Die Frage, die den meisten brennend auf der Zunge lag war wohl, ob Nvidia mit Fermi sich wieder die Leistungskrone im Grafikkartenmarkt zurück erobern würde, die vor rund einem halben Jahr an AMD/ATI verloren ging, als diese mit Cypress ihre ersten DirectX 11-fähigen Grafikkarten veröffentlichten. Dies lässt sich recht eindeutig mit Ja beantworten: Obwohl sowohl Core- als auch Shadertaktraten im Vergleich zum Vorgänger GTX 285 kaum angehoben wurden (Core: 700MHz, Shader: 1401MHz), lässt die reine Verdopplung der sogenannten „CUDA-Cores“ und Transistoren die GTX 480 in den meisten Spielen und synthetischen Benchmarks deutlich vor oder wenigstens gleichauf mit ATIs Spitzenreiter Radeon HD 5870 liegen. Auch Nvidia rüstet ihre Grafikkarten nun endlich mit dem modernen GDDR5-Speicher aus, der jedoch mit einem mageren Takt von 1.848 MHz läuft (Radeon 5870: 2.400 MHz), jedoch trotzdem einen deutlichen Schub gegenüber der vorherigen Generation liefert. Insgesamt hat die GTX 480 etwa 20% mehr Leistung als die Radeon HD 5870.  

  So schön dies auch alles klingen mag, Fermi hat auch seine Kehrseiten: Die eigentlich für den High-Performance-Computing-Bereich entwickelte Architektur kann zwar mit einer gigantischen Rohrechenleistung aufwarten, diese kann jedoch nicht sonderlich effizient für Spiele und die normale Grafikdarstellung genutzt werden. Außerdem ist die maximale Verlustleistung (TDP) von 250 W für eine Single-GPU-Grafikkarte gigantisch hoch und liegt etwa auf dem Niveau der Dual-GPU-Grafikkarte Radeon HD 5970 von ATI. Diese aufgenommene Leistung wird natürlich in Wärme umgewandelt werden und muss mithilfe des installierten Kühlkörpers wieder abtransportiert werden. Der von Nvidia mitgelieferte Referenzkühler schafft dies zwar, hält die Grafikkarte dabei jedoch nicht sehr kühl (auf der Rückseite ist ein Aufkleber angebracht, der vor Verbrennungen warnt) und entwickelt mit ca. 6,7 Sone bei Spielen und 11 Sone unter Benchmarkbedingungenn viel Lärm (Vergleich: Fahrender PKW in 10m Entfernung: 4-16 Sone). Somit ist diese Grafikkarte momentan keinesfalls für Silent-PCs geeignet, eventuell werden aber spätere Revisionen und bessere Kühllösungen von den Boardpartnern diese Probleme etwas lindern.  

  Zusammenfassend lässt sich zwar sagen, dass die GTX 480 die momentan schnellste Single-GPU Grafikkarte der Welt ist, jedoch mit einigen Problemen im Bereich Hitzeentwicklung und Lautstärke zu kämpfen hat. Dazu kommt der recht hohe Preis von (angenommenen) 479€ und eine vorausgesagte schlechte Verfügbarkeit bei Markteinführung am 10. April. Generell lässt sich wohl sagen, dass die meisten Nutzer und Experten mehr von Nvidia erwartet haben, vor allem da sich der Start um ein halbes Jahr verzögert hat und die Entwickler dort genug Zeit hatten, ihren Chip zu vollkommenen.   Quelle: Nvidia.de, PCGameshardware.de, Fudzilla.de