Windows 11 26H2 Update  Bild © MicrosoftWindows 11 26H2 Update (Bild © Microsoft)

Verteilung der Sicherheitskorrekturen nach Produktfamilie

Der aktuelle Update-Zyklus umfasst eine große Anzahl kumulativer und einzelner Patches. Die Verteilung der behobenen Sicherheitslücken über das gesamte Ökosystem sieht wie folgt aus:

  • Windows: 1.102 CVEs wurden durch 39 kumulative Updates behoben.
  • Office: 134 CVEs wurden durch 11 kumulative Updates behoben.
  • Entwicklertools (Dev Div): 61 CVEs wurden durch 60 gemischte Updates behoben.
  • SharePoint Server: 36 CVEs wurden mit einem kumulativen Update behoben.
  • Sonstige Produkte: 32 CVEs wurden über 25 einzelne Updates behoben.
  • SQL Server: 22 CVEs wurden durch 8 kumulative Updates behoben.
  • Azure: 15 CVEs wurden über 20 einzelne Updates behoben.
  • Exchange Server: 7 CVEs wurden durch 8 kumulative Updates behoben.
  • Microsoft Defender: 4 CVEs wurden mit 3 automatischen Updates behoben.
  • Microsoft Edge: Obwohl keine neuen CVEs aufgeführt wurden, wurde ein automatisches Update bereitgestellt.

Sicherheitslücken mit hoher Priorität und aktive Exploits

Unter den Tausenden von Korrekturen wurden zwei spezifische Microsoft-CVEs aufgrund ihrer Schwere und ihres öffentlichen Status besonders hervorgehoben:

  • 1. CVE-2026-96951: Eine Sicherheitslücke, die eine Umgehung von Sicherheitsfunktionen ermöglicht und die Windows-Shell betrifft. Technische Berichte deuten darauf hin, dass eine aktive Ausnutzung dieser Sicherheitslücke bereits in freier Wildbahn festgestellt wurde.
  • 2. CVE-2026-108398: Eine Sicherheitslücke, die die Umgehung von Sicherheitsfunktionen im .NET Framework ermöglicht. Diese Sicherheitslücke wurde öffentlich bekannt gegeben, was das Risiko gezielter Angriffe erhöht.

Darüber hinaus hat Microsoft eine von Cisco Talos identifizierte, nicht von Microsoft stammende CVE erneut veröffentlicht. CVE-2026-21413 behebt eine Sicherheitslücke, die die Ausführung von Remote-Code im Zusammenhang mit der Raw Image Extension ermöglicht.

Ressourcen und Anleitungen zur Bereitstellung

Microsoft hat mehrere Richtlinien und Tools bereitgestellt, um Systemadministratoren bei der Bereitstellung dieser Patches zu unterstützen:

Update-Mechanismen und Hotpatching

Die neue Hotpatching-Funktionalität ist nun allgemein für virtuelle Maschinen unter Windows Server Azure Edition verfügbar und ermöglicht Sicherheitsupdates ohne einen Neustart des Systems. Für Windows 10 und 11 bleiben die Updates kumulativ und bündeln alle bisherigen Sicherheitskorrekturen sowie nicht sicherheitsrelevante Verbesserungen. Benutzern wird empfohlen, für diese Bereitstellungen den Microsoft Update-Katalog zu nutzen.

Servicing Stack und Lebenszyklusmanagement

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Administratoren das neueste Servicing Stack Update (SSU) installieren, bevor sie die kumulativen Updates anwenden. Eine umfassende Liste dieser Updates für jedes Betriebssystem ist im Dokument ADV990001 zu finden. Darüber hinaus müssen Nutzer von älteren Systemen, insbesondere Windows Server 2008 und Windows Server 2008 R2, über eine Extended Security Update (ESU)-Lizenz verfügen, um diese Sicherheitspatches zu erhalten.

Initiativen für Transparenz und Dokumentation

Microsoft stellt auf eine transparentere und maschinenlesbare Berichterstattung über Sicherheitslücken um. Dazu gehören die Einführung von „Vulnerability Exploitability Xchange“ (VEX) für Azure Linux und die Veröffentlichung von CSAF-Dateien. Darüber hinaus enthält der Leitfaden zu Sicherheitsupdates nun „Common Weakness Enumerations“ (CWEs) für jede CVE, um einen tieferen technischen Kontext zu bieten.

Dokumentierte bekannte Probleme und KB-Artikel

Nach der Bereitstellung der Oktober-Updates wurden mehrere bekannte Probleme identifiziert. Diese sind nach den entsprechenden Knowledge Base (KB)-Artikeln und den betroffenen Versionen kategorisiert:

Windows-Betriebssysteme

  • Windows Server 2025: KB 5126646.
  • Windows 11: KB 5127646 (Version 26H1) und KB 5127648 (Versionen 24H2, 25H2 und 26H2).
  • Windows 10: KB 5126657 (Versionen 21H2 und 22H2), KB 5126651 (Version 1809) und KB 5126868 (Version 1607).
  • Windows Server: KB 5126655 (Server 2022), KB 5126651 (Server 2019) und KB 5126868 (Server 2016).

SQL Server und Exchange Server

  • SQL Server 2025: KB 5126967 (CU9) und KB 5128492 (GDR).
  • SQL Server 2022: KB 5126934 (CU27) und KB 5128493 (GDR).
  • SQL Server 2019: KB 5128494 (CU32) und KB 5128495 (GDR).
  • SQL Server 2017: KB 5128496 (CU31) und KB 5128497 (GDR).