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Dell XPS 10 im Kurztest

Microsoft hat den Tablet-Markt lange außer Acht gelassen. Doch mit Windows RT und Windows 8 will der Konzern aus Redmond verlorenen Boden gut machen und die Android- und iOS-Konkurrenz gehörig aufmischen. Gelingt das Vorhaben oder bleibt es nur beim guten Vorsatz? Wir testen als Vertreter das Dell XPS 10.

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XPS 10

Dell XPS 10 Datenblatt
Bildschirm 10,1 Zoll
Auflösung 1.366 x 768 Pixel
Prozessor Qualcomm Snapdragon S4 (2x 1,5 GHz)
Arbeitsspeicher 2 GB
Speicher 32/64 GB
Akku in der Docking-Tastatur 2-Zellen-Lithium-Ionen-Akku mit 28 Wh

 

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XPS 10

Einen Innovationspreis kann man den Designentwicklern des XPS 10 nicht unbedingt zusprechen, doch ihre Hausaufgaben haben sie gemacht: Das 10,1 Zoll-Tablet liegt aufrund seiner gummierten Rückseite hervorragend in der Hand. Dank des stabilen Metallrahmens, der das Display einfasst und nicht nur optische Vorteile bietet, besitzt das XPS 10 eine sehr gute Haptik.

Auch die anderen Bedienelemente des Windows RT-Tablets, von denen es zugegebenermaßen nicht wirklich viel gibt, sind gut platziert und schnell zu erreichen; so etwa die Lautstärke-Tasten an der linken Seite, der Ein-/Ausschalter an der Oberseite und der Windows-Button, der mittig unter dem Display sitzt. Das XPS 10 wiegt mit 629 Gramm Kampfgewicht etwas mehr als der Nexus 10 (603 Gramm), was sich beim längeren Halten schon bemerkbar macht. Allerdings ist das Gewicht mit anderen Tablets vergleichbar und daher nicht negativ anzusehen.

XPS 10

Mit seiner Anschlussvielfalt kann das XPS 10 nicht punkten, denn das Tablet verfügt lediglich über einen Micro-USB-Anschluss sowie einen Micro SD-Kartenslot; letzterer ordentlich geschützt hinter einer Plastikabdeckung.

Steckt man das XPS 10 allerdings auf die mitgelieferte Docking-Tastatur, wird aus dem unscheinbaren Tablet ein fast vollwertiges Ultrabook. So bietet das Gerät dann nicht nur zwei Standard-USB-Slots (leider nur USB 2.0), sondern sogar einen Mini-HDMI-Anschluss - den passenden Adapter für die Verbindung mit Monitor oder Fernseher liefert Dell direkt mit.

XPS 10

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Dell XPS 10-Lieferumfang

Der Lieferumfang des Dell-Tablets ist ordentlich, denn neben dem Netzteil liegen auch ein USB- und HDMI-Adapter sowie eine Docking-Tastatur im Karton. Letztere verfügt über einen integrierten Akku, sodass die Laufzeit des Tablets – wenn es im „Notebook-Modus“ genutzt wird – deutlich erhöht wird; dazu später aber mehr. Trotz des umfangreichen Zubehörs hätten wir uns über eine zusätzliche Schutzhülle sehr gefreut, immerhin kostet das Tablet in unserer Test-Ausstattung (64 GB, von denen rund 45 GB genutzt werden können) 799 Euro.

Erfreulich, XPS ab sofort 200 Euro günstiger! Während unseres Tests hat Dell die unverbindliche Preisempfehlung des XPS 10 gesenkt. Während die 64 GB-Variante zu Testbeginn bei sportlichen 799 Euro lag, verlangt der Hersteller jetzt nur noch 499 Euro für die größte Variante - ein absolut fairer Preis.

Hier noch eine kurze Auflistung, was Dell alles in den Karton packt:

  • Das Tablet selbst
  • Ein Netzteil mit passendem Stromkabel
  • Micro-USB-Adapter
  • Micro-HDMI-Adapter
  • Docking-Tastatur mit integriertem Akku
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XPS 10

Dell stattet das XPS 10 mit einem 10,1 Zoll großen HD-Display mit Gorilla Glass aus, jedoch liegt die Auflösung – wie bei allen aktuellen Windows-Tablets – nur bei 1.366 x 768 Pixeln; Microsofts empfohlene Mindestauflösung. Im Vergleich zum Nexus 10 (2.560 x 1.600 Pixel) oder Apples iPad (2.048 × 1.536 Pixel) zieht das Dell-Tablet also den Kürzeren. Dennoch kann sich die geringe Auflösung des Bildschirms durchaus sehen lassen; im wahrsten Sinn des Wortes: Das Display ist hell, extrem blickwinkelstabil und farbintensiv, doch leider spiegelt es stark, sodass eine Nutzung in freier Natur – bei Sonnenschein – nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Deutlich schlimmer als das Glossy-Display ist allerdings der 2,5 cm dicke Rahmen, der die Bildfläche stark verkleinert; so eine Umrandung stört auch beim Nexus 7. Wenn man dem Rahmen etwas Gutes abgewinnen will, dann ist es die Tatsache, dass man das Tablet auch im aktiven Zustand schön greifen kann und nicht darauf achten muss, zufällig eine App zu öffnen. Bei einer zukünftigen Version wünschen wir uns aber einen schmaleren Rahmen und, wenn es nicht zu viel verlangt ist, eine Full HD-Auflösung.

Die Systemtastatur gibt keinen Anlass zur Kritik, denn alle Eingaben werden schnell und korrekt umgesetzt. Auch eine automatische Wortkorrektur ist vorhanden, sodass selbst Schnelltipper auf ihre Kosten kommen. Interessant ist das XPS 10 aber vor allem dann, wenn die Docking-Tastatur zum Einsatz. Schafft sie es, das Tablet zum vollwertigen Notebook zu verwandeln? Hier sind wir etwas zwiegespalten …

XPS 10

Tablet aufstecken und lostippen – das ist durchaus positiv und funktioniert; wenn auch nur bedingt! Beim genaueren Betrachten fällt auf, dass das Tablet nicht komplett in der Halterung steckt und somit noch einige Millimeter Spiel hat. Die Tastatur ist erheblich kleiner als eine Notebook-Tastatur, jedoch sind die einzelnen Tasten ausrauchend groß. Der Tastenhub ist allerdings so flach, dass man gar nicht merkt, ob man den Buchstaben schon angetippt hat oder nicht.

XPS 10

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Bevor das XPS 10 in Betrieb genommen werden kann, muss man sich zuerst einmal einen MSN-Account anlegen - oder sich mit dem schon vorhandenen Daten einloggen. Wir haben uns für die letzte Variante entschieden, da wir einen Windows 8-Testrechner besitzen. Sind E-Mail-Adresse und Passwort auf dem Tablet eingegeben, muss die Adresse anschließend vom PC aus verifiziert werden. Ist das alles erledigt, bekommt man als Erfolgsmeldung eine SMS auf die Mobilfunknummer, die man bei Microsoft hinterlegt hat.

Nun richtet sich das Tablet von alleine ein und installiert sogar die Apps, die auch auf dem Windows 8-PC vorhanden sind. Der Vorgang dauert, je nach Anzahl der Apps und der vorhandenen Internetleitung, recht lange; wir haben rund 10 Minuten warten müssen (bei 20 Apps und einer 50 Mbit/s-Verbindung).

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XPS 10

Ist das Dell XPS 10 endlich fertig eingerichtet, wird der Anwender mit der bekannten Windows 8-/RT-Oberfläche begrüßt. Hier ist die Bedienung recht intuitiv und geht schnell von der Hand – selbst für Anwender, die bisher noch nicht mit dem System gearbeitet haben. In der Modern UI, der Kachel-Oberfläche, reagieren alle durchgeführten Multi-Touch- und Wisch-Gesten schnell und einwandfrei. Im Desktop-Modus empfiehlt es sich allerdings, die Docking-Tastatur anzuschließen, da das Antippen der einzelnen Windows-Elemente recht mühsam ist; diese sind selbst für normal große Hände viel zu klein.

Wer nicht nur die vorinstallierten Apps nutzen will – hier sei vor allem Office 2013 RT zu erwähnen, das wie das große Office-Pendant aussieht und sich mit Docking-Tastatur auch genauso nutzen lässt – findet im Store die passende Software. Im Vergleich zu Android und iOS heißt es hier zwar eher „klein, aber fein“, jedoch wird so ziemlich alles abgedeckt, was der Anwender täglich benötigt.

XPS 10

Die Kamera des iPads ist für ein Tablet sehr gut, auch mit dem Nexus 10 lassen sich brauchbare Schnappschüsse erstellen. Kann das XPS 10 hier mithalten? Leider nein, denn die Kameraqualität des Dell-Tablets ist nur Mittelmaß. Obwohl die rückseitige Kamera mit 5 Megapixeln auflöst, schafft sie es nicht, den Autofokus richtig zu setzten und verunglimpft die Bilder zudem mit einer zu knalligen Bonbon-Optik. Auch die Frontkamera ist trotz HD-Unterstützung (1.280 x 720 Pixel) eher bescheiden, denn die Bilder wirken stark verrauscht. Immerhin: für Videochats über Skype, die übrigens komplett flüssig laufen, reicht es.

Qualität der rückseitigen Kamera

Bildqualität der rückseitigen Kamera-XPS 10

Qualität der Frontkamera

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XPS 10

Die verbaute Hardware im Dell XPS 10 lässt vermuten, dass Anwender keine hohe Leistung erwarten können – doch das Gegenteil ist der Fall. Der Dual-Core Snapdragon S4, der mit 1,5 GHz taktet, gibt sich keine Blöße und stellt hochauflösende Videos und Games ruckelfrei dar – selbst mittels HDMI-Adapter auf einem Full HD-Fernseher. Hier merkt man, dass Windows RT deutlich besser auf die Hardware abgestimmt ist, als Android; mit einem Dual-Core sind bei Googles-Betriebssystem keine Blumentöpfe zu gewinnen.

XPS 10

Doch nicht immer reicht die Performance des XPS 10 aus. So kommt das Tablet beispielsweise ins Stottern, wenn größere PDF-Dateien geöffnet oder mit umfangreichen Dokumente (etwa einer PowerPoint-Präsentation) in Office 2013 RT gearbeitet werden soll; die zum Einsatz kommenden 2 GB Arbeitsspeicher sind hier einfach zu wenig. Auch das Starten von Apps dauert minimal länger als bei aktuellen Nexus-Geräten; hier handelt es sich zwar nur um wenige Millisekunden, jedoch ist diese leichte Verzögerung bemerkbar.

XPS 10

Erfreulich ist hingegen die Akkulaufzeit, zumindest im Hausbetrieb: Bei normaler Nutzung (Surfen, Facebook, E-Mails und einigen Videos) hält das XPS 10 rund 7:30 Stunden ohne Steckdose durch. Stöpselt man das Tablet an die Docking-Tastatur, erreichen wir knapp 16 Stunden – hervorragend. Jedoch bleibt ein negativer Beigeschmack, denn der Einschalter an der Oberseite ist extrem empfindlich, sodass sich das Tablet beim Tragen in einer Tasche versehentlich mehrfach automatisch eingeschaltet – und den Akku leergesaugt hat. Abhilfe schafft hier nur das komplette Ausschalten des Tablets – für ein Gerät, was eigentlich „Instant-On“ sein soll, ein Unding. In den Browser-Benchmarks kann das Dell dafür aber wieder mit der Google- und iOS-Konkurrenz mithalten: Im Browsermark 2.0 erreicht das XPS 1.379 Punkte, Sunspider 1.0 endet mit ordentlichen 903,9 ms. Wie sich aktuelle Android-Tablets schlagen, kann hier nachgelesen werden. Soviel sei aber schon einmal verraten - nicht viel besser!

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XPS 10

Dell schickt mit dem XPS 10 ein schnelles und gut ausgestattetes Tablet ins Rennen, das viele Stärken, aber leider auch einige Schwächen besitzt. Die Verarbeitung ist gut und die Akkulaufzeit über jeden Zweifel erhaben. Auch die Leistung des Dual-Core-Prozessors reicht für die meisten Aufgaben komplett aus, sodass fast alles ruckelfrei und ohne jegliche Verzögerungen funktioniert. Negativ fallen allerdings der flache Tastenhub und der Einschalter ins Gewicht, die eine mobile Nutzung des Tablets erschweren.

Preis-/Leistungs-Tipp-Award

Immerhin können wir für Windows RT eine Lanze brechen, denn während des gesamten Tests ist es uns nicht aufgefallen, dass wir nur ein abgespecktes Windows 8 nutzen. Word, Excel, PowerPoint und Outlook funktionieren mit Office 2013 RT genauso gut, wie auf einem großen Notebook – und auch die geringe App-Auswahl ist nicht störend. Preislich gesehen liegt das XPS 10 mit aktuell nur noch 499 Euro im Tablet-Mittelfeld, dafür gibt es aber 64 GB Speicher, eine Tastatur mit zusätzlichem Akku sowie eine vollwertige Office-Suite. Hier können Apple und Google nicht mithalten, sodass wir Dell bedenkenlos unseren Preis-/Leistungs-Tipp verleihen können.

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