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Kingston USB 3.0 Media Reader Kurztest

Das Problem selbst ist fast so alt wie die Menschheit selbst: Wie bekomme ich meine Daten von einem externen Gerät auf meinen Computer? Okay, vielleicht existiert das Problem doch erst seit dem großen Durchbruch der Digitalkameras, doch das macht es heute umso wichtiger. Zwar lassen sich viele Kameras, Handys und andere Dinge auch per USB Kabel mit dem Rechner verbinden, doch das erfordert einerseits immer ein passendes Kabel und andererseits findet die Übertragung oftmals ermüdend langsam statt.

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Kingston USB 3.0 Media Reader

Natürlich haben sich kluge Köpfe Gedanken darüber gemacht und eine Lösung gefunden: Ein Kartenlesegerät! Entsprechend der vielen Formate für Speicherkarten blühten damals auch viele der “100-in-1” Geräte auf, meistens handelte es sich dabei aber nur um billige Ware, die früher oder später den Geist aufgab. Das gute Stück das wir heute betrachten stammt allerdings aus dem Hause Kingston und hat deswegen auch einen gewissen Anspruch zu erfüllen. Und das Beste: Es setzt bereits auf USB 3.0!

Und genau dieser Punkt ist eigentlich auch der Wichtigste. Mit den immer größer werdenden Datenmassen nimmt auch die Zeit zu, diese zu übertragen. Die Lösung dafür sind neue Standards wie USB 3.0 oder für die Speicherkarten selbst UHS-I (Ultra High Speed). Bis diese sich verbreiten braucht es immer eine gewisse Zeit, doch irgendwann muss alles einen Anfang finden. Und bei uns macht den heute der Kingston USB 3.0 Media Reader (FCR-HS3), der viele verschiedene Speicherkartenformate unterstützt und obendrauf noch über eine USB 3.0 Schnittstelle verfügt. Nun gilt es also herauszufinden, ob diese dem Otto-Normal-User auch etwas nützt oder nur auf dem Papier gut aussieht.

Wie immer geht auch ein Dank an Kingston, die uns freundlicherweise ein Testexemplar des Geräts zur Verfügung gestellt haben.

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Wer sich den Kingston USB 3.0 Media Reader bestellt oder ihn im Laden erwirbt, der bekommt ihn in einer Blisterverpackung serviert, die sich wie so oft nur umständlich öffnen lässt. Darin finden wir schließlich den Kartenleser selbst und ein passendes USB Kabel vor, mehr aber auch nicht. Wozu auch, die Nutzung ist mehr oder weniger selbsterklärend und Treiber sind für den Kartenleser nicht erforderlich. Ist die Auspack-Prozedur abgeschlossen wollen wir das gute Stück erst mal von allen Seiten betrachten. Die Oberfläche besteht aus gebürstetem Aluminium und ist mit einem Kingston Schriftzug und einem Wabenmuster versehen. Der Schriftzug dient Dank einer LED gleichzeitig als Zugriffsindikator. Der Kartenleser muss wohl nicht jedem gefallen, fällt auf dem Schreibtisch aber durchaus auf. Ansonsten finden wir schwarzen Kunststoff vor, auf dem wie immer jede Berührung sofort sichtbar wird, aber wirklich störend ist das bei dem Zwerg nicht.

Auf der Vorderseite finden sich dann also die Einschübe für die verschiedenen Kartenformate, auf der Rückseite der Anschluss für das USB Kabel und auf der Unterseite leider keinerlei Gummifüße, weswegen der Media Reader auf dem Tisch auch nie wirklich still stehen will. Übrigens lässt sich das kleine Gerät auch ohne Probleme mit einem micro USB 2.0 Kabel verwenden, falls man das originale einmal verlegt haben sollte, nur ist dann natürlich auch die Geschwindigkeit eingeschränkt.

Aber wie sieht es denn in Sachen Leistung aus, bringt der neue Standard denn überhaupt etwas? Die Antwort lautet vermutlich “jain”, denn die Leistung, die eine moderne Speicherkarte bereitstellt, wird von einem guten Kartenleser mit USB 2.0 Anschluss noch problemlos ausgereizt. Da rechnerisch bis zu 40 MB/s möglich sind macht USB 3.0 in der Theorie nur bei High Performance Karten Sinn. Ob das in der Praxis auch so ist wollen wir jetzt herausfinden.

Deswegen haben wir uns für den Test an zwei Rechnern vergriffen, nämlich an einem Desktop PC mit AMD Phenom II X6 1100T und ASUS M5A99X EVO sowie einem ASUS Eee PC 1215B. Die stärkere Maschine besitzt sowohl USB 2.0 als auch USB 3.0 Anschlüsse und eignet sich daher bestens zum Vergleich, der Eee PC sollte den Vergleich mit einem internen Kartenleser herstellen. Als Speichermedien verwenden wir eine SanDisk Extreme HD Video SD-Karte mit 16 GB (max. 30 MB/s), eine SanDisk microSDHC-Karte mit 16 GB und eine etwas ältere SanDisk M2-Karte mit 2 GB.

HDTune 5.00 Media Reader (USB 3.0)
Media Reader (USB 2.0)
interner Kartenleser
SanDisk Extreme HD Video (16 GB)
30,9 MB/s
30,7 MB/s
9,5 MB/s
SanDisk microSDHC (16 GB)
19,1 MB/s
19,2 MB/s
9,4 MB/s
SanDisk M2 (2 GB)
9,4 MB/s
9,2 MB/s
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In der Tabelle wird auf den ersten Blick sichtbar, was theoretisch zu erwarten war. Da die maximale Netto-Datenrate des USB 2.0 Standards bei ca. 40 MB/s liegt bringt uns ein USB 3.0 Kartenleser bei den meisten Speicherkarten keinen wirklichen Vorteil. Lediglich sehr schnelle Modelle wie die SanDisk Extreme Karten mit max. 45 MB/s oder sogar 95 MB/s können von der neuen Schnittstelle profitieren, allerdings sollten die wenigsten über derartige Speichermedien verfügen, da sie dementsprechend teuer sind. Dass die Datenraten des Laptops derart weit unten liegen resultiert vermutlich aus der schwachen Hardware.

Also alles nochmal kurz zusammengefasst: Beim Kingston USB 3.0 Media Reader handelt es sich durchaus um ein performantes Stück Hardware, das allerdings auch an einem USB 2.0 Anschluss noch gut zurecht kommt.

Technische Daten: - Schnittstelle: USB 3.0 (kompatibel zu USB 2.0) - Abmessungen: 16 x 93 x 52 Millimeter (H x B x T) - Gewicht: ~100 Gramm - Unterstützte Kartenformate: CompactFlash Type I & II, SD, SDHC, SDXC, microSD, microSDHC, microSDXC, Memory Stick, Memory Stick PRO, Memory Stick Duo, Memory Stick PRO Duo, Memory Stick M2 - Besonderheiten: Support für UDMA 0-6, Support für UHS-I

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Wie immer folgt nun noch der abschließende Blick auf das Produkt und gegebenenfalls eine Empfehlung. Was bekommt man nun also mit dem Kingston USB 3.0 Media Reader? Wohl das, was zu erwarten war: Einen grundsoliden Kartenleser. Ob man ihn benötigt muss wohl jeder selbst für sich entscheiden, da viele eventuell ein einfaches USB Kabel für Kamera und Handy bevorzugen, anstatt die Karte herauszunehmen.

Wer allerdings große Datenmengen von seinen Speicherkarten kopiert der könnte mit diesem Gerät durchaus etwas Zeit sparen, da es das Maximum jeder Karte ausreizt und die Transferraten nicht unnötig gebremst werden. Dass das gute Stück USB 3.0 beherrscht ist dabei eher als kleiner Bonus anzusehen, da sich das erst bemerkbar macht, wenn man über eine High Performance Karte verfügt oder von mehreren Karten gleichzeitig liest. Die Netto Datenrate von USB 2.0 liegt bei ca. 40 MB/s, in der Tabelle auf Seite 2 seht ihr, wie weit normale Karten davon noch entfernt sind.

Wirkliche Nachteile sucht man hier vergebens, wir finden lediglich, dass Gummifüße und ein zusätzliches Gewicht für etwas mehr Standfestigkeit gesorgt hätten, so segelt das Fliegengewicht zum Teil über den Tisch oder steht nach oben, was dem relativ steifen USB 3.0 Kabel zu verdanken ist. Das Design ist wirklich Geschmackssache und passt wohl eher zu einem Gaming Rechner als auf einen Schreibtisch im Büro, aber das sollte eigentlich keinen stören. Schlussendlich bekommt der Kingston USB 3.0 Media Reader von uns eine klare Empfehlung, da er sehr gute Datenraten und eine saubere Verarbeitung bietet. Zwar gehört er mit einem Preis von 21,72 Euro (idealo.de / Stand 21.12.2011) nicht zu den billigsten erhältlichen Modellen, wirklich teuer ist das allerdings auch nicht und das Geld damit gut investiert.

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