Die Live-Demonstration des Spiels während der Electronic Entertainment Expo (E3) sorgte zum Anfang der „Messesaison“ (kurz nach der E3 fanden die Gamescom, die Pax Prime und die Tokyo Gameshow statt) für den vorläufigen Höhepunkt des Spannungsbogens der erst mit der offenen Betaphase im Oktober kurz vor dem Release getoppt wurde. Auch an uns ist diese Entwicklung nicht vorübergegangen, wir haben seit den ersten Ankündigungen regelmäßig über Neuigkeiten zu Battlefield 3 berichtet, da ist es nur logisch dass wir uns nun mit einem ausführlichen Review die PC Version einmal genauer ansehen.
Bei einem mit solcher Spannung erwarteten Spiel wie Battlefield 3 stellt sich wohl fast jeder Interessierte die Frage „Läuft Battlefield 3 auf meinem PC“. Während Konsolenspieler traditionell von dieser Frage verschont bleiben ist sie für viele Besitzer von PCs eine alte Bekannte. Wir haben Battlefield 3 daher auf verschiedenen Systemen unterschiedlicher Leistungsklassen mit unterschiedlichen Einstellungen ausprobiert um so ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Zum Test der Performance haben wir die Einzelspielermissionen „Donnerlauf“ und „Operation Guillotine“ auf den verschiedenen Systemen unter den angegebenen Einstellungen gespielt und die Performance in Bildern pro Sekunde (Frames per Second, FPS) ausgelesen und diese Resultate miteinander verrechnet. Hierzu sei gesagt, dass auch bei FPS-Raten knapp unter der oft zitierten 25er Marke ein relativ flüssiges Gameplay bestehen bleibt, so das sich z.B. Panzerfahrten auch mit 21-22 FPS noch annehmbar bestreiten lassen, in den Infanteriesequenzen reicht diese Performance jedoch leider nicht aus. Unsere Testsysteme im Überblick: System 1: Intel Core i5-2500K übertaktet auf 4,5 Ghz, Radeon HD 6970, 8 Gigabyte RAM, Windows 7 Professional. System 2: Intel Core i7-2600K übertaktet auf 4,5 Ghz, Geforce GTX 460 um ca 15% übertaktet, 4 Gigabyte RAM, Windows 7 Professional. System 3: Intel Pentium Dual-Core E2180 übertaktet auf 3 Ghz, Radeon HD 3870, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, Windows 7 Professional. Diese Systeme haben die folgenden Resultate erzielt:

In Battlefield 3 stehen neben reinen Einzelspielermissionen im Rahmen der Kampagne auch sechs verschiedene Koop-Karten, die das gemeinsame Bestreiten von Missionen mit Freunden ermöglichen sollen, zur Verfügung. Leider waren diese Missionen während unseres Testzeitraums nicht nutzbar, jeder Versuch eine Koop-Mission zu starten endet damit dass sich das Spiel selbsständig beendete und im Battlelog eine Meldung über einen Verbindungsabbruch zum Server erschien. Eine Schwäche von der wir zwar annehmen das Dice sie zeitnah beheben wird, die aber für ein so vollmundig angekündigtes Spiel schlicht peinlich ist, hier müssen wir leider ein paar Punkte bei der Bewertung abziehen.
In Battlefield 3 stehen im Wesentlichen drei Multiplayermodi zur Verfügung: Conquest, Rush und Deathmatch. Da diese Spielmodi jedoch in verschiedenen Varianten angeboten werden erhöht siche die effektive Zahl der Spielmodi deutlich. Conquest (mit mehr Spielern unter dem Titel „Conquest Large“) Dies ist der klassische Spielmodus der die Battlefield-Reihe auszeichnet. Zwei Teams treten auf verschiedenen Karten unterschiedlicher Größenordnungen gegeneinander an und versuchen die Kontrollpunkte zu erobern und dort ihre jeweilige Flagge zu hissen. Wird ein Spieler eliminiert und nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne von einem Teamkollegen reanimiert muss er neu Spawnen. Das Team, welches zuerst keine Spawntickets mehr hat (beide Teams starten die Runde mit dem gleichen Kontingent) hat die Runde verloren. Neben dem Eliminieren von Mitgleidern des gegnerischen Teams können die Tickets des gegnerischen Teams auch darüber reduziert werden, dass das eigene Team die Mehrheit der Kontrollpunkte auf der Karte kontrolliert. Deathmatch (als „Squad Deathmatch“ mit vier statt zwei Teams) : Hier ist der Name Programm, zwei bzw. vier Teams treten gegeneinander an um in vorgegebener Zeit so viele Frags wie möglich zu erzielen, das Team welches am Ende der Runde die meisten Frags erzielt hat gewinnt die Runde. Rush (als „Squad Rush“ mit kleineren Teams und weniger MCOM Stationen): Dieser Spielmodus war bereits in der offenen Betaphase enthalten. Hier treten zwei Teams gegeneinander an. Auf der Map sind mehrere MCOM-Stationen verteilt, das Verteidiger-Team hat (wenig überraschend) die Aufgabe diese Stationen zu verteidigen während das angreifende Team ein bestimmtes Kontingent an Respawntickets besitzt um diese Stationen (in einer vorgegebenen Reihenfolge) zu zerstören. Gelingt die Zerstörung einer Station, bzw. die Zerstörung aller Stationen die zum aktuellen Abschnitt der Map gehören, werden neue Respawntickets auf das Konto der Angreifer gutgeschrieben und ein neuer Mapabschnitt mit einer bzw. zwei neuen Stationen wird aktiviert, entsprechend werden auch die Spawnpunkte verschoben. Gelingt es den Angreifern die letzte Station auf der Map zu zerstören haben sie die Runde gewonnen, die Verteidiger gewinnen die Runde indem sie die Angreifer solange aufhalten bis all ihre Respawntickets aufgebraucht sind. Die breite Auswahl an Spielmodi stellt erfreulich viel Abwechslung bereit, mit Conquest wird klassische Battlefield-Kost in modernem Gewand geboten die (wenn man von teilweise unbalancierten Maps einmal absieht) auf ganzer Linie überzeugt. Die Deathmatch-Varianten sind für ein Battlefield-Spiel bisher neue Features, sie erweitern Battlefield 3 neben dem stark von Taktik geprägten Conquest-Modus um eine Spielvariante die sehr viel stärker auf Action und schnelle Frags ausgelegt ist. Die Rush-Spielmodi sind ebenfalls neu und bieten einen Mix aus dem taktischen Anspruch von Conquest und der schnellen Action vom Deathmatch, die vorgegebene Reihenfolge zur Zerstörung der Stationen erinnert an die „Flag by Flag“ Spielweise aus Battlefield 2 bei der die Reihenfolge in der die Kontrollpunkte erobert werden dürfen festgelegt war. Insgesamt versprechen die abwechslungsreichen Mehrspielermodi langanhaltenden Spielspaß, eine Vielzahl von freischaltbaren Features oder Waffen sollte dabei ausreichend Anreiz bieten sich mit den verschiedenen Soldatenklassen zu beschäftigen.
Heute gehört ein gewisser Grad an individuell anpassbaren Bereichen des Gameplays zum guten Ton, auch bei Battlefield 3 finden wir entsprechende Features. Praktisch jedes Gewehr kann mit einer Reihe von Optionen an den eigenen Spielstil oder den Bedarf auf der jeweiligen Map angepasst werden. Der erste von insgesamt drei Erweiterungsslots steht für optische Zielhilfen zur Verfügung, hier gibt es vom einfachen Visier, über unterschiedlich stark vergrößernde Zielfernrohre bis zum Infrarotdisplay eine breite Auswahl an Zielhilfen. Im Zweiten Slot werden verschiedene Bedienhilfen ausgewählt, beispielsweise stehen hier ein längs gerichteter Griff am Lauf des Gewehrs, ein zweiter senkrechter Griff oder ein Fuß zur stabilen Auflage des Gewehrs auf einer Mauer oder dem Boden zur Verfügung. Den dritten und letzten Slot haben die Entwickler für verschiedene Fähigkeiten oder Ausrüstungsmodifikationen vorgesehen, hier können Aufsätze für die Gewehrmündung oder beleuchtete Aufsätze, wie z.B. ein Laser zur Zielhilfe oder eine Taschenlampe für dunkle Schlachtfelder, gewählt werden. Battlelog & Origin:
Zu der für Battlefield 3 zwingend erforderlichen Software „Origin“ wurde bereits hinreichend berichtet und diskutiert. Aus unserer Sicht ist das was Publisher Electronic Arts mit den weitreichenden Rechten, zum Erheben, Speichern und Nutzen von Daten die die Spieler dem Unternehmen durch die Lizenzvereinbarung zugestehen müssen, anstellt äußerst bedenklich. Andere Magazine hatten bereits über mögliche Rechtsbrüche in der entsprechenden Lizenzvereinbarung berichtet. Uns liegt derzeit kein juristisches Gutachten vor daher beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Betonung für wie fragwürdig wir diese Praxis halten und müssen Battlefield 3 leider einige Punkte in der Bewertung abziehen.Wäre Battlefield 3 ohne Origin vollständig spielbar würden wir diese Software nicht in die Bewertung mit einbeziehen, der Zwang zur Installation und Nutzung dieser Software lässt uns jedoch keine andere Wahl. Hier zeigt der Daumen abwärts, auch wenn dies Battlefield 3 nur bedingt angelastet werden kann. Das Onlineportal Battlelog, welches zunächst den Eindruck erweckt ein hochspezialisiertes „Facebook für Battlefield 3“ zu sein, zeugt zwar von großen Ambitionen seitens EA bzw. Dice jedoch krankt das Portal an einigen Schwächen. Während unserer Testphase stimmte die angezeigte Anzahl der freien Slots auf einem Server in keinem einzigen Fall und die Latenzzeit zwischen unserem Testsystem und dem Server (allgemein als „Ping“ bezeichnet) war zwar als Spalte im Serverfilter vorgesehen, wurde jedoch nie angezeigt. Als Alternative zur manuellen Auswahl eines Servers steht die Option „Quickmatch“ bereit. Diese soll anhand der eingestellten Eigenschaften einen geeigneten Server finden, leider dauert diese Suche teilweise mehrere Minuten was uns für ein modernes Spiel eindeutig zu lang ist. Versucht man mit Freunden gemeinsam zu spielen verstärkt sich dieses Phänomen, manuell ist ein Server mit der nötigen Anzahl freier Slots kaum zu finden, und die Serversuche mittels „Quickmatch“ zieht sich noch weiter in die Länge. Wir gehen jedoch hier davon aus, dass diese Schwächen ähnlich wie bei den Koop-Missionen zeitnah behoben werden und belassen es mit Blick auf die Wertung bei einem kleinen Minus. Flexible Platoons und scheinbar quantitativ unbeschränkte Freundeslisten ermöglichen die Pflege einer großen Menge von Ingame-Kontakten und wenn die Suche nach einem Server einmal abgeschlossen ist macht das gemeinsame Spiel mit mehreren Freunden doch sehr viel Spaß.

















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