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Medal of Honor Warfighter im Test

Die Medal of Honor. Als höchste militärische Auszeichnung der vereinigten Staaten von Amerika wurde sie mittlerweile 3.459 Personen verliehen, weniger als 100 davon leben noch. Der Silver Star, den wir bei Battlefield ergattern können, scheint dagegen quasi unwichtig zu werden. Aber auch als Spiele-Reihe hat Medal of Honor eine lange Geschichte hinter sich, die bereits über zehn verschiedene Titel umfasst. Damit gilt sie auch als eine der größten und erfolgreichsten Spiele-Serien, jedoch hat es die Konkurrenz in Form von Battlefield und Call of Duty mehr und mehr geschafft die Käufer wegzulocken. Mit Medal of Honor Warfighter steht nun also der nächste Titel ins Haus.

Bereits zur diesjährigen Gamescom wurde der Titel mit viel Tamtam angekündigt, wobei man vor allem Wert auf die ergreifende Story des Singleplayers und die innovativen Features im Multiplayer legte. Wie bereits beim Medal of Honor Reboot im Jahr 2010 seid ihr wieder mit den besten der besten Soldaten unterwegs, der sogenannten Tier 1. Demnach findet ihr in der Kampagne auch einige bekannte Charaktere, viel wichtiger ist allerdings, dass man die privaten Probleme der Soldaten den Spielern näher bringen will. Und nebenbei rettet man natürlich wieder die Welt, ein bisschen Action muss ja schon sein. Glaubt man EA sollen die Einsätze auf den Erzählungen ehemaliger Soldaten basieren und so möglichst realistisch erscheinen. Der Mehrspieler-Modus soll mit seinen neu eingeführten Fireteam-Buddys einige interessante Neuerungen bringen. Warum der noch wichtiger als euer Donner-Buddy ist lest ihr später im Test.

Wir wollen also heute klären, ob Medal of Honor tatsächlich wieder das Potential hat anderen aktuellen Shootern Konkurrenz zu bieten und ob es sich lohnt für sein Land zu kämpfen – oder ob man nur kurzweilige Unterhaltung bietet.

Bevor es richtig losgeht richten wir noch einen Dank an EA, die uns freundlicherweise ein Testmuster des Spiels bereitgestellt haben.

Anforderungen & Performance Das Spiel "Medal of Honor Warfighter" ist in Deutschland gemäß § 14 JuSchG ab 18 Jahren freigegeben und besitzt dadurch keine Jugendfreigabe. Es kann wahlweise als normale bzw. Limited Edition erworben werden, wobei letzere einen Zugang zur Battlefield 4 Beta garantiert. Über Origin kann man es auch als Digital Deluxe Version beziehen, die den Soundtrack und eine Multiplayer-Freischaltung beinhaltet. Im Origin Store finden wir folgende Mindestanforderungen vor:
  • Intel Core 2 Duo (2,4 GHz) bzw. AMD Athlon X2 (2,7 GHz)
  • ATi Radeon HD 3870 512 MB / Nvidia GeForce 8800 GTS 512 MB (DirectX 10.1)
  • 2 GB RAM
  • 20 GB Festplattenspeicher*
  • DVD Dual Layer Laufwerk (nur für Installation)
  • Windows Vista oder 7 (sowohl 32 Bit als auch 64 Bit)
  • Internet-Zugang für Multiplayer (mind. 1 MBit/s DSL)
Da Medal of Honor eine regelrechte Grafikpracht bietet sollte man sich für die uneingeschränkte Spielbarkeit des Titels allerdings eher an dem empfohlenen System orientieren, welches wie folgt aussieht:
  • Intel Core 2 Quad (3,0 GHz) bzw. AMD Phenom II X4 (3,0 GHz)
  • AMD Radeon HD 6950 1 GB / Nvidia GeForce GTX 560 1 GB (DirectX 11)
  • 4 GB RAM
*Laut Windows Explorer belegt das Spiel ca. 16,3 GB im Installationsverzeichnis.

Wie man sieht hat es zumindest die empfohlene Hardware in sich, wofür man allerdings auch eine wirkliche Grafikpracht bietet, wie bei Battlefield 3 auch. Gleichzeitig ist aber auch auffällig, dass das Spiel deutlich mehr die Grafikkarte als den Prozessor belastet, da dort scheinbar auch problemlos ein etwas älteres Modell ausreicht, während man bei der Grafikkarte ein Modell der vorherigen Generation empfiehlt. Unser Testsystem sieht folgendermaßen aus:
  • Intel Core i7-3770 @ 3,4 GHz
  • AMD Radeon HD 7950 @ 800 MHz / 5.000 MHz
  • 8 GB Arbeitsspeicher @ 1.866 MHz

Die Größe unserer Screenshots senken wir zur besseren Übersichtlichkeit zwar auf 1.600 Pixel Breite, doch das Spiel selbst wird bei uns natürlich bei voller Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln angezockt. Auch die restlichen Einstellungen wie die Schattenqualität, die Terrainqualität oder auch das Anti-Aliasing wurden von uns auf den höchstmöglichen Wert gestellt. Vsync wurde von uns natürlich abgeschaltet, um die maximale Anzahl der FPS messen zu können. Um grob die Spielbarkeit des Titels zu testen haben wir bei der Mission "Der Kreis schließt sich" die Anzahl der Bilder pro Sekunde gemessen. Bei dem Flug über die Bergsiedlung unserer Gegner kamen wir durchschnittlich auf ganze 51,9 FPS, es war also problemlos spielbar. Minimal kamen bei viel Action 40 FPS zustande, das Maximum lag bei 67 FPS. Zu Beginn der Mission hielt sich die Action im nahen Raum zwar in Grenzen, dafür war ein weitläufiges Gebiet sichtbar. Dennoch war es zu jedem Zeitpunkt problemlos spielbar. Grafik & Sound Entwickelt wurde der neueste Titel der Medal of Honor Serie von dem Entwicklerstudio Danger Close, die bereits für den Single Player Modus des Vorgängers zuständig waren. Dieses Mal stammt jedoch das gesamte Spiel aus diesem Studio, als Engine hatte man für den neuen Titel die bekannte Frostbite 2 Engine lizensiert, der bereits bei Battlefield 3 und Need for Speed: The Run Verwendung findet. Diese unterstützt die beiden aktuellen DirectX 10 und DirectX 11 APIs und bietet damit eine gelungene Grafik. Die Physik wird ebenfalls durch die Engine berechnet, weswegen wir auch bei Medal of Honor Warfighter viele Dinge in der Umgebung zerstören können.

Wirklich herausragend bei MoH Warfighter ist die sorgsame Gestaltung aller relevanten Figuren im Spiel. Die (meist bärtigen) Gesichter könnt ihr problemlos den Personen zuordnen, jeder einzelne Soldat hat Wiedererkennungswert. Narben runden das Gesamtbild bei den kampferprobten Leuten ab. Auch die Kleidung und der restliche Körper wirken dank Tessellation sehr detailreich und ausgefeilt, sodass eure Kollegen mit zahlreichen Taschen im Army-Outfit ganz elegant aussehen – alternativ könnt ihr euch aber auch von den auf euch zustürmenden Gegnern in den für die arabische Welt typischen Kleidern überzeugen lassen. Lediglich die Munitionsgürtel mancher Personen wirken eher so, als ob darin Buntstifte statt Patronen stecken. Die Berechnung der Schatten erfolgt in den meisten Fällen ebenfalls recht präzise und abhängig von der Position der Lichtquelle.

Frostbyte-typisch ist aber natürlich auch die gesamte Umgebung sehr detailverliebt gestaltet. Ob es nun die Lehmhäuser der Araber, die teilweise eher Ruinen als wirkliche Wohnhäuser darstellen,  einfache Autoreifen oder auch die zerstörbaren Geländer an den Treppen sind, alles wirkt ordentlich entworfen und erinnert meist sehr an Battlefield 3. Aber daran ist ja auch nichts falsch, schließlich ist dieser Titel auch für seine Grafik berühmt geworden. Matschige Texturen kommen eher selten vor, selbst Kisten und Holzplatten wirken gut strukturiert, höchstens die Felsen im Spiel wirken nicht ganz optimal.

In einem Shooter muss aber natürlich auch das Werkzeug stimmen – genauer gesagt die Waffen. Der Eindruck ist hier etwas gemischt. Einerseits ist die Gestaltung sehr detailreich, auch kleinste Merkmale wie Beschriftungen und Sicherungshebel sind an ihrem Ort. Gleichzeitig wirkt die sogenannte Picatinny-Schiene etwas lieblos gestaltet, von vorn betrachtet wirken die meisten Waffen auch eher wie Spielzeug, da man es nicht mal für nötig gehalten hat das Innere des Laufs schwarz einzufärben. Zugegeben, das ist zwar Kritik auf höchstem Niveau, aber so ganz makellos ist die Grafik eben doch nicht.

Eine kleine Ausnahme in Sachen Grafik bilden die Zwischensequenzen, die allerdings vorgerendet sind und deshalb nicht mit bewertet werden. Hier hat man es wirklich verdammt nah an die Realität geschafft, was extrem beeindruckend ist. Dazu spendiert man dunklen Szenen eine künstliche Körnung, was an Kinofilme erinnern soll. Ohne Frage erzeugen diese kurzen Videos eine gute Atmosphäre.

Der letzte Punkt bleibt wie immer die Tonwiedergabe im Spiel. Auch hier konnte Battlefield 3 überzeugen, unter anderem da man einige Stunden am Schießstand und auf diversen Übungsplätzen verbrachte. Medal of Honor Warfighter macht ebenfalls einen soliden Eindruck. In der Ferne hört man bereits die Schießereien, wenn man sich dazu gesellt knallt es gefühlt aus allen Richtungen und man bekommt das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Die Synchronisation der deutschen Übersetzung ist ebenfalls okay, wir nehmen den Sprechern durchaus die "harten Kerle" ab, allerdings würden wir persönlich doch eher die englische Originalfassung vorziehen. In den Optionen könnt ihr die Lautstärke von Dialogen, Musik und Soundeffekten getrennt einstellen, außerdem lassen sich auch Lautsprechertyp und die Aufstellung (beispielsweise 2.1 oder 5.1 Systeme) auswählen, um den Klang zu optimieren. Fans von Heimkinosystemen dürften hier definitiv auf ihre Kosten kommen! Gameplay Teil 1: Die Story Bereits im Vorfeld wurde zur Gamescom bekannt, dass man bei der Gestaltung der Singleplayer Kampagne stark mit (ehemaligen) Mitgliedern der amerikanischen Spezialeinheit SEAL Team Six zusammengearbeitet hat, um die Missionen möglichst realistisch zu gestalten. Dabei wollte man dem Spieler nahe bringen, was man als Mitglied einer sogenannten Tier 1 Einheit auch außerhalb des Dienstes zu überstehen hat – in diesem Fall sind es Probleme mit der Familie, die ständig um das Überleben ihres Mannes und Vaters bangt. Im Nachhinein wurden auch einige Soldaten zur Verantwortung gezogen, da sie unter anderem Missionsdetails ohne vorherige Absprache an das Entwicklerstudio weitergegeben haben, doch das spielt hier keine Rolle. Am Rande erwähnt sei noch ein großer Vorteil des Singleplayers: Zwar benötigt man Origin, um das Spiel zu starten, doch die Kampagne lässt sich auch ohne Battlelog starten.

Kurz zusammengefasst dreht sich der Einzelspieler-Modus komplett um den Kampf gegen den Terrorismus. So seid ihr weltweit auf der Jagd nach den Drahtziehern von Anschlägen und Herstellern von Waffen, um zahlreiche Leben in eurer Heimat zu schützen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Sprengstoff PETN, der auch in der Realität von Terroristen genutzt wurde. Die gesamte Geschichte ist dabei recht stimmungsvoll gestaltet und zieht einen beim Spielen durchaus in seinen Bann, wenn auch die gesamte Geschichte dahinter teilweise etwas verwirrend wirkt.

Leider ist die Kampagne wieder mal sehr kurz gehalten – lediglich 13 Missionen sind da, um euch zu unterhalten.  Demnach ist das Spiel auch an zwei bis drei Abenden durchgespielt, womit es wohl eher als kurzweilige Unterhaltung zu bezeichnen ist. Wie bei Battlefield liegt auch hierder Fokus auf dem Multiplayer-Modus, sodass man dieses Manko wohl in Kauf nehmen muss. Die Missionen sind  typisch für diese Art von Shootern gestaltet: Viel geskriptete Aktionen, nur wenig bis kein Freiraum für eigene Entscheidungen, aber wenn man sich an tatsächlich durchgeführte Einsätze halten möchte lässt sich das schwer vermeiden.

Positiv fällt beim Durchspielen auf jeden Fall die Vielfalt im Singleplayer auf. Die meiste Zeit verbringt ihr zwar auf zwei Beinen mit Gewehr im Anschlag, doch an zwei Stellen übernehmt ihr auch die Kontrolle über einen schwer bewaffneten Roboter, gegen den der EOD Bot aus Battlefield eher wie Wall-E aus dem gleichnamigen Disney Film wirkt. Zusätzlich dürft ihr auch hinter dem Steuer eines schnellen Wagens die Innenstadt unsicher machen, wenn ihr euren Feind verfolgt oder auch mit einem Gefangenen im Kofferraum vor ihm flüchtet. Zu guter Letzt gibt es auch einen kurzen Einsatz hinter dem Steuer eines Schlauchboots, mit dem ihr Richtung Abholpunkt rast.

Aber so ganz fehlerfrei ist die Kampagne dann doch nicht. Zwar orientiert man sich an realen Einsätzen, doch im Verlauf kommt ihr euch auch oftmals wie Superman vor. In Zeitlupe eine Tür eintreten, um die dahinter befindlichen Gegner auszuschalten ist ebenfalls fernab jeglichen Realismus. Gleichzeitig schaltet ihr hier mit Kopfschüssen neue Methoden zum Öffnen der Türen frei - vom Tomahawk über diverse Sprengstoffe habt ihr eine große Auswahl. Gleichzeitig scheint euer Partner einen unbegrenzten Vorrat an Munition mitzuführen, sodass ihr auch immer genug Patronen zum Verschießen habt. So wirken die Einsätze teilweise eher etwas Hollywood-reif, als durchdacht und präzise durchgeführt. Dennoch bietet die Kampagne einige wenige Stunden Spielspaß, die auf den Multiplayer einstimmt. Gameplay Teil 2: Der Multiplayer Wie bereits erwähnt ist auf längere Zeit eher der Multiplayer zum Zeitverbtreib gedacht, als die Kampagne. Wie es sich für einen aktuellen Shooter gehört sind auch mehrere Spielmodi vorhanden, genau gesagt sind dies: Krisengebiet, Kampfeinsatz, Homerun, Team-Deathmatch und Sector Control. Zusätzlich könnt ihr im Server-Browser auch einen Haken bei "Reale Ops" setzen, was nicht anderes als den Hardcore-Modus aktiviert und den Schwierigkeits-Grad etwas erhöht.

Krisengebiet Hierbei handelt es sich um einen neuen Multiplayer Modus, der in keinem Vorgänger existierte. Dabei existieren auf der Karte insgesamt fünf Ziele, im Shooter-Jargon Bombspots genannt, von denen zufällig ein Spot ausgewählt wird. An diesem müssen die Angreifer in drei Minuten eine Bombe zur Explosion bringen, die Verteidiger müssen genau das Verhindern. Kommt es zu drei Explosionen haben die Angreifer gewonnen, sollten die Verteidiger genau das verhindert haben geht der Punkt für die Runde an sie. Kampfeinsatz Dieser Spielmodus ist bereits aus dem 2010er Medal of Honor bekannt. Dabei müssen die Angreifer alle drei auf der Karte befindlichen Ziele zur Explosion bringen, ohne dass ihnen die sogenannten Tickets ausgehen. Bei diesen Tickets handelt es sich wie bei Battlefield um die Leben der Mitglieder eines Teams. Die Verteidiger hingegen haben eine unbegrenzte Zahl an Tickets und haben lediglich die Aufgabe, die Angreifer davon abzuhalten, die Ziele zu sprengen. Homerun Denkt man an den klassischen Capture-the-Flag Modus zurück kommt dieser Spielmodus dem wohl am nächsten. Deklariert als "Sportmodus" gilt es hier eine von zwei Flaggen zu erobern und zurück zu eurem Startpunkt zu bringen, ohne dass ihr unterwegs das Zeitliche segnet. Insgesamt werden zehn Runden gespielt – schaffen es die Angreifer, die Gegner zu eliminieren bekommen sie einen Punkt. Schalten sie alle Gegner aus und sind im Flaggenbesitz oder bringen sie die Flagge zurück erhalten sie zwei Punkte. Team-Deahmatch Für erfahrene Shooter-Fans wohl selbst erklärend. Keine besonderen Regeln, es gilt nur: Das Team, das zuerst 75 Abschüsse erzielt gewinnt. Dabei sind bis zu 20 Spieler beteiligt, sodass durchaus etwas Action auf der Karte herrscht. Sector Control Der klassische Spielmodus, wie man ihn von Battlefield kennt. Es gilt drei über die Karte verteilte Flaggen einzunehmen und zu verteidigen, wobei jede kontrollierte Flagge Punkte für das eigene Team gibt. Im Idealfall gehören dem eigenen Team natürlich alle Flaggen.

Das alles bietet je nach persönlichen Vorlieben eine gute Basis zum Zeitvertreib. Leider sind nicht ansatzweise so viele Spieler vertreten wie bei Battlefield oder Call of Duty, was dazu führt, dass bei manch einem Spielmodus nur wenige belebte Server vorhanden sind. Dazu kommt das Problem, dass man scheinbar einen schlichten Button vergessen hat, mit dem man das aktuelle Spiel, während es noch läuft, verlassen kann.

Dabei wird stets viel Wert auf euren sogenannten Fire Buddy gelegt, da ihr in jedem Spiel in Zweier-Teams agiert, sofern sich ein Partner zu euch gesellt. Mit diesem Buddy, in gewisser Weise eine verkleinerte Version des Squads von Battlefield, bekommt man durchaus einen etwas unfairen Vorteil, wenn man organisiert spielt. So könnt ihr euch gegenseitig heilen, mit Munition ausrüsten oder auch euren Buddy wieder zum Leben erwecken, wenn ihr seinen Todesbringer innerhalb kurzer Zeit ausschaltet. Das Ganze ist ein interessantes Konzept, allerdings braucht ihr dafür einen real existierenden Buddy, denn mit fremden Leuten ist ein organisiertes Spielen quasi nicht möglich.

Weitere Features Individualisierung Wie in der Realität auch dürft ihr euch zumindest im Multiplayer von Medal of Honor Warfighter eure eigenen Waffen aussuchen und sehr ausführlich anpassen – sofern ihr entsprechende Modifikationen freigeschaltet habt. Im Menü "Meine Waffe" stehen für jede Klasse zwölf Waffen, jeweils unterschiedlich vorkonfiguriert, zur Verfügung, die ihr selbst weiter anpassen könnt. Folgendes steht euch zur Wahl, wobei ihr euch in den meisten Fällen auch noch zwischen Modifikationen verschiedener Hersteller entscheiden kön
  • Optik: Kimme & Korn, Reflexvisier, Standarddoppelvisier
  • Lauf: Nahkampflauf, Standardlauf, Präzisionslauf
  • Mündung: Standardmündung, schallgedämpfte Mündung
  • Griffstück: Nahkampf, Standard, Präzision
  • Magazin: Nur optische Änderung
  • Tarnmuster: Sand, Wald, Erde, Schnee, Stadt, Spezial (jeweils bis zu 16 Muster)

Natürlich könnt ihr aber auch die Klasse eures Soldaten wählen, zur Wahl stehen hier:
  • Scharfschütze: Präzisionsgewehr und vollautomatische Sekundärwaffe
  • Angreifer: Sturmgewehr und Pistole, zusätzlicher Granatwerfer
  • Pionier: Langsame, gepanzerte Einheit mit Maschinenpistole; auf Sprengstoff spezialisiert
  • Kanonier: Maschinengewehr mit Zweibein, Unterstützungseinheit
  • Späher: Sturmgewehr, stärkere Munition, sehr schnell
  • Spec Ops: Sturmgewehr, zusätzlich Infrarotwärmebild um Gegner zu erkennen

Dadurch könnt ihr auf jeder Karte euren individuellen Spielstil durchziehen und euren Partner unterstützen. Zusätzlich stehen jeder Klasse Unterstützungsaktionen zur Verfügung, die nach einer bestimmten Anzahl Kills freigeschaltet werden. Diese sind jeweils in offensive und defensive Aktionen unterteilt, mit denen ihr für kurze Zeit einen starken Vorteil erlangen könnt. Battlelog & Warfighter Nations Der große Vorteil von Medal of Honor Warfighter ist, dass es auch ohne das Battlelog spielbar ist und einen kompletten Serverbrowser bietet. Die oben erwähnten Modifikationen an euren Waffen und euren Soldaten könnt ihr auch nur ingame vornehmen, sodass man sich fragt: Wozu brauche ich dann noch das Battlelog? Wirft man einmal einen kurzen Blick darauf wird das schnell klar. Hier bekommt ihr wie bei Battlefield auch teils sehr ausführliche Statistiken angezeigt und könnt auch nur hier einen Überblick über eure erworbenen Abzeichen bekommen. Somit seid ihr auf längere Zeit auf eine Kombination aus ingame-Browser und Battlelog angewiesen.

Gleichzeitig findet hier das zusätzliche Spiel "Warfighter Nations" statt, welches jede Woche die stärkste Nation im Kampf gegen den Terrorismus kürt. So bekommt ihr bei einem Multiplayer-Spiel bis zu 3 sogenannte Token, die ihr für eure Nation ausgeben könnt. Gebt ihr jeden Tag Token aus bekommt ihr außerdem einen Multiplikator, der eure Token verfielfacht. Am Ende der Woche bekommt jede Nation eine Punktzahl, die sich aus dem Quotienten von ausgegebenen Token und teilnehmenden Spielern errechnet. Zum jetzigen Zeitpunkt belegt Deutschland den siebten Platz, hat aber interessanterweise nach den USA die meisten aktiven Spieler weltweit. Gleichzeitig kommt Uganda mit fünf aktiven Spielern auf Platz 10, was verdeutlicht, dass es nicht auf die bloße Masse ankommt. Fazit Bevor wir zum abschließenden Fazit kommen noch eine kleine Randbemerkung. Bereits seit Anbeginn der Serie wurde Medal of Honor oft in Debatten verwickelt, sei es damals noch wegen der Darstellung von nationalsozialistischen Symbolen oder auch zuletzt die Möglichkeit, im Multiplayer die Rolle der Taliban zu übernehmen. Das gegnerische Team wurde darauf kurzerhand in "Opposing Force" umbenannt. Auch dieses Mal lässt sich so eine Diskussion nicht gänzlich vermeiden, da man hier doch zu einer starken Gewaltdarstellung neigt, die unserer Meinung nach allerdings an keiner Stelle übertrieben wirkt. Man will eben möglichst realistisch erscheinen, weswegen man auch Soldaten zu Rate gezogen hat, die an dem finalen Zugriff auf Osama Bin Laden beteiligt waren. Welche rechtlichen Folgen das für sie hat, da diese Beratung nicht mit dem Kommando abgesprochen war, wird sich noch zeigen müssen.

Damit wären wir aber schon beim ersten Punkt des Fazits. Man betont so oft, dass man Missionen akkurat erzählen möchte, kann diese Linie aber durch verschiedene Spielelemente nicht halten, sodass Medal of Honor Warfighter schon nach kurzer Zeit an eine patriotische Hollywood-Produktion à la "Act of Valor" erinnert. Der Singleplayer bietet ein paar interessante Spielelemente, ist aber schon nach sehr kurzer Zeit durchgespielt und die Story ist auch teilweise etwas durchwachsen. Grafik und Sound sind bei Medal of Honor Warfighter ebenfalls wieder erstklassig, Frostbite 2 sei Dank, doch das macht natürlich nicht alles an einem Spiel aus. Immerhin kann man hier positiv anrechnen, dass der Titel trotz der guten Grafik sehr ordentlich läuft und zum flüssigen Betrieb keine teure High-End-Maschine notwendig ist. Da bei Warfighter aber auf längere Zeit eher der Multiplayer ausschlaggebend sein dürfte gibt es noch ein paar weitere Worte dazu. Zum Release des Spiels war dieser noch mit zahlreichen Bugs übersät, mittlerweile ist er aber doch ganz angenehm spielbar. Zwar gibt es zahlreiche Dinge freizuschalten, doch es fehlen schlichtweg die Spieler und damit die große Auswahl und der Spaß. Wieso? Diese sind bereits mit Battlefield 3 und dem neuen Call of Duty: Black Ops 2 beschäftigt. Deswegen ist Medal of Honor Warfighter leider nur ein weiterer Shooter, bei dem fraglich ist, wie lange er gegen die Größen bestehen kann. Für den Preis gibt es ohne Frage bessere Titel.

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