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AMD Radeon HD 7950: Der kleine Bruder ist da!

Eine Familie braucht ja irgendwie jeder, egal ob Menschen oder Tiere. Gut, Steine und Pflanzen vielleicht nicht, aber zumindest unsere kürzlich getestete Radeon HD 7970 würde sich über einen kleinen Bruder freuen, den sie heute auch endlich bekommt, nämlich die Radeon HD 7950. Nach einigem Hin und Her bezüglich des Releasedatums ist es heute endlich so weit, Tahiti Pro muss sich beweisen.

Wer fleißig mitgezählt hat, der wird feststellen, dass mit der HD 7950 nun die zweite Grafikkarte im Laden steht, die über einen Chip verfügt, der im 28 Nanometer Prozess gefertigt wird. Nachdem die HD 7970 mit ihrem Tahiti XT Chip bereits etwas ihre Muskeln hat spielen lassen folgt nun also der kleine Bruder. Dieser soll laut AMD ebenfalls über eine hohe Leistung verfügen, durch die recht hohe Anzahl der abgeschalteten Shader allerdings auch deutlich sparsamer sein. Wir sind aber von Natur aus Skeptiker und wollen die Karte deswegen selbst unter die Lupe nehmen und testen, ob das denn auch wirklich stimmt.

Der Artikel wird heute logischerweise etwas kürzer auffallen, denn auch wenn die AMD Radeon HD 7950 eine brandneue Grafikkarte ist, so unterscheidet sie sich nicht wirklich von ihrem großen Bruder. Demnach bietet also auch sie sowohl DirectX 11.1 als auch PCI Express 3.0, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Spannend wird heute also vor allem die Antwort auf die Frage, wie man bei AMD den Kompromiss aus Leistung und Leistungsaufnahme gelöst hat. Einigen Gerüchten zufolge soll die HD 7950 problemlos vor einer GeForce GTX 580 liegen – einem ehrwürdigen Gegner, da er zwar eine Generation älter ist aber auch für lange Zeit die Performance Krone trug.

Bevor wir mit unserem Test loslegen geht wie bei uns üblich ein Dank an das Team von AMD bzw. Text100 für die pünktliche Bereitstellung eines Testsamples.

Technische Daten Wie bereits in der Einleitung angedeutet verwenden sowohl Radeon HD 7970 als auch Radeon HD 7950 den gleichen R1000 bzw. Tahiti Chip im 28 Nanometer Format, der jedoch von AMD in eine Tahiti XT und eine Tahiti Pro Variante unterteilt ist. Das hat für AMD natürlich den Vorteil, dass man aus dem gleichen Grafikchip zwei verschiedene Grafikkarten herstellen und im besten Fall auch qualitativ weniger gute Chips verwenden kann. Demnach verfügt auch unser heutiges Testobjekt über einen 365 mm² großen Chip, der im Inneren 4,31 Mrd. Transistoren beherbergt. Wie viele davon aktiv sind ist jedoch eine andere Geschichte.

Auch der Chip der Radeon HD 7950 ist aus den neuen Compute Units aufgebaut, allerdings finden sich hier nur 28 Stück statt der 32 bei der HD 7970. Durch die 64 Stream Prozessoren in jeder CU ergibt sich insgesamt eine Anzahl von 1.792 Stream Prozessoren. Die Anzahl der ROPs bleibt mit 32 Stück konstant, die Texture Units wurden durch die CUs jedoch auch auf 112 Stück beschränkt. Gleich bleibt dafür allerdings der 3 GB große GDDR5 Speicher sowie das 384 Bit breite Interface, über das dieser angebunden ist. Wer wissen möchte, wie eine der genannten Compute Units aufgebaut ist, der sollte sich unser Radeon HD 7970 Review durchlesen. Der ein oder andere kommt jetzt vielleicht auf die Idee, dass man den Chip wieder zu einem vollwertigen Tahiti XT freischalten könnte. Wir konnten es mangels passender BIOS Flash-Software noch nicht ausprobieren, allerdings vermuten wir, dass man aufgrund des Desasters mit der Anzahl der freigeschalteten Radeon HD 6950 Karten diesem Vorgehen dieses Mal einen Riegel vorgeschoben und die Kerne hardwareseitig abgeschalten hat.

Bei der HD 7950 müsst ihr auf die vier rot markierten CUs verzichten.

Da uns heute das Referenzmodell von AMD vorliegt ist die Karte nicht übertaktet und bleibt deswegen bei 800 MHz Kerntakt und 2.500 MHz Speichertakt. Insgesamt ist die HD 7950 also wirklich ein gutes Stück beschnitten, sowohl bei den Shadern als auch beim Takt. Damit fällt der Abstand zwischen den beiden neuen Grafikkarten auch größer aus als bei der vorherigen Generation, wir wollen allerdings nichts vorweg nehmen, bevor wir auch konkrete Benchmark Ergebnisse vor uns haben. Der Vorteil an den Einsparungen: Der Verbrauch dürfte damit auch deutlich sinken.

Aber: Statt eines typischen Verbrauchs nennt uns AMD stattdessen die "Maximum Board Power", also die maximale Last, die die Karte verträgt. Diese liegt bei 200 Watt und damit etwas unter der typischen Leistungsaufnahme einer Radeon HD 7970. Dafür ist die HD 7950 auch stark auf Overclocking ausgelegt.

Dass das Übertakten bei den neuen Chips leicht von der Hand geht haben wir bereits im letzten Test gesehen, Taktsteigerungen von +200 MHz Kerntakt sind dort die Regel gewesen. Dazu allerdings später mehr, zuvor wollen wir nochmal die technischen Daten in einer Übersicht gegenüberstellen:

HD 6970
HD 7970
HD 7950
GTX 580
Codename
Cayman
Tahiti
Tahiti
GF110
Fertigung 40 nm
28 nm
28 nm
40 nm
Transistoren
ca. 2,64 Mrd.
ca. 4,31 Mrd.
ca. 4,31 Mrd.
ca. 3 Mrd.
Kerntakt 880 MHz
925 MHz
800 MHz
772 MHz
Shader-Einheiten 384 (4D)
2.048 (1D) 1.792 (1D) 512 (1D)
Shadertakt -
-
-
1.544 MHz
Speichertakt
2.750 MHz
2.750 MHz
2.500 MHz
2.004 MHz
Speicherart GDDR5
GDDR5
GDDR5
GDDR5
Speicherinterface 256 Bit
384 Bit
384 Bit
384 Bit
FLOPs (MAD)
2.703 GFLOPs
3.789 GFLOPs
2.870 GFLOPs
1.581 GFLOPs
ROPs 32
32
32
48
TMUs
96
128
112
64
DirectX DX11
DX11.1
DX11.1
DX11
Leistungsaufnahme
typisch / maximal
190 / 250 Watt 210 / 250 Watt ? / 200 Watt 244 / ? Watt
Karte im Detail Dieser Abschnitt fällt im heutigen Test leider etwas kürzer aus, was zwei Gründe hat. Einerseits stammt das Testobjekt direkt von AMD, weswegen wir nichts über einen etwaigen Karton oder Zubehör sagen können, andererseits gab es eine kleine Überraschung: Die Radeon HD 7970 und Radeon HD 7950 sind exakt baugleich. Nun ja, fast. Die einzige äußerliche Änderung entdecken wir bei den Stromsteckern, denn hier stehen uns nur noch zwei 6-Pin Stecker zur Verfügung. Mit entsprechenden Lötkenntnissen und einer entsprechenden Buchse wäre damit eine Umwandlung zum großen Bruder relativ problemlos möglich, wird wollen davon aber abraten.

Abgesehen davon sind sie rein äußerlich nicht zu unterscheiden. So ist auch die HD 7950 mit einer Länge von 27,5 Zentimetern recht ausgewachsen und im Schwarz-Roten Design gehalten. Der rote Radiallüfter versorgt alle Komponenten mit Frischluft und hat einen Durchmesser von 70 Millimetern. Eine Backplate gibt es auch hier nicht, sodass uns der Blick auf die Platine erhalten bleibt. Wie also auch bei der zuvor getesteten Karte verfügt die HD 7950 über je einen HDMI 1.4a und DVI Ausgang sowie zwei weitere mini DisplayPort 1.2 Ausgänge. Damit uns aber nicht gänzlich die Wörter ausgehen werfen wir noch einen etwas genaueren Blick auf die Platine unserer HD 7950. Und entgegen dem ersten Eindruck erwarten uns hier doch einige weitere Änderungen, die uns die HD 7950 von ihrem großen Bruder unterscheiden lassen.

Als erstes fällt auf, dass die Spannungsversorgung etwas beschnitte wurde. Während der Chip einer HD 7970 noch über 6 Phasen mit Strom versorgt wird stehen dem Tahiti Pro Chip einer HD 7950 nur noch 5 Phasen bereit. Als eine Phase bezeichnet man übrigens eine Kombination aus einer Spule, einem Kondensator und einem Schaltkreis, die rechts neben den Speichermodulen von Hynix aufgereiht sind. Der zweite Unterschied ist ein fehlender Kondensator unter dem linken Stromstecker, sodass wir dort insgesamt nur noch drei Stück vorfinden. Zu guter Letzt wäre noch erwähnenswert, dass man "rechts unten" zwei kleine SMD Widerstände gegen einen größeren R47 Widerstand ersetzt hat. Das ist aber auch alles, was uns aufgefallen ist. Alle Änderungen wurden auf dem Bild von uns rot eingekreist, als Vergleich nehmt ihr am besten unser Foto aus dem Radeon HD 7970 Review.

Am Kühler der HD 7950 hat sich ansonsten nichts getan. Auch hier besteht er aus einer schwarzen Metallplatte, die für die Kühlung von Speichermodulen und Spannungsphasen verantwortlich ist, sowie einer Vapor Chamber aus Kupfer, die den Chip kühlt und mit zahlreichen Lamellen verbunden ist. So viel also zum Aussehen der Karte, bevor es zu den Benchmarks geht erläutern wir noch unseren Testaufbau. Testsystem Als Grundlage für unser Testsystem nutzen wir ein Lancool K63 Gehäuse, das durch die vielen Lüfter gut belüftet ist und auch für große Grafikkarten genug Platz bietet. Damit auch aktuelle Grafikkarten nicht in ihrer Leistung beschränkt werden nutzen wir einen Intel Core i7-2600K, welcher auf 4,1 GHz übertaktet wurde, in Verbindung mit einem Gigabyte GA-Z68X-UD7-B3 Mainboard. Als Netzteil kommt ein Scythe Chouriki Plug-In mit 850 Watt zum Einsatz, das im Zweifelsfall auch problemlos CrossFire und SLI Gespanne betreiben kann. Als Massenspeicher dient eine Corsair Force 3 120 GB, auf der das Betriebssystem und die meisten Benchmarks untergebracht werden. Spiele hingegen finden auf der Western Digital WD5000AACS mit 500 GB Platz. Als schnellen Zwischenspeicher haben wir ein 4 GB Kit von G.Skill aus der ECO Reihe mit 1.600 MHz verwendet. Zur Kühlung des Hauptprozessors setzen wir auf eine H80 Wasserkühlung von Corsair, die mit Halterungen für alle aktuellen Sockel perfekt ausgestattet ist und auch alle Chips bei einer guten Temperatur halten kann. Allerdings wurde sie mit zwei Nanoxia FX-1250 Lüftern versehen, um die Lautstärke etwas zu dämpfen.

Zur Ermittlung der Werte wurden folgende Grafikkarten und Treiber verwendet: - AMD Radeon HD 7950 3 GB - Catalyst 11.12 - PowerColor Radeon HD 7970 3 GB - Catalyst 11.12 - XFX Radeon HD 6970 2 GB - Catalyst 11.12 - EVGA GeForce GTX 570 SuperClocked 1,28 GB (mit Referenztakt) - GeForce Treiber 285.62 - Zotac GeForce GTX 580 AMP!² 3 GB (mit Referenztakt) - GeForce Treiber 285.62 Synthetische Benchmarks Den Anfang in Sachen Benchmarks machen bei uns die synthetischen Benchmarks. Konkret setzen wir dabei auf den älteren DirectX 10 Benchmark 3DMark Vantage sowie die aufpolierte Version mit DirectX 11, den 3DMark 11. Als Programmierer von Benchmarks hat Futuremark bereits einige Erfahrung und lastet bereits seit (Grafikkarten-)Generationen die Grafikchips so stark aus, wie es zu erscheinen kein erhältliches Spiel schafft. Das ist allerdings auch wichtig, da die Lebenszeit des Benchmarks so deutlich verlängert wird. Der 3DMark 06 aus dem Jahr 2006 beispielsweise lieferte damals klare Ergebnisse, heute unterscheiden sich die Werte der verschiedenen Karten nur noch minimal. Zusätzlich haben wir auch den Unigine Heaven Benchmark mit einbezogen, der zur Einführung der Radeon HD 5000 Karten als erster DirectX 11 Benchmark erhältlich war. Durch die zahlreichen Patches sind alte Ergebnisse mitunter nicht zu vergleichen, doch der Vollständigkeit halber wollten wir ihn nicht auslassen.

Bei beiden Settings liegt die HD 7950 vor der GTX 580 von Nvidia, was auch ihr erklärtes Hauptziel ist. Der Unterschied liegt bei ca. 6 - 9%, was nicht nach viel klingt, aber im Zusammenhang mit Leistungsaufnahme und Preis doch ganz ordentlich ist. Der Vorsprung des großen Brudes ist indessen auch nicht gerade gering, sodass sich die vier fehlenden CUs hier doch bemerkbar machen.

Wie wir bereits beim letzten Mal feststellten arbeitet der 3DMark Vantage stark zugunsten der neuen AMD Grafikkarten. Dabei behält die HD 7950 ihren Abstand zur GTX 580 bei, Der Vorsprung der HD 7970 steigt im Extreme Preset sprunghaft an, was nur bedingt durch die vier zusätzlichen CUs zu erklären ist.

Auch im Heaven Benchmark von Unigine bleibt die Performance konstant hoch, sodass sich die HD 7950 auch hier mit einem gewissen Vorsprung vor die GTX 580 setzen kann. Alles in allem zeigt sich hier also schon ein klares Bild: Dank neuer Architektur steckt der neue kleine Bruder die GTX 580 ohne Probleme in die Tasche, was an sich schon einmal ein gutes Zwischenergebnis ist. Ob sie diese Leistung auch in aktuellen Spielen beibehält wollen wir im nächsten Abschnitt feststellen! Spiele Benchmarks Teil 1 Wir haben die bisher genutzten Grafikkarten in insgesamt sechs Spielen gebencht, darunter sind ANNO 2070, Deus EX: Human Revolution, DiRT 3, Metro 2033, Crysis 2 und Battlefield 3. Vielleicht fällt es manchen auf: Es handelt sich dabei ausschließlich um DirectX 11 Titel. Wie bereits zuvor mit dem 3DMark 06 angedeutet eignen sich DirectX 9 Spiele wie The Elder Scrolls V - Skyrim oder Call of Duty: Modern Warfare 3 nur noch begrenzt um die Leistung aktueller Grafikkarten zu messen. Nichts desto trotz bekommen wir so einen guten Einblick in die Leistung unserer Karten.

Den Anfang macht heute ANNO 2070, bei dem wir mit Fraps die Frames pro Sekunde im Intro der ersten Mission aufgezeichnet haben. Dabei werden uns die vorhandenen Anlagen auf einer Insel gezeigt, was die Grafik durchaus beansprucht. Alle Einstellungen wurden dabei auf die höchstmöglichen Werte gesetzt.

Weiter geht es mit Deus Ex: Human Revolution, bei dem wir den Frame-Verlauf während einer Kampfszene zu Beginn des Spiels aufgenommen haben. Da diese nicht stets komplett gleich verläuft kann es hier zu kleinen Abweichungen kommen, insgesamt spiegelt es jedoch die Leistung ganz gut wieder.

Den Abschluss bei unseren "Einsteiger-Benchmarks" bildet DiRT 3, bei dem wir die Karten über das integrierte Benchmark-Tool auf einer norwegischen Rallystrecke getestet haben. Wie schon länger bekannt ist, ist es etwas auf AMD Grafikkarten optimiert, weswegen die Werte nicht unbedingt repäsentativ sein müssen. Nun geht es aber zum zweiten Teil mit den wirklich anspruchsvollen Sachen! Spiele Benchmarks Teil 2 Wie so oft in der Spielegeschichte sind die bisher gebenchten Spiele auch recht anspruchsvoll, doch wirkliche Maßstäbe setzt immer wieder ein Genre: Nämlich das der Ego-Shooter. Und genau davon haben wir jetzt auch wieder drei Stück, die wohl derzeit zu den leistungshungrigsten Titeln gehören.

Um das Spiel Metro 2033 zu benchen nutzten wir eine Szene aus dem Abschnitt "Cursed Station", bei dem wir uns mit unseren Mitstreitern verschanzen und von einer Horde Mutanten angegriffen werden. Durch das relativ lang anhaltende Feuergefecht wird die Grafikkarte extrem stark ausgelastet, was eine hohe Leistung erfordert. Insgesamt kann sich die HD 7950 deutlich von der Konkurrenz absetzen und macht den Titel auch bei höchsten Einstellungen spielbar.

Nachdem bereits der erste Teil durch seinen Hardwarehunger berühmt wurde setzt auch der zweite Teil von Crysis hohe Ansprüche an die Hardware und ist damit ideal für uns. Um eine möglichst hohe Auslastung zu bekommen nutzten wir eine Szene aus dem Level "Lebender Toter", in der wir von den Aliens beschossen wurden. Zusätzlich haben wir auch das DirectX 11 Update installiert. Der Vorsprung zur GTX 580 schrumpft hier sehr stark, ist aber nach wie vor vorhanden. Grund dafür sind vermutlich wieder starke Optimierungen seitens Nvidia, was anscheinend öfter bei Top Shootern von EA der Fall ist.

Den Abschluss bildet heute die Parade-Disziplin in Form unseres Shooters des Jahres 2011, Battlefield 3. Mit der Frostbite 2 Engine ist dieser Titel ebenfalls sehr anspruchsvoll. Wir nutzten deshalb die Ultra-Voreinstellungen und einer Szene vom Anfang des Spiels, bei dem Fahrzeuge explodieren und wir aus vielen Ecken beschossen werden. Doch irgendwie scheint die Frostbite 2 Engine dem Team von AMD nicht so ganz zu liegen, denn Battlefield 3 ist der einzige Titel, bei dem die HD 7950 hinter der GTX 580 landet. Hier liegt die Hoffnung nach wie vor auf zukünftigen Treiberupdates, mehr lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Insgesamt also kein schlechtes Ergebnis für den Neuling, aber da in ihm noch so viel ungenutztes Potential steckt folgt nun noch ein Abschnitt zum Thema "Übertakten"! Overclocking Wie wir bereits im letzten Test festgestellt haben lassen sich die neuen Radeon HD 7900 Grafikkarten relativ leicht und stark übertakten, sodass wir diesen Aspekt heute nicht auslassen wollten. Dazu haben wir uns wieder mehrere "Stufen" ausgesucht, um die Karte zu übertakten. Die Grundlage bildet natürlich der Standardtakt (800 / 1.250), wobei der Sprung zur ersten Stufe (900 / 1.360) sogar recht groß ist. Weiter geht es mit der zweiten Stufe (1.000 / 1.470) und zum Abschluss das absolute Maximum (1.100 / 1.575), das uns der Catalyst durchgehen lässt. Der Speicher hat demnach die gleiche Grenze wie bei der HD 7970, was vermuten lässt, dass auch die gleichen Chips verwendet werden.

Über die verschiedenen Benchmarks hinweg zeichnet sich wieder ein klares Bild ab: Die prozentuale Taktsteigerung ist proportional zu den Bildern pro Sekunde, was für eine ausgezeichnete Takt-Skalierung spricht. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass ihr wieder PowerTune auf +20% stellt, damit euch nicht zwischendurch der Saft ausgeht. Zusätzlich stellt es auch absolut kein Problem dar, die HD 7950 auf das Niveau einer HD 7970 zu bringen, es müssen nur ein paar Regler verschoben werden. Dieses Mal haben wir allerdings auch den Verbrauch beim Übertakten gemessen:

Der Grund für den starken Anstieg bei der höchsten Übertaktungsstufe liegt darin, dass wir die Spannung leicht anheben mussten. Während mit den normalen 1,09 V die ersten beiden Stufen kein Problem darstellten mussten wir sie für die letzte Stufe auf 1,12 V erhöhen, was für die Karte durchaus noch verträglich ist. Dennoch wollen wir euch natürlich ans Herz legen, die Karte nur mit einem anderen Kühler derart stark zu übertakten! Leistungsaufnahme & Kühlung Wir haben bereits zu Beginn des Reviews angedeutet, dass die Radeon HD 7950 einen guten Kompromiss aus Leistung und Verbrauch darstellen soll. Bevor wir diese These bestätigen können wollen wir aber zuerst ein paar Messungen durchführen, um zu sehen, wieviel Leistung die HD 7950 in verschiedenen Situationen aufnimmt. Für unsere Messungen lassen wir deshalb den PC einmal im Leerlauf, wiederholen unsere Szene aus Crysis 2 für die Lastmessung und geben eine Szene aus dem Film Sherlock Holmes in 1080p Auflösung mit GPU-Beschleunigung wieder.

Im Idle Betrieb liegt die Leistungsaufnahme knapp unter der des großen Bruders, was allerdings im Bereich der Messtoleranzen liegt. Ähnliches gilt für den Verbrauch bei ZeroCore Power, das die Grafikkarte im Standby Betrieb bei ausgeschaltetem Monitor komplett deaktiviert. Da sie deaktiviert wurde liegt nahe, dass die Differenz von 1 Watt von einer anderen Komponente im System stammt.

Das sind also die Zahlen, auf die wir gewartet haben. Und sie sehen gut aus. Knappe 50 Watt weniger als die HD 7970 sind wirklich ein Spitzenwert, wir vermuten allerdings langsam, dass dieser extreme Unterschied aus der Spannungsdifferenz resultiert. Da wir aber mit den Standard-Werten gebencht haben soll uns das vorerst egal sein, denn in genau diesem Zustand wird die Karte ja von den meisten Leuten verwendet.

Erfreulicherweise ist unser Neuling auch bei der Multimedia-Wiedergabe etwas sparsamer, wobei nach wie vor keiner von beiden an die Konkurrenz von Nvidia herankommt. In Sachen Verbrauch eines HTPCs sind diese nach wie vor Spitzenreiter. Wir können nur wieder appellieren, dass dieser Mangel in Zukunft behoben wird. Die komplette Kühlkonstruktion ist von der Radeon HD 7970 übernommen und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass in Sachen "Lautstärke" die gleichen Bedingungen gelten. So ist die Grafikkarte im Idle Betrieb sehr leise und im ZeroCore Power Modus sogar komplett unhörbar, woran bisher keine andere Grafikkarte herankommen kann. Unter Last hat man hier das gleiche Problem wie der große Bruder, nur ist die Abwärme nicht ganz so groß, weswegen auch die Lautstärke etwas geringer ausfällt. Nichts desto trotz wird auch die HD 7950 beim Zocken anspruchsvoller Spiele extrem laut, weswegen man im Idealfall mit Kopfhörern spielt oder gleich einen komplett anderen Kühler verbaut.

Die Temperaturen gehen dafür soweit in Ordnung, je nach Übertaktungsgrad können sie natürlich auch ein Stück oberhalb unserer Messwerte liegen. Alles in allem also wieder solide Werte, mit Ausnahme der hohen Lautstärke und Leistungsaufnahme bei 1080p Wiedergabe. Fazit Nachdem man bereits Ende letzten Jahres offiziell die schnellste Single-GPU-Grafikkarte der Welt vorstellen konnte durften wir uns heute auch vom kleinen Bruder überzeugen. Natürlich ist dieser Titel durchaus wichtig, doch nicht alle können sich eine derart potente Grafikkarte leisten, weswegen die heute vorgestellte Radeon HD 7950 vermutlich für einige Gamer eher in Frage kommen könnte. Eine gute Grundlage war also schon da – ein funktionierender 28 Nanometer Prozess, eine erfolgreiche erste Grafikkarte, da war es nicht schwer, Tahiti Pro zu entwickeln. Die Leistung der HD 7950 kann man wohl unterschiedlich betrachten. Für eine Grafikkarte der nächsten Generation fällt der Abstand zur älteren HD 6970 gar nicht so groß aus, was wir allerdings auch schon bei der HD 7970 beanstandet haben. Wir hatten eben irgendwie mehr erwartet. Von Konkurrenten à la GTX 590 oder HD 6990 wollen wir deswegen gar nicht sprechen, der Fokus liegt viel eher auf der GTX 580 als Gegner. Diese nimmt sie durchaus gut auf's Korn und kann sich auch in den meisten Disziplinen von ihr absetzen, mit Ausnahme von Battlefield 3. In höheren Auflösungen würde sich der Vorsprung vermutlich weiter erhöhen, da es uns an einem entsprechenden Monitor mangelt konnten wir das allerdings nicht testen.

Die Kühllösung der Radeon HD 7950 ist vielleicht nicht unbedingt optimal, aber immer noch ausreichend. Scheinbar hat das Design mit dem Radiallüfter trotz neuer Vapor Chambers seinen Höhepunkt erreicht, sodass sich merkliche Steigerungen nur noch mit einem größeren und schneller drehenden Lüfter erreichen lassen – was natürlich zu Lasten der Ohren geht. Immerhin wird sie nicht so extrem laut wie ihr großer Bruder, was aber auch zu erwarten war. Wirklich hervorragend sind natürlich die Werte in Sachen Leistungsaufnahme. Insgesamt nimmt die HD 7950 deutlich weniger Energie auf als die Konkurrenz, auch die aus dem eigenen Haus, womit sie den bereits erwähnten perfekten Kompromiss aus Leistung und Verbrauch darstellt. Wer doch etwas mehr Leistung benötigt, der kann das gute Stück problemlos übertakten und auf das Niveau des großen Bruders bringen. Wir hätten dennoch nie gedacht, dass sie tatsächlich 50 Watt weniger benötigt und so bekommt sie wohl für jeden eine Empfehlung, der sich einen schnellen, aber sparsamen PC zusammenbauen möchte. ZeroCore Power ist natürlich wieder mit von der Partie und senkt die Leistungsaufnahme noch weiter, bis sich die Karte komplett ausschaltet. Passt man sein Windows entsprechend an kann dieses Feature wirklich Gold wert sein! Doch wie sieht denn nun die Marktlage der neuen Radeon HD 7950 aus? Zum Zeitpunkt unseres Tests ist nur eine Grafikkarte gelistet, AMD selbst nennt uns jedoch zwei konkrete Zahlen. So beträgt die unverbindliche Preisempfehlung seitens AMD stolze 449 Euro, die Preise sollen allerdings auch schon bei 419 Euro beginnen und aufwärts gehen. Denkt man an die Preise von Radeon HD 6950 und HD 5850 sind diese Zahlen enorm hoch angesetzt, wenn man aber bedenkt, dass eine GeForce GTX 580 mit ca. 400 Euro (1,5 GB) bzw. ca. 465 Euro (3 GB) in einem ähnlichen Preisrahmen liegt und doch in den meisten Disziplinen locker überboten wird, relativiert sich das Ganze wieder. Alles in allem ist die AMD Radeon HD 7950 wirklich eine lohnende Investition für den "kleineren" Geldbeutel und schafft auch ein gutes Gewissen beim Thema Leistungsaufnahme, weswegen wir sie prinzipiell allen Lesern empfehlen können.
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