Cooling

Aqua Computer Aquagratix RV670

Wir erinnern uns ja noch alle an das Heizkraftwerk R600, welches nun vor gut einem Jahr das Licht der Welt erblickte. Damals war diese Karte wohl der Hass jedes Kühlerherstellers, denn dieses Monster zu kühlen war nicht so einfach, wie es sich ein Mancher gewünscht hätte. Doch auch ATI lernte und brachte mit dem RV670 das genaue Gegenteil auf den Markt. Ein kühler Chip mit solider Performance. Doch auch dieser soll gut gekühlt sein, will man sein volles Potenzial freilassen.

Aus diesem Grund widmen wir uns heute dem neuen AquagratiX RV670 von Aqua Computer. Schon damals war der Hersteller einer der Ersten, die den R600 unter Wasser setzen und auch mit dem RV670 hat man nicht lange gezögert. Doch hat sich einiges bei Aquacomputer getan. Neues Konzept, neues Design und vieles mehr…  Was es gebracht hat… wollen wir es  aufdecken.

An dieser Stelle möchten wir uns gleich zu Beginn für die gute Zusammenarbeit seitens Aqua Computer bedanken.

Verpackung/Zubehör: In viel Luft verpackt kommt der Kühler bei uns an und zeigt schon beim ersten Blick ein vollkommen unbekanntes Bild von Aqua Computer. Doch all zu viel will ich hier noch nicht verraten.  Hat man sich dann endlich durch die vielen Luftkissen geboxt, finden sich im Karton noch eine Einbauanleitung, welche - wie man es von Aqua Computer gewohnt ist – an sich keine Wünsche offen lässt. Dazu kommt noch eine Packung mit kleinen Montageschrauben aus Kunststoff. Mehr ist leider nicht mit drin. Man hätte sich durch aus noch eine Packung Wärmeleitpaste gewünscht. Einige werden sich vielleicht auch fragen, warum man auf Kunststoffschrauben setzt, denn viele werden die Nachteile dieser kennen. Ausgeleierte Gewinde und verlorenes Druckpotenzial sind zwei solcher Probleme. Doch man versicherte uns, dass man ohne weiteres Metallschrauben nachbestellen kann bzw., dass man diese bei der Bestellung gleich mit ordern sollte. Alles in allem also ein eher magerer Umfang für einen Kühler dieser Preisklasse (80€).
Der Kühler: Der Kühler - ja wir wollen auch diesen nicht vergessen - ist ungewohnt. Vergleicht man ihn mit den Kühlern der vergangen Jahre, kommt er einem vor, wie ein kleiner Stilbruch. Er wirkt moderner, flotter, einfach stylischer. Wie als würde Aqua Computer grade seinen zweiten Frühling erleben. Weg ist der dicke Smoking mit alt grauer Kappe. Dafür strahlt der Kühler nun im schlanken und  offenen Kupferkleid. Eines muss man dem Kühler hier noch zugestehen, er hat definitiv eine gute Diätberatung, denn er ist nur halb so dick, wie noch der R600 Kühler. Crossfire oder gar Quad-Crossfire auf beengten Räumen ist also kein Problem mehr. Rein äußerlich geht man also einen deutlichen Schritt nach vorne. Die Verarbeitung ist dabei ohne Makel und lässt zu keiner Zeit negative Gefühle aufkommen. Doch mal abgesehen von den wunderschönen Äußerlichkeiten des Kühlers, hat sich auch sein innerer Charakter, also die Technik, doch enorm verändert. Früher war man meist den einzelnen federgelagerten Kupfer / Alukern gewöhnt. Das neue Design erinnert uns eher an die Kühler von EK. Große Flutkammern ersetzen reine gradlinige Kühlkanäle und massive Kühlstrukturen verdrängen die feinen Kerne früherer Versionen. Scheinbar ein einfacher Weg mit gutem Ergebnis.  Doch bleibt man seiner Detailverliebtheit der Jahre treu und so sind es genau diese Details, die einem doch beim genauen Hinschauen das Lächeln auf die Lippen bringen. Der dezente „RV670“ Schriftzug im Kühler, die Kühlstruktur in Form des Firmenlogos, und die Gravierungen auf dem altbekannten Edelstahldeckel. Auch das obligatorische „Made in Germany“ darf da natürlich nicht fehlen.
  Zusammenfasend muss man Aquacomputer also ein Lob aussprechen. Design und Technik können überzeugen, doch ob die schöne Neue im Kupferkleid auch mehr als nur gut aussehen kann, müssen wir noch testen.
Einbau: Wie oben erwähnt, schickt der Hersteller seinen Kühler mit Kunststoffschrauben ins Rennen. Die Idee dahinter ist klar. Gerade bei unerfahrenen Usern soll somit ein unbeabsichtigtes zerstören der GPU vermieden werden. Was aber des einen Freud ist, ist des anderen Leid. Denn die meisten, die schon Erfahrungen mit Wasserkühlungen haben, werden nicht lange Freude an diesen Schrauben finden. Denn einmal zu weit gedreht, sind die Gewinde nicht mehr brauchbar. Und Druck ist bekanntlich nichts Schlechtes, wenn es um Leistung geht. So geschah es auch bei uns, dass die Schrauben kaputt gingen, da wir es gewohnt waren mit etwas höheren Druck zu arbeiten. Dies war allerdings etwas zu viel des Guten. Allen anderen legen wir also ans Herz, die Schrauben wahrlich nicht „hart“ andrehen zu wollen. Der Rest, der das von vorn herein ausschließen will, sollten gleich die Metallschrauben mit bestellen.  Hat man dieses Hindernis einmal hinter sich, ist der Rest des Aufbaus ein Kinderspiel. Einzig sollte man beachten, dass man nur die Wärmeleitpads der Spannungswandler weiter benutzen sollte. Denn nimmt man die Pads der RAMs mit, kommt der Kühler nicht mehr richtig an die GPU und es kommt zu extremen Leistungsverlusten. 

 

Performance: Nun kommt die Stunde unserer Kupferballarina und sie muss sich beweisen. Wird sie unsere HD3870 kühl halten oder imponiert sie nur mit dem Äußeren. Das Testsystem bestand wie immer aus unserer gemodeten Corsair Nautilus, welche mit einem vollwertigen 120er Radiator ausgestattet ist. Der Lüfter arbeitet dabei durchweg auf 12v. Als Vergleich stellen wir den alten R600 Kühler mit Kupferkern entgegen, um auch zu zeigen wie sich der neue Chip bei der Temperatur bemerkbar macht.

 

 
  Alles in allem setzt sich bei der Performance das gute Bild weiter fort. Mit durchschnittlich 50° Load-Differenz kann sich der Aquagratix RV670 enorm vom Standard AMD Kühler absetzen und auch im Vergleich zum R600 Vorgänger ein solides Bild abliefern. Im IDLE Modus sind es immer noch 30° die man unter der Standard AMD Kühlung liegt. Von diesen Ergebnissen zum Overclocking angeregt, nahmen wir es in die Hand die Karte mal etwas auf fahrt zu bringen. Der Voltmod auf 1,5V war schnell gemacht und die Karte knackte ohne weiteres die 1Ghz Marke und endete mit 1,5V bei 1012Mhz. Doch den Kühler beeindruckte das scheinbar kaum, denn er quittierte diesen Leistungsschub mit gerade einmal 5° Differenz zum Standard-Load-Takt. Fazit: Der zweite Frühling, den Aqua Computer mit dem Aquagratix RV670 eingeläutet hat, beginnt gut. Frisches Design und neue Technik bringen dem Kühler nur Pluspunkte. Die Leistung überzeugt in allen Lagen und selbst für „extrem“ Übertakter bietet der Kühler gutes Potenzial. Einzig das Zubehör könnte etwas fülliger sein. Mann kann also abschließend sagen, dass es unsere schöne im Kupferkleid wahrlich geschafft hat auch mit Charakter zu überzeugen. Sie sieht also nicht nur gut aus, sondern hat es auch Faust dick hinter den Ohren. In dem Sinne wollen wir den Aquagratix RV670 jedem empfehlen, der einen flachen Kühler braucht um z. B. auf wenig Raum Crossfire zu realisieren, jedem der neben Leistung auch aufs Design achtet und natürlich jedem, der 80€ für den Kühler über hat. Aber unter uns, es lohnt sich.

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