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Nintendo Switch im Test

Die Nintendo Switch ist da und mit ihr der Hype. Eine neue Konsole von Nintendo ist immer ein ganz besonderes Thema für Gamer aller Generationen. Die neue Konsole ist ein Hybrid aus einem Handheld und einer traditionellen Heimkonsole. Ob dieser Spagat gelingt und Nintendo mit dem Hybrid auf dem richtigen Weg ist klären wir in diesem Test.

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Ein Hybrid aus Handheld und Heimkonsole? Das klingt im ersten Moment nach einem wahr gewordenen Traum, der Gamer seit Jahrzehnten verfolgt. Die Nintendo Switch verspricht genau dies zu erfüllen.

Nintendo SwitchDie Nintendo Switch ist zunächst ein Tablet. Allerdings kommt hier keines der bekannten Systeme von Apple, Microsoft oder Google zum Einsatz. Die gesamte Software auf der Switch ist für den Einsatz als Spielekonsole ausgelegt. Ergänzt wird dieses Tablet durch zwei von Nintendo auf den Namen “Joy-Con” getaufte Controller, welche sich vielseitig verwenden lassen, dazu später mehr. Abgerundet wird die Nintendo Switch durch eine Docking-Station.

Diese Docking-Station bietet einen HDMI-Anschluss um die Konsole mit dem Fernseher zu verbinden und drei USB Anschlüsse um weitere Geräte anzuschließen. Spiele werden entweder über den Nintendo eShop als Download oder ganz klassisch als Cartridge aus dem Einzelhandel erworben und gespielt. Während Download-Titel natürlich nach der Installation jederzeit verfügbar sind muss für die physischen Kopien das jeweilige Modul eingelegt sein.

Nintendo SwitchAuf der Rückseite des Tablets, das übrigens einen gut funktionierenden Touchscreen besitzt, befindet sich ein erstaunlich stabiler Standfuß der es erlaubt die Switch auf einem Tisch (oder dem Fußboden) abzustellen und zu benutzen. Da der USB Typ C Anschluss, der auch die Verbindung zur Docking-Station herstellt, an der Unterseite des Tablets angebracht ist, kann der Akku so aber nicht aufgeladen werden. Der Akku bietet übrigens, je nach Bildschirmhelligkeit, Hardwareanforderungen des Spiels und weiteren Optionen eine Laufzeit von ca. 3 bis 6 Stunden.

Der mit 32GB sehr übersichtlich gestaltete interne Speicher kann ohne Probleme durch eine Micro-SD-Karte auf ein vielfaches erweitert werden. Da hier Smartphone- bzw. Tablet-Technik zum Einsatz kommt, ist die Nintendo Switch auch eine sehr sparsame Konsole. In unserem Test haben wir es zu keiner Zeit geschafft, die Konsole auf mehr als 13,6 Watt Stromverbrauch (The Legend of Zelda: Breath of the Wild im TV-Modus während der Akku im Tablet geladen wird) zu bringen. Mit einem solch niedrigen Verbrauch wäre sie auch ideal für den Einsatz als second Screen Device geeignet, auf dem nebenher Inhalte von YouTube, Amazon Video, Netflix oder Twitch angesehen werden können (zumindest sobald diese Apps nachgereicht werden).

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Die Nintendo Switch wird mit zwei Joy-Cons ausgeliefert. Abhängig von den zusätzlich gekauften Spielen hat man also direkt zwei Controller und kann mit dem Multiplayer-Spaß loslegen.

Nintendo SwitchDie Joy-Cons sind dabei die wohl vielseitigsten Controller die der Markt derzeit zu bieten hat. Sie können seitlich an der Switch montiert werden, dann ähnelt sie im Aufbau dem Wii U GamePad, wobei sich die Akkus von Tablet und Controllern wechselseitig aufzuladen scheinen. Zusätzlich können die Joy-Cons einzeln quer gehalten werden und werden damit zu einem Controller der über einen Analogstick, vier Aktions- und zwei Schultertasten verfügt. Verwendet man die Switch im Dock oder mit dem Standfuß können die Joy-Cons wahlweise einzeln in die Hände genommen und wie kleinere Versionen der Wii-Mote gehalten werden, alternativ können sie in das ebenfalls mitgelieferte Joy-Con Grip eingesetzt werden.´

Nintendo SwitchMit Hilfe des Joy-Con Grip (welches übrigens nicht in der Lage ist die Akkus der Joy-Cons aufzuladen) bilden die beiden Joy-Cons die Form eines aktuellen Standard-Controllers sehr ordentlich nach.

Nintendo SwitchNintendo SwitchIm Quer-Betrieb sind die Joy-Cons allerdings sehr klein. Wir empfehlen dringend, dafür die mitgelieferten Joy-Con Straps zu verwenden. Diese vergrößern den jeweiligen Joy-Con spürbar und machen auch die Schultertasten besser bedienbar. Zusätzlich bieten die JoyCon Straps auch eine, bei Nintendo fast schon obligatorische, Handgelenk-Schlaufe die sich bei dem einen oder anderen bewegungsbasierten Spiel bewähren dürfte. Ärgerlich sind allerdings auftretende Verbindungsabbrüche beim linken JoyCon die laut diverser Quellen im Internet auf einen kleinen, in zukünftigen Produktions-Chargen vermeidbaren, Konstruktionsfehler zurückgehen. In unserem Test liessen sich diese Verbindungsprobleme minimieren wenn kein unnötiges Material, die direkte Verbindung zwischen Konsole und Joycon unterbricht. Bei einem gerade gehaltenen JoyCon sind so nichtmal die Finger des Spielers im Weg.

Die neue, verfeinerte, Vibrationstechnologie in den Controllern, die Nintendo auf den Namen HD-Rumble getauft hat, funktioniert in unserem Test sehr gut und ist deutlich präziser als man es beispielsweise vom Xbox One Controller kennt.

Zusätzlich bietet Nintendo den Switch Pro Controller an, dieser entspricht dann vollständig den von anderen Konsolen bekannten Standard-Controllern und ist für große Hände oder längere Zock-Sessions dringend empfohlen.

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Wir haben die Nintendo Switch mit folgenden Spielen auf ihre eigentliche Eignung als moderne Spielkonsole getestet:

  • The Legend of Zelda: Breath of the Wild
  • Fast RMX
  • 1-2-Switch
  • Snipperclips

Diese Auswahl ermöglicht uns einen vielseitigen und umfassenden Eindruck, der verschiedene Spiele, Bedienkonzepte und Genres abdeckt.

Nintendo SwitchFür viele Gamer ist die in FPS ausgedrückte Performance heute wichtiger denn je. Hier schwächelt die Nintendo Switch leider gelegentlich. Insbesondere im neuesten Zelda-Titel zeigen sich spürbare aber aus unserer Sicht nicht allzu problematische Frame-Drops wenn besonders viele Lichteffekte oder Objekte dargestellt werden. Fast RMX hingegen lässt die Switch hier sehr gut aussehen. Es scheint so, dass wie bei jeder neuen Konsole die ersten Titel noch lange nicht das volle Potential der Hardware ausschöpfen und die Entwickler noch nicht alle Feinheiten der produktspezifischen Optimierung beherrschen, auch wenn man gerade bei Titeln die Nintendo selbst entwickelt eigentlich von optimaler Hardwarekenntnis ausgehen müsste.

Die Sensortechnik in den Controllern funktioniert, mit Ausnahme der bereits erwähnten Verbindungsprobleme beim linken JoyCon, jederzeit erstklassig.

Nintendo SwitchIm Handheld- Modus außerhalb der Docking-Station funktioniert die Switch noch besser. Da hier das berechnete Bildsignal nicht auf die Auflösung des Fernsehers skaliert werden muss, werden (trotz des reduzierten Prozessortakts) zusätzliche Leistungsressourcen frei, die unterwegs für ein besseres Spielerlebnis sorgen.

Das Gewicht der Switch ist schnell spürbar, wer jedoch mit auf dem Tisch oder den eigenen Beinen abgestützten Armen spielt, wird unterwegs so lange Spaß haben bis der Akku des Tablets zu Neige geht. Wenn der Akku allerdings leer ist, kann die Switch auch über eine PowerBank (ein entsprechendes USB Typ C Kabel vorausgesetzt) betrieben bzw. geladen werden. Hier könnten die im letzten Jahr, rund um den Pokemon Go Hype, zahlreich verkauften PowerBanks zu einer ungeahnten und länger anhaltenden Weiterverwendung kommen.

Der Wechsel zwischen TV-Modus und Handheld-Modus funktioniert einwandfrei. Je nach Reaktionsgeschwindigkeit des Fernsehers ist ein nahtloser Wechsel in etwa 3 Sekunden möglich.

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Die Nintendo Switch bietet viele tolle Ideen und kann ihr Versprechen, dass man Konsolen-Titel sowohl zuhause als auch unterwegs spielen kann, einlösen. Der Wechsel funktioniert schnell und Reibungslos und die Spielbarkeit ist in beiden Szenarien einwandfrei gegeben.

Nintendo SwitchDie Akkulaufzeit hätte gerne größer ausfallen dürfen, liegt aber im Rahmen des akzeptablen. Mit etwa 2 bis 6 Stunden je nach gespieltem Spiel und Geräteeinstellungen ist es ohne Probleme möglich mit der Konsole die Zugfahrt zur Schule, Uni oder Arbeit zu überbrücken. Die Switch ist, wieder im heimischen Dock angekommen, in wenigen Stunden voll aufgeladen und kann notfalls auch per PowerBank, die ebenfalls am Dock geladen werden kann, auch länger unterwegs eingesetzt werden.

Alle Komponenten wirken gut verarbeitet. Wenn man Schwachstellen suchen will, dann wirken die JoyCons deutlich weniger wertig als es der Einzelpreis für ein Bundle aus zwei Joy-Cons (derzeit ca 70€) vermuten lässt. Der Standfuß ist stabil und gleichzeitig so gestaltet dass man ihn nicht am heimischen Dock abbrechen kann, da er bei zu hoher Belastung aus seiner Befestigung springt und wieder befestigt werden kann.

Der WLAN Chip ist nicht die Stärke der Konsole, Downloads aus dem e Shop laufen deutlich unter der maximalen Geschwindigkeit eines WLANs oder Internet-Anschlusses ab. Hier bleibt auf einen LAN-Adapter für ideale Verbindung bei Online-Games zu hoffen.

Nintendo Switch AwardInsgesamt präsentiert Nintendo mit der Switch eine vielseitige, neue und innovative Konsole. Die Nintendo Switch hat zur Zeit noch kleine Schwachstellen, von denen wir jedoch annehmen dass sie mit einer neuen Produktions-Charge oder Firmware-Updates behoben werden können. Der aktuelle Mangel an hochwertigen Spielen ist aber aus unserer Sicht die größte Schwäche der Konsole, hier ist jedoch mit Mario Kart 8 Deluxe und Super Mario Odyssey bereits Besserung in Sicht. Zudem wird hoffentlich bald die Virtual Console nachgeliefert mit der Nintendo einen reichhaltigen Vorrat erstklassiger Games aus mehreren Jahrzehnten auch auf die Switch bringen kann.

Wer noch etwas warten kann, der sollte warten bis mehr Spiele für den individuellen Geschmack veröffentlicht wurden. Wir erwarten eine Preissenkung (aktuell ca. 330€ ohne Spiel) oder die Einführung günstiger Bundles zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Wer nicht warten will oder dringend Zelda unterwegs spielen möchte kann jedoch beherzt Zugreifen.

Abschließend erhält die Nintendo Switch von uns, auch unter Anrechnung ihres großen Potentials, mit 96% eine erstklassige Bewertung. Schließlich erfüllt sie alle von Nintendo getätigten Versprechen und zeigt bereits mit einem kleinen Software-LineUp wozu sie im Stande ist.

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