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Cowon X7: Touchscreen-Player mit Festplatte im Test

Der Markt für MP3-Player verkommt mehr und mehr zu einer Nische im Elektronikgeschäft. Das ist nichts neues; man berücksichtige, wie stark der Markt für Mobiltelefone gewachsen ist. In den oberen Segmenten sind es Smartphones, die als kompakte Alleskönner wahrlich jede Aufgabe von der einfachen SMS bis zur Textverarbeitung, und natürlich der Musikwiedergabe beherrschen. Mittlerweile sind jedoch selbst einfache Geräte häufig auch als MP3-Player verwendbar. Modelle, denen diese Funktion fehlt, lassen sich nur noch schwer verkaufen. Der Trend scheint also zu einem mobilen Gerät zu gehen, das alles kann. Das bezieht sich nicht nur auf Handys; auch Geräteklassen wie Tablet-PCs, Netbooks und jüngst das iPad werden als mobiler Musikplayer genutzt. Das Abspielen von Audio-Dateien ist so schon lange keine Eigenschaft mehr, die ein Produkt, das sich allein darauf spezialisiert, rechtfertigt. Eine Ausnahme hierbei bildet hier nach wie vor Apples iPod, der zwar im eigenen Hause mit dem iPhone einen starken Konkurrenten hat, sich aber nach wie vor einiger Beliebtheit erfreut. Apples iPod-Modelle besitzen offenbar Merkmale, die den Kunden trotz vermeintlicher Überflüssigkeit eines MP3-Players ansprechen. Diese kann man wohl in der Benutzerfreundlichkeit, im Design und nicht zuletzt in der großen Anzahl von Apps und der WLAN-Unterstützung des iPod Touch wiederfinden. Damit hat sich der iPod einen Platz auf dem Markt erarbeitet, sodass Apple nahezu ein Monopol besitzt.

  Der koreanische Hersteller Cowon indes gibt sich als Premium-Produzent für qualitativ hochwertige Player aus. Der von uns kürzlich getestete Touchscreen-Player J3, der im Segment des iPod Touch platziert ist, konnte zwar durchaus überzeugen, hat aber wenig herausragende Merkmale.
Einen Angriff auf den iPod Classic startet Cowon nun mit dem X7, der auf dem europäischen Markt noch nicht erhältlich ist. Der Player besitzt als Hauptspeicher eine Festplatte mit einer Kapazität von 120 oder 160 Gigabyte und setzt sich schon damit von einem Großteil des Marktes ab, der vorwiegend Modelle mit Flash-Speicher bereithält. Selten ist außerdem die Verbindung von gewöhnlicher Festplatte und Touchscreen, die nicht einmal der iPod bietet. Ungewöhnlich ist hierbei auch die Art des Displays: Es handelt sich nicht um einen kapazitiven Bildschirm, der Berührungen über ein elektrisches Spannungsfeld registriert, sondern um eine tatsächlich drucksensitive Oberfläche, die leicht eingedrückt werden muss. Diese Technik ist weit weniger verbreitet als die üblicherweise verbauten, kapazitiven Touchscreens. Unser Test des Creative ZEN X-Fi2 mit drucksensitivem Display zeigte deutlich die Schwächen dieses Typs von Bildschirm auf.   Umso gespannter waren wir auf den X7, der mit Festplatte und berührungsempfindlichen Display eine ganz eigene Nische besetzt. Ob der Cowon X7 auch für ein größeres Publikum als die Cowon-typisch recht kleine Zielgruppe aus Käufern mit besonderem Augenmerk auf den akustischen Fähigkeiten und hoher Verarbeitungsqualität interessant sein kann, zeigt unser Test eines importierten X7-Modells.

Lieferumfang  

  Die kompakte weiße Schachtel, die den Cowon X7 beherbergt, enthält folgendes:
  • Cowon X7 Player
  • Cowon SE2 EarBud-Kopfhörer (asymmetrisch)
  • USB-Kabel (non-Standard)
  • Netzteil
  • Mini-CD mit Handbuch
  • Kurzanleitung
  • Handschlaufe
 

  Statt der mittlerweile häufig verwendeten InEar-Kopfhörer entscheidet sich Cowon, wie schon beim Cowon J3, für die klanglich meist unterlegenen EarBud-Modelle namens SE2. Das lange USB-Kabel lässt keine Wünsche offen und ermöglicht den komfortablen Anschluss des Players an jeden Computer, ohne dass der Player selbst unter dem Schreibtisch verschwinden muss. Ein echter Luxus ist das mitgelieferte Netzteil, mit dem man den Player per USB-Kabel auch über die Steckdose aufladen kann. Bei den meisten Playern gehört dies nicht zum Lieferumfang und muss zusätzlich gekauft werden.  

 

  Technische Daten
Cowon X7 – Technische Daten
Abmessungen 78,6 x 126,9 x 14,5 mm (BxHxT)
Gewicht 212 g
Kapazität Flash-Speicher 2 Gb
Kapazität Festplatte 120/160 Gb
Speicherkartenslot
Bildschirmtyp 4,3“ TFT-LCD Touchscreen (drucksensitiv)
Auflösung 480 x 272 Pixel (16 Mio. Farben)
Akku-Typ Lithium-Polymer
Laufzeit Musik (Herstellerangabe) max. 103 Stunden
Laufzeit Video (Herstellerangabe) max. 10 Stunden
Audio-Formate MP3, WMA, OGG, FLAC, APE, WAV, Audible
Video-Formate AVI, WMV, ASF
Video-Codecs DivX 3/4/5, Xvid SP/ASP, WMV 7/8/9
Bild-Formate JPG
Text-Unterstützung ja (TXT)
Equalizer JetEffect 3.0; 35 Presets, manueller 5-Band EQ
Klang-Effekte BBE, Mach3Bass, 3D Surround, MP Enhance, Stereo Enhance, Reverb
Rauschabstand 95 DB
Radio UKW-Empfänger inkl. Aufnahmefunktion
integr. Mikrofon ja
Lautsprecher ja
Tastensperre (mechanisch) nein
Dateibrowser ja
USB ja (non-Standard)
Bluetoth Bluetooth 2.9 Stereo Headset, A2DP / AVRCP
Zusatzfunktionen Flash-Unterstützung, Notepad, Notizen (Bildschirmtastatur), Taschenrechner, Stoppuhr mit Countdown, Sleep Timer, Wecker
Der Player im Detail  

  Der von den technischen Daten herrührende Eindruck, dass es sich beim Cowon X7 um einen größeren und schwereren Vertreter seiner Art handelt, bestätigt sich schnell. Mit einer Diagonale von 4,3 Zoll ist das Display des X7 außerordentlich groß und beschert dem Player stattliche Außenmaße. Gemeinsam mit der verbauten Festplatte ergibt sich so das große Volumen des Geräts sowie sein hohes Gewicht von 212 g, das andere Touchscreen-Player wie den J3 aus gleichem Hause um fast 150 g übersteigt. Der X7 ist damit als Schwergewicht zu bezeichnen und kaum für Waldläufe oder den unauffälligen Gebrauch in der Hosentasche geeignet.   In die Vorderseite des X7 eingebettet ist das zentrale Bedienelement des Players, der große Touchscreen. Er wird nicht, wie bei einigen anderen Player, von einem Rahmen eingefasst, sondern wird direkt vom in schwarz gehaltenen Gehäuse mit einer leichten Kante eingerahmt; der Bildschirm ist also bewusst nicht plan eingesetzt. Um der Front des X7 Charakter zu verleihen, hat Cowon deren schwarze Flächen angeschrägt, sodass eine Art Rahmen mittig zwischen Display und Gehäuserand angedeutet wird. Zudem sind die Ecken des Gehäuses jeweils abgerundet, was der Optik des Geräts zusätzlichen Schliff verleiht.  


Unten rechts unter dem Display befindet sich ein dezenter "Cowon"-Schriftzug. Links sind außerdem zwei kleine Lautsprecheröffnungen zu finden. Dazwischen ist die längliche Menü-Taste untergebracht.
Die Rückseite des X7 ist ebenso in mattem schwarz gehalten und im gleichen Material ausgeführt wie die Vorderseite. So fehlt dem Cowon ein echtes Metallgehäuse; die Anmutung des verwendeten Kunststoffes ist dennoch hochwertig. Nennenswert ist auf der Rückseite neben den obligatorischen Schriftzügen, die Seriennummern und ähnliche Informationen umfassen, nur das kleine Loch für das Mikrofon unten links.  


Auch die Seiten hat Cowon nur sparsam bestückt: Rechts gibt es eine längliche POWER-Taste, die gleichzeitig die Tastensperre auslöst. Links dagegen sind zwei runde Knöpfe für das Anpassen der Lautstärke platziert. Diese Bedienelemente an den Seiten bestehen aus Metall, bilden silbrig-glänzend einen Kontrast zur sonstigen Aufmachung des X7.
An der Unterseite schließlich befinden sich die diversen Anschlüsse des Geräts: Die beiden runden Eingänge für Kopfhörer bzw. Netzkabel sowie, durch eine kleine Leiste vor Staub und anderen Partikel geschützt, die USB-Schnittstelle sowie der Reset-Knopf. Rechts unten gibt es außerdem eine kleine Aussparung, durch die die mitgelieferte Handschlaufe geführt werden kann.  

  Der hochwertige Eindruck vom Material setzt sich in der Verarbeitung fort: Cowon-typisch lassen sich keine Mängel feststellen. Die Spaltmaße sind konstant, scharfe Kanten sucht man vergebens, nichts klappert und die Tasten sind fest eingepasst und überzeugen haptisch. Darüber hinaus ist der Player recht verwindungssteif. So lässt sich festhalten, dass der Player den Erwartungen mit seinen äußeren Werten entspricht. Bedienung Die Bedienung des Cowon X7 entfällt größtenteils auf den 4,3 Zoll großen, tatsächlich drucksensitiven Touchscreen. Das bedeutet, dass die Oberfläche bei jeder Eingabe leicht eingedrückt werden muss, wodurch sich der Cowon maßgeblich von den meisten anderen Touchscreen-Playern unterscheidet, die mit kapazitiven Displays ausgestattet werden. Diese sind in der Regel deutlich präziser.  


Die echten Tasten des X7 erfüllen nur wenige, bestimmte Funktionen: Mit ihnen wird die Lautstärke angepasst, ins Hauptmenü gewechselt und der Player an- und ausgeschaltet bzw. dessen Tasten werden gesperrt (leider verfügt der X7 über keine mechanische Tastensperre). Leider sind die Seitentasten unglücklich platziert und bei normaler Haltung nur schwer erreichbar. Weitere Tasten zur blinden Bedienung in der Hosentasche, die so leider nicht praktikabel ist, hätten zudem nicht geschadet.
Schaltet man den X7 aus dem "Sleep Mode" ein, ist er erfreulicherweise nach weniger als zwei Sekunden vollständig hochgefahren. Wenn man den Player längere Zeit nicht nutzt, schaltet er sich vollständig ab, was Startzeiten von ca. 10 Sekunden zur Folge hat. Länger dauert es, wenn zusätzlich die Datenbank des Geräts nach dem Übertragen von neuen Inhalten aktualisiert werden muss.
Das Hauptmenü hat Cowon in Form von drei Desktops gestaltet, auf denen, ähnlich wie beim iPod Touch, Icons zu den unterschiedlichen Menüpunkten führen. Durch eine Wischbewegung über den Bildschirm kann man zwischen den Desktops hin- und herschalten. Die drei Desktops lassen sich frei gestalten, d.h. es können alle Icons frei angeordnet werden. Außerdem stehen dem Nutzer eine Hand voll sogenannten "Widgets" zur Verfügung, die beispielsweise Uhrzeit und Datum, die Ladezeit der Batterie oder die aktuelle Wiedergabe anzeigen und sich ebenfalls nach Belieben platzieren lassen.  

  Bei der Bedienung über den Touchscreen leidet der X7 unter seiner Größe und seinem Gewicht. Man kann das Gerät nicht bequem mit einer Hand bedienen, wie kleinere und leichtere Modelle.  Stattdessen muss der Player mit einer Hand gehalten und mit der anderen bedient werden, um dauerhaft komfortable Eingaben ohne große Belastung auf eine Hand zu ermöglichen. Für kurze Einstellungen ist die Bedienung mit einer Hand zwar auch möglich; über längere Zeit aber ist der X7 dafür zu unhandlich und die Eingaben werden unpräzise.  


Loben kann man die Entwickler für die Präzision des Touchscreens im Allgemeinen: Für ein drucksensitives Display ist das des X7 recht genau und deutlich besser als etwa das eines Creative ZEN X-Fi2, kann aber trotzdem nicht mit kapazitiven Touchscreens mithalten. Während also die Auswahl einzelner Unterpunkte in den Menülisten nicht schwer fällt, stören gelegentlich auftretende Fehler, bei denen die Eingabe ignoriert wird und wiederholt werden muss. Dazu kommt, dass die Scrollgeschwindigkeit in den Menüs sehr niedrig ausfällt. So gestaltet sich das Durchblättern von langen Listen als schwierig; hierfür nutzt man lieber die Schnell-Navigation über den Balken an der linken Seite. Dieser ist leider zu klein dimensioniert, was bedeutet, dass man mit dem Finger halb auf der Kante, halb auf dem Display entlangfährt. Allgemein hätten die verschiedenen Buttons in den Menüs etwas üppiger dimensioniert werden können, was die Navigation um einiges erleichtert hätte. Leider wurde außerdem keine Möglichkeit implementiert, Wiedergabelisten direkt auf dem X7 zu erstellen. Es gibt lediglich eine Gruppe mit "Favoriten", in die man Stücke aufnehmen kann. Die Bookmark-Funktion, mit der man einzelne Stellen in Musiktiteln markieren kann, ist da nur ein kleiner Trost. Anzumerken ist außerdem, dass es bei Inhalten, die auf der Festplatte gespeichert sind, beim Aufrufen zu einer Verzögerung von teilweise mehr als einer Sekunde kommt, die auf die längere Zugriffszeit zurückzuführen ist. Diese ist zwar nicht gravierend, fällt aber im Vergleich mit Playern mit Flash-Speicher negativ auf.  


Trotz der beschriebenen Mängel lässt sich der Cowon X7 insgesamt nach einiger Eingewöhnungszeit ordentlich bedienen, jedoch fehlt es an weiterem Komfort. Den Touchscreen hätte man softwareseitig besser unterstützen können, während seine Funktionalität im Allgemeinen trotz Drucksensitivität überzeugen kann. Klang Zum Testen der Klangqualität des Cowon X7 haben wir statt der stark limitierten, mitgelieferten EarBud-Hörer auf den bewährten, recht neutral abgestimmten, ohrumschließenden Bügel-Kopfhörer AKG K530 gesetzt, um das Potenzial der Quelle besser ausschöpfen zu können. Im Vorhinein möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass der Kopfhörer einen ebenso großen Einfluss auf den Klang hat, wie der Player und somit die Hörerfahrung je nach Modell gänzlich unterschiedlich ausfallen kann.  


Zu dem eingebauten Lautsprecher lässt sich sagen, dass er seine Sache erstaunlich gut macht: Die Maximallautstärke ist mehr als ausreichend, um mit mehreren Leuten Videos anzusehen oder in Stücke hereinzuhören. Auch die Qualität ist erstaunlich gut und eignet sich auch bei Filmen als dauerhafte Untermalung, sofern kein Kopfhörer vorhanden oder gewünscht ist. Bauartbedingt fehlt es an Bass, jedoch hält sich die Verzerrung in Grenzen und der Lautsprecher des X7 klingt weniger blechern als viele Mobiltelefone.  


Zunächst lässt sich festhalten, dass Cowon seine Player häufig nicht nur mit einem starken Klangprozessor, sondern auch mit zahlreichen Klangoptimierungsfunktionen ausstattet, mit denen der Nutzer oder der Player selbst den Klang anpassen kann. Dies ist auch beim X7 der Fall, und so steht eine Vielzahl von Optionen, die unter dem Menüpunkt "JetEffect 3.0" zusammengefasst sind, offen: Zunächst gibt es vier Slots für manuelle Equalizer-Einstellungen, die sich vornehmen lassen. Dazu gehören ein 5-Band Equalizer, verschiedene Bassverstärkungs-Optionen, die sich in 10 Stufen einstellen lassen, sowie Surround- und Stereo-Enhancement-Effekte. Wenn man derartige Anpassungen nicht selber vornehmen möchte, stehen darüber hinaus auch zahlreiche Voreinstellungen für verschiedene Musikrichtungen und Effekte bereit (im Ganzen 35 Presets).
Durch diese vielfältigen Möglichkeiten lässt sich der Klang in verschiedene Richtungen justieren und für einzelne Stücke, Interpreten oder Musikrichtungen anpassen. Dies ist ein klarer Vorteil gegenüber anderen Playern; für die weiteren Beobachtungen haben wir jedoch die Standard-Einstellungen verwendet. Außerdem muss man den X7 für die Vielzahl unterstützter Audio-Formate loben, darunter die effiziente Komprimierung OGG und das verlustfreie FLAC-Format. Gerade aufgrund der großen Speicherkapazität ist die Verwendung kompressionsfreier Formate wie WAV eine interessante Alternative.
Die Klangqualität des Cowon X7 ist, nach langem Testhören zu urteilen, auf einem Niveau mit dem besten, was der mobile Sektor zu bieten hat. Wenige Player bieten eine derart runde Audio-Wiedergabe wie der Cowon, der selbst den sehr gut klingenden J3 aus gleichem Hause klanglich hinter sich lässt.
Eine der beiden auffälligsten und herausragenden Eigenschaften des Klangprozessors, den die Koreaner verbauen, ist die exzellente Detailauflösung, die wir auch schon bei anderen Cowon-Playern festgestellt haben. Gerade im Vergleich mit anderen Playern ist es geradezu frappant, wie viele Details der Cowon aus dem Audio-Material herauszaubert. So werden leise im Hintergrund spielende Perkussions-Instrumente ebenso heraushörbar wie dezente Stimmen, die man bei vielen Klangquellen nicht mehr wahrnehmen kann. Bei einer größeren Anzahl an verschiedenen Stimmen in einem Stück fördert der hohe Detailgrad die Differenzierbarkeit des Klangs und macht das akustische Geschehen damit transparenter.  


Ebenso hervorstechend ist die Basswiedergabe. Diese fällt nicht etwa durch eine besondere Tiefton-Anhebung oder Dominanz auf, sondern durch ihren Umfang und ihre Präzision. Der X7 gibt unterliegende E-Bässe bei Rocksongs so genau wieder, wie nur wenige andere Player es können. Gleichzeitig umfasst er sehr tiefe Bereiche, die bei anderen Modellen nicht mehr wiedergegeben werden, was uns in dieser Form sonst nur beim Cowon S9 aufgefallen ist. Das ändert jedoch nichts daran, dass Fans elektronischer Musik mit dominantem, unterliegenden Beat über die beschriebenen Equalizer-Funktionen etwas nachhelfen müssen, um vollends auf ihre Kosten zu kommen.
Mit diesem starken Bass-Spektrum als Basis entfaltet der Player auch in höheren Tonlagen sein großes Potenzial. Erstaunlich ist die sich durch alle Bereiche ziehende Genauigkeit bei Begleitinstrumenten, die druckvoll und sehr präzise zum Hörer transportiert werden. Snairs klingen somit meist satter, als man es von weniger guten Quellen gewohnt ist.
Auch bei Stimmen arbeitet der Klangprozessor zuverlässig und gibt Gesang facettenreich wieder. Letztlich kann man dem Player nur seine recht unaufgeregte Abstimmung vorwerfen, die keine Bereiche anhebt. Damit gibt es bei diversen Musikrichtungen Elemente, die dominanter sein könnten; hier muss mit dem Equalizer nachgeholfen werden.
Mit dem Cowon X7 lässt sich Musik genießen, wie mit wenigen anderen Geräten. Wenige andere mobile Quellen zaubern so viel aus dem Datenmaterial heraus wie der X7.
Die Audio-Qualität des Players dürfte das stärkste Kaufargument sein, und das mit Recht. Gerade im Vergleich mit diversen iPods ist die exzellente Auflösung auffällig. Für uns ist der Cowon X7 die neue Klang-Referenz unter den mobilen Playern. Bildwiedergabe  

Beim 4,3 Zoll messenden Bildschirm des X7 handelt es sich nicht um ein OLED-Display (mit organischen Leuchtdioden) wie etwa beim J3 oder S9, sondern um ein herkömmliches LCD-Modell mit einer nativen Auflösung von 480 x 272, was dem Standard für derart dimensionierte Anzeigen beträgt. Da der X7 mehr sein will als ein reiner MP3-Player, unterstützt er auch die gängigen Video-Formate, damit der Nutzer auch Filme anschauen kann. Dies bewältigt der Player erstaunlich gut; die verbaute Hardware ist leistungsstark genug, auch hochauflösende DVD-Videos ruckelfrei wiederzugeben und überzeugt mit guter Bildqualität ohne Schlierenbildung oder sonstige Bildstörungen. Auch die Video-Funktion des Betriebssystems überzeugt mit erstaunlich vielen erweiterten Einstellungen, die für vergleichbare Player eher unüblich sind. Darunter fallen eine Szenenauswahl mit Vorschau für Spielfilme, Untertitel-Einstellungen inklusive Positionsanpassung und Farbauswahl, Auswahl des Seitenverhältnisses, Screenshot-Funktion, alle Klangoptimierungsfunktionen und Equalizer, Anpassung der Wiedergabegeschwindigkeit sowie die Möglichkeit, den Player über TV-Out an einen Fernseher anzuschließen. So verdient der X7 tatsächlich den Namen eines portablen Video-Players mehr als andere Modelle, die zwar Videos wiedergeben, aber nicht so viele Möglichkeiten bieten wie der X7.

 

 

Das Display bietet eine sehr gute Wiedergabequalität, und auch die maximale Helligkeit weiß zu überzeugen. Die Vorzüge eines OLED-Displays, wie beispielsweise eine nahezu Blickwinkel-unabhängige Wiedergabe, bietet es jedoch nicht. Die Blickwinkelstabilität geht trotzdem in Ordnung. Auch die Farbwiedergabe ist weniger brillant, aber dennoch als ordentlich zu bezeichnen. Kritikwürdig ist leider die recht starke Spiegelung, die das Filmvergnügen bei direktem Lichteinfall deutlich einschränkt.

 

 

Der X7 besitzt auch die Fähigkeit, JPG-Bilder anzuzeigen. Allerdings ist diese Funktion eher eingeschränkt und rudimentär: Es lassen sich weder Diashows anzeigen, noch kann man die Fotos durch Multitouch-Gesten vergrößern; dies geht nur über ein entsprechendes Bedienfeld. Außerdem fehlt dem X7 ein Beschleunigungssensor, der die Bilder automatisch querlegt, wenn man den Player dreht. Dies muss ebenfalls von Hand vorgenommen werden. Immerhin lassen sich die Bilder als Desktop-Hintergrund einrichten. Mit der Comix-Funktion lassen sich Bildergeschichten ansehen, allerdings eignet sich das kleine Programm auch für das Durchblättern von Fotos recht gut.

 

 

Synchronisation

 

 

Der Cowon X7 besitzt, wie bereits angemerkt, zwei interne Speicher: Der nominell zwei Gigabyte umfassende Flash-Speicher dient primär zur Aufnahme von System-Dateien, kann aber auch für Medien genutzt werden, die schnell abgespielt werden sollen, da der Flash-Speicher eine wesentlich kürzere Zugriffszeit besitzt. Diese haben wir mit dem Tool HD Tune ermittelt und sind erwartungsgemäß auf eine hohe Diskrepanz von 22,6 ms gekommen (HDD: 23,8 ms; Flash: 1,2 ms), die das langsame Aufrufen von Musiktiteln von der Festplatte erklärt.

 


Die Festplatte unseres Modells umfasst 149 Gb, also satte 12 Gigabyte weniger, als auf dem Datenblatt vermerkt. Beide Datenträger werden von Windows als Massenspeichergerät erkannt und können über den Explorer mit Daten befüllt werden. Dabei sind die Transferraten leider nicht groß; es dauert dementsprechend lange, sie mit größeren Datenmengen zu füttern. Auch der Flash-Speicher besitzt nur eine unterdurchschnittliche Geschwindigkeit.

Fazit

 

 

Mit dem X7 besetzt Cowon eine Nische, die klar definiert ist und bisher kein nennenswertes Konkurrenz-Modell hervorgebracht hat. Mit einer großen Festplatte sowie einem Touchscreen ausgestattet, betritt man in dieser Hinsicht Neuland.

 

Allerdings gibt es einige Aspekte, die man dem X7 gut vorhalten kann: Sein Gewicht und seine Ausmaße machen ihn zu einem eher unhandlichen Gerät, das eher als portable Jukebox durchgeht, als als mobiler MP3-Player für unterwegs. Damit hat er bereits einen bedeutenden Nachteil gegenüber einem möglichen Konkurrenten, dem iPod Classic, der wesentlich kompakter ist und sich nicht zuletzt auch deshalb einfacher bedienen lässt. Der X7 ist über längere Zeit nur mit zwei Händen komfortabel zu bedienen, und auch durch den drucksensitiven Touchscreen und eine verbesserungswürdige Software-Oberfläche ist die Navigation des Cowon X7 verbesserungswürdig, wenn auch passabel. Trotz einiger Aussetzer kann man den Touchscreen als berechtigt ansehen, da er nichtsdestotrotz die Vorteile einer großen Bedienfläche mit flexibel angeordneten Schaltflächen mit sich bringt. Am Gehäuse lässt sich indes, abgesehen von seiner schieren Größe, nicht viel kritisieren. Das Material wirkt hochwertig und der Player ist rundum solide verarbeitet, sodass er dem Attribut "Premium" durchaus gerecht wird.

 

Seine stärkste Seite zeigt der Cowon beim Klang: Hier hat sich der Player die Position unserer Klangreferenz durch einen wahrhaft hervorragenden Klangprozessor erkämpft. Damit liefert der Player ein triftiges Argument, ihn über die Konkurrenz zu bevorzugen.

 

 

Auch der Bildschirm und vor allem die softwareseitige Einbindung der Video-Funktion ist eine starke Eigenschaft des X7, der sich dadurch sehr gut auch als Filmplayer eignet. Auch hier gilt, dass nur wenige andere Modelle ähnlich gut für Videos geeignet sind.

 

Letztlich kann man durch die Betrachtung der Stärken und Schwächen ein klares Käuferprofil formulieren: Der Player eignet sich für eine recht exklusive Zielgruppe, die vor allem auf den Klang schauen und die Videofunktion häufig und nicht nur als Zusatzfunktion nutzen möchten. Verbunden mit der hohen Festplattenkapazität und der langen Akkulaufzeit (siehe Datenblatt) nimmt der X7 auch ausufernde Musiksammlungen mit unkomprimierten Audio-Dateien mühelos auf und hält lange durch. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist das mitgelieferte Netzladegerät. Abschreckend dürfte zu guter Letzt der doch recht happige Kaufpreis sein: Mindestens 265 Euro werden für die Version mit 120 Gb fassender Festplatte fällig. Das disqualifiziert den unter den genannten Umständen durchaus empfehlenswerten Player leider von jeder Preis-Leistungs-Konkurrenz. Selbst ein iPod Classic mit 160 Gb ist für ca. 220 Euro zu haben, was höchstwahrscheinlich ein Nischendasein für den Cowon X7 bedeutet.

 

Preisvergleich: Multimedia-Player mit viel Speicher (Stand: 16.01.11)

 

Modell Speicher Preis Anbieter
Creative ZEN X-Fi2 32 Gb Flash 169,97 EUR amazon.de
Apple iPod Classic 160 Gb HDD 211,30 EUR mp3-player.de
Cowon J3 32 Gb Flash 249,97 EUR amazon.de
Cowon X7 120 Gb HDD 264,89 EUR mp3-player.de
Apple iPod Touch 32 Gb Flash 269,99 EUR mp3-player.de
Cowon X7 160 Gb HDD 294,00 EUR pixmania.com
Samsung YP-M1 32 Gb Flash 318,93 EUR mp3-player.de
Cowon O2 32 Gb Flash 345,98 EUR amazon.de
Apple iPod Touch 64 Gb Flash 355,00 EUR pixmania.com

 

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