, ist aber bewusst nicht betont. Insgesamt sind die Klipsch Image X10i klanglich als ausgereift, wenn auch nicht exzellent, zu bezeichnen. Der Bass ist zwar sehr präzise und hat großen Tiefgang, ist aber für bassbetonte Musik zu trocken, während die Höhen stark ausgepägt sind, manchmal jedoch bei höheren Lautstärken unschöne Verzerrungen produzieren. Letztlich macht es aufgrund des ausgeglichenen Mittenbereichs und des angenehmen Klangbildes auch auf lange Sicht Spaß, mit den X10i Musik zu hören. Sitz & Komfort Beim Tragen der Klipsch Image X10i zeigt sich das, was wir schon bei der Detailbetrachtung vermutet haben: Das geringe Gewicht der Hörer trägt maßgeblich zum Tragekomfort bei. Viele InEars fallen einem nur durch ihr hohes Eigengewicht im Ohr auf und mildern somit das angenehme Gefühl beim Hören. Nicht so bei den X10i, die man, einmal eingesetzt, sehr schnell vergisst. Das liegt nicht nur an ihrer denkbar kleinen Masse, sondern auch am ebenso kleinen Volumen. Der Korpus der X10i ist sehr klein und schmal, sodass außer den Stöpseln nichts direkt mit dem Ohr in Berührung kommt. Während bei anderen Hörern das Gehäuse in der Ohrmuschel sitzt, ist die Form der Klipsch so erdacht, dass sie vielmehr aus dem Ohr herausragen. Dabei hat die Länge der Hörer in der Praxis keine Nachteile. Die Bauform beweist somit, wie klug Klipsch die X10i gestaltet hat, gerade wenn man sie mit Brocken wie den Bowers & Wilkins C5 aus der gleichen Preisklasse vergleicht, die schwer und zugleich sehr groß sind. Auch wenn man die X10i länger im Ohr hat, stellt sich kein Druckgefühl ein.

Exzellent präsentieren sich die X10i auch in Sachen Sitz. Dank fünf verschiedenen Paaren von Stöpseln ist für jede Ohrgröße schnell der richtige Aufsatz gefunden. Der Wechsel derer gestaltet sich währenddessen unkompliziert, ohne dass man Angst haben muss die Gummiteile zu zerreißen. Bei uns hat sich das Tragen der Double-Flange Aufsätze bewährt, die aus zwei sich überlagerden Muscheln bestehen, bei denen die vordere etwas kleiner ist als die erste. Dadurch kann sich der Aufsatz im sich verjüngenden Gehörgang besonders gut anpassen, während die Enden vom Prinzip her ähnlich wie ein Widerhaken guten Halt im Ohr finden. Diese Aufsätze werden in zwei verschiedenen Größen mitgeliefert. Wem das Tragen dieser Stöpsel unangenehm ist, der kann auf die gewöhnlichen, einfachen Aufsätze umsteigen, die in drei Größen vorhanden sind. Die halten zwar etwas weniger gut, rutschen aber dennoch auch bei starken Kopfbewegungen nicht aus dem Ohr, wenn man die richtige Größe gewählt hat. Dafür sind sie noch ein wenig komfortabler als die Double-Flanges. Trotzdem muss gesagt werden, dass die X10i unabhängig von der gewählten Art des Aufsatzes einen sehr sicheren Halt mit hervorragendem Komfort vereinen. Man hat schnell vergessen, dass man die Hörer überhaupt im Ohr hat. Dabei ist die passive Geräuschabschirmung InEar-typisch gut (wenn auch nicht übermäßig ausgeprägt wie bei anderen Modellen), sodass man akustisch zwar wenig von der Außenwelt mitbekommt, wenn man die X10i eingesetzt hat, aber dennoch einigermaßen eine Unterhaltung führen kann, wenn gerade keine Musik läuft, was sich (mit leichter Verzögerung) durch einen Druck auf die enstprechende Taste der Kabelfernbedienung beschicken lässt. Klipsch beweist mit seinem Top-Modell, dass guter Sitz und Komfort nicht unbedingt durch ausgeklügelte Techniken erreicht werden müssen. Die Image X10i lassen sich in sekundenschnelle, selbstverständlich ohne Spiegel, intuitiv einsetzen und holen sich Bestnoten beim Tragegefühl und dem Halt ab. Allenfalls die Kabelgeräusche, die bei InEars kaum zu vermeiden sind, können das Gesamtbild ganz leicht trüben. Fazit Die Klipsch Image X10i sind sehr gute InEars, das steht außer Frage. Sie werden dem Anspruch des Herstellers wohl gerecht, und doch muss man sich fragen, inwieweit der recht happige Kaufpreis gerechtfertigt ist.

Wer InEar-Hörer mit hohem Tragekomfort, gutem Halt und einem angenehmen Klang, zum Beispiel zum Sport, sucht, wird mit den X10i zweifelsohne glücklich werden, sofern er denn entweder ein Headset-fähiges Abspielgerät oder einen entsprechenden Adapter sein Eigen nennt oder aufzutreiben bereit ist. Abraten dagegen kann man denjenigen, die mit Vorliebe elektronische Musik hören; diese kommt zwar ordentlich, aber ohne das letzte Quäntchen Nachdruck aus den X10i. Die können hingegen mit allen sich vornehmlich in höheren Klangsphären abspielenden Genres sehr gut umgehen, ohne dabei ein solides Bassfundament vermissen zu lassen, das durchaus knackig daherkommt und sich nicht verstecken muss. Klassikhörern wird der betonte Höhenbereich sehr zugute kommen, auch wenn die X10i bei höheren Lautstärken etwas über ihr Ziel hinausschießen und gelegentlich störende Verzerrungen produzieren – dem kann mit dem entsprechenden Equalizer abgeholfen werden. Die Empfehlungen sind somit sehr davon abhängig, welche Musikrichtungen man bevorzugt, jedoch wird vom Rocker bis zum Liebhaber orchestraler Musik jeder mit den Klipsch X10i fündig, bei dem der Bass nicht der dominante Teil des Klangs sein muss. Den Schlussstrich kann man dadurch wie folgt ziehen: Die Klipsch Image X10i haben einen sehr guten, ausgewogenen, wenn auch nicht perfekten Klang mit Detailschwächen, die allemale durch den hohen Tragekomfort und exzellenten Sitz kompensiert werden. Wem das die knapp 170 Euro (Stand: 04.12.2011) wert ist, dem raten wir, zuzugreifen. Der Preis ist angesichts der Qualität des Produktes durchaus gerechtfertigt. Die ähnlich teuren Bowers & Wilkins C5 können mit den Klipsch X10i nicht im Ansatz mithalten. Bilder: Christopher Marx
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