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Foxconn P35AX-S Mainboard

Auf dem Markt gibt es ein schier unendliches Angebot an Mainboards aus verschiedensten Leistungs- und Preissegmenten. Kein Wunder, dass es schwer fällt die Übersicht zu wahren. Wir haben, in diesem Testbericht Foxconns P35AX-S auf den Zahn gefühlt und mit anderen Kontrahenten verglichen. Zu was das Board im Stande war, wird nun ausführlich berichtet.

Foxconn ist der Name, unter dem der taiwanesische Kunststoffhersteller Hon Hai Precision Industry Co., Ltd auf dem Markt auftritt. Ein Großteil der von diesem Unternehmen hergestellten Produkte sind nicht für den direkten Verkauf, sondern zur Vermarktung durch andere Firmen, wie beispielsweise Apple oder Intel bestimmt. Vor kurzem wurde von uns ein Testbericht zu dem Mainboard X38A veröffentlicht, welches ebenfalls aus dessen Schmiede stammt. Dort wurde das Unternehmen bereits näher vorgestellt.
Im nun folgenden Testbericht dreht sich alles erneut um ein Mainboard, wobei es sich im Vergleich zum X38A, welches ein High-End Produkt darstellt, wohl eher um ein Board für den Normalnutzer handelt. Erneut wurde also die Teststation aufgebaut, diesmal um das Board mit der Bezeichnung P35AX-S genauer unter die Lupe zu nehmen. Viel Spaß beim lesen!

An dieser Stelle geht ein Dank an Foxconn, für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

P35 - Bearlake Der erfolgreiche Intel Chip P965 wurde Mitte des Jahres vom P35 abgelöst. Das „P“ in der Bezeichnung steht für „Performance“, dadurch wird klar, welche Ansprüche der Chipsatz geltend machen will. Im Gegensatz zu den Vorgängern aus der „Broadwater“-Familie, unterstützen die Bearlake Modelle Arbeitsspeicher und Prozessoren der neuen Generation, sprich DDR3-Speicher und 45nm-CPUs. Beim Vergleich der Datenblätter fällt auf, dass sich die beiden Chipsätze in den wichtigen Punkten, nämlich der Unterstützung neuer Hardware unterscheiden, die Anzahl aller Veränderungen jedoch relativ gering ist. Beide Chips sind Crossfire-fähig, wobei der zweite PCI-Express 16x Slot auf 4x begrenzt wird. Die Anzahl der USB Anschlussmöglichkeiten hat sich von acht auf zwölf erhöht. Da sich DDR3-RAM bisweilen noch nicht richtig durchsetzen konnte, ist ebenfalls die Kompatibilität zu DDR2-Speicher gewährleistet.

Foxconn P35AX-S: technische Daten und Zubehör
Die Spezifikationen des Testobjektes sind in nachfolgender Tabelle zusammengefasst.

Foxconn P35AX-S Spezifikationen

Sockel

Intel LGA 775

Unterstütze Prozessoren

Intel Core 2 Duo,
Intel Core 2 Quad,
Intel Core 2 Extreme
Kommende 45nm Prozessoren

Northbridge

Intel P35

Southbridge

Intel ICH9

Frontsidebus

1333/1066/800 MHz

Arbeitsspeicher

2x 240-pin DDR2 Slots  (Dualchannel, 1.8V, max 4GB, (1066MHz durch OC))

Erweiterungssteckplätze

3x PCI Slots
2x PCI-Express 16x
1x PCI-Express 1x

Audio

7.1 HDA Realtek ALC888

Netzwerk

Realtek RTL8110SC Gigabit LAN

I/O-Anschlüsse (Rückseite)

2x PS/2 (Maus u. Tastatur)
Koaxialer S/PDIF Ausgang
1x eSATA Anschluss
Parallel Port
COM Port
1x Gigabit LAN Buchse
4x USB 2.0
6x 3,5mm Klinke Audioanschluss

I/O-Anschlüsse (intern)

4x SATA / 1394 / 4x2 USB 2.0 / 4x Lüfter (2x3 Pol + 2x4 Pol) / 1x IDE / 1x Floppy

Dual-Grafik-Lösungen

ATI-Crossfire

Abmessung

305mm x 210mm


Wenn man die Spezifikationen des Mainboards mit denen des P35 Chips vergleicht, fällt auf, dass das technische Potential nicht voll ausgenutzt wird. So stehen bei dem Foxconn Board beispielsweise nur 2 RAM-Bänke und maximal 4GB Arbeitsspeicher, anstelle der üblichen 4 Slots und maximal 8GB Speicher zur Verfügung.
Auch wenn das mitgelieferte Zubehör sich mit beispielsweise einem einzigen SATA-Kabel als knapp erweist, so enthält es trotzdem alles, was man für den Betrieb benötigt. Der Verpackungsinhalt ist nachfolgend aufgeführt. Lieferumfang:
  • 1x Foxconn P35AX-S Mainboard
  • 1x SATA-Kabel,1x SATA Stromadapterkabel
  • 1x IDE-Kabel (Ultra DMA 133/100/66)
  • 1x I/O Slotblende
  • 1x Floppy Kabel
  • 1x Treiber-CD
  • 1x Bedienungsanleitung
  • 1x Schnellinstallationsanleitung
Angeliefert und Verpackt war die Platine in einem schwarzen Karton. Egal ob bei der Ausstattung, beim Zubehör oder beim Design der Verpackung: Der Hersteller blieb seiner Linie treu, alles so schlicht und einfach wie möglich zu halten.
Layout und optische Eindrücke Passend zur bereits erwähnten, knappen Ausstattung, gestaltet sich das Design und Farbspiel des Mainboards. Die zum größten Teil in dunklen Farben des Farbspektrums dominieren hier das Erscheinungsbild. Die Platine ist dunkelblau gefärbt. Weitere Steckplätze, wie RAM-, IDE- oder SATA-Slots sind ebenfalls blau. Das komplette Aussehen erweckt aber keinesfalls einen Minderwertigen Eindruck. In einer gewissen Weise erinnert es an die ersten Silberpfeile, bei denen aus Gewichtsgründen, um zu einem Rennen zugelassen zu werden, die Lackierung kurzerhand entfernt wurde. Hier wurde natürlich kein Lack abgeschliffen, das Board wurde aber jedes „Schnickschnacks“ beraubt, um sich auf das Wesentliche, die Leistung zu konzentrieren. Wie schnell es tatsächlich ist, zeigt das im Anschluss folgende Kapitel.

Da sich weniger Bauteile, als man dies erwarten würde, auf der Platine befinden, konnte hier etwas an Material eingespart werden. Das Board ist mit ca. 21cm breite um ungefähr 35mm schmaler als die gängigen Boards, die nach ATX-Maßen gebaut wurden. Die Höhe hingegen ist identisch.  Die Kühlung der North- und Southbridge kommt ohne aufwändige Heatpipekonstruktion aus. Lediglich zwei silberglänzende Kühlkörper erfüllen diese Arbeit. Vor allem Nutzer älterer Hardware könnte dieses Mainboard ansprechen, da es über die inzwischen doch recht seltenen Parallel- bzw. COM-Ports verfügt. Auch drei PCI-Slots sind lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Insgesamt weist das Layout keine wirklichen Schwächen auf. Allerdings sollte es, wie auch bei den meisten anderen Motherboards Probleme bereiten, alle Zusatzsteckplätze auf einmal zu nutzen. Je nach Höhe der verwendeten Karten ist es dann nicht mehr möglich, den direkt darunter liegenden Slot zu verwenden.
Leistungsvergleich Zieht man den P965 und i975X zu einem direkten Vergleich heran, so hatte Letzterer meist, wenn auch nur ganz knapp, die Nase vorne. In diesem Benchmarkvergleich ist die Ausganssituation ähnlich. Diesmal stehen sich die beiden Nachfolger, also der P35, verbaut auf dem Foxconn P35AX-S und der X38 gegenüber, welcher sein Werk auf dem Foxconn X38A verrichtet. Den dritten Vergleichswert liefert EVGA mit deren 122-CK-NF68, welches auf nVidias nForce 680i Chip basiert. Jedes Board wurde mit drei verschiedenen Einstellungen, sofern dies möglich war, durch den Testparcours geschickt. Der Teiler zwischen Front Side Bus und RAM betrug stets 1:1. Die FSB-Einstellungen beliefen sich auf 333MHz, 400MHz und 450MHz woraus der RAM- und CPU-Takt von 667/2666MHz, 800/3200MHz und 900/3600MHz resultierten. Die RAM-Timings beliefen sich jeweils auf 5-5-5-15.

Das Testsystem setzte sich wie folgt zusammen.

Testsystem Konfiguration

Prozessoren

Intel Core 2 Duo E6750

Arbeitsspeicher

2x 1GB OCZ DDR2 1066 SLI Ready

Grafikkarte

Point of View nVidia GeForce 7600 GT

Festplatte

SATA: Samsung HD252KJ (250GB/7200rpm/16MB)
IDE:  Maxtor DiamondMax Plus 9 (250GB/7200rpm)

Netzteil

Corsair HX-520W

Betriebssystem

Microsoft Windows XP Professional SP2

Grafikkartentreiberversion

163.71

Vorneweg: Das P35AX-S war leider nicht in der Lage, stabil mit einem Front Side Bus von über 400MHz zu fahren. Aus diesem Grund fehlen diese Werte in den nachfolgenden Diagrammen. Im ersten Teil ging es darum, die Leistung mit Hilfe von synthetischen und 3D-Testprogrammen zu messen.



Der zweite Teil der Leistungstests bestand darin, die Geschwindigkeit der Schnittstellen zu testen. SATA-, IDE- und USB2.0- Ports wurden jeweils mit HD-Tach überprüft, wobei die USB-Geschwindigkeit in Verbindung mit einer externen Festplatte gemessen wurde. Die Tests zu diesem Zweck wurden nur unter Normaltakt durchgeführt.



Wenn man alle Ergebnisse zusammennimmt, kann man ohne weiteres sagen, dass das P35AX-S, bezogen auf die tatsächliche Geschwindigkeit, eine sehr gute Vorstellung abliefert. In einigen Sektionen, wie zum Beispiel SuperPi 1M oder Aquamark 3 lieferte es sogar Bestwerte. Natürlich nur solange man die Tatsache außer Acht lässt, dass ein Testen bei 450MHz FSB unmöglich war. Der zuvor angeschnittene Vergleich mit den Silberpfeilen passt insofern, da es sich hierbei um ein schlankes, schnelles Board handelt. Overclocking und Bios Bei diesem Produkt handelt es sich definitiv um kein sog. „Enthusiasten“ –Board. Es ist vielmehr ein Mainboard, welches für den Durchschnittsnutzer konzipiert wurde. Dementsprechend fallen leider auch die Overclocking Ergebnisse aus. Wie sich bereits aus dem vorhergehenden Kapitel erahnen lässt, ist dem Drehen an der Taktschraube ein relativ frühes Ende gesetzt. Bei unserem Testobjekt war bereits bei 410MHz Schluss und es konnte auch kein besseres Resultat durch erhöhen der verschiedenen Spannungen erzielt werden.

Das Bios ist sehr übersichtlich gehalten. Wie beim kürzlich getesteten X38A, werden alle zum Übertakten nötigen Settings in der Sektion „Fox Central Control Unit“ vorgenommen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind im Vergleich zum X38A recht bescheiden, allerdings dennoch ausreichend um Ergebnisse im moderaten Bereich erzielen zu können. Die wichtigsten Optionen sehen folgendermaßen aus: (der FSB wird im Bios selbst „quadpumped“, d.h. mit dem Multiplikator 4 vervielfacht angezeigt. 333MHz sind folglich 1333MHz usw.)

Spannungs- und Takteinstellungen

FSB Taktraten

266MHz-600MHz

FSB/Ram Teiler

1:2, 1:2.4, 1:2.5, 1:3, 1:3.3, 1:4 (1:2 entspricht  1:1 usw…)

PCI-Express Taktraten

100MHz-200MHz

PCI Taktraten

33,6MHz, 37,3MHz, 42MHz

CPU-Multiplikator verstellbar

Ja (falls von CPU unterstützt)

CPU Vcore

Standardspannung +12,5mV bis +787,5mV
(in 12,5mV Schritten)

Speicherspannung

1,665V bis 2,340V

Northbridgespannung

1,2826V bis 1,6267V

PCI-Express Spannung

1,3875V bis 1,9500V

Auffallend dabei ist die hohe, maximal wählbare CPU-Spannung, welche man, unter normalen Umständen, wohl nie nutzen kann.
Die Spannungsversorgung der CPU selbst, neigt zum Überspannen. Standardwert der Test-CPU liegt bei 1,2875V. Ohne die Werte im Bios zu verändern lagen im Idle-Betrieb 1,321V und unter Last immerhin noch 1,288V an. Daraus resultiert eine Differenz von 0,033V. Das ganze auch noch einmal anschaulich in einem Diagramm dargestellt:

Folgende Screenshots zeigen eine kleine Übersicht der wichtigsten Biosfenster:
Stromverbrauch P695 und i975X waren seinerzeit zwar keine Stromsparwunder, im Vergleich zu nVidias 680i jedoch um einiges sparsamer. Wer darauf achtet, dass sein Board nicht allzu teuer gerät, dem ist es sicherlich auch von Interesse die laufenden Kosten möglichst niedrig zu halten. Der P35, X38 und nForce Chip wurden miteinander verglichen. Die angegebenen Werte beziehen sich nicht auf das Mainboard alleine, sondern auf das komplette System, also samt CPU, Grafikkarte usw. Da die Hardware bei allen Tests die gleiche war, lässt sich die Differenz ermitteln und somit auch der Wert um wie viel das eine sparsamer als das andere ist.

Wie nicht anders zu erwarten, ist das kleine Foxconn Board das am wenigsten verbrauchende im Testfeld. Im ersten Moment erscheinen die Unterschiede zwar nicht derartig groß, aufs Jahr aufsummiert rechnet es sich letzten Endes dennoch.


Auch der Stromverbrauch bei heruntergefahrenem PC, aber angeschaltetem Netzteil wurde gemessen. Dieser Wert gibt also das wieder, was der Rechner verschlingt, falls man die Steckdosenleiste, bzw. den Schalter am Netzteil nicht in die Aus-Position bringt.

Fazit Wie bereits erwähnt, ist dieses Mainboard für alle diejenigen, die ständig danach dürsten neue Taktrekorde aufzustellen, sicherlich die falsche Wahl. Diese Nutzer fallen allerdings auch gar nicht in die Zielgruppe, welche angesprochen werden soll. Dieses Produkt richtet sich vielmehr an den Normalverbraucher, der ohne viel Extras auskommt, aber dennoch nicht auf eine schnelle Basis für sein System verzichten möchte. Manch einem wird es mit diesem Board auch gelingen, den ein oder anderen Übertaktungsversuch zu wagen, welcher sich dann natürlich nur in gemäßigten Bereichen aufhalten wird. Zur Zeit ist es mit ungefähr 75€ gelistet, was entsprechend der gebotenen Leistung angemessen erscheint.

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