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Bowers & Wilkins MM-1 im Test: HiFi-Klang per USB?

Der Name Bowers & Wilkins mag nicht jedem ein Begriff sein, und doch hat er Ausstrahlungskraft. Die Kombination zweier Familiennamen steht für Tradition und Perfektion, wie bei so vielen High-Fidelity-Manufakturen. Dabei ist es mit der Tradition nicht so lang bestellt, wie man vermuten könnte. 1965 eröffnen die Gründer John Bowers und Roy Wilkins erstmals einen kleinen Elektroladen im britischen West Sussex, der unter anderem handgebaute Boxen vertreibt. Bereits im Jahr darauf wird die B&W Electronics Ltd. gegründet, und von dort nimmt die Firma einen steilen Aufstieg, entwickelt sich zu einem der führenden Häuser in Sachen Lautsprecherbau. Das fällt auch den Verantwortlichen der berühmten Abbey Road Studios in London auf, die seit 1988 auf Boxen von Bowers & Wilkins setzen. Bis heute läuft diese Kooperation, derzeit verwendet man im Aufnahmestudio, wo schon die Beatles, Pink Floyd  und viele andere bekannte Pop-Bands Platten produzierten und Filmmusiken von Star Wars über Harry Potter bis Herr der Ringe aufgenommen wurden, Standlautsprecher der 800-Serie mit Diamant-Hochtöner.

Es sind High-End-Produkte dieser Art, die Bowers & Wilkins auszeichnen. Große Lautsprecher aus edlen Materialien, mit extravaganter Optik und perfektioniertem Klang, die für den Normalverbraucher weder interessant noch bezahlbar sind. Und doch fanden die Briten im neuen Millenium den Weg zum gehobenen Breitenmarkt. Neben der konsequenten Weiterentwicklung der renomierten Lautsprecherserien passte man sich dem allgemeinen Trend an und baute 2007 erstmals ein iPod Dock, um entsprechende Zielgruppen zu erreichen. Statt der bekannten, edlen Holz-Optik setzte man eher auf eine Kombination aus Aluminium und dunklen Tönen. Mit seinem Design und der iPod-Unterstützung konnte das Ei-förmige Dock auch größere Kundengruppen begeistern, während der Klang dem Namen Bowers & Wilkins gerecht wurde. Im vergangenen Jahr betrat die kleine Audio-Schmiede dann gänzlich Neuland: Mit dem P5 kam der erste Kopfhörer von Bowers & Wilkins auf dem Markt.

Später im gleichen Jahr erschien dann auch das erste Paar 2.0-PC-Boxen, das uns den Anlass lieferte, uns mit Bowers & Wilkins zu beschäftigen. Die MM-1 halten sich an die mit dem Zepellin Air eingeführte Optik von Aluminium mit dunklem Stoff und sind so bereits als Design-Objekt für den Schreibtisch interessant. Gleichzeitig hat Bowers & Wilkins natürlich immer den Anspruch, auch klanglich Maßstäbe zu setzen.Und das in einem zuvor nicht angetasteten Segment, dem der PC-Boxen. Die MM-1 werden per USB betrieben und besitzen somit ihre eigene Soundkarte samt Signalprozessor, um den Klang aufzupolieren. Im Gegensatz zu den großen Boxen des Herstellers werden die MM-1 wohl in aller Regel nicht mit unkomprimierten Daten versorgt, sondern müssen sich um die Wiedergabe komprimierter MP3s und ähnlicher Formate kümmern. Ob der Einstieg in den PC-Bereich gelingt und die MM-1 qualitativ auf ganzer Linie überzeugen können, erfahren Sie in unserem Test.

Vorab möchten wir uns ganz herzlich bei Bowers & Wilkins, vertreten von der Agentur Tsching, Derassa & Bum, für die flexible und problemlose Bereitstellung des Testmusters bedanken. <h1>Lieferumfang</h1>

Angeliefert werden die MM-1 in einer großen, schwarzen Box mit praktischem Haltegriff, die im inneren üppig Platz für die doch recht kompakten Lautsprecher und das Zubehör bereithält. Dazu gehören selbstverständlich die benötigten Kabel für die Inbetriebnahme sowie ein Netzteil. Darüber hinaus werden eine kleine Fernbedienung sowie ein kurzes Klinke-Klinke Verlängerungskabel mitgeliefert, das beim Anschluss externer AUX-Quellen, wie beispielsweise MP3-Playern, benötigt wird. Obligatorisch ist außerdem die Schnellanleitung samt Garantiehinweis. Als kleines Schmankerl legt Bowers & Wilkins außerdem ein Poster bei, das verschiedene B&W-Produkte, unter anderem in den Abbey Road Studios, zeigt und damit so manche Wand optisch aufwertet.

Der Lieferumfang in der Übersicht:

  • Slave-Box
  • Master-Box
  • Klinke-Klinke Kabel
  • mini-USB Kabel
  • AC-Adapter (Euro- und UK-Stecker)
  • Fernbedienung
  • Schnellanleitung
  • Poster

Technische Daten <table class="contenttable" border="0" cellpadding="0" cellspacing="1"> <tbody> <tr> <td class="head" style="text-align: center;" colspan="4">Bowers & Wilkins MM-1</td> </tr> </tbody> <tbody> <tr> <td class="grey">Frequenzgang</td> <td>38 Hz – 22 kHz</td> </tr> <tr> <td class="grey">Ausgangsleistung (Verstärker)</td> <td>4x 18 W</td> </tr> <tr> <td class="grey">Leistungsaufnahme</td> <td>12 W
</td> </tr> <tr> <td class="grey">Leistungsaufnahme Standby</td> <td>< 0,8 W
</td> </tr> <tr> <td class="grey">Chassis</td> <td>75-mm Tiefmitteltöner, 25-mm-Hochtöner</td> </tr> <tr> <td class="grey">Material</td> <td>ABS-Kunststoff, Oberplatte: Alumnium, Stoffabdeckung</td> </tr> <tr> <td class="grey">Eingang</td> <td>3,5 mm analog (AUX), mini-USB</td> </tr> <tr> <td class="grey">Ausgang</td> <td>3,5 mm Kopfhöreranschluss</td> </tr> <tr> <td class="grey">Abmessungen (BxHxT)</td> <td>100 x 170 x 100 mm</td> </tr> <tr> <td class="grey">Gewicht</td> <td>2x 850 g</td> </tr> </tbody> </table> <table class="contenttable" border="0" cellpadding="0" cellspacing="1"> <tbody> </tbody> </table> <h1>Details & Besonderheiten</h1>
Während die beiden Lautsprecher auf den ersten, frontalen Blick identisch sind, offenbart ein genaueres Hinschauen wichtige Unterschiede. Die rechte Box ist die sogenannte Master-Einheit. Sie beinhaltet die Digitaltechnik, die das eingehende Datenmaterial zum Abspielen aufbereitet. Das wird im Betrieb unter anderem daran deutlich, dass metallene Oberseite in angeschaltetem Zustand schnell heiß wird. Die Finger verbrennt man sich daran zwar nicht; dennoch werden recht hohe Temperaturen erreicht.

An den Computer wird die Master-Box per USB angeschlossen, wird also lediglich mit den rohen Musikdateien versorgt. Damit sind die MM-1 von der PC-Soundkarte unabhängig, da sie selber einen Soundchip besitzen. Beim Anschluss installieren sich die MM-1 selbst und sind sofort betriebsbereit. Die Kabel-Ausgänge hat man bei Bowers & Wilkins clever am Fuß der Box positioniert: So verlaufen die Kabel durch maßgeschneiderte Aussparungen im ringförmigen Standfuß aus Kunststoff und sind somit weitestgehend unsichtbar. Zu jeder Zeit müssen drei Kabel angeschlossen sein: Eines zur Stromversorgung über das Netzteil, das miniUSB-Kabel als Verbindung zum Computer sowie das vierpolige Kabel, das die Signale zur linken “Slave”-Box liefert. Die wiederum hat das Kabel fest integriert. An der rechten Box befinden sich an der Rückseite außerdem noch ein AUX-Eingang für externe Quellen wie MP3-Player sowie ein Kopfhörer-Ausgang, beide in Form einer 3,5-mm-Klinke Buchse.

Hier wird bereits der erste Schwachpunkt des Boxensystems deutlich: Das Verbindungskabel zwischen den Boxen ist etwas kurz geraten, sodass man sie auf dem Schreibtisch nicht viel weiter als einen Meter voeinander entfernt positionieren kann. Das mag durchaus so gedacht sein, aber bei größeren Schreibtischen wird so die Möglichkeit ausgeschlossen, die MM-1 jeweils an den Enden aufzustellen. Unterbringen kann man die Boxen indes quasi überall: Sie haben eine annähernd quadratische Grundfläche mit abgerundeten Ecken, die gerade einmal 100 cm² einnimmt. Damit sind die Boxen sehr kompakt und sehr platzsparend, sodass sie auch auf überfüllten Schreibtischen locker Platz finden dürften.

Die Außmaße sind bei beiden Boxen in der Tat gleich, wie auch die Optik im Allgemeinen. Die Lautsprecher sind rundum mit schwarzem Stoff bespannt und offenbaren keine Einblicke in die darunter liegende Klangtechnik. So weiß man nur aus dem Datenblatt, dass sich darunter jeweils ein 75-mm-Tiefmitteltöner sowie ein 25-mm-Hochtöner befinden. Diese Einteilung findet sich allerdings in der optischen Gestaltung wieder. Auf etwa zwei Drittel der Höhe werden die Boxen von einem Ring aus gebürstetem Aluminium eingefasst, der an der Front die schwarze Aufschrift “Bowers & Wilkins” trägt. Die Master-Box besitzt links davon noch eine kleine, verschiedenfarbige LED-Leuchte, die über den Zustand (An/Aus) informiert und Befehle der Fernbedienung mit Blinken quittiert. Im Betrieb leuchtet die LED blau. Wer zur Bedienung nicht auf die Fernbedienung zurückgreift, kann auch die seitlichen Knöpfe an der Master-Box nutzen: Links in den Alu-Ring integriert befindet sich der Anschalter, der durch sanften Druck betätigt wird. Ebenso lässt sich an der rechten Seite die Lautstärke-Wippe benutzen. Auf der Rückseite haben beide Boxen eine vertikale Aluminium-Leiste, die lediglich den Buchstaben “R” oder “L” als Seitenangabe am oberen Ende aufweist.


Die meisten Benutzer werden für die Bedienung jedoch zur mitgelieferten, kleinen Fernbedienung greifen. Die wird von einer (natürlich ebenfalls enthaltenen) 3-V-Knopfzelle mit Energie versorgt, die sich mit einem Handgriff auf der Rückseite freilegen lässt. Die Fernbedienung ist optisch ebenso ausgearbeitet wie die Boxen selbst: Statt Standard-Design im Quaderformat hat sie die Optik eines abgeflachten Eis; auf der Oberseite mit schwarzem Klavierlack, unten mit spiegelndem Aluminium. Mit seinen kompakten Außmaßen liegt sie gut in der Hand, während sich alle Knöpfe, sieben an der Zahl, mit dem Daumen problemlos erreichen lassen. Die Fernbedienung wird vor zum An- und Abschalten sowie zur Lautstärkeregelung genutzt; allerdings besitzt sie auch eine Play/Pause-Taste sowie Tasten zum Vor- und Zurückspulen, die direkt den PC ansteuern (ähnlich wie bei einer Multimedia-Tastatur). Auch eine Mute-Taste, die die Boxen sofort verstummen lässt, befindet sich auf der Fernbedienung. Die Tasten sind allesamt perfekt eingepasst und überzeugen in der Bedienbarkeit mit gutem Druckgefühl. Während unseres Tests konnten wir bei der Bedienung per Fernbedienung keinerlei Mängel ausmachen.

Qualitativ geben sich auch die Boxen keine Blöße. Der schwarze Stoff, der einen Großteil der Gehäuse umspannt, wirkt hochwertig und ist straff. Die Oberseite sowie die Einfassung aus gebürstetem Aluminium werten die Optik zusätzlich auf. Mängel in der Verarbeitung lassen sich nicht feststellen; alles wirkt wie aus einem Guss, die Spaltmaße sind konstant und der Stoff ist perfekt angebracht. Ärgerlich ist nur, dass die MM-1 teilweise recht viel Staub ansammeln. Das gilt insbesondere für den leicht flexiblen Kunststoff-Standfuß. Die Lautsprecher machen einen soliden Eindruck und lassen sich kaum eindrücken. Ihr recht hohes Gewicht sorgt außerdem dafür, dass sich recht standfest sind. <h1>Klangbeurteilung</h1>

HiFi-Fans werden den MM-1 zweifellos kritisch gegenüberstehen. Kein Holz-Gehäuse, keine gewöhnliche Optik, kompakte Abmessungen. Das allein schafft bereits keine guten Vorzeichen für einen zufriedenstellenden Klang auf hohem Niveau. Aber auch die Anschlussart wird so manchem Audiophilen übel aufstoßen: Die MM-1 werden weder über herkömmliche Lautsprecherkabel versorgt (was einen zusätzlichen Verstärker wie bei den Scythe KroCraft mini voraussetzen würde), noch über ein optisches Signal oder per Cinch. Stattdessen wird deutlich gemacht, an welche Kundengruppe die MM-1 sich hauptsächlich richten: An Nutzer, die für guten Klang auch gerne mehr Geld ausgeben und sich gleichzeitig nicht um aufwendige Verkabelung oder eine richtige HiFi-Anlage kümmern wollen. Deshalb werden die MM-1 primär per USB betrieben. Damit macht man sich einerseits nicht von einer schwachen OnBoard- oder Notebook-Soundkarte abhängig, verschenkt aber gegebenenfalls das Potenzial einer besseren Soundkarte. Die MM-1 nehmen vom PC lediglich die rohen Daten (zumeist also in Form von MP3 oder ähnlichen Formaten) entgegen und kümmert sich selbst über den integrierten digitalen Signalprozessor um die Umsetzung in ein analoges Signal. Ähnlich wie einige MP3-Player (wie der Philips GoGear SA5295) werden die komprimierten Signale dabei wiederaufbereitet, was im Wesentlichen mehr Dynamik zur Folge hat.


All diese Überlegungen außen vor lassend, schlagen sich die MM-1 in der Praxis sehr überzeugend. Wir haben uns beim Testen fast ausschließlich auf qualitativ hochwertige MP3-Dateien beschränkt, zumeist mit 320 kbps, teilweise aber auch mit variablen Bitraten (VBR) mit einem Durchschnitt von ca. 200 kbps. Bei beiden Verfahren wird eine Qualität erreicht, die vom menschlichen Gehör praktisch nicht mehr von der einer Audio-CD unterscheidbar ist.

So ist es zunächst die beeindruckende Transparenz, mit der die MM-1 sich auszeichnen. Der Klang ist extrem klar, entfaltet ein erstaunliches Maß an Tiefe und ist in seinen einzelnen Lagen klar differenzierbar. Damit geht eine weitere Stärke der MM-1 einher, nämlich der überzeugende Raumklang. Diese Disziplin, die viele PC-Boxen weniger gut beherrschen, meistern die Bowers & Wilkins mit Bravour. Instrumentengruppen sind klar voneinander distanziert und können, beispielsweise in Orchesteraufnahmen, sehr genau im Raum lokalisiert werden. Damit entlarven die beiden Boxen auch schlecht abgemischte Aufnahmen, die sich bei erstaunlich vielen Pop-Songs finden. Die Abstimmung ist Bowers & Wilkins damit sehr gut gelungen, kein Frequenzbereich wirkt dominant und überschattet den Rest des Klangs. Dabei kann man durchaus feststellen, dass die Höhen und der Mittenbereich leicht angehoben sind, sodass der Klang mitunter brilliant wirkt, ohne dabei ein solides Bassfundament vermissen zu lassen. Ganz im Gegenteil, der Klang wirkt natürlich und authentisch. Dazu trägt auch die wirklich exzellente Detailauflösung bei. Selbst leise Stimmen im Hintergrund oder subtile Perkussions-Elemente lassen sich ohne weiteres ausmachen, ebenso wie Bass-Linien unter dem Hauptbeat, wie man es sonst nur von InEar-Hörern kennt.

Ebenso souverän geben sich die MM-1 im Bassbereich. Der Tiefgang des Basses ist, gerade in Anbetracht der geringen Größe der MM-1, beeindruckend, und so reicht das Spektrum der Bowers & Wilkins selbst in sehr tiefe Bereiche hinab. Das Erstaunliche hierbei ist aber die Präzision, mit der die MM-1 selbst Töne am unteren Ende des Frequenzbereichs wiedergeben. Dröhnen tritt lediglich bei extrem tiefen Lagen und entsprechenden Aufnahmen auf (so etwa beim Anfang von “One of these Nights” von den Eagles). Unschönes Wummern unterlassen die Boxen fast vollständig und liefern stattdessen einen satten, knackigen Tiefton ohne Unschärfen. Allenfalls bei bassbetonter Musik, also etwa Techno oder Hip-Hop, kann es passieren, dass einem der standardmäßige Bass nicht ausreicht, aber auch hierfür hat Bowers & Wilkins das passende Gegenmittel: Über den sich automatisch beim Anschluss an den PC installierenden Treiber lässt sich einerseits der Equalizer auf 23 Bändern anpassen. Für den Bass können wir allerdings die vorinstallierte Bassverstärkung empfehlen: Die verpasst dem Tiefton etwas mehr Kraft und macht die Wiedergabe bassbetonter, ohne den Gesamtklang zu verfälschen. Auch mit der Bassverstärkung werden die MM-1 nur selten durch Dröhnen auffällig, und auch Rock-Stücke und andere Genres profitieren von der Tiefton-Anhebung. Gleichzeitig ist klar, dass Boxen dieser Ausmaße die Wohnung nicht zum Wackeln bringen werden und auch nicht für Party-Beschallung gedacht sind. Die Kraftentfaltung ist dennoch erstaunlich, wenn man bedenkt, wie wenig Volumen die MM-1 mitbringen. So ist auch die laute und durchdringende Bespielung von normalen Wohnräumen kein Problem.

Wie bereits angesprochen sind die MM-1 sehr transparent abgestimmt, und besitzen damit eher einen Fokus auf Mitten und Höhen als auf einen dominanten Bass. Das kommt den Boxen gerade bei klassischer Orchestermusik zugute, so etwa bei den Stücken “Mars” und “Jupiter” aus den Planeten von Gustav Holst. Die MM-1 schaffen es, selbst filigrane Höhen mit Nachdruck wiederzugeben, wenn auch teilweise mit einem zu großen Maß an Brillianz, das im Extrembereich zeitweise ins Klirren übergeht. Gleiches gilt bei höhenlastigen Trance-Stücken, auch wenn sich hier zeigt, dass die Bowers & Wilkins nicht für Party-Musik ausgelegt sind, da sie im Zweifel nicht die Kraft eines Subwoofer-Systems erreichen. Umso besser schlagen sie sich bei gesangsbetonteren Rock- und Pop-Songs.

Letztlich gibt es am Klang der MM-1 wenig zu kritisieren. Größenbedingt fehlt es teils etwas an Volumen, doch bei PC-Boxen muss davon ausgegangen werden, dass der Hörer entsprechend nah an den Boxen sitzt. Erstaunlich ist die überzeugende und druckvolle Basswiedergabe, die so ein solides Fundament für den feinen und klaren Klang der oberen Lagen bildet. Die Schwächen der Boxen sind schwer zu finden und lassen sich leicht vernachlässigen, sodass man sie eigentlich nur loben kann. Sei es die Transparenz, die hervorragende Räumlichkeit, der überzeugende Bass oder der auffällig hohe Detailgrad, die MM-1 schlagen sich durchweg sehr gut. Man muss eingestehen, dass Bowers & Wilkins sein Handwerk versteht, denn mit den MM-1 liefert man klangtechnisch Spitzenklasse und spielt in einer ganz anderen Liga als etwa die Kro Craft von Scythe, und das per USB. <h1>Fazit</h1>


Die MM-1 verhalten sich wie viele andere Premium-Produkte: Es gibt, abgesehen von einigen wenigen Schwächen, wenig Raum für Kritik. Bei den MM-1 wären das zum Beispiel die knapp bemessene Kabellänge sowohl des Verbindungskabels zwischen den Boxen, als auch des mitgelieferten Klinke-Klinke-Kabels, das für die meisten Zwecke schlicht zu kurz ist. Beim Klang lässt sich allenfalls kritisieren, dass die Boxen nicht die gleiche Ausgangsleistung liefern wie größere Systeme, allerdings relativiert sich dies, wenn man den Platzbedarf der MM-1 betrachtet.

Abgesehen davon schlagen sich die MM-1 durchweg sehr achtbar. Die Qualitätsanmutung ist, wie man erwarten darf, sehr gut und lässt, mit Ausnahme des etwas minderwertig wirkenden, für die Standfüße verwendeten Kunststoffs, kaum Wünsche offen. Die Kabelführung  (Anschlüsse an der Unterseite) hat man bei Bowers & Wilkins gut gelöst, die Fernbedienung ersetzt die Tasten an den Boxen zuverlässig.

Die Kerndisziplin ist bei Boxen, und das ist bei den Bowers & Wilkins MM-1 nicht anders, der Klang. Es ist vornehmlich dieser Bereich, in dem sich die PC-Boxen auszeichnen. USB und integrierte Soundkarte zum Trotz (oder: gerade deshalb?) liefern die MM-1 hervorragenden Klang, den man einem solchen 2.0-System allein schon wegen seiner kompakten Ausmaße kaum zutrauen würde. Die Bowers & Wilkins machen aus MP3-Dateien reinen Hörgenuss und sind universell verwendbar, ob am Notebook, Desktop-PC oder anderen USB-Geräten. Von der Quelle unabhängig sind sie klanglich durchweg überzeugend, und zeichnen sich durch einen präzisen Bass mit Tiefgang, exzellente Detailauflösung und Klarheit im gesamten Klangbild aus.

Aufgrund ihrer Eigenschaften kann man die Bowers & Wilkins MM-1 uneingeschränkt empfehlen. Allerdings gibt es den einen Haken, den sie mit den angesprochenen “Premium”-Produkten teilen. Es handelt sich dabei um den Preis, der mit derzeit knapp 500 Euro sehr happig ausfällt, wenn man bedenkt, dass es sich um ein 2.0-Boxensystem für den PC handelt, das über USB betrieben wird und das HiFi-typische Holz ebenso vermissen lässt wie einige andere Eigenschaften, die der Experte vermissen wird.

Die MM-1 richten sich an ein Publikum von entsprechend spendierfreudigen Personen, die selbst am Arbeitsplatz oder im Wohnzimmer am Laptop volle Klangqualität genießen wollen, ohne sich dabei groß um Verkabelung oder die Anschaffung zahlreicher Komponenten kümmern zu wollen. Sie sind im Wesentlichen ein Breitenprodukt mit HiFi-Anspruch, und dieses Konzept geht erstaunlich gut auf, denn die MM-1 bieten genau das, was sie versprechen. Sie sind schnell und ohne Aufwand angeschlossen und bieten exzellenten Klang in edlem Finish, sodass sie gar als Designerobjekt durchgehen können. Das rechtfertigt nicht den überhöhten Kaufpreis, entschädigt aber für einiges, denn wenn die MM-1 einmal auf dem Schreibtisch stehen und ihre Klangstärke ausspielen, möchte man sie nicht mehr missen.

Bilder: Christopher Marx

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