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Tipps um den PC im Sommer kühl zu halten

Der Sommer läuft auf Hochtouren, was zum Problem werden kann, wenn auch die heimische Rechenmaschine am maximalen Leistungslimit rechnet. Zwar könnte man bereits Spiegeleier auf der GPU (<strong>Gr</strong>aphics <strong>P</strong>rocessing <strong>U</strong>nit) braten und auf der CPU (<strong>C</strong>entral <strong>P</strong>rocessing <strong>U</strong>nit) einen Aufguss machen, die einzige Lösung dagegen scheint nur die Battlefield 3 Runde, die man doch mit seinen Freunden bestreitet zu beenden. Alternativ könnte man seine Kühlleistung erhöhen, doch kostet ein neuer Kühler oder gar eine Wasserkühlung einen ganzen Haufen Geld, den nicht jeder aufgrund der im Moment anhaltenden Hitzewelle in den fast schon tropischen Sommermonaten ausgeben möchte.

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So eine Stickstoffkühlung wäre sicherlich auch eine Möglichkeit den PC kühl zu halten, und zwar bei über minus 100 Grad Celsius, doch sieht das nicht nur komisch aus und ist extrem unständlich, nein, auch die wenigsten kommen an flüssigen Stickstoff ran, deshalb absolut kein Tipp, aber was könnte man sonst machen?

1. Tipp: Kabelführung

Wer die Netzteil-, Serial-ATA- und/oder IDE-Kabel einfach kreuz und quer im Gehäuse verlegt, muss sich nicht wundern, warum die Luft (blauer Pfeil) nur schwer vom einen zum anderen Ende des Gehäuses gelangt und unter Umständen das Netzteil, die CPU und die Grafikkarte nur schlecht gekühlt werden. Der Kabelsalat (rote Linie) wirkt weitestgehend als Sperre für die Luft.

Gehäuse Airflowstörung

Mit anderen Worten, die Luft zirkuliert innerhalb des Gehäuses im Kreis und nicht vom einen zum anderen Ende, wobei nur ein winziger Teil an den Kabeln vorbei gelangt. Besser ist es die Kabel zu sortieren und gegebenenfalls hinter das Mainboardtray zu schaffen, um Platz für den "Airflow" (Luftbewegung) zu schaffen, denn ganz verschwinden können die Kabel eben auch nicht.

Gehäuse Airflowrichtig

2. Tipp: Airflow planen

Doch nützt die beste Kabelführung nichts, wenn die Lüfter nicht mit bedacht montiert werden, dabei gilt es zu beachten, dass die Luft von unten nach oben zirkuliert, da warme Luft bekannterweise aufsteigt. Bei Computer-Systemen, die nur eine geringe Gesamtstromaufnahme haben, ist das meist gar nicht notwendig, da die Umgebungsluft eh kaum Wärme aufnehmen muss. Sollten solche Systeme zu warm werden, sitzt wohl der Kühler falsch und/oder die WLP ist alt, zu dick beziehungsweise zu dünn aufgetragen, wie das zu lösen ist, zeigen wir im weiteren Verlauf des Artikels.

Doch nun zum Airflow, wichtig ist eigentlich nur, dass alle Komponenten mit Frischluft versorgt werden, also die Festplatte(n), der Arbeitsspeicher, die Grafikkarte(n), das Netzteil und die CPU('s). Das Mainboard erhält dann meist zwangsweise ebenfalls genügend Frischluft. Am besten fertigt man sich als Erstes eine Skizze an oder macht ein Bild des PCs und darin einen Plan, wie sich die Luft bewegen soll.

Extrem viele unnütze Lüfter am Gehäuse

Das ist nicht nur sau dämlich und unfassbar laut/teuer (Lüfter können pro Stück bis zu 20 Euro kosten), sondern auch extrem unnütz.

Wie sollen die Lüfter installiert werden? Dabei empfiehlt es sich die Lüfter am "Top" (Gehäusedeckel) und "Back" (Gehäuserückseite) die Luft aus dem Gehäuse blasen zu lassen, während die Lüfter an der "Front" (Gehäusevorderseite) und der Seite Luft in das Gehäuse schaufeln sollten.

Die Lüfter eher im Top und Back des Gehäuses oder lieber in der Front und der Seite installieren? Das hängt davon ab, was gewünscht und möglich ist. Allerdings bieten sich Lüfter im Back des Gehäuses, noch besser im Top, am meisten an, da hier die Luft auch sicher nach oben bzw. hinten geblasen wird (wenn Lüfter im Top möglich sind, sollten die im Back abmontiert bzw. gar nicht erst angebracht werden, da sich diese die Luft nur gegenseitig "wegnehmen" würden, außer in sehr seltenen Fällen, wenn die Lüfter im Top überfordert sind), da somit ein Sog entsteht, wird der Großteil der Luft automatisch aus der Front angesaugt und geht durch das gesamte Gehäuse. Sollten jedoch Festplatten in der Front oder die Grafikkarte von der Seite besondere Kühlung benötigen, empfehlen sich solche Lüfter natürlich auch noch zusätzlich.

Des Weiteren sollte bedacht werden, dass auch aktiv gekühlte Hardware einen Airflow erzeugt, wer also Lüfter im Top angebracht hat, die CPU-Lüfter jedoch zum Heck oder gar zur Front hin blasen, hat irgendetwas falsch verstanden und sollte die Lüfter auch dem Airflow gemäß ausrichten (bei AMD kann mit einem Rentention-Kit die CPU-Kühler-Position um 90 Grad gedreht werden, bei Intel ist das in der Regel immer möglich).

Falls das jedoch alles noch nichts hilft, gibt es noch andere Möglichkeiten die Temperatur der PC-Komponenten zu senken.

3. Tipp: Richtige WLP und WLP richtig auftragen

Natürlich hilft es nichts, wenn der Kühler optimal mit Luft versorgt wird, allerdings nicht warm wird, weil über die Verbindung zwischen der CPU und dem Kühler keine Wärme transportiert wird. Das kann mehrere Ursachen haben. Die WLP (Wärmeleitpaste) kann zu dick oder dünn aufgetragen werden, wobei einmal ein Wärmestau innerhalb der Paste entsteht oder die Paste nicht richtig leiten kann, weil zu wenig aufgetragen wurde. Das kann auch bei neu gekaufter Hardware der Fall sein, wenn diese aus unerklärlichen Gründen zu heiß wird.

WLP auf CPU auftragen

Ist der Kühlkörper dann ab, fragt sich welche und wie viel WLP verwendet wird? Grundsätzlich bietet sich nahezu jede WLP an, da auch sehr hochwertige WLP wenn überhaupt wenige Grad Celsius Unterschied machen, aber sehr viel Aufpreis kosten, sodass schon fast ein neuer Kühler gekauft werden könnte. Zum Auftragen eignen sich Gegenstände mit einer flachen Kante, wobei die gesamte Chipfläche bedeckt sein sollte.

Muss WLP erneuert werden? Ja, falls die Temperatur der Hardware in letzter Zeit ohne weiteren Grund extrem hoch ist, könnte das nötig sein. Da die WLP sehr heißt wird, härtet diese nach kurzer Zeit aus (direkt nach dem WLP-Wechsel könnten deshalb die Temperaturen noch recht hoch sein) und kann auch irgendwann etwas ihrer Leitfähigkeit einbüßen.

4. Tipp: Kühler richtig montieren

Wird die WLP ohnehin schon erneuert, muss auch der Kühler richtig aufgesetzt werden, ansonsten überhitzt der PC schon nach wenigen Minuten oder gar Sekunden und der Monitor "friert ein" oder der PC schaltet sich direkt ab, um eine Beschädigung der Hardware zu vermeiden.

Soll das nicht passieren, muss der Kühler nach Vorschrift montiert werden, das wird in der Regel in der beigelegten Montageanleitung beschrieben. Ist keine Anleitung mehr vorhanden, sollte auf jeden Fall beachtet werden, dass Kühlerschrauben ohne Federn nicht zu sehr angezogen werden dürfen, damit das Mainboard-PCB nicht springt.

Zum Teil gibt es auch solche Montagevideos zum jeweiligen Kühler, sogar manchmal vom Hersteller selbst, so wie bei dem sehr verbreiteten Scythe Mugen 2/3. Ansonsten kann natürlich auch im Forum bei der fachkundigen Community Rat eingeholt werden.

5. Tipp: System von Staub befreien

Lüfter reinigen

Bevor der Kühler jedoch wieder montiert wird, sollte dieser auf Verschmutzung überprüft werden, die die Luftzirkulation zwischen den Lamellen behindert. Darüber hinaus sollten die Lüfter von Staub befreit und mit Alkohol gereinigt werden, dadurch können diese etwas mehr Luft befördern und laufen ruhiger.

Wichtig dabei ist, dass das Netzteil vom Stromnetz genommen wird und man sich selbst erdet.

6. Tipp: Unnötige Dinge abschalten

Ist die Hardware sauber und wird optimal gekühlt, kann natürlich auch Wärme einsparen, indem man unnötige PC-Beleuchtung abstellt, wie man sie oft bei Modder- oder Gamer-PC's vorfindet. Entweder durch einen Schalter am PC, per Software oder indem man die Beleuchtung vom Netzteil abklemmt. Schließlich produziert auch diese Wärme, wenn auch nicht viel.

Unnötige PC-Beleuchtung

Zu unnötigen Dingen gehören auch viele Monitore, die nicht genutzt werden. Diese sollten jedoch nicht nur ausgeschaltet, sondern auch im Grafikkarten-Treiber deaktiviert werden, da die GPU sonst oft grundlos mit stark erhöhter Auslastung arbeitet (selbst im Leerlauf), denn der Treiber kommen nicht immer mit mehreren Monitoren zurecht. Dadurch senkt man die Wärmeproduktion der Grafikkarte sowie die Raumtemperatur deutlich, da auch die Monitore keine Wärme mehr erzeugen.

Unnötige Monitore

8. Tipp: Drosselfunktionen der Hardware nutzen

Wie bereits angesprochen verbraucht der PC im Leerlauf weniger Strom und erzeugt weniger Wärme. Das wird durch diverse Drosselfunktionen der Hardware realisiert. Diese sollten immer angeschaltet sein (beim Übertakten werden diese gerne deaktiviert), damit die Hardware im Idle-Betrieb abkühlen kann und der Raum nicht zusätzlich geheizt wird. Zusätzlich freut sich die Geldbörse über gesenkte Stromkosten.

Die im Folgenden genannte Funktionen sind über das Bios zu verändern:

Bei Intel-CPU's heißen diese Drosselfunktionen: EIST (oder auch SpeedStep), Demand Based Switching, C1E, C2, C2E C3, C4, C4E/C5, C6

Beim CPU-Pendant von AMD sind diese weitestgehend ähnlich benannt: Cool'n'Quiet/OPM (nur bei Opteron CPU's)/PowerNow! (nur bei mobilen CPU's), C1E, C2, C2E C3, C4, C4E/C5, C6,

Meistens sind jedoch nur manche Funktionen vorhanden, da nicht jede C-Funktion für jede CPU vorgesehen ist.

Zusätzlich kann man jedoch auch im Windows-Betrieb über das Energiemanagement die Leistung des PC's herunterschrauben.

9. Tipp: Hybrid-Funktion nutzen (falls vorhanden)

Ältere Mainboards, die mit einem Nvidia GeForce Chipsatz (730a, 750a SLI und 780a) ausgerüstet sind, beherrschen in Verbindung mit bestimmten Nvidia-Grafikkarten Hybrid-SLI. Die Chipsatz-Grafikeinheit hat dabei genügend Power für kleinere Anwendungen im 2D-Betrieb. Mit einer dementsprechenden Treibereinstellung kann im unteren Auslastungsbereich die, oft mehrere Hundert Watt schluckende, dedizierte Grafikeinheit abgeschaltet werden. Leider wurde bereits vor einigen Jahren die Entwicklung dieser Software im Desktopbereich eingestellt, sodass diese Funktion oft nicht richtig funktioniert. Ansonsten ein klasse Tipp, um den PC für die nächste rechenintensive 3D-Anwendung schön kühl zu halten.

Bei neuen Prozessoren (AMD's APU- oder Intel's ix-Systemen [i7 nur aber der Sandy Bridge-Generation, ohne Sandy Bridge-E und nur mit richtigem MB-Chipsatz und aktivierter IGP auf der CPU!]) kann man natürlich auch etwas nachhelfen, indem man die dedizierte-GPU einfach ausbaut und die Grafikeinheit, die im Prozessor untergebracht ist, nutzt. Eventuell kann man die Karte auch einfach deaktivieren und die IGP aktivieren (auf eigene Gefahr!).

Besser ist es jedoch, wenn man Software wie Lucid Virtu MVP nutzt, die das Wechseln zwischen IGP und GPU möglich mach. Das Ganze ist jedoch lizenziert und kostenpflichtig, wer es trotzdem testen will, kann Mal in die 30 Tage Testversion reinschnuppern.

10. Tipp: Untervolten

Wer kein AM2+ SLI Board besitzt und auch keine IGP, aber dennoch etwas an der Leistungsaufnahme schrauben will, um das System kühl zu halten, kann, sofern ihm die EIST-/Cool'n'Quiet-Funktionen nicht ausreichen, das System selbst untervolten. Dabei wird einfach "negativ übertaktet", wer aber nicht wie bei EIST oder Ähnlichem auf Leistung verzichten will, reduziert nur die Spannung so lange, wie das System unter Vollauslastung noch stabil läuft. Dazu kann einfach ein OC-Guide zur Hand genommen werden, nur darf weder der Takt noch die Spannung erhöht werden, sondern nur die Spannung darf reduziert werden.

11. Tipp: Eine bessere Kühlung

Wird die Hardware immer noch gnadenlos heiß, muss wohl der Kühler oder sogar das gesamte Kühlsystem getauscht werden. Dabei stehen einem diverse Ratgeber zu neuen Kühlern zur Seite, falls man sich trotzdem zwischen diversen Kühlern nicht entscheiden kann, hilft das PCMasters-Team natürlich gerne weiter.

Noch besser als ein neuer Kühler ist natürlich ein potenteres Kühlsystem, dabei ist jedoch nicht die Rede von einem unbezahlbar teurem Stickstoff- oder Kompressorkühlsystem, sondern von einer Wasserkühlung. Aber halt, hieß es nicht bezahlbar? Ist eine Wasserkühlung oder auch "Wakü" nicht sündhaft teuer? Im High-End-Bereich sicher ja, allerdings kühlen auch günstige Wasserkühlungen besser als so mancher Luftkühler, zudem gibt es auch Fertig-CPU-Wasserkühlungen, die eine sehr gute Kühlleistung vorweisen können. Auch hier gibt es diverse Ratgeber, die einem bei der Auswahl der Komponenten helfen.

PC in Kühlschrak

Selbstverständlich kann der PC auch einfach in eine funktionierende Gefriertruhe oder einen Kühlschrank eingebaut werden (auf eigene Gefahr!), da bleibt dann sogar das Bier schön angenehm kühl.

12. Tipp: PC ausschalten

Hilft dann gar nichts mehr, also weder ein perfektes Kabelmanagement inklusive optimalem Airflow in Verbindung mit einem blitzblank geputztem PC und einer sauber aufgebrachten Wasserkühlung. Noch eine darunterliegende untervoltete CPU/GPU, die an nur einem Monitor angeschlossen ist, muss der PC wohl einfach ausgeschalten werden und die Hitzewelle im Schatten mit einem kühlen Drink überstanden werden.

Jetzt die Frage an euch. Was hat euch am meisten geholfen und was macht ihr ohnehin jeden Sommer?

Quelle: Eigen

Welovetech