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KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC im Test

Nachdem die Grafikkartenpreise sich stabilisiert haben, sind auch die GTX 1050 und GTX 1060 in einen ansprechenden Preisbereich gerutscht. Die RTX-Karten der nächsten Generation stehen zwar in den Startlöchern, jedoch wird es nicht so schnell eine Ablöse für das Preissegment unter 200€ geben. Aus dem Anlass schauen wir uns die kompakte GeForce GTX 1050 Ti OC von KFA2 an.

KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC Front

Die KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC wird wohl noch einige Monate auf dem Markt bleiben, bis eine GTX oder RTX 2050 erscheint. Sie basiert auf Nvidias „Pascal“ Architektur und im Falle unserer Testprobanden auf dem GP107-400-A1 Chip. Dieser bietet 768 Shader-Einheiten, 38 Texture Mapping Units und 32 Render Output Units. In dem Preissegment unter 200€ tummeln sich gleich mehrere Varianten der GTX 1050. Das macht die Auswahl und Suche etwas komplizierter. Auf den Namen allein zu schauen reicht nicht aus, denn der verbaute Grafikspeicher ist nicht immer identisch. Zum einen gibt es die GTX 1050 mit 2 GB GDDR5 und 96bit Speicherinterface als auch mit 3 GB GDDR5 und 128bit Speicherinterface. Die GTX 1050 Ti kommt dagegen mit 4 GB GDDR5 Speicher bei 128 bit Speicherbandbreite.

KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC Rückseite

KFA2 GeForce GTX 1050 TI OC PCB

Der Zusatz “OC” im Namen der Karte verrät, dass die Karte nicht mit dem Standardtakt von 1.290 MHz taktet. Die KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC ist mit 1.303 MHz Standardtakt nur 1% schneller. Der Boost ist mit 1.417 MHz entgegen der 1.392 MHz ca. 1,8% höher. Das ist in beiden Fällen keine enorme Steigerung. Über die XTREME Tuner Plus kann man locker 2-5% übertakten, oder manuell auch noch höher, wenn die Kühlung es denn hergibt.

KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC Anschlüsse

Anschlussseitig bietet die Karte mit einem DispalyPort 1.4, einem HDMI 2.0b und einem Dual Link-DVI-D das wichtigste für das Preissegment.

Grafikkarte
KFA2 GeForce GTX 1050 TI OC
NVIDIA GeForce GTX 1050 TI
NVIDIA GeForce GTX 1050 (3GB)
NVIDIA GeForce GTX 1050 (2GB)
Homepage
KFA2
Nvidia.com
Preis
(Quelle: Geizhals.de)
ca. 160 €*
ab. 165 €*
ab. 140 €*
ab. 130 €*
Chip
GP107-400-A1
GP107-350-A1
GP107-300-A1
Shadereinheiten
768
640
Texture Mapping Unit
48
40
Render Output Unit
32
Chiptakt (Stock)
1.303 MHz
1.290 MHz
1.392 MHz
1.354 MHz
Chiptakt (Boost)
1.417 MHz
1.392 MHz
1.515 MHz
1.455 MHz
Fertigung
14 nm
Speichergröße
4 GB GDDR5
3 GB GDDR5
2 GB GDDR5
Speicherinterface
128 bit
96 bit
128 bit
Speicherbandbreite
112 GB/s
84 GB/s
112 GB/s
Transistoren
3,3 Mrd
PCI-Express
3.0 x16
PCIe Stromstecker
0 x 6-Pin
1 x 6-Pin
RGB-Beleuchutng
Nein
Unterstützte DirectX Version
12.1
SLI-Unterstützung
Nein
Garantie
2 Jahre
k/A

*Quelle: Geizhals.at, Stand 20.09.2018

Design und Aufbau

KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC PCIe

Wenn man sich das Angebot an GeForce GTX 1050 Ti auf dem Markt anschaut, findet man Modelle mit großen als auch kompakt gehaltenen Kühlern.

Die KFA2 GTX 1050 Ti OC zählt auf jeden Fall letzteren. Die Karte blockt nur 2 PCI-Slots und misst 196 x 126 x 39 mm.

Es wird kein zusätzlicher PCIe-Stromstecker benötigt und die Karte nur über PCIe-Express gespeist. Die maximale Leistungsaufnahme wird mit 120 Watt vom Hersteller genannt.

Das Testsystem

Phanteks Enthoo Evolv Shift System Unser ITX-Testsystem wurde uns zum Teil von Dubaro.de gesponsert, an die wir ein großes Dankeschön senden möchten. Als Basis dient der AMD Ryzen 5 2600 Prozessor und Asrock AB350 Gaming-ITX/ac Mainboard. Der Aufbau sieht wie folgt aus:

  • CPU: AMD Ryzen 5 2600 @ 3,7GHz 1,27850v
  • Mainboard: Asrock AB350 Gaming-ITX/ac
  • SSD: Samsung SSD 840 PRO 256 GB, Samsung 850 EVO 500 GB
  • m.2 SSD: Samsung 970 Evo MZ-V7E250BW 250 GB
  • RAM: Patriot Viper 4 16GB Kit, DDR4-3000, CL16-16-16-36 (PV416G300C6K)
  • CPU-Kühler: CRYORIG C7
  • Netzteil: Corsair SF 450 80+ Gold mit 450 Watt
  • Lüfter: 1 x 80 mm Lüfter
  • Gehäuse: Kolink Rocket

Übertaktung

Mit dem hauseigenem Overclocking-Tool von KFA2 haben wir uns auch daran gemacht die Grafikkarte zu übertakten. Dabei könnten wir bei der GPU eine Takterhöhung von 211 MHz erreichen, ohne die Spannungen zu erhöhen. Das entspricht einer Steigerung von ca. 16% über dem Basistakt. Beim Boost ging der Takt knapp 15% höher. Der mit GPU-Z gemessene Maximaltakt lag bei 1.923 MHz. Der Speichertakt ließ sich um 202 MHz auf 1.853 MHz hoch takten.

Synthetische Benchmarks

Bei den 3DMark Benchmarks konnte sich die KFA2 GeForce GTX 1050 TI OC nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Selbst die Radeon RX 470 zeigte signifikant bessere Ergebnisse in den Tests.

Unigine Valley Preset "Extreme HD" Benchmark

(FPS = Frames per second / Bilder pro Sekunde, mehr ist besser)
(FPS = Frames per second / Bilder pro Sekunde, mehr ist besser)

Ein sehr ähnliches Bild zeigte sich auch bei den Ergebnissen in den Ungine Benchmarks. Hier konnte sich die GTX 1050 TI OC nicht durchsetzen.

Virtual Reality Benchmarks

Die GeForce GTX 1050 TI OC sollte auch auf VR-Tauglichkeit geprüft werden und durchlief unsere VR-Benchmarks.

VR-Anwendungen sind nicht die Stärke der GeForce GTX 1050 TI, wie man an den Ergebnissen erkennen kann. Es lassen sich damit sicher Titel mit geringer Anforderung spielen, man sollte bereit sein Abstriche zu machen.

Spiele Benchmarks

Der wohl spannendste Benchmarkteil betrifft die Spieletauglichkeit. Getestet haben wir etwas ältere als auch aktuelle Titel, die in 1080p und höchstem Detailgrad konfiguriert waren.

Alle Angaben zu unseren Spiele Benchmarks sind in FPS (Frames per second / Bilder pro Sekunde) angegeben, ein höherer Wert ist dabei besser.

Bei Batman Arkham Origins schlug sich die Testkarte gut. Es waren 61 bzw. 65 FPS im übertakteten Zustand erreicht worden. Die in Jahre gekommene Radeon RX 470 schnitt aber auch hier deutlich besser ab.

Die Unreal Engine 4 bringt die Karte deutlich ins Schwitzen. Im Durchschnitt hält sie sich unter DirectX 11 bei ca. 59 FPS. Unter DirectX 12 gehen die Framerates runter auf 45 FPS, was dennoch in Ordnung ist. Dabei kommt die Karte der Radeon RX 470 sehr nahe.

Bei Crysis 3 knickte die GTX 1050 TI OC aber ein. Im Durchschnitt lagen die Framerates unter den 30 FPS.

Battlefield 4 kann man getrost spielen. Die durchschnittlich erreichten 53 FPS sorgten für flüssigen Spielspaß.

Bei Battlefield 1 gab es unter DX12 nur selten Ruckler durch FPS-Einbrüche. Man konnte das Spiel speziell unter DX11 genießen.

Mit dem integrierten Benchmark von „Shadow of the Tomb Raider“ lagen die Framerates knapp an der 30-FPS-Grenze. Hier müsste man den Detailgrad reduzieren, um das Spiel wirklich genießen zu können. Die GTX 1050 TI OC kann auch hier nicht mit der RX 470 mithalten.

Alu-Block-Kühler mit 90-mm-Lüfter

KFA2 GeForce GTX 1050 TI OC Kühler Schaut man sich den Kühler rein optisch an, traut man ihm nicht viel Leistung zu, denn der Extrusion-Alu-Block ist sehr simpel aufgebaut. Abgedeckt wird er von einem Plastik-Cover mit 90-mm-Lüfter. Die Lamellenstruktur des Kühlers ist so aufgebaut, dass die angesaugte Luft in Richtung der PCI-Blende und der Gehäusefront gedrückt wird. Bei der PCI-Blende befinden sich große Aussparungen, an denen die Luft aus dem Gehäuse gelangt. Es kommen weder Kupfer noch Heatpipes zum Einsatz. Viel Spielraum zum Übertakten würde man damit nicht erwarten. Die GPU ist aber erstaunlich kühl geblieben und hat auch einiges an Übertaktung hergegeben, wie man im vorherigen Kapitel sehen konnte.

Die GTX 1050 TI OC entwickelt nicht so viel Abwärme und bleibt entsprechend cool. Die Temperaturen sind fast unverändert geblieben. Die Differenz ist auf die Raumtemperatur zurück zu führen: Beim Übertaktungsdurchlauf lag diese bei 23,7°, beim Standarddurchlauf waren es 24,7°C.

Stromverbrauch

Beim Verbrauch reiht sich die Karte am unteren Ende ein. Sie ist deutlich sparsamer als die GTX 980 als auch die eher gleichwertige Radeon RX 470. Diese schluckt mit 223 Watt ganze 114 Watt mehr als die GTX 1050 TI OC, was mehr als das doppelte ist. Hier kann die GTX 1050 TI OC selbst im übertaktetem Zustand durchsetzen.

KFA2 GeForce GTX 1050 TI OC Test

KFA2 GeForce GTX 1050 Ti OC Mit der GeForce GTX 1050 Ti OC liefert KFA2 derzeit eine Karte für den mittleren 200-EUR-Bereich. Sie konkurriert dabei aber nicht nur mit Ablegern von anderen Marken, sondern auch mit Modellen aus eigenem Haus. Das kurze Custom-PCB wird mit einem kompakten Aluminium-Kühler vereint. Auch wenn dieser simpel ist, stellte er keine Limitierung dar und arbeitete selbst unter Last so leise, dass man ihn auch bei offenem Gehäuse kaum wahrnehmen konnte. Selbst bei Übertaktung um 211 MHz drehte er nicht wild auf und kühlte den Grafikchip ordentlich.

In Sachen Leistung stellt die GeForce GTX 1050 Ti OC keine Rekorde auf, konnte aber bei FullHD-Auflösung und Ultra-Einstellungen bei den meisten Spielen in unserem Parcours jenseits der 30-FPS-Marke halten. Bei dem aktuellsten Titel „Shadow of the Tomb Raider“ kam sie dabei an ihre Grenzen und kratzte an der 30-FPS-Marke. Bei einem Preis von ca. 150€ zählt sie zu den preiswertesten GTX 1050 TI Modellen auf Geizhals, wodurch man sie unter Berücksichtigung der Limitierungen bei dem Preis bedenkenlos empfehlen kann.


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