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Scythe KroCraft mini PLUS im Test

Vor etwa zwei Jahren wagten wir eine <a href="http://www.pcmasters.de/hardware/review/scythe-krocraft-und-kama-bay-amp-kro.html">Vorschau auf ein neues Lautsprechersystem von Scythe</a>, das der Hersteller auf der Cebit in Hannover 2009 vorgestellt hatte. Es waren die ersten wirklichen Boxen der japanischen Firma, die sich sonst eher über Kühlkomponenten für PCs definiert. Die „KroCraft“ getauften Lautsprecher konnten uns, bereits als Vorserien-Modelle, im Zusammenspiel mit dem darauf zugeschnittenen „Kama Bay Amp“ Verstärker klanglich überzeugen und traten nebenbei zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis von weniger als 100 Euro im Bundle an. Damit lieferte Scythe Boxen mit einem Hauch von HiFi, die vor allem für den Einsatz am PC vorgesehen waren.


Im November 2010 wurde dann eine verkleinerte Version vorgestellt, die KroCraft mini Lautsprecher samt ebenfalls geschrumpftem Verstärker namens Kama Bay Amp mini. Ein Versuch seitens Scythe also, das eigene Portfolio im Bereich PC-Audio nach unten hin abzurunden. Das Konzept mit den zwei Boxen samt Digitalverstärker für den Anschluss an den PC (oder eine andere Quelle mit Klinke-Ausgang) blieb dabei unverändert, sogar der gleiche Tiefmitteltöner wurde verbaut. Die Namensgebung zeigt bereits, dass es sich hierbei im Wesentlichen um ein kleineres Paar KroCraft handelt. Allerdings sind die KroCraft mini ein eigenständiges, neues Produkt, das auch Veränderungen, vor allem beim Material (Aluminium statt Holz) mit sich bringt. Auch der Hochtöner fehlt den kleinen Boxen.


Vor unserem Test stellte sich also die durchaus spannende Frage, ob Scythes neuster Streich im Audio-Bereich ähnlich erfolgreich sein würde wie die ersten Boxen vor zwei Jahren. Eine Schrumpfkur ist allenfalls eine riskante Unternehmung, und gerade im Bereich des Klangs ist weniger nicht immer mehr. Deshalb haben wir uns eingehend mit den KroCraft mini beschäftigt, wiederum im Gesamtpaket mit dem passenden Verstärker Kama Bay Amp mini. Zusammen heißt das Set „KroCraft mini PLUS“ und konkurriert mit anderen 2.0 Desktop-Systemen, setzt sich aber schon durch die an einen Würfel erinnernde Optik vom Einerlei der länglichen Stand-PC-Boxen von Logitech, Creative und Konsorten ab. Ob auch klanglich ein besseres Niveau erreicht wird, erfahren Sie in unserem Test.

Vorab geht ein großes Dankeschön an Scythe für die problemlose und schnelle Bereitstellung der Testmuster! Lieferumfang


Scythe liefert mit dem „KroCraft mini PLUS“ genannten Paket zwei Produkte in einem: Die mit Henkel ausgestattete Box enthält neben den Lautsprechern auch den Verstärker „Kama Bay Amp mini“ in seiner eigenen Verpackung. Das erklärt auch, warum im Lieferumfang zwei mal zwei Lautsprecherkabel enthalten sind, obwohl für den Betrieb lediglich zwei benötigt werden. Die Kabel sind indes mit zwei Metern Länge für jeden Schreibtisch ausreichend dimensioniert, stoßen aber an ihre Grenzen, wenn man die Boxen weit voneinander entfernt aufstellen möchte.
Lautsprecher und Verstärker sind auch einzeln erhältlich; besitzt man also bereits einen passenden Verstärker oder möchte man die Boxen statt an einen Computer an eine Stereoanlage anschließen, ist der Kauf des Kama Bay mini Amp überflüssig. Dementsprechend funktioniert der Kama Bay mini Amp selbstverständlich auch mit anderen Boxen-Sets als den KroCraft mini.
Der Lieferumfang enthält neben den benötigten Kabeln und Standfüßchen zur Entkopplung aus Gummi, die sich dank selbstklebender Oberseite kinderleicht anbringen lassen, auch Installationsmaterial für den Einbau des Verstärkers in den 3,5“-Schacht des eigenen PC-Gehäuses. Die Stromversorgung kann dann auch über das Computer-interne Netzteil erfolgen. Leider muss das Audiokabel dann wiederum aus dem Gehäuse herausgeführt und in den Klinke-Buchse gesteckt werden, da ein passendes Kabel für den direkten Anschluss an die Mainboard- oder Soundkarten-Pins nicht mitgeliefert wird.

Hier der komplette Lieferumfang:

  • 2x KroCraft mini Lautsprecher
    • 4x runder Gummistandfuß groß
    • 8x runder Gummistandfuß klein
    • 2x Lautsprecherkabel (2 m)
  • Kama Bay Amp mini Verstärker
    • AC Adapter, Stromkabel
    • Installationsanleitung
    • 1x Cinch-Klinke 3,5 mm Adapterkabel
    • 1x Cinch-Cinch Kabel
    • 2x Slotblende PCI
    • 2x Lautsprecherkabel (2 m)
    • 4-poliger Adapter (für Anschluss an Computernetzteil)
    • Befestigungsschrauben (für Einbau in PC-Gehäuse)


Technische Daten (Herstellerangaben)

KroCraft mini Lautsprecher

Abmessungen (BxTxH)

110 x 122 (+ 24 mm) x 105 mm

Gewicht

2x 780 g

Frequenzbereich

80 Hz – 16 kHz

Widerstand

8 Ohm

Max. Eingangsleistung

20 W

Tieftöner

100 mm Concave Dome Fullrange
Material

Aluminium / Faserstoffgemisch

Kama Bay Amp mini

Abmessungen (BxTxH)

105 x 123 (+ 30) x 25 (+ 8,5) mm

Gewicht

320 g

Ausgang

2 Kanäle + 3,5 mm Kopfhörer

Eingang

Cinch (2 Kanäle)

Verstärkereinheit

Yamaha YDA138(D-3) Digitalverstärker

Ausgangsleistung

2 x 10 W (Boxen), 2x 50 mW (Kopfhörer)
Maximale Effizienz

88 % (8 Ohm / 10 Watt)

Rauschabstand

103 dB (Kopfhörer: 95 dB)

Klirrfaktor

0,02 % (1 kHz / 8 Ohm)

Boxen & Verstärker im Detail

KroCraft mini


Die KroCraft mini Boxen ähneln im Design ihren größeren Brüdern, den normalen Scythe KroCraft. Das ist kaum verwunderlich, werden doch in beiden Modellen nominell die gleichen Tiefmitteltöner (100 mm konkav) verwendet, sodass optische Ähnlichkeiten vorprogrammiert sind. Allerdings werden die KroCraft mini dem Begriff „Box“ viel eher gerecht: In Ermangelung eines Hochtöners bietet sich das würfelartige Design an. Es gibt noch einen weiteren gravierenden Unterschied zwischen Scythes KroCraft Boxenpaaren. Dieser liegt im Material des Gehäuses, denn die KroCraft mini bestehen aus Aluminium mit sichtbar verschraubten Platten. Auf Entfernung ist das durchaus nicht leicht von einem Holzgehäuse unterscheidbar, aus der Nähe allerdings ist die glatte Oberfläche ein eindeutiger Indikator dafür, dass es sich hierbei um Metall handelt. Auffällig ist auch, dass das Gehäuse der mini-Version ohne rückwärtige Aussparung auskommt.


Die Anmutung ist dabei nicht unbedingt weniger edel als bei Holz. Die KroCraft mini wirken hochwertig und bestätigen diesen Eindruck auch beim Anfassen. Die Kanten sind exakt verarbeitet und nicht scharf, während die einzelnen Platten perfekt und ohne Spalten aneinander sitzen. Optische Akzente setzen vor allem die silberfarbenen Einsätze an den Seiten der Boxen sowie der Scythe-Schriftzug unter dem Treiber. Der nimmt dem Aussehen der Lautsprecher dafür etwas an Individualität, das die größeren KroCraft ohne Markenlogo besaßen.

Die Rückseite glänzt mit ihren vergoldeten Schraub-Kontakten; ein Aufkleber gibt über den Modellnamen und einige Details Aufschluss. Positiv fallen indes die mitgelieferten Standfüßchen aus Gummi auf. Der Anleitung entsprechend werden zwei der größeren Füße vorne und ein kleiner Fuß hinten angebracht. Damit wird die Box vorne leicht angehoben, was den einfachen Grund hat, dass die Ohren des Hörers sich meist oberhalb der Position der Lautsprecher befinden und bessere Klangresultate erzielt werden, wenn die Boxen ein darauf gerichtet sind.


Ein Blick ins Innere einer Box ist wenig spektakulär: Die edle Außenoptik kontrastiert dann mit dem Dämm-Material, gepressten Filzresten, welches das Gehäuse innen ausfüttert. Hat man den Lautsprecher entfernt, gibt es nicht viel zu sehen außer die nach hinten zu den Kontakten verlaufenden Kabel.


Kama Bay Amp mini


Auch der Verstärker ist, in technischer wie optischer Hinsicht, vom großen Pendant, dem Kama Bay Amp, abgeleitet. Der Aufbau ist weitestgehend identisch, allerdings ist der Kama Bay Amp mini deutlich kleiner und passt so statt in den 5,25“-Schacht in den kleineren 3,5“-Schacht eines Computer-Gehäuses. An der Vorderseite befindet sich zentral der Lautstärkeregler, links davon der Anschalter, rechts Kopfhörerausgang sowie Mute-Taste. Auf der Rückseite gibt es die gewöhnlichen, vergoldeten vier Anschlüsse für die Boxenkabel sowie die zwei ebenfalls Gold-überzogenen Cinch-Eingänge. Dazu gesellt sich der Stromanschluss. Herzstück des Innenaufbaus ist der digitale Yamaha YDA138 Verstärker (Klick für Detailaufnahme), der auch im großen Kama Bay Amp zum Einsatz kommt.

Die mitgelieferten Kabel sind zur Installation des KroCraft mini PLUS Systems völlig ausreichend; per Lautsprecherkabel werden Boxen und Verstärker verbunden. Der wird dann per Cinch mit einem Audiosignal versorgt, welches es dann nach analog umzuwandeln gilt, da die Lautsprecher digitale Signale nicht selbstständig in Schwingungen übersetzen können. Das beiliegende Klinke-Cinch Kabel ist leider etwas kurz geraten, was teilweise zu Problemen beim Aufbau führen dürfte, etwa, wenn der Verstärker auf dem Schreibtisch, der PC aber darunter steht.


Leider ist der Kama Bay Amp mini weniger gut verarbeitet als sein großer Bruder oder auch die Lautsprecher selbst: Die seitlichen Platten sind nicht ganz exakt angebracht, die Kanten sind schärfer und das Material wirkt insgesamt weniger hochwertig und ist recht anfällig für kleine Macken. Die Mute-Taste sitzt zu lose und lässt sich darüber hinaus nicht präzise drücken, was einen etwas billigen Eindruck macht; auch der Drehregler für die Lautstärke ist nicht exakt eingesetzt und zudem nicht gleichmäßig rund. Dadurch sitzt der Regler etwas locker und es kann es dazu kommen, dass er unschön an seiner Fassung entlang kratzt. Eine Menge Spielraum hat des weiteren der An- und Ausschalter. Somit ist die Qualitätsanmutung nur ausreichend, auch wenn der Verstärker optisch durchaus seine Reize hat. Die können im Detail allerdings nicht von ansprechender Verarbeitungsqualität untermauert werden.

Leistungsaufnahme

Um den Stromverbrauch des Boxensystems zu ermitteln, bedienten wir uns des digitalen Multimeters Voltcraft VC-820. Mithilfe der gemessenen Stromstärke wurde dann die Leistung durch Multiplikation mit der Spannung (idealerweise 230 Volt) errechnet. Da die tatsächliche Spannung wahrscheinlich unter den 230 V liegt, sind unsere Werte Annäherungen und unterliegen einer gewissen Ungenauigkeit. Unserer Messtechnik zufolge verbraucht das mit dem Set mitgelieferte Netzteil bereits ohne den Anschluss des Verstärkers etwa 4,8 W, mit dem Kama Bay mini Amp mit gedrückter Mute-Taste sind es 5,3 Watt. Aufgrund der Digitaltechnik sind die Verbrauchswerte bei der Musikwiedergabe bei gleichbleibender Lautstärke recht konstant; bei Zimmerlautstärke erhielten wir einen Wert von durchschnittlich 6 Watt, der einen realistischen Normalverbrauch darstellen sollte. Nominell haben die KroCraft mini Boxen eine kombinierte Musikeistung von 20 W, und dies konnten wir während unseres Tests auch verifizieren: Bei voller Lautstärke (die in einem gewöhnlichen Wohnraum kaum noch erträglich ist) kamen wir auf einen Spitzenverbrauch von 20,7 Watt.

Klangeindrücke

Ganz unabhängig von allen anderen Eigenschaften ist es die Qualität des produzierten Klanges, das ein Lautsprechersystem auszeichnet oder eben auch nicht. So war es natürlich auch beim KroCraft mini PLUS Set von Scythe. Vorweg möchten wir allerdings darauf hinweisen, dass wir den Klang subjektiv beurteilen und dabei lediglich unseren persönlichen Eindrücken folgen. Die Boxen wurden weder mit aufwendigen Messgeräten getestet noch in abgeschotteten Räumen aufgestellt. Letztlich ist es der vom Hörer wahrgenommene Klang, der zählt, nicht eine Reihe von Daten, die noch dazu aufwendig produziert werden müsste. Deshalb haben wir die Boxen in einem typischen Umfeld getestet: Auf einem gewöhnlichen Büroschreibtisch stehend, entkoppelt durch die mitgelieferten Standfüßchen (die ihre Arbeit gut machen). Die Aufstellung haben wir dabei gemäß dem klangtechnisch vorteilhaften Dreiecksschema gewählt, bei dem Hörer und Boxen jeweils die Eckpunkte eines möglichst gleichseitigen Dreiecks darstellen.

Als Quellen fungierte hauptsächlich ein PC mit einer Creative Soundblaster Audigy 4 Soundkarte. Die wiedergegebene Musik lag zumeist als MP3-Datei mit 320 kbps vor. Der Kama Bay mini Verstärker blieb stets das Bindeglied zwischen Quelle und Boxen, und so wollen wir das KroCraft mini PLUS Set als ganzes bewerten. Die KroCraft mini müssen sich an ihren großen Geschwistern ebenso messen wie an jedem anderen PC-System in ähnlicher Preisklasse. Mit dem Anschalten des Verstärkers melden sich die Boxen durch ein leises Knacken. Ein leises Grundrauschen ohne, dass irgendetwas abgespielt wird, ist durchaus vorhanden. Allerdings ist dies auch auf voller Lautstärke nur dann zu hören, wenn es im Raum vollkommen still ist und man sich nahe an die Boxen heranbeugt. Ein wirklich störendes Detail sind hingegen die durch starke Vibrationen des Gehäuses hervorgerufene Verzerrungen und Knarzer, die jeweils bei bestimmten Frequenzen und höheren Lautstärken im Mitten-Bereich, teilweise nur bei einer Box, auftreten. Der Effekt lässt sich beispielsweise mit dem Klingeln beim Skype-Testanruf reproduzieren, wie auch bei einigen Musikstücken. Während es eher selten auftritt, ist es doch störend und mildert den Hörspaß potenziell erheblich. Dieses gelegentliche Pulsieren konnten wir auch bei einem weiteren KroCraft mini Boxenset innerhalb der Redaktion feststellen, es handelt sich somit nicht um einen Einzelfall. Immerhin konnten wir das Problem durch eine veränderte Kabelführung im Inneren der Box zumindest etwas einschränken. Abgesehen von diesem sicherlich nervigen Detail zeichnet sich der Klang der KroCraft mini unter anderem durch seine hohe Detailtreue aus. Es werden kaum Klangnuancen verschluckt, was uns eher an einen potenten inEar-Kopfhörer erinnert als an Standlautsprecher. Gerade auch im direkten Vergleich mit den größeren KroCraft, die das weniger gut beherrschen, ist dies auffällig. Insbesondere am Anfang von Musiktiteln gibt es häufig leise Stimmen oder Perkussionsgeräusche im Hintergrund, die von vielen Lautsprechern wie Boxen nicht wiedergegeben werden. Die KroCraft mini sind hier dem Signal treu und lassen kaum ein Detail aus.

Die Basswiedergabe ist überwiegend ordentlich und gerade im höheren Bereich ausreichend kraftvoll, dabei aber bei weitem nicht fehlerfrei. Leider reicht das Tiefton-Repertoire, das die KroCraft mini wirklich beherrschen, nicht in die tiefsten Bereiche. Dort wird der Bass dann zu einem undefinierten, schwammigen Wummern, so etwa beim Techno-Remix des bekannten Fluch der Karibik Songs „He's a Pirate“ von Scotty oder anderen Techno-Songs wie etwa von Scooter. Auch beim mit Wyclef Jean neu vertonten Klassiker „Another One Bites the Dust“ von Queen, der in dieser Version eine auffällige Bass-Linie aufweist, macht sich die fehlende Prägnanz bemerkbar. In ähnlicher Weise wird bei vielen Rocksongs der Bass, der vielen Stücken letztlich eine besondere Dynamik und den gewissen Kick verleiht, nicht verschluckt, aber etwas versteckt. Wo bei vielen Boxen der tiefere, hintergründige Bassbereich gar nicht vorhanden ist, ist er bei den KroCraft mini durchaus zu hören, setzt sich aber nicht klar genug von den anderen, dominanten Klangelementen ab, was an der Dumpfheit und einem leichten Mangel an Präzision liegt.

Den kleinen Boxen fehlt merklich die Kraft der größeren KroCraft, die mit Bässen wesentlich souveräner umgehen. Eine Bass-Anhebung per Equalizer hat erwartungsgemäß keinen großen Einfluss und produziert lediglich ein unpräzises Dröhnen. Bei weniger bassbetonten Stücken fehlt es so teilweise am tiefen Fundament, dem es im Klangspektrum der KroCraft mini etwas an Präsenz mangelt. So muss die Bass-Wiedergabe gerade in Sachen Druck hinter 2.1 Systemen mit Subwoofer oder auch den normalen KroCraft zurückstecken. Für ein 2.0 System mit den Ausmaßen der KroCraft mini geht der Bass dennoch in Ordnung.

Wie auch den größeren KroCraft kommen den KroCraft mini der recht knackige obere Bassbereich sowie die kraftvollen Mitten zugute, was gerade bei Rockmusik auffällig ist. Hier kann das kleine Boxensystem seine Stärken vollends ausspielen. Popmusik macht auf den Boxen mitunter sehr viel Spaß, das Genre liegt den KroCraft mini. Das Set entfaltet eine ansprechende Dynamik, der es auch an Klarheit nicht mangelt. Blechern klingt es nie, das Klangbild ist insgesamt von Feinheit geprägt. So auch bei der plastischen Wiedergabe von Stimmen, etwa in Balladen. Zum Schwachpunkt wird hier jedoch der höhere Mittenbereich: Die KroCraft mini sind mit ihrem Tiefmitteltöner den KroCraft unterlegen, die außerdem noch einen Tweeter (Hochtöner) besitzen. Nicht nur bei Balladenpartien wie beispielsweise in „Don't Know Why“ von Norah Jones klingen die Höhen etwas angestrengt und werden zunehmend durchdringend und zischend. Verstärkt ist dieser Effekt auch bei durchschlagenden Snares oder anderen Perkussionsarten hörbar, die vom Tiefmitteltöner mit merklicher Anstrengung produziert werden. Das fällt mitunter auch bei klassischer, orchestraler Musik auf. Dort leiden die Boxen auch etwas unter ihrem fehlenden Volumen, sodass sich die Musik nicht ganz so nachdrücklich beim Hörer ankommt wie bei größeren Lautsprechern. Überhaupt kann das System jeden Arbeitsplatz oder Wohnraum ohne Probleme laut beschallen, für Partys reicht es aber nicht, zudem wirkt der Klang bei höheren Lautstärken zunehmend angestrengt, was sich letztlich auch im bereits angesprochenen Pulsieren niederschlägt.

Den Klang als ganzen betrachtend, kann man durchaus zu einem positiven Fazit kommen, gerade wenn man bedenkt, in welcher Preisklasse sich die KroCraft mini bewegen. Für ein 2.0 PC-System klingen sie recht gut und sind teilweise deutlich kräftiger als gewöhnliche, häufig schwachbrünstige, schmale Computer-Boxen. Dennoch ist die Klangqualität bei weitem nicht ohne Makel. Im direkten Vergleich mit den größeren KroCraft machen sich das kleinere Volumen des Aluminium-Chassis sowie der fehlende Hochtöner durchaus bemerkbar. So sind die großen Boxen von Scythe wesentlich versierter im Umgang mit Bässen als die mini-Variante und geben jegliche Musik mit mehr Nachdruck wieder. Da können die KroCraft mini dann doch nicht mithalten, diesen Preis bezahlt man für den Formfaktor. Die Boxen haben einen guten, recht ausgewogenen und mittenbetonten Klang, der den meisten PC-Nutzern reichen dürfte und eine deutliche Verbesserung gegenüber vielen Micro- oder Mini-Stereoanlagen darstellt, gerade in Sachen Präzision und Transparenz. Für den ganz großen Wurf reicht es dennoch nicht; dafür bewegen sich die KroCraft mini zu sehr im Schatten ihrer größeren Pendants. Fazit


Es fällt recht schwer, die Scythe KroCraft mini gänzlich losgelöst von den KroCraft ohne das Kürzel „mini“ des gleichen Herstellers zu beurteilen. Der Vergleich bietet sich an; die Boxen ähneln sich nicht nur optisch, sondern verwenden auch en gleichen Tiefmitteltöner und Yamaha-Digitalverstärker.

Dennoch haben die KroCraft mini genügend Alleinstellungsmerkmale. Da wäre zunächst die Form: Die kleinen Lautsprecher haben eine für Boxen etwas unkonventionelle Optik in Würfelform, die sich stark von der gewohnten, länglichen Bauweise anderer PC-Boxen absetzt. Sie machen sich auf jedem Schreibtisch gut, finden fast überall Platz und tragen nicht so dick auf wie die KroCraft, die nebenbei auch ein vielfaches an Platz beanspruchen.

Während beim Kama Bay mini Verstärker kleine Verarbeitungsmängel sichtbar sind, die in dieser Form beim normalen Kama Bay nicht auftreten, leisten sich die Boxen im Aluminium-Chassis keine Schnitzer und wirken edel. Die Materialauswahl hat aber, ebenso wie das verkleinerte Volumen, unweigerlich Auswirkungen auf die Qualität des produzierten Klangs. Der ist indes durchaus als gut zu bezeichnen und überzeugt meist mit seiner Dynamik und Auflösung. Wie angesprochen gibt es jedoch Limitationen, gerade was die Kraft bei der Basswiedergabe und den Hochton-Bereich angeht. Dort sind die großen KroCraft ihren kleinen Pendants deutlich überlegen, insgesamt bieten die großen Boxen den ausgewogeneren und unter dem Strich besseren Klang. Den Vergleich mit ähnlichen Systemen wie den Creative-Sets GigaWorks T20 oder den größeren T40 (die eher in der Klasse der normalen KroCraft spielen) müssen Scythes kleine Boxen nicht scheuen. Dass der Tiefton nicht ganz ausgereift ist, ist bei solchen Gehäusegrößen die Regel und muss bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden.

Wie empfehlenswert das KroCraft mini PLUS Set, bestehend aus Kama Bay mini Verstärker und KroCraft mini Boxen, letztlich ist, ist eine Frage des Preises. Wir würden derzeit keine Empfehlung aussprechen, da das große und besser klingende KroCraft PLUS 2.0 Set mit einem Mehrpreis von 20 Euro derzeit das bessere Angebot ist. Trotzdem ist das KroCraft mini PLUS Set bei
einem Preis ab 70 Euro sicherlich einen Kauf wert, nicht nur für jene, die begrenzten Platz auf dem Schreibtisch zur Verfügung haben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist zwar nicht überragend, aber angesichts des Gebotenen ist der Kaufpreis angemessen. Die KroCraft mini bringen etwas HiFi-Flair im Mini-Format auf den Schreibtisch und überzeugen mit einem insgesamt ordentlichen Klang. Preisvergleich (Stand: 24.08.2011):
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Hinweis: Die Scythe-Boxen können nur mit einem passenden Verstärker (Scythe Kama Bay, Stereoanlage, etc.) betrieben werden. Die "PLUS" genannten Sets enthalten jeweils Boxen und Verstärker. Die beiden Boxenpaare von Creative können direkt über Klinke mit dem PC oder einer anderen Quelle verbunden werden und benötigen keinen zusätzlichen Verstärker.
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