TourBox die Arbeit mit Clip Studio Paint (Bild © TourBox)
Wer digital zeichnet, kennt das: Die Farbe auf der Palette sieht richtig aus. Auf der Leinwand wirkt sie plötzlich zu kräftig. Also noch einmal zurück, den Farbton etwas verändern, erneut auftragen und prüfen. Gerade bei Hauttönen oder farbigen Schatten wiederholt sich dieser Ablauf schnell mehrmals. Genau hier setzt der Dynamic Color Picker von TourBox an. Der schwebende Farbwähler erscheint in der Nähe der Stiftspitze. Die Farbe lässt sich direkt mit dem Stift auswählen oder über einen Drehregler der TourBox anpassen. Anschließend kann man auf der Leinwand weiterarbeiten, ohne für jede kleine Änderung zur herkömmlichen Farbpalette zurückzukehren.
Für Clip Studio Paint stehen zwei Varianten zur Verfügung: ein Farbrad und eine Luma-Based Palette. Welche davon praktischer ist, hängt davon ab, was man gerade zeichnen möchte.
Farben direkt an der Leinwand auswählen
Das Farbrad funktioniert nach einem vertrauten Prinzip. Statt es jedes Mal in der Benutzeroberfläche aufzurufen, öffnet man den Dynamic Color Picker über eine zugewiesene Taste. Er erscheint neben der Stiftspitze und kann dort mit dem Stift oder einem Drehregler bedient werden. Größe und Position des Fensters lassen sich ebenfalls anpassen.
Das macht sich vor allem bei kleinen Farbkorrekturen bemerkbar. Soll die Haut etwas wärmer wirken? Braucht der Schatten einen leichten Violettstich? Ist die Kontur zu dunkel für den hellen Hintergrund? Solche Varianten lassen sich direkt beim Zeichnen ausprobieren.
Der Vorteil liegt weniger in einem neuen Prinzip der Farbauswahl als im Ablauf: Man bleibt näher an der Stelle, an der die Farbe tatsächlich eingesetzt wird. Ob der neue Farbton funktioniert, lässt sich unmittelbar auf der Illustration beurteilen.
Schatten umfärben, ohne die Helligkeit aus dem Blick zu verlieren
Nicht jede Farbkorrektur beginnt mit einer ganz neuen Farbe. Oft soll sich nur der Farbton ändern, während die vorhandene Licht- und Schattenwirkung erhalten bleibt.
Bei einer Figur kann beispielsweise ein Schatten zu grau wirken. Ein wärmerer oder leicht violetter Ton würde besser zur restlichen Farbgebung passen – sollte aber nicht heller werden als die angrenzenden Flächen. Wer solche Varianten einzeln über Farbregler sucht, muss mehrere Werte im Blick behalten. Die Luma-Based Palette zeigt verwandte Farben mit ähnlicher Helligkeit. So lassen sich andere Farbtöne ausprobieren, ohne die Helligkeitswirkung bei jeder Variante von Grund auf neu einstellen zu müssen.
Das ist besonders beim Kolorieren von Figuren interessant: Hautschatten können wärmer oder kühler ausfallen, ohne dass ihre Funktion im Bild verloren geht. Auch bei Kleidung, farbigen Schatten oder der Abstimmung von Vorder- und Hintergrund bietet die Palette einen praktischen Ausgangspunkt. Die endgültige Entscheidung bleibt natürlich beim Künstler. Welche Farbe zur Lichtstimmung und zum Stil einer Illustration passt, lässt sich nicht automatisch bestimmen. Die Palette macht es jedoch leichter, passende Varianten zu finden und direkt im Bild zu vergleichen.
Pinsel, Rückgängig und Ebenen: Häufige Funktionen schnell griffbereit
Die Farbauswahl ist nur ein Teil des Arbeitsablaufs. Beim Zeichnen wechseln viele Nutzer regelmäßig zwischen Pinsel, Radierer, verschiedenen Pinselspitzen und Ebenen. TourBox Elite Plus bietet dafür Drehregler, ein Scrollrad und frei belegbare Tasten, die sich über die TourBox-Software an Clip Studio Paint anpassen lassen.
Ein paar Beispiele aus dem Zeichenalltag:
- Pinsel und Radierer: Mit dem AB-Modus kann eine Taste so eingerichtet werden, dass beim Gedrückthalten vorübergehend der Radierer aktiv ist. Wird sie losgelassen, steht wieder der Pinsel zur Verfügung. Das ist praktisch, wenn beim Zeichnen häufig kleine Stellen korrigiert werden müssen.
- Zwischen Werkzeugen wechseln: Im Loop-Modus lassen sich mehrere Werkzeuge oder Pinselvoreinstellungen nacheinander über eine Taste aufrufen. So können beispielsweise Skizzen-, Linien- und Kolorierungspinsel auf einer Belegung liegen.
- Pinsel oder Ebenen durchblättern: Das Scrollrad kann für unterstützte Funktionen wie den Wechsel zwischen Pinseln oder Ebenen eingerichtet werden. Bei Illustrationen mit vielen Ebenen ist das eine Alternative zum wiederholten Anklicken in der Benutzeroberfläche.
Welche Belegung sinnvoll ist, hängt vom eigenen Arbeitsstil ab. Wer vor allem Lineart zeichnet, braucht andere Einstellungen als jemand, der überwiegend koloriert. Für Clip Studio Paint gibt es ein fertiges TourBox-Preset, das als Ausgangspunkt dient und sich anschließend individuell verändern lässt.
Mit einem fertigen Preset direkt loslegen
Wer einen zusätzlichen Controller ausprobiert, möchte nicht erst lange Einstellungen vornehmen, bevor er damit zeichnen kann. Das Clip-Studio-Paint-Preset nimmt einen Teil dieser Arbeit ab: Die grundlegenden Belegungen sind bereits vorbereitet. Wer möchte, kann zunächst damit arbeiten und später nur die Funktionen ändern, die im eigenen Workflow tatsächlich häufig gebraucht werden.
Auch die unterschiedlich geformten Tasten helfen bei der Orientierung. Mit etwas Übung lassen sich bestimmte Bedienelemente ertasten, ohne ständig auf den Controller schauen zu müssen. Wie schnell die Bedienung zur Gewohnheit wird, ist individuell – es lohnt sich deshalb, zunächst mit wenigen Funktionen anzufangen.
TourBox Elite Plus lässt sich per Bluetooth verbinden und kann am Desktop auch über USB-C angeschlossen werden. Für die Nutzung mit iPadOS- und Android-Tablets sind die Modelle Elite Plus und Elite Plus Arctic Series vorgesehen; nicht jedes TourBox-Modell unterstützt Tablets. Der Dynamic Color Picker für Clip Studio Paint ist derzeit unter macOS, Windows und Android verfügbar. Welche Funktionen genutzt werden können, hängt von der jeweiligen Software- und Gerätekonfiguration ab.
Für wen lohnt sich TourBox Elite Plus?
Ob Charakterillustration, Manga oder Comic: Wer in Clip Studio Paint viel koloriert, trifft ständig kleine Farbentscheidungen. Der Dynamic Color Picker ist vor allem dann interessant, wenn Farben häufig ausprobiert und angepasst werden. Das Farbrad eignet sich für die direkte Auswahl, während die Luma-Based Palette beim Finden von Farbtönen mit ähnlicher Helligkeit hilft.
Zusammen mit den frei belegbaren Bedienelementen der TourBox Elite Plus lässt sich so ein Workflow einrichten, der zu den eigenen Gewohnheiten passt. Wer nur einzelne Funktionen nutzen möchte, kann klein anfangen. Wer viele Werkzeuge und Pinselvoreinstellungen regelmäßig verwendet, kann die Belegung entsprechend erweitern.
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