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Mushkin Redline XP2-8000 (DDR2 1000)

Obwohl bereits seit geraumer Zeit DDR3-Speichermodule auf dem Markt vertreten sind, bleibt DDR2-Ram gefragt wie eh und je. Mushkins Redline Serie stellt deren Spitze der Produktpalette dar. In unserem Test soll das 1000MHz schnelle Modell zeigen, was wirklich unter der roten “Haube” steckt.

Einleitung
Auch wenn der ein oder andere bei dem Namen Mushkin womöglich eher an einen russischen Präsidenten oder gar Wodka denken mag, hat selbiger in keinster Weise etwas damit zu tun. Mushkin, Inc. – so betituliert sich ein 1994 in Amerika gegründetes Hightech Unternehmen, welches sich auf die Herstellung von Speichern  spezialisiert hat. Auf der durchaus selbstbewussten Internetseite präsentiert sich die aus Denver stammende Fabrik als Lieferant der besten Produkte überhaupt. („make Mushkin products the best in the industry“)
Auch in Deutschland haben diese Speicher in der Overclockingszene einen recht hohen Bekanntheitsgrad, da sie sich immer wieder durch gute Leistungen vor allem aber auch durch gute Übertaktungsergebnisse hervortun konnten.  Die Speicher aus der Redline Serie, welche die Oberklasse der Produktpalette darstellen, sollen heute genauer unter die Lupe genommen werden. Laut Mushkin spielen diese in einer eigenen Liga. („with our REDLINE series in a class of its own“) Ob dies wirklich der Fall ist, soll nachfolgender Testbericht zeigen. Viel Spaß beim Lesen!

An dieser Stelle geht ein Dank an Mushkin für die problemlose Bereitstellung des Testmusters.

Lieferumfang und technische Daten

Die roten Renner wurden in einer durchsichtigen Plastikverpackung geliefert. Um das Ganze optisch abzurunden, befindet sich neben dem Speicher selbst, ein Stück Karton unter den Riegeln, welches im Mushkin-typischen Design gestaltet ist. Die Rückseite dieser Einlage stellt ebenfalls eine kurze Installations- und Fehleranalyseanleitung dar.  Auf dieses Dual-Channel-Kit erteilt Mushkin lebenslange Garantie, natürlich nur solange man es auch innerhalb der vorgesehenen Spezifikationen betreibt.

•    Modellbezeichnung: 996525 (2x1GB)
•    Modulgröße: 2 x 1GB
•    Verbaute Chips: Micron D9GMH
•    Taktfrequenz: 1000MHz
•    CAS Latency (CL): 4
•    RAS to CAS Delay (tRCD): 5
•    Row Precharge Delay (tRP/tRCP): 4
•    Row Active Delay (tRA/tRD/tRAS):11
•    Command Rate (CMD Rate): 2T
•    Spannung: 2,2V – 2,35V


Die SPD-Programmierung ist ordentlich und bringt zwei vorgefertigte Settings mit sich. Zum einen eine etwas niedrigere, welche den Speicher mit 800MHz taktet und zum anderen die eigentliche Spezifikation, welche sich aus einem Ramtakt von 1000MHz und den Latenzen 4-5-4-11 zusammensetzt.

 

Benchmarks

Da der Redline Speicher laut Mushkin in einer anderen Liga spielt, muss er dies natürlich auch unter Beweis stellen. Fünf verschiedene Disziplinen wurden hierzu herangezogen, in denen sich der Ram gegen vier Mitstreiter von verschiedenen, etablierten Herstellern durchsetzten musste. Um zeigen zu können wie die Kontrahenten im direkten Vergleich zu einander abschneiden, wurden die Tests mit vier verschiedenen Taktraten durchgeführt, innerhalb dieser die Timings im Testfeld immer gleich waren. Lediglich die Standardsettings der Teilnehmer wichen logischerweise voneinander ab.
Mushkins Topmodell musste gegen folgende Speicher antreten:
•    OCZ DDR2 PC2-8500 SLI-Ready Edition (DDR1066 – 5-5-5-15)
•    Corsair TWIN2X2048-6400C4 (DDR800 – 4-4-4-12)
•    Cellshock DDR2 667 (PC5300) (DDR667 – 5-5-5-15)
•    Kingston Hyper X 9600 (DDR1200 – 5-5-5-15)
Cellshock und OCZ bestückte seine Rams ebenso wie Mushkin mit Micron D9GMH Chips. Kingston baut auf Micron D9GKX und Corsair auf das Gegenprodukt aus dem Hause Promos.

Testsystem:
•    Prozessor: Intel Core 2 Duo E6600 (2400MHz)
•    Mainboard: EVGA 680i 122-CK-NF68-AR
•    Grafikkarte: XFX GeForce 8800 GTS 320MB
•    Netzteil: Corsair HX-520W
•    Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional 64Bit – SP1
Ob man sich nun den Everest-, SuperPi- oder Aquamark-Test zu Gemüte führt, einen großen Leistungsunterschied wird man nirgendwo ausfindig machen können. Mushkin behauptet zwar, dass sich ihr Ram von denen der anderen Hersteller abheben könne, im Benchmarkbereich ist dies allerdings nicht der Fall. Keineswegs soll die Leistung unseres Testmodells geschmälert werden, denn die erzielten Ergebnisse waren durch die Bank sehr gut und gleichauf mit den anderen Riegeln. Ein anderer Ausgang des Tests wäre auch mehr als verwunderlich gewesen, da alleine vier der fünf Kandidaten mit Chips des gleichen Herstellers bestückt sind. Overclocking
Nicht jeder Speicher, der in Denver hergestellt wird und dessen Chips die Bezeichnung „D9GMH“ tragen, ist dazu prädestiniert den Redline Heatspreader aufgesetzt zu bekommen. Alle Module dieser Serie sind von Hand selektiert worden, um den Ansprüchen der Enthusiasten, die ihr System am Limit betreiben wollen, gerecht zu werden. Die sowieso schon sehr guten Micron D9GMH Rams wurden also nochmals aussortiert, bis letzten Endes nur noch die Besten der Besten übrig blieben. Man verspricht sich davon größtmögliche Taktraten bei moderater Betriebsspannung und niedrigen Latenzen. Von Haus aus ist das Testkit mit 1000Mhz einer CAS Latency von 4 und 2,2 Volt getaktet. Der erste Versuch den Speicher bei 1200Mhz und CL5 zu betreiben gelang auf Anhieb. Es waren dafür gerade mal 2,25V notwendig. Dieses sensationelle Ergebnis lässt natürlich die Hoffnung aufkommen auch die 1300 Mhz Marke knacken zu können. Zuerst wurden allerdings verschiedene Latenzen eingestellt und dazu der jeweilige Maximaltakt bei 2,35 Volt ermittelt.



Als Vergleichswerte dienen hierbei die Ergebnisse aus einem vorangegangen Testbericht zu Kingstons Hyper X PC2 9600 Modulen. Bei einer Command Rate von 1T kann sich der mit Micron D9GMH besetzte Mushkin Speicher klar absetzten. Bei einer Command Rate von 2T liegen alle Ergebnisse gleichauf. Die Werte der Redline Speicher sind also durchaus mit „sehr gut“ abzustempeln.
Das Ziel 1300MHz zu überbieten, konnte leider nicht verwirklicht werden.  Bei 1244MHz war definitiv Schluss. Auch auf eine weitere Anhebung der Betriebsspannung reagierte der Ram nicht und bot folglich auch keine besseren Werte. Bei 1280 MHz gelang zwar der ein oder andere Bootvorgang, allerdings war das System dann alles andere als stabil. Schon nach wenigen Augenblicken im Windowsbetrieb folgte ein „Freeze“ des Bildschirminhaltes und wurde postwendend mit einem Bluescreen quittiert.


Auf folgendem Screenshot ist der maximal mögliche, stabile Takt ersichtlich.   


Optische Eindrücke
Das Rot der Heatspreader sticht direkt ins Auge und vermittelt den Eindruck als ob sich etwas sehr schnelles unter der Haube verstecken müsse. Dies wird nicht zuletzt durch den Redline Schriftzug, welcher einer Tachoanzeige ähnelt, bekräftigt. Auf alle Fälle erweist sich der Speicher, gekoppelt mit einer passenden Mainboardfarbe, als optischer Leckerbissen in jedem System. Zusätzlich dient dieses Stück Aluminium natürlich der besseren Wärmeabgabe an die Umgebung.

Fazit

Den versprochenen Ram aus einer eigenen Liga konnte Mushkin mit dem Redline Modell nicht Liefern. Allerdings werfen die Amerikaner mit ihm ein absolutes Spitzenmodell auf den großen DDR2 Markt, welches sich aufgrund guter Performance aber vor allem auch durch sehr gute Overclockingergebnisse sehen lassen kann. 1200Mhz bei nur 2,25V ist ein beachtlicher Wert. Dieser Testbericht zeigt aber ebenso auf, dass man einen schnellen Speicher auch für weniger Geld bekommen kann. Zur Zeit ist dieses Dualchannel Kit ab 289€ gelistet, was man bei den aktuellen Preisen durchaus teuer nennen darf. Für alle diejenigen, die gerne zeigen was sie haben, ist er absolut die richtige Wahl, da er auch aufgrund des Anschaffungspreises einen Hauch von Individualität mit sich bringt. Alle anderen, die außer auf sehr gute Performance auch auf den Preis achten, sind mit anderen Modellen auf denen Micron Chips verbaut sind besser bedient. Abschließend kann man sagen, dass Mushkin mit diesem Ram aus leistungstechnischer Sicht klar überzeugen konnte. Einzig und allein der Hohe Preis wird den ein oder anderen Interessenten von einem Kauf abhalten.

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