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Star Wars: Battlefront: Was bleibt vom Hype?

Pünktlich zum Start eines Star Wars Films erscheint immer auch mindestens ein Spiel mit der starken Lizenz im Rücken. Zuletzt war dies, im Fall von Star Wars der Shooter Star Wars: Battlefront. Sowohl der Film als auch das Spiel wurden vorab mit großem Hype erwartet. Wir schauen was davon geblieben ist und ob der Hype berechtigt war.

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Es ist inzwischen einige Monate her, seit Electronic Arts mit Star Wars: Battlefront einen, ursprünglich mit Spannung erwarteter, Lizenz-Titel samt Blockbuster-Potential veröffentlicht hat. Da Spiele die sich mehr oder weniger an Filmen oder TV-Serien orientieren durchaus einen zweifelhaften Ruf genießen und es sich bei Star Wars um eines der wirtschaftlich stärksten Unterhaltungs-Franchises handelt war die Frage, ob Star Wars: Battlefront mehr bietet als eine weitere Hype-Blase bereits bei Release mehr als berechtigt. Wir haben also diesmal, abgesehen von unserem ersten Eindruck, auf einen klassischen Test zum Releasetermin verzichtet und uns entschieden den Shooter mit Battlefield-Technologie und Star Wars Maske langfristig einem Langzeittest zu unterziehen. Unterstützt haben uns dabei zwei leidenschaftliche Fans von George Lucas’ Franchise.

Star Wars Battlefront ScreenshotStar Wars Battlefront setzt, wie bereits erwähnt, auf Technologie in Form der aktuellen Frostbite Engine die wir bereits aus den jüngeren Spielen der Battlefield-Reihe kennen. Aber wie so oft fordert auch Star Wars: Battlefront einiges vom Rechner der Spieler. Sodass auf einem etwas in die Jahre gekommenen aber für die Mehrheit der aktuell beliebten Spiele noch ausreichenden Rechner wie unserem Test-System bereits Schwierigkeiten mit der Performance auftreten können.

Unser Testsystem:

  • Intel Core i5-2500K
  • AMD Radeon HD 6970
  • 8 Gigabyte RAM

Mit diesem System war es nicht möglich das Spiel in höchsten oder sehr hohen Einstellungen in Full HD Auflösung (1920 x 1080) jederzeit flüssig zu spielen.

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Optisch macht Star Wars Battlefront einen mehr als erstklassigen Eindruck. Die Visuelle Präsentation des Lizenz-Shooters spiegelt faszinierende Optik der Filmreihe, die seit Jahrzehnten zum Mythos beiträgt und Fans weltweit begeistert, wieder und ist in jeder Hinsicht gelungen. Waffen, Fahrzeuge, Fluggeräte und Landschaften gehören zu den schönsten die uns Shooter aus dem Hause EA bisher geboten haben.

Star Wars Battlefront ScreenshotDie Innenansichten von Gebäuden, Höhlen und die Detailansicht von Pflanzen wenn man sich direkt vor sie stellt verlangen jedoch kleine Abzüge. Wände in Gebäuden, Blätter einzelner Pflanzen und ähnliche, vermeintlich nebensächliche, Details lassen noch immer spürbar Luft nach oben. In einer Schulnote ausgedrückt hat Star Wars: Battlefront hier etwa eine 1- verdient, berücksichtigt man hierzu allerdings den enormen Ressourcenhunger pendelt sich die Note im Bereich einer 2+ ein.

Optisch erfüllt Star Wars: Battlefront damit das Klischee eines gehypten Lizenz-Spiels geradezu meisterlich: Während der allgemeine optische Eindruck wirklich toll ist verbergen sich in den Details unangebrachte Schwachstellen und auch bei der Optimierung für nicht tagesaktuelle Hardware hätte man deutlich mehr bieten können. Schliesslich ist Star Wars: Battlefront ein waschechter Vollpreistitel.

Die Akustik des Spiels ist einwandfrei und passt durch die Zusammenstellung von Musik, Soundeffekten und die aus der Kombination von Bild und Ton erzeugte Atmosphäre, perfekt zum Star Wars Setting des Shooters.

Star Wars Battlefront ScreenshotDie Oberflächlichen Werte des Spiels stimmen also und hätten auch bei einem Spiel das ohne die aktuell wohl stärkste Marke des Science-Fiction-Universums auskommen muss gepasst. Die durch den Hype und die Erwartungshaltung an Film und Spiel noch weiter hoch geschraubten Erwartungen kann das Spiel jedoch nur bedingt erfüllen, sodass hier ein guter aber keineswegs überragender Eindruck zurückbleibt, den der eine oder andere Star Wars Fan den wir für diesen Artikel befragt haben durchaus als Dämpfer empfindet.

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Spielerisch kann Star Wars: Battlefront durchaus gefallen. Durch die verwendete und aus anderen Spielen bekannte Technologie sowie hinlänglich bekannte Spielmechaniken aus unzähligen anderen Shootern vermeidet man seitens EA jegliches Risiko und geht sprichwörtlich auf “Nummer sicher”. Allerdings geht dies auch zu Lasten weiterer, nicht vorhandener, Innovation. Dazu sind zweierlei Meinungen denkbar und auch die von uns befragten Star Wars Fans haben hier gegensätzliche Auffassungen: Variante 1 “Ich wollte halt einen normalen Shooter mit Star Wars Design und toller Grafik” Variante 2 “Ich habe mich auf einen Shooter gefreut der neue Maßstäbe setzt, so wie es die Filme einst taten”.

Star Wars Battlefront ScreenshotVariante 1 ist ganz sicher gewährleistet, der Erfüllungsgrad von Variante 2 sollte eher bezweifelt werden. Die verschiedenen Spielmodi von Star Wars: Battlefront erscheinen zwar recht abwechslungsreich, nutzen sich jedoch auch durch die geringe Anzahl an Maps recht schnell ab. Dass nicht alle Maps für alle Modi zur Verfügung stehen ist ebenfalls ärgerlich. Das besondere Feature, dass ein Spieler pro Team in die Rolle einer bekannten Figur aus den Filmen schlüpfen kann sorgt zwar für einen besonderen Moment und verschafft eine gesteigerte Motivation, schließlich wollte wohl jeder Star Wars Fan schon mal mit dem Blaster in der Hand die Rebellen zurück schlagen oder das Lichtschwert für die helle Seite der Macht schwingen. Letztlich gehört aber auch diese, ansich gute und gut umgesetzte, Idee schnell zum Standard und verliert ihr Alleinstellungsmerkmal. Ähnlich verhielt es sich schon vor über zehn Jahren mit dem Commander-Modus in Battlefield 2, der sich ebenfalls schnell zum Standard entwickelte, auch wenn er einen ungleich größeren Einfluss auf Taktik und Spielgeschehen hatte.

Die Möglichkeiten, gemeinsam mit mehreren Freunden ins Gefecht zu ziehen fehlen, ebenso wie ein echter Serverbrowser. Die Chance, durch vernünftiges Matchmaking ausgeglichene und damit jederzeit Spannende Spiele zu ermöglichen hat EA zwar erkannt, jedoch nur suboptimal genutzt.

Star Wars BattlefrontAuch die eigentliche Spielmechanik ist noch lange nicht in der Nähe des Potenzials der Star Wars-Marke. Rein objektiv unterscheidet die Fliegereien in X-Wing und Tie-Fighter nicht allzuviel von den Luftgefechten mit Jets oder Hubschraubern aus anderen modernen Militär-Shootern, auch wenn man hier durchaus den exzellenten Controller-Support für PC-Spieler loben muss. Auch die glaubhaften Flugeigenschaften der Vehikel verdienen ein Lob. Das bereits in den Wochen nach dem Start des jüngsten Star Wars Kinofilms sinkende Spielerzahlen und damit spürbar längere Wartezeiten beim Matchmaking auftraten war alles andere als erfreulich. Vergleicht man dieses Erlebnis mit anderen hochkarätigen Shootern aus dem Hause EA schneidet Star Wars: Battlefront deutlich schlechter ab. Die Battlefield-Klassiker 2 und 3 sowie die früheren Spiele unter dem Titel Battlefront konnten sich jahrelang einer aktiven Fangemeinde erfreuen. Ob Star Wars: Battlefront dieses Kunststück gelingt darf bislang bezweifelt werden.

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Star Wars Battlefront ScreenshotAbschließen wollen wir die Erfahrungen aus unserem Langzeit-Eindruck mit Antworten auf die alles entscheidenden Fragen:

Was bleibt vom Hype? Nicht viel, ein ordentlicher aber nicht überragender Shooter mit toller Grafik.

War der Hype gerechtfertigt? Nur bedingt, das weltweit spürbare Star Wars Fieber ebbte schneller ab als man erwartet hatte.

Lohnt es sich noch, das Spiel zu kaufen? Für absolute Star Wars Fans ja, alle anderen müssen sich wohl darauf einstellen dass die beste Zeit dieses Shooters bereits hinter uns liegt oder nun, etwa ein halbes Jahr nach Kinostart, langsam zuende geht.

Was sagen die Fans? Die Meinung der von uns befragten Fans lässt sich in etwa so zusammenfassen: “Gutes Spiel, gute Grafik, aber es fehlt einfach der besondere Charme. Der Hype und die nicht überragende Qualität erinnern eher an Episode 1 als an die Rückkehr der Jediritter. Dass man nicht im Weltraum rumfliegen kann ist ebenfalls sehr schade, für mich gilt kein Weltraum, kein Deathstar, kein Star Wars

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