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Zalman Z3 Plus im Test

Die Preisklasse unterhalb der 40-Euro-Marke richtet sich an all jene Anwender, die für ihr Gehäuse nicht mehr ausgeben möchten, als zwingend nötig. Mit der Z3-Familie hat der Hersteller Zalman, seit dem Sommer des jüngst vergangenen Jahres, eine Reihe an passenden Gehäusen in seinem Portfolio. Wir nehmen im folgenden Review das Zalman Z3 Plus mit Sichtfenster für euch unter die Lupe.

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Das Z3 Plus tritt dabei als klassischer Midi-Tower mit kompakten Abmessungen von 192 x 465 x 430 Millimetern und einem vergleichsweise geringen Gewicht von sechs Kilogramm auf. Den Unterschied zu den Z3-Modellen ohne “Plus”-Suffix machen bei unserem Testkandidaten ein Sichtfenster am linken Seitenteil sowie eine interessante Lösung zur Stabilisierung großformatiger Grafikkarten aus, auf die wir später im Detail eingehen werden.

Zalman Z3 Plus - Verpackung

An dieser Stelle bedanken wir uns bei Caseking für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.


Zalman Z3 Plus - Spezifikationen
Abmessungen 192 x 465 x 430 mm (B x H x T)
Mainboard-Formfaktor ITX, µATX, ATX
Gewicht 6 kg
Erweiterungs-Slots 7
Einschübe extern 2 x 5,25“, 1 x 3,5”
Einschübe intern 1 x 2,5, 4 x 3,5“
I/O-Panel HD-Audio, 2 x USB 2.0, 1 x USB 2.0
Grafikkartenlänge 360 mm
CPU-Kühlerhöhe ca. 155 mm
Netzteil ATX, max. ca. 195 mm
Belüftung Serie 1 x 120 mm (Front, LED), 1 x 120 mm (Heck), 2 x 120 mm (Deckel)
Belüftung maximal 2 x 120 mm (Front), 1 x 120 mm (Heck), 2 x 120 mm (Deckel)
Besonderheit Lüftersteuerung

 

Impressionen - Außen

Auf den ersten Blick zeigt das Z3 Plus ein gelungenes Äußeres, dem man den günstigen Preis nicht zwingend ansieht. Zwar bestehen die Anbauteile an Front und Deckel aus Plastik, sind jedoch durchaus stabil und sitzen sicher an ihrem Platz. Auch die Haptik des Materials lässt sich als angenehm beschreiben. Für optische Akzente sorgen Einsätze aus großflächigem Mesh an der Front, die Platz für zwei 5,25-Zoll-Laufwerke sowie einem kleineren 3,5-Zoll-Device bieten, und Klavierlack im Bereich des Frontpanels. Letzteres offeriert zwar nur einen USB-3.0-Anschluss, weist mit zwei USB-2.0-Buchsen sowie Audio-Ein- und Ausgängen abseits dessen aber eine marktübliche Ausstattung auf. Die Taster für Power und Reset, die Zalman ebenfalls in diesem Bereich platziert, besitzen einen angenehmen Druckpunkt. Dies gilt auch für den Taster der Lüftersteuerung, mit dem sich zwischen einem langsameren und einem schnelleren Betriebsmodus umschalten lässt.

Zalman Z3 Plus - I/O-Panel

Die Seitenteile des Zalman Z3 Plus besitzen jeweils eine Ausbuchtung um einen guten halben Zentimeter nach außen. Rechts, also hinter dem Mainboardträger im Innenraum, schafft der Hersteller dadurch mehr Platz zum Verlegen der Kabel. Auf der linken Seite ist in diese ein Sichtfenster integriert. Leider wurde dessen Befestigung schlicht unzureichend umgesetzt, anders als beispielsweise beim zuvor getesteten BitFenix Ronin. Einige der Kunststoffnieten, die das Sichtfenster mit seinem stählernen Rahmen verbinden, geben schon bei sanftem Druck nach, was einen Spalt zwischen Fenster und Rahmen entstehen lässt. Infolgedessen ist auch die Verwindungssteifigkeit des linken Seitenteils mangelhaft. Beim Pendant auf der rechten Seite fällt diese jedoch überdurchschnittlich hoch aus. Insgesamt kann man dem Chassis des Zalman Z3 eine hohe Stabilität attestieren.

Das Heck des Z3 Plus offenbart genau die sieben Erweiterungsslots, die für eine Montage von ATX-Mainboards erforderlich sind. Positiv überrascht sind wir von den gummierten Schlauchdurchführungen im oberen Bereich, die die Benutzung einer externen Wasserkühlung ermöglichen. An der Unterseite des Midi-Towers platziert Zalman zwar einen abnehmbaren Staubfilter für das Netzteil, jedoch auch vier wenig überzeugende Standfüße. Da diese aus recht hartem Plastik sind, lässt sich das Z3 auf entsprechend harten Untergründen, etwa Laminat oder Fliesen, ohne großen Kraftaufwand verschieben. Besonders sicher steht es jedenfalls nicht.

Zusammenfassend weist das Exterieur des Zalman Z3 Plus sowohl Licht als auch Schatten auf. Auffällige Sparmaßnahmen - etwa bei Standfüßen, Seitenteil und Slotblenden - sowie eine bestenfalls durchschnittliche Lackqualität stehen dabei einem in der Gesamtheit stimmigen Design, einer angenehmen Haptik und einer hohen Stabilität von Anbauteilen und Chassis gegenüber. Auch die Lüftersteuerung vermerken wir als Pluspunkt.

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Der Blick in den komplett in Schwarz lackierten Innenraum zeigt, was die Außenmaße bereits vermuten ließen: Im Z3 Plus geht es eng zu, die Komponenten sitzen allesamt verhältnismäßig nah beieinander. Dennoch lassen sich im Zalman-Gehäuse problemlos Grafikkarten mit bis zu 360 Millimetern Gesamtlänge installieren, was den Großteil der marktüblichen Modelle einschließt.

Zalman Z3 Plus - Innenraum

Zustande kommt diese Möglichkeit durch einen verhältnismäßig klein gehaltenen Festplattenträger, der den obersten vier Erweiterungsslots die volle Länge des Innenraums überlässt. Im Umkehrschluss ist allerdings die Anzahl an 3,5-Zoll-Festplatten auf lediglich vier begrenzt, was realistisch betrachtet jedoch für die meisten Systeme ausreichend sein sollte. In einem eigenen Slot an der Oberseite des Festplattenkäfigs findet darüber hinaus ein Laufwerk im 2,5-Zoll-Format seinen Platz. Zwar begrüßen wir, dass Zalman bei allen fünf potenziellen Datenträgern eine werkzeugfreie Montage ermöglicht, doch leider scheint eine adäquate Entkopplung eben jener dem Preisdruck zum Opfer gefallen zu sein.

Apropos Preisdruck: Die Slotblenden am Heck des Z3 müssen herausgebrochen werden, was gleich zwei Nachteile birgt. Auf der einen Seite sind diese nicht mehr wiederverwendbar, auf der anderen Seite muss das Mainboard dazu komplett ausgebaut werden, sobald eine Steckkarte nachgerüstet werden soll. Die Variabilität wird durch beide Maßnahmen nicht erhöht. Gut ist dagegen die im Boden des Midi-Towers vorhandene Entkopplung des Netzteiles.

Zalman Z3 Plus - VGA Secure

Ein interessantes Feature spendiert Zalman seinem Z3 Plus weiterhin in Form einer auffälligen Querstrebe aus schwarzem Plastik, dem sogenannten “VGA Support System”. Damit ist die grundlegende Funktion eigentlich bereits erklärt, denn in der Tat lassen sich auf zwei frei positionierbaren Vorsprüngen ausladende Grafikkarten abstützen und stabilisieren. Alternativ ist auch die Befestigung eines zusätzlichen Lüfters möglich, um den Luftstrom beispielsweise gezielt in Richtung seines CPU-Kühlers zu lenken. Wer keine dieser Möglichkeiten warnehmen möchte, kann die Strebe jedoch problemlos demontieren.

Spendabel zeigt sich Zalman hinsichtlich der Lüfterbestückung, denn eine Ausstattung mit gleich vier 120-mm-Modellen ist in der Budgetklasse selten. Im Detail befinden sich zwei der Ventilatoren herausblasend im Deckel, ein weiterer im Heck. Einen Staubfilter suchen wir im Deckel allerdings vergebens. An der Front ist ein blauer LED-Lüfter mit der Frischluftzufuhr bedacht. Mit Hilfe der bereits angesprochenen Lüfterstuerung kann der Anwender die Gehäuselüfter zwischen zwei Betriebsmodi umschalten, kurioserweise jedoch nur drei der vier Exemplare. Der Hecklüfter, der als einziger ohne 3-Pin-Anschluss auskommen muss, bleibt auf der Strecke.

Dementsprechend bleibt festzuhalten, dass auch im Interieur des Zalman Z3 Plus an einigen Stellen deutlich wird, dass wir hier einen Tower der Einstiegsklasse vor uns stehen haben und daher auf manche Dinge verzichtet werden muss; beispielsweise auf eine wirksame Entkopplung der Festplatten. Positiv überrascht sind wir hingegen von der umfangreichen Lüfterausstattung, auch das “VGA Support System” ist eine pfiffige Idee.

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Zalman Z3 Plus - Lieferumfang

Der Lieferumfang des Z3 Plus ist kaum der Rede wert: Zalman legt seinem Gehäuse alle benötigten Schrauben, eine handvoll Kabelbinder, den aktuell immer seltener anzutreffenden Piezo-Speaker sowie eine viersprachige, recht knapp gehaltene, Bedienungsanleitung bei. Dies ist zwar wenig spektakulär, doch mehr benötigt man für einen reibungslosen Zusammenbau seines Systems auch nicht. Gehen wir also direkt zum ersten Montageschritt über - dem Einsetzen der Abstandshalter, der sich - anders als wir es beispielsweise beim Arc XL von Fractal Design erlebten - sehr leicht von Hand erledigen lässt. Somit ist die gesamte Mainboard-Einheit fix verschraubt.

Von den übrigen Komponenten müssen lediglich Grafikkarte und Netzteil mit Schrauben fixiert werden, während sich alle Laufwerke über ihre jeweiligen Schnellverschlusssysteme, ohne Zuhilfenahme von Werkzeug, verstauen lassen - einfacher lässt sich der Einbau von Hardware kaum realisieren, zumal gerade die 3,5-Zoll-Schienen die Datenträger transportsicher an ihrem Platz halten. Etwas mehr Fingerfertigkeit erfordert dagegen die Verkabelung, die leider nur in kleinsten Teilen auf der Rückseite des Mainboard-Trägers stattfinden kann. Gerade bei Verwendung einer diskreten Grafikkarte wird es also recht schnell eng, was ein Mindestmaß an Kreativität bei der Kabelverlegung erfordert und die Sinnhaftigkeit der beiliegenden Kabelbinder offenlegt.

Da das Z3 Plus, trotz des in Teilen nach außen versetzten Seitenteils, an der breitesten Stelle auf lediglich 14 Millimeter Platz zum Verlegen der Kabel hinter dem Mainboard-Tray kommt, übernimmt es in unserem Ranking klar die rote Laterne. In der Praxis eignet sich der vorhandene Zwischenraum zwar zum Verstecken der Kabel des Frontpanels oder der Lüfter, vor dem dicken 24-Pin-ATX-Strang muss er allerdings kapitulieren.

Abstand zwischen Mainboardträger und Seitenteil
BitFenix Ronin 22 Millimeter
Corsair Carbide 400R 27 Millimeter
Corsair Obsidian 550D 20 Millimeter
Fractal Design Arc XL 28 Millimeter
Fractal Design Define R4 22 Millimeter
Zalman Z3 Plus 14 Millimeter

 

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Am Lautstärkepegel des Zalman Z3 Plus gäbe es im Grunde nicht viel auszusetzen, wäre da nur nicht das auffällige Lagerschleifen eines Lüfters im Deckel, das stets deutlich wahrnehmbar bleibt. Möglicherweise handelt es sich dabei jedoch um einen Einzelfall, denn keiner der anderen drei Lüfter zeigt ähnliche Symptome.

Zalman Z3 Plus - GPU Support System

Abseits dessen schlägt sich die Werksbelüftung auch durchaus passabel. Zwar bleibt der Luftstrom stets wahrnehmbar, doch selbst auf voller Drehzahl kann das Betriebsgeräusch als noch angenehm beschrieben werden. Wählt man die niedrigere Regelstufe der Lüftersteuerung, treten die Ventilatoren sogar so stark in den Hintergrund, dass sich nur noch ein minimales Rauschen ausmachen lässt, wenn der Rechner in normaler Distanz unter dem heimischen Schreibtisch steht.

Explizite Kritik müssen wir dagegen am Haltesystem der 3,5-Zoll-Festplatten üben. Da der Hersteller nämlich auf jegliche Art der Entkopplung verzichtet, übertragen sich spürbar Schwingungen auf das Chassis des Z3 Plus, was eine zusätzliche Geräuschquelle darstellt. Gerade Besitzern älterer oder wenig laufruhiger Datenträger dürfte dieser Umstand ein Dorn im Auge sein.

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Zalman Z3 Plus - Sichtfenster

Zalman Z3 Plus - Award

Insgesamt liefert das Zalman Z3 Plus in unserem Test eine solide Vorstellung ab. Gewiss, den geräumigsten oder innovativsten aller bislang getesteten Tower haben wir nicht vor uns, doch insbesondere die Lüfterbestückung und der Platz für lange Pixelbeschleuniger machen das Z3 Plus zu einer guten Wahl für Gamer, die kein Vermögen opfern wollen.

Und genau das muss man bei diesem Midi-Tower nicht, denn bereits für unter 40 Euro (Stand: 06.01.2014) ist das Z3 Plus erhältlich, auch das Schwestermodell in weißer Farbe ist nur unwesentlich teurer. Doch nicht nur am Preis wird deutlich, dass wir uns über ein Einstiegsmodell unterhalten, auch einige Aspekte am Gehäuse selbst verdeutlichen dies leider. Explizit zu erwähnen sind hier etwa der nicht besonders kratzfeste Lack, die rutschigen Standfüße oder die nicht anders als mangelhaft zu beschreibende Umsetzung des Seitenteils mit Sichtfenster.

Nichtsdestotrotz geht das Gesamtpaket des Zalman Z3 Plus in Anbetracht des Preises in Ordnung. Die Stabilität des Gehäuses ist insgesamt gut, die Haptik durchaus ansprechend. Das Geräuschniveau kann auch im Dauerbetrieb als angenehm bezeichnet werden, ohne dass die Temperaturen nennenswert darunter leiden. Mit dem “VGA Support System” besitzt das Z3 Plus zudem ein interessantes Alleinstellungsmerkmal. Zuletzt erscheint auch die Optik - wenn dies auch zweifelsohne eine rein subjektive Einschätzung ist - stimmig, sodass wir auf eine Gesamtwertung von 76 Prozent kommen.

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Kommentare
Avatar93168_8
antarctic schreibt:
Ich meine für ein Gehäuse unter 40€ kann man nebst Mitbewerber Cooltek kaum was besseres finden.
Enkoppelte Laufwerkshalterungen findet man im grossen Durchschnitt auch erst ab der 60€-Preisklasse, womit dies kein Argument sein dürfte. Deckelfilter machen bei ausblasenden Lüftern auch weniger Sinn. Hat der Frontlüfter ein Filter?
Was mich nun beim Durchlesen wirklich enttäuscht hat ist der geringe Platz für das Kabelmanagement sowie das mangelhaft befestigte Sichtfenster. Schade, eine Kleinigkeit, die man so nicht in die Produktion hätte schicken dürfen.

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