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Tablet Prototyp mit Intel Atom - erste Eindrücke

Mit dem Atom Prozessor landete Intel eine Punktlandung was Klein und Kleinstnotebooks anging, und formte zusammen mit Asus einen neuen Formfaktor, die Netbooks. Klein, leicht und ausdauernd sollte die Produkte mit dem abgespeckten Intel Design sein, und erfüllten ihre Anforderungen zunächst optimal. Nachdem mittlerweile die Netbookwelle abgeflacht ist, und Intel schon länger im Mobilfunksektor mitspielen will, war es eher eine Frage der Zeit, bis erste Tablets auf Basis des kleinen Atom auf den Markt kamen. Auf der Computex gab es nun einen Prototyp auf Intel Oak Trail Basis zu bewundern, der mit Android lief.

  Natürlich ist der gezeigte Prototyp nicht das erste Tablet mit einem Intel Atom Prozessor, sind diese schon seit dem WeTab erhältlich. Besonders ist eher die Kombination des Oak Trail Atoms mit Android OS, denn dieser Prozessor musste kräftig Feder lassen, um endlich keine Lüfter mehr zu benötigen, und weit längere Laufzeiten zu ermöglichen.   So mussten zwar weite Teile des Prozessors weiter beschnitten werden, und auch der Grafikchip wurde wie bei gängigen SoCs in das Prozessor-DIE integriert. Arbeitsspeicher spricht der Atom Z670 über einen DDR2 Bus an, für andere Anwendungen steht sogar noch ein PCI Bus bereit. Doch was vermag ein solcher Prozessor in einem Tablet zu leisten? Die Kollegen von DailyTech konnten den Prototyp auf der Computex kurz testen, und haben einige interessante Details festgestellt.    

  Wie auch bei den neuesten PC Komponenten wurde auch dieses Tablet mehreren Benchmarks unterzogen, um dessen ungefähre Leistung abschätzen zu könnnen. Dabei verfügte das Tablet über zwei 1,5 Ghz schnelle CPU Kerne, und eine Intel GMA 600. Dabei handelt es sich lediglich um einen lizensierten Grafikprozessor namens SGX535, der aus dem Hause PowerVR stammt und bei diverse Mobilgeräten wie dem iPhone, dem Motorola Milestone und weitern zum Einsatz kommt. Der erste Test, dem sich das mit Adnroid 3.0 ausgerüstete Tablet unterziehen musste, hört auf den Namen 'Caffeine 3' und testet die Java Performance des Systems. Dies ist gerade bei Android essensiell wichtig, da sämtliche Android Apps in Java geschrieben sind. Hier schaffe das Tablet gerade einmal 1.562 Punkte, während der Asus Eee Transformer, ein Tablet auf Nvidia Tegra Basis, ganze 6.246 Punkte abräumte. Am schnellsten in dieser Disziplin war jedoch das Samsung Galaxy Tab 10.1, welche sogar 7.194 Punkte erreichte. Ein trauriges Ergebniss für Intel, wenn man die Rechengeschwingkeit auf die letztendliche Geschwindigkeit des Tablets und dessen Apps überträgt.   Im Linpack Benchmark, der die theoretische Rechengeschwindigkeit einer CPU misst, erging es der Intel CPU nur unwesentlich besser. Hier warf der Atom 9,4 MFLOPS in die Waagschale, während das Konkurrenzsystem mit seinem Tegra 2 Chip ganze 36 MFLOPS stemmte. Obgleich die Benchmarks für die Rechengeschwindigkeit dem Atom keine guten, sondern eher schwache Werte attestierten, zeigte sich der Atom im SunSpider Benchmark von seiner besten Seite. Hier zeigte er sowohl dem Samsung als auch dem Nvidia Chip die Rücklichter, und könnte somit letztendlich doch noch interessant für Tablets werden. Vorraussetzung ist allerdings, das der Anwendungsfokus auf Internet und Browser basierten Anwendungen liegen sollte.  

  Doch die Geschwindigkeit eines solchen Produktes ist bei weitem nicht alles, was von Belang ist. So erhitze sich der Prototyp auf 60 bis 65 Grad Celsius, die in der CPU gemessen wurden. Auch wenn äußerlich nicht ganz so warm, soll es dennoch deutlich wärmer als vergleichbare Androidgeräte gewesen sein, und dies im durchschnittlichen Betrieb - 3 Watt TDP und 1 Watt dauerhafter Leistungsaufnahme machen sich eben bemerkbar. So hinterlässt Oak Trail gemischte Gefühle: Eine Geringe Javaperformance, hohe Hitzeentwicklung, entsprechend kurze Laufzeit aber gute SunSpider Werte. In anbetracht der Tatsache, dass der Intel Chip ohne Zusatzchips nicht in der Lage ist, HD Videos zu codieren, können wir derzeit nicht zu einem solchen Gerät raten, wenn diese gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen.   Quelle: DailyTech


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