Hardware Testbericht Grafikkarten Hardware Testbericht

PowerColor Radeon HD 7870 GHz Edition PCS+ Vortex II im Test

Ganze acht Monate ist es mittlerweile schon wieder her, dass AMD seine neuen Radeon HD 7800 Grafikkarten auf Basis der Pitcairn-Chips vorgestellt hat. Doch während wir schon wieder auf die nächste Grafikkartengeneration in Form der Radeon HD 8000 warten arbeiten die Boardpartner nach wie vor an neuen Kühllösungen und übertakteten Varianten, die etwas aus der grauen Masse des Referenzdesigns herausstechen.

So auch ein recht neuer Abkömmling des Herstellers PowerColor, der zwar auf den etwas lang geratenen Namen "Radeon HD 7870 GHz Edition PCS+ Vortex II" hört, aber auch mit einer etwas ausgefallenen Kühlkonstruktion auf sich aufmerksam macht. Dieser Vortex II Kühler wurde uns bereits im Sommer auf der Computex vorgestellt und setzt auf verstellbare Lüfter, dazu aber später mehr. Außerdem ist sie die derzeit schnellste Radeon HD 7870 mit den höchsten Taktraten. In der Theorie klingt also alles schon mal recht vielversprechend.

Ob man den Ansprüchen gerecht wird und das Konzept des Kühlers aufgeht, das wollen wir heute in unserem Test klären – schließlich will eine solche Investition wohlüberlegt sein. Zwar gehört die 7800er-Familie seit Einführung der HD 6000-Generation "nur" zur gehobenen Mittelklasse, doch bei einem Startpreis von ca. 200 Euro kann man auch hier eine ordentliche Leistung erwarten. Wie bei allen anderen HD 7000 Karten setzt man natürlich auch dieses Mal auf die neue Graphics Core Next (GCN) Architektur, die bereits bei anderen von uns getesteten Karten überzeugen konnte und ein hohes Übertaktungspotential mit sich bringt. In Kombination mit dem potenten Kühler sollte sich hier also einiges an Leistung herauskitzeln lassen. Dazu gibt es das von den "Southern Islands" gewohnte Paket in Form von DirectX 11.1 und PCI Express 3.0.

Abschließend geht wie immer ein Dank an das Team von PowerColor, das uns ein Testmuster der neuen Grafikkarte bereitgestellt hat. Technische Daten
Auch die aktuellen Radeon HD 7870 Grafikkarten werden im 28 Nanometer Prozess hergestellt, der erst mit der HD 7000 Generation eingeführt wurde. Der Codename des Chips lautet "Pitcairn", wobei man sich dafür eine Inselgruppe im Pazifik als Namensspender ausgesucht hat. Im Inneren befinden sich laut AMD 2,8 Milliarden Transistoren, was gegenüber den 1,7 Milliarden der HD 6870 eine beachtliche Steigerung darstellt und auch schon grob den Leistungszuwachs erahnen lässt. Die Chip-Oberfläche ist Dank der weiterentwickelten Fertigung dennoch von 255 auf 212 mm² geschrumpft. Das Besondere ist allerdings auch hier wieder die Graphics Core Next Architektur im Inneren des Chips.

Auch der Pitcairn Chip besteht aus sogenannten Compute Units (CUs), insgesamt 20 an der Zahl. Darin befinden sich wiederum 64 Stream Prozessoren, was uns auf eine Gesamtzahl von 1.280 Stream Prozessoren bringt. Die weitere Ausstattung des Chips umfasst insgesamt 80 Textureinheiten und 32 ROPs, das Speicherinterface ist mit 256 Bit noch ausreichend bemessen. Ansonsten finden sich auch hier wie bereits erwähnt Unterstützung für PCI Express 3.0 sowie die nach wie vor aktuelle DirectX 11.1 API.

Wie bereits die Radeon HD 7770 wird auch die HD 7870 als "GHz Edition" beworben, was darauf zurückzuführen ist, dass die Taktrate bei allen Grafikkarten der Serie von Haus aus bei 1.000 MHz oder mehr liegt. Im Falle der uns vorliegenden PCS+ Vortex II Version wurde der Takt sogar auf 1.150 MHz angehoben, was der Karte einen ordentlichen Leistungsschub verpasst. Der Speicher taktet hier mit 1.250 MHz, durch den GDDR5 Speicher werden daraus aber effektiv 5.000 MHz. Das Speicherinterface ist mit 256 Bit ordentlich bemessen und sollte für eine ausreichende Speicherbandbreite sorgen.

Die Leistungsaufnahme der HD 7870 gibt man mit ca. 175 Watt an, womit man doch ein ganzes Stück über der kleineren HD 7770 liegt. Durch die PCI Express Spezifikationen sind hier allerdings auch zwei 6-Pin Stromstecker notwendig, weshalb man sein Netzteil vor einem Kauf überprüfen sollte. Dafür ist naturgemäß aber auch etwas Raum für Übertaktungen vorhanden.

Zum Abschluss noch die gewohnte Übersicht ähnlicher Grafikkarten:

 

GTX 660
GTX 660 Ti
HD 7850
HD 7870
Codename
GK106
GK104 Pitcairn
Pitcairn
Fertigung 28 nm
28 nm
28 nm
28 nm
Transistoren
ca. 2,54 Mrd.
ca. 3,54 Mrd.
ca. 2,8 Mrd.
ca. 2,8 Mrd.
Kerntakt 980 MHz
915 MHz
860 MHz
1.000 MHz
Shader-Einheiten 960 (1D)
1.344 (1D) 1.024 (1D) 1.280 (1D)
Shadertakt 980 MHz
915 MHz -
-
Speichertakt
6.008 MHz
6.008 MHz
4.800 MHz
4.800 MHz
Speicherart GDDR5
GDDR5
GDDR5
GDDR5
Speicherinterface 192 Bit
192 Bit
256 Bit
256 Bit
FLOPs (MAD)
1.882 GFLOPs
2.459 GFLOPs
1.761 GFLOPs
2.560 GFLOPs
ROPs 24
24
32
32
TMUs
80
112 64 80
DirectX DX11.1
DX11.1
DX11.1
DX11.1
Leistungsaufnahme
typisch / maximal
115 / 140 Watt 134 / 165 Watt 130 / ? Watt 175 / ? Watt

Karte im Detail
Wie bereits mehrfach erwähnt stammt unser heutiges Testmuster von PowerColor, genauer genommen handelt es sich um die Radeon HD 7870 GHz Edition PCS+ Vortex II, die derzeit die höchste Ausbaustufe dieser Grafikkartenserie darstellt. Demnach hat man auch einen eigens entwickelten Kühler auf die Karte geschraubt, die ein paar Überraschungen für den Käufer bereit hält. Gerade durch die hohen Taktraten wird dieser auch dringend notwendig, da der Standardkühler von AMD durchaus nervig werden kann.

 

Der Karton ist relativ groß gehalten und im PowerColor-typischen Design bedruckt. Dort verspricht man auch, dass die Stabilität und OC-Fähigkeiten deutlich gesteigert wurden und die Karte wesentlich kühler und leiser arbeiten soll. Ansonsten finden sich hier noch Angaben über die Systemvoraussetzungen und die besonderen Bauteile auf der Vortex II Karte, nämlich die digitale PWM Spannungsversorgung, das Multi-Phasen-Design (7+1+1 Phasen), DirectFET Transistoren und hochwertige Kondensatoren.

 

Im Inneren des Kartons finden wir an Zubehör einen DVI-auf-VGA Adapter, einen mini DisplayPort-auf-DisplayPort Adapter sowie eine CrossFire Brücke. Damit der Kunde weiß, wie man das Ganze einbaut, bekommt man auch eine Anleitung sowie eine Treiber CD samt Powerup Tuner Software, um die Karte unter Windows zu übertakten.

 

Von außen ist die Karte auf jeden Fall ein kleiner Augenschmaus und dürfte den Rechner nicht nur grafisch, sondern auch optisch etwas aufwerten. Wie die meisten schnelleren Grafikbeschleuniger ist auch die HD 7870 Vortex II mit 25,5 Zentimetern etwas länger, Dank des größeren Kühlers liegt die Gesamtlänge jedoch bei 28 Zentimetern. An der oberen Kante befinden sich ein CrossFire Anschluss, der mit einer Abdeckung versehen ist, sowie zwei 6-Pin Stromanschlüsse. Drehen wir die Karte einmal sehen wir, dass auf der Rückseite eine schwarze Backplate verschraubt ist, die der Karte das gewisse Etwas und zusätzliche Steifheit verleiht.

 

Der Vortex II Kühler ist an der Rückseite mit vier Muttern mit Kreuzschlitz befestigt. Allerdings saßen die Muttern auf zwei Schrauben so fest, dass die Schrauben auf der Kühlerseite durchdrehten und der Kühler sich dadurch nicht abnehmen ließ. Ansonsten ist der Kühler ziemlich wuchtig geraten. Interessanterweise sind hier nur drei Heatpipes vorhanden (im Gegensatz zur HD 7970 Vortex II), wodurch zwei "Löcher" im Kühler existieren. Der Fokus liegt aber ganz klar auf den verstellbaren Lüftern. So lassen sie sich – genügend Platz im Gehäuse vorausgesetzt – gegen den Uhrzeigersinn drehen und anheben, was Turbulenzen vermindern soll. Gleichzeitig lassen sie sich zum Reinigen des Kühlers abnehmen, doch ohne viel Spielraum, da die Kabel recht kurz sind.

Anschlussseitig bietet man hier das volle Standardprogramm, genauer gesagt zwei DVI-I Ausgänge, einen HDMI 1.4a Anschluss und zwei mini DisplayPorts (1.2). So lassen sich ohne Probleme mehrere Bildschirme anschließen, die dann als Eyefinity-Setup betrieben werden können. Testsystem
Als Grundlage für unser Testsystem nutzen wir ein Lancool K63 Gehäuse, das durch die vielen Lüfter gut belüftet ist und auch für große Grafikkarten genug Platz bietet. Damit auch aktuelle Grafikkarten nicht in ihrer Leistung beschränkt werden nutzen wir einen Intel Core i7-2600K, welcher auf 4,1 GHz übertaktet wurde, in Verbindung mit einem Gigabyte GA-Z68X-UD7-B3 Mainboard. Als Netzteil kommt ein Scythe Chouriki Plug-In mit 850 Watt zum Einsatz, das im Zweifelsfall auch problemlos CrossFire und SLI Gespanne betreiben kann.

Als Massenspeicher dient eine Corsair Force 3 120 GB, auf der das Betriebssystem und die meisten Benchmarks untergebracht werden. Spiele hingegen finden auf der Western Digital WD5000AACS mit 500 GB Platz. Als schnellen Zwischenspeicher haben wir ein 4 GB Kit von G.Skill aus der ECO Reihe mit 1.600 MHz verwendet.

Zur Kühlung des Hauptprozessors setzen wir auf eine H80 Wasserkühlung von Corsair, die mit Halterungen für alle aktuellen Sockel perfekt ausgestattet ist und auch alle Chips bei einer guten Temperatur halten kann. Allerdings wurde sie mit zwei Nanoxia FX-1250 Lüftern versehen, um die Lautstärke etwas zu dämpfen.

Zur Ermittlung der Werte wurden folgende Grafikkarten und Treiber verwendet: - AMD Radeon HD 7950 3 GB - Catalyst 11.12 - 8.921.2.0 - PowerColor Radeon HD 7970 3 GB - Catalyst 11.12 - 8.921.2.0 - PowerColor Radeon HD 7870 2 GB Vortex II - Catalyst 12.10 - 9.2.0.0 - ASUS Radeon HD 7770 1 GB DirectCU - Catalyst 12.1 - 8.932.2.0 - AMD Radeon HD 7750 1 GB - Catalyst 12.1 - 8.932.2.0 - XFX Radeon HD 6970 2 GB - Catalyst 12.1 - 8.930.0.0 - Sapphire Radeon HD 6770 1 GB - Catalyst 12.1 - 8.930.0.0 - Sapphire Radeon HD 6750 1 GB - Catalyst 12.1 - 8.930.0.0 - EVGA GTX 570 SuperClocked 1,28 GB (mit Referenztakt) - GeForce Treiber 285.62 - Zotac GTX 580 AMP!² 3 GB (mit Referenztakt) - GeForce Treiber 285.62 - Palit GTX 550 Ti - GeForce Treiber 285.62 - Gainward GTX 460 GS (mit Referenztakt) - GeForce Treiber 285.62 Synthetische Benchmarks
Den Anfang in Sachen Benchmarks machen bei uns die synthetischen Benchmarks. Konkret setzen wir dabei auf den älteren DirectX 10 Benchmark 3DMark Vantage sowie die aufpolierte Version mit DirectX 11, den 3DMark 11. Als Programmierer von Benchmarks hat Futuremark bereits einige Erfahrung und lastet bereits seit (Grafikkarten-)Generationen die Grafikchips so stark aus, wie es zu erscheinen kein erhältliches Spiel schafft. Das ist allerdings auch wichtig, da die Lebenszeit des Benchmarks so deutlich verlängert wird. Der 3DMark 06 aus dem Jahr 2006 beispielsweise lieferte damals klare Ergebnisse, heute unterscheiden sich die Werte der verschiedenen Karten nur noch minimal.

Zusätzlich haben wir auch den Unigine Heaven Benchmark mit einbezogen, der zur Einführung der Radeon HD 5000 Karten als erster DirectX 11 Benchmark erhältlich war. Durch die zahlreichen Patches sind alte Ergebnisse mitunter nicht zu vergleichen, doch der Vollständigkeit halber wollten wir ihn nicht auslassen. Achtung: Da wir bisher noch keine Möglichkeit hatten eine Radeon HD 7870 zu testen haben wir die Version von PowerColor einmal mit Referenz-Takt und dem Catalyst 12.4 Treiber und einmal übertaktet mit aktuellem Catalyst 12.10 Treiber getestet.

Im etwas in die Jahre gekommenen Benchmark 3DMark Vantage zeigt sich bereits ein relativ klares Bild. Dank aktuellerem Treiber und den gesteigerten Taktraten liegt man ein ganzes Stück vor einer "normalen" HD 7870 und kann sogar die größere HD 7950 problemlos einholen.

In der aktuellen Variante in Form des 3DMark 11 wird das gleiche Bild bestätigt - einzig im Extreme Preset wird der Vorsprung zur HD 7950 deutlich kleiner, was vermutlich am kleineren Speicherinterface liegt.

AA off / Tessellation normal

8x AA / Tessellation extreme

Auch im nicht ganz so populären Unigine Heaven Benchmark kann man sich ein gutes Stück vor das Referenzmodell schieben, dafür liegt man in beiden Einstellungen mehr oder weniger knapp hinter der HD 7950. Nach diesen theoretischen Tests geht es nun auf zu den ersten, etwas weniger anspruchsvollen Spielen! Spiele Benchmarks Teil 1
Wir haben die bisher genutzten Grafikkarten in insgesamt sechs Spielen gebencht, darunter sind ANNO 2070, Deus Ex: Human Revolution, DiRT 3, Metro 2033, Crysis 2 und Battlefield 3. Vielleicht fällt es manchen auf: Es handelt sich dabei ausschließlich um DirectX 11 Titel. Wie bereits zuvor mit dem 3DMark 06 angedeutet eignen sich DirectX 9 Spiele wie The Elder Scrolls V - Skyrim oder Call of Duty: Modern Warfare 3 nur noch begrenzt um die Leistung aktueller Grafikkarten zu messen. Nichts desto trotz bekommen wir so einen guten Einblick in die Leistung unserer Karten.

1.920 x 1.080, AA an

1.680 x 1.050, AA an

Schon bei dem aktuellen Teil des Aufbaustrategiespiels ANNO wird deutlich, dass es sich bei der HD 7870 um eine waschechte Gaming-Grafikkarte handelt. Die Vortex II Version von PowerColor setzt nochmals einen oben drauf und bringt einige zusätzliche Bilder pro Sekunde.

1.920 x 1.080, MLAA

1.680 x 1.050, MLAA

In Deus Ex: Human Revolution scheint es zu größeren FPS-Schwankungen zu kommen, anders lassen sich diese Werte wohl kaum erklären. Während man bei voller Auflösung eher an der HD 7950 kratzt, hebt man sich bei etwas verinngerter Auflösung nur schwach von der normalen HD 7870 ab.

1.920 x 1.080, 8x AA

1.680 x 1.050, 8x AA

Die Werte in DiRT 3 dürften etwas überraschen, denn dass unsere getestete Karte schneller ist als eine HD 7970 bezweifeln wir doch stark. Zurückzuführen ist das vermutlich auf die aktuellere Treiberversion, da man auch im Nachhinein noch stark daran gearbeitet hat. Nach dieser leichten Kost geht es nun zu einigen der anspruchsvollsten Titel! Spiele Benchmarks Teil 2
Wie so oft in der Spielegeschichte sind die bisher gebenchten Spiele auch recht anspruchsvoll, doch wirkliche Maßstäbe setzt immer wieder ein Genre: Nämlich das der Ego-Shooter. Und genau davon haben wir jetzt auch wieder drei Stück, die wohl derzeit zu den leistungshungrigsten Titeln gehören.

1.920 x 1.080, 4x AA

1.680 x 1.050, 4x AA

Bei voller Auflösung und höchsten Einstellung landen wir mit unserer HD 7870 Vortex II knapp unter der "spielbaren" Grenze von 30 FPS, da können auch die gesteigerten Taktraten nicht viel dran ändern. Senken wir die Auflösung etwas wird diese Grenze überschritten, durch die Übertaktung springen auch noch ein paar FPS mehr heraus.

1.920 x 1.080, Ultra Settings

1.680 x 1.050, Ultra Settings

In Crysis 2 wiederum kann man durchaus mit einer HD 7950 mithalten, genau genommen wird sie sogar ein gutes Stück überboten. Hier macht sich auch die Übertaktung etwas stärker bemerkbar.

1.920 x 1.080, Ultra Settings

1.680 x 1.050, Ultra Settings

Als hochgelobter Titel darf natürlich auch Battlefield 3 in diesem Test nicht fehlen, allerdings gilt hier ähnliches wie bei DiRT 3. In der Zwischenzeit haben massive Treiberoptimierungen stattgefunden, die die Leistung deutlich gesteigert haben. Dennoch lässt sich sagen, dass mit der HD 7870 Vortex II ein flüssiges Spielen ohne Probleme möglich ist, auch bei höchsten Einstellungen. Overclocking
Wie bereits die Radeon HD 7770 wird auch unsere HD 7870 als "GHz Edition" verkauft, was uns auf den hohen Takt ab Werk hinweist. Dazu kommt, dass die PCS+ Vortex II Version von PowerColor zusätzlich stark übertaktet wurde. Dementsprechend ist weniger Luft für Übertaktungen vorhanden, doch wir wollen natürlich auch das letzte Quäntchen Leistung aus der Karte herauskitzeln.

Aber leider ist das gar nicht mehr so viel. Der Standard-Takt der Radeon HD 7870 liegt bei 1.000 MHz Kerntakt und 4.800 MHz Speichertakt, die Vortex II hebt diesen Wert von Werk aus auf 1.150 MHz Kerntakt und 5.000 MHz Speichertakt an - die Spannung liegt dabei bei ca. 1,26 Volt. Trotz einer Spannungssteigerung auf 1,3 Volt erreichen wir nur maximal 1.225 MHz Kerntakt, was vermutlich in keinem Verhältnis zur gestiegenen Leistungsaufnahme steht.

1.920 x 1.080, Ultra Settings

Wie auf den Diagrammen gut zu sehen ist skalieren die Ergebnisse bei solch hohen Taktraten scheinbar nicht ganz so gut, wie bspw. von der Radeon HD 7950 gewohnt. Bei einer Taktsteigerung von ca. 6,5 Prozent erreichen wir nur einen Leistungszuwachs von 1,5 - 2,5 Prozent, je nach Anwendung. Wer also wirklich die maximale Leistung möchte kann hier noch etwas Hand anlegen, wirklich viel ist jedoch bei dem hohen Standard-Takt der Karte nicht mehr zu erwarten. Gemessen haben wir die zusätzliche Leistungsaufnahme nicht, doch sie dürfte durch die höhere Spannung etwas gestiegen sein. Der Kühler sollte mit der Bewältigung der Wärme kein Problem haben, auch wenn er vermutlich etwas lauter werden wird. Leistungsaufnahme & Kühlung
Viele User, oder zumindest die, die ihre Stromrechnung selbst bezahlen, schauen mittlerweile auch auf die Leistungsaufnahme ihrer neuen Grafikkarte, um nicht unnötig Strom zu verbraten. Prinzipiell hat die PowerColor HD 7870 PCS+ Vortex II das Potential zu einer effizienten Karte, doch Übertaktungen und die Spannungserhöhung haben meist einen schlechten Einfluss auf die Leistungsaufnahme. Auf den nachfolgenden Bildern wurde mangels eines Referenzmodells die Leistungsaufnahme mit der PowerColor-Karte bei Standard-Takt gemessen, allerdings die Spannung auf demselben Wert belassen. Wie immer lassen wir dabei einmal den PC im Leerlauf wenn wir messen, spielen eine Szene des Films Sherlock Holmes in 1080p mit GPU-Beschleunigung im VLC-Player ab und laden einen Spielstand aus Crysis 2, um den Stromverbrauch beim Spielen zu simulieren.

Nicht wirklich verwunderlich ist, dass man bei den Werten im Idle-Zustand relativ gleichauf mit den anderen Karten aus dieser Generation ist, da hier alle in einen wirksamen Stromsparmodus übergehen. Gleichzeitig ist auch hier das "ZeroCore Power" Feature vorhanden, wodurch die Grafikkarte samt Lüfter abgeschaltet wird, wenn Windows den Monitor abschaltet. Dann fällt die Leistungsaufnahme des gesamten Systems sogar auf nur 79 Watt.

Unter Last zeigt sich, was bereits zu erahnen war. Zwar kann die Vortex II in einigen Spielen der Radeon HD 7950 das Wasser reichen, dafür liegt die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems bei Crysis 2 allerdings auch etwas über der des Systems mit eben dieser Grafikkarte. Der Unterschied fällt allerdings relativ gering aus und sollte sich von Spiel zu Spiel unterscheiden. Die normale HD 7870 liegt indes mehr als 20 Watt darunter.

Bei der Wiedergabe eines Films mit GPU-Beschleunigung zeigt sich das bekannte Problem. Trotz der vergleichsweise geringen Last benötigt man hier doch ein gutes Stück mehr Strom als die grüne Konkurrenz von Nvidia. Solange der PC aber nicht als Media Center zur ständigen Filmwiedergabe genutzt wird sollte das kein Problem darstellen.

Wie nur unschwer zu erkennen ist, handelt es sich bei unserem heutigen Testmuster um keine Karte von AMD, sondern ein Modell des Board-Partners PowerColor, der darauf auch einen eigenen Kühler verbaut hat - den Vortex II. Dieser ist nicht wirklich neu und findet sich auch auf anderen Grafikkarten von PowerColor. Wichtige Eigenschaften sind hier die drei dicken 8 Millimeter Heatpipes sowie die zwei Lüfter, deren Höhe sich durch drehen des Lüfters verändern lässt. Leider war es uns nicht möglich den Kühler abzunehmen, doch laut den Angaben auf der Verpackung wird der Chip über eine große Kupferfläche mit den Heatpipes verbunden.

Und was leistet der Kühler im Alltag? Im Leerlauf erfüllt er problemlos seine Aufgabe und hält die Karte kühl, dabei wird er auch nicht wirklich hörbar. Durch ZeroCore Power schaltet sich der Lüfter sogar komplett ab, wenn durch Windows der Bildschirm abgeschaltet wird. Aber: Unter Last kann man das Versprechen nicht wirklich halten. Wie in dem Diagramm zu sehen ist erreichen die Temperaturen im Kombustor und in Crysis 2 ohne Weiteres 84 respektive 78 °C. Passend dazu dreht der Lüfter auf 72 bzw. 64 Prozent auf, was auch bei geschlossenem Gehäuse noch hörbar ist. Kurz gesagt: Die Karte ist wirklich laut. Da wir den Kühler nicht abnehmen konnten lässt sich allerdings nicht sagen, ob das der Normalfall ist oder durch einen schlechten Wärmeübergang zwischen Chip und Kühler entsteht. Zum Schluss auch noch ein Wort zu der Besonderheit des Vortex II-Systems. Durch die Änderung der Höhe der Lüfter und damit des Abstands zu den Aluminiumfinnen verspricht man sich eigentlich eine Erhöhung der Effizienz. Bei uns machte es allerdings weder in der Temperatur noch in Sachen Lautstärke einen Unterschied.

Fazit
Abschließend ist es wieder an der Zeit die Leistung der PowerColor Radeon HD 7870 GHz Edition PCS+ Vortex II in einem Abschnitt zusammenzufassen. Zuerst aber ein paar allgemeine Worte zur HD 7870. Seit der Einführung ist zwar bereits eine ganze Weile vergangen, dennoch lässt sich sagen, dass sie die Lücke zwischen der Radeon HD 7900 und HD 7700 Familie ganz gut gefüllt hat. Leistungsaufnahme und Performance können überzeugen, mittlerweile ist auch der Preis auf einen akzeptablen Wert gesunken, sodass sie mehr und mehr als Karte in der oberen Mittelklasse zum Einsatz kommen sollte.

Das Modell von PowerColor konkret ist aktuell das schnellste auf dem Markt, das lässt sich nicht bestreiten. Die Taktraten von 1.150 MHz / 1.250 MHz lassen die Referenz-Takte von 1.000 MHz / 1.200 MHz quasi alt aussehen, auch das bisherige PCS+ Modell von PowerColor kommt da nicht heran. Nachdem wir selbst noch etwas Hand anlegten konnten wir sogar 1.225 MHz Kerntakt erreichen, was ein durchaus beachtliches Ergebnis ist und auch die Güte der ausgewählten Chips repräsentiert. Mit dem Powerup Tuner liefert man auch gleich ein passendes Tool mit, um solche Änderungen ohne Probleme vornehmen zu können – der bewährte MSI Afterburner tut es aber auch.

Die Leistung stimmt also, doch dafür steht es um das gesamte Kühlsystem nicht wirklich rosig. Zwar kann man unter Last die Lärmentwicklung des Referenzdesigns etwas unterbieten, uns ist das Ganze dennoch zu laut. Schwach ist dabei auch die Kühlleistung, denn 78 °C sind keine wirkliche Meisterleistung und passen nicht ganz zu den gemachten Versprechungen einer "20 Prozent kühleren" Karte. Die Lüfter stellen zwar eine gute Möglichkeit zur Reinigung des Kühlers dar, doch eine Änderung der Höhe bringt in unserem Test keine Änderung gegenüber der normalen Position.

Das Zubehör kann man bei der PowerColor HD 7870 Vortex II wohl ebenfalls als durchwachsen bezeichnen. Mit den zwei Adaptern für die Videoausgänge, einer CrossFire Brücke und der Anleitung samt Treiber CD ist zwar alles vorhanden, was man für den Betrieb benötigt, aber wirklich auffallen kann man damit in der Masse auch nicht. Ein Spiel liegt der Grafikkarte ebenfall nicht bei, mit ein paar Ausnahmen: Da die HD 7870 auch zu AMDs Never Settle Programm gehört sind bei manchen Händlern wie Caseking diese gesonderten Modelle erhältlich, die einen Promo-Code für Far Cry 3 und 20% Rabatt auf Medal of Honor: Warfighter enthalten.

Dieser liegt aktuell bei 239,99 Euro (Geizhals.de / Stand 14.11.2012), womit man fast 30-40 Euro über den meisten anderen HD 7870 Grafikkarten liegt. Zum Vergleich: Die günstigste Radeon HD 7950 ist derzeit für ca. 260 Euro lieferbar. Wenn man bedenkt, dass man je nach Spiel durchaus an deren Leistung kratzen kann, scheint der Preis doch angemessen. Von uns bekommt die Vortex II Karte eine Empfehlung, da sie schlichtweg die schnellste, derzeit erhältliche Variante ist. Zwar könnte man am Kühler noch etwas nachbessern, doch die einfache Reinigungsmöglichkeit, das schicke Äußere (u.a. durch die Backplate) und der Freiraum für zusätzliche Übertaktungen verleihen der Karte das besondere Etwas.

Diesen Artikel teilen:

Welovetech