Arbeitsspeicher

Kingston Hyper X DDR2 1200 (PC 9600)

Kingston Technology Company, Inc., ein auf die Herstellung von Speicherprodukten spezialisiertes Unternehmen feierte in der Overclockingszene große Erfolge mit DDR1 Arbeitsspeichermodulen, die auf den Namen "Hyper X" hörten. Nach dem Startschuss für die DDR2 Generation gerieten die Amerikaner etwas weiter in den Hintergrund und andere Hersteller konnten die Spitze erklimmen. Mit den "Kingston Hyper X DDR2 1200 (PC 9600)" Modulen wurde der Markt um ein sehr interessantes Produkt bereichert. Wie gut die Speicher wirklich sind, haben wir ausführlich getestet.

Einleitung

Kingston Technology Company, Inc., ein auf die Herstellung von Speicherprodukten spezialisiertes Unternehmen hat seinen Ursprung im Jahr 1987. Gegründet wurde die Firma auf der Basis eines einzigen Produkts, bei dem es allerdings nicht bleiben sollte. Laut der betriebseigenen Homepage beinhaltet die Produktpalette inzwischen mehr als 2000 Artikel, was den Jahresumsatz von 2006 auf den Rekordwert in der 20 jährigen Bestehensgeschichte von 3,7 Mrd US-Dollar katapultierte.
Hierzulande konnten sich die Amerikaner vor allem durch die sehr guten Arbeitsspeicher „Hyper X“ zu DDR1 Zeiten bei den Overclockern einen Namen machen. Mit der Einführung von DDR2 sind sie etwas in den Hintergrund gerückt und andere Hersteller konnten die Spitze erklimmen. Ob ein Platz im Rampenlicht nicht doch gerechtfertigt wäre, soll folgender Test des aktuellen Spitzenmodells „KHX9600D2K2/2G“ zeigen.
Viel Spaß beim lesen!

An dieser Stelle geht ein Dank an Kingston für die problemlose Bereitstellung des Testmusters.

Lieferumfang und Technische Daten Der Speicher wurde in einer schlichten Plastikverpackung bestehend aus schwarzem Unterteil und durchsichtigem Deckel geliefert. Neben den Speichern befindet sich zusätzlich eine kurze Installationsanleitung in englischer Sprache in der Verpackung. Kingston erteilt die „Lifetime Warranty“, also lebenslange Garantie für die Module.

Modellbezeichnung: KHX9600D2K2/2G
Modulgröße: 2 x 1GB
Verbaute Chips: Micron D9GKX
Taktfrequenz: 1200MHz
CAS Latency (CL): 5
RAS to CAS Delay (tRCD): 5
Row Precharge Delay (tRP/tRCP): 5
Row Active Delay (tRA/tRD/tRAS):15
Command Rate (CMD Rate): 2T
Spannung: 2,3V – 2,35V

Um die volle Geschwindigkeit des Speichers nutzen zu können, müssen die Taktraten bzw. Latenzen von Hand eingestellt werden. Da kein EPP vorhanden ist, ist dies selbst auf Mainboards die selbiges unterstützen der Fall.
Die SPD ist JEDEC-standardmäßig auf 800Mhz 5-5-5-15 bei 1,8V programmiert. Auch für 200Mhz (DDR 400) und 266Mhz (DDR 533) stehen vorgefertigte Settings zur Verfügung.

Benchmarks Täglich erscheinen neue Arbeitsspeicher auf dem jetzt schon riesigen Markt gefüllt mit Rams aller Preis- und Leistungsklassen. In unserem Benchmarkvergleich musste sich Kingstons Topmodell der Hyper X Serie gegen gleich vier Kontrahenten in fünf verschiedenen Disziplinen behaupten. Um ein möglichst neutrales Ergebnis erzielen zu können waren die Timings abhängig Taktraten unter den Speichern immer einheitlich. Lediglich bei dem Vergleich mit Werkseinstellungen wichen diese voneinander ab.  Bis auf die Corsair Speicher sind alle Module mit Micron D9GMH Chips bestückt. •    OCZ DDR2 PC2-8500 SLI-Ready Edition (DDR1066 – 5-5-5-15)
•    Corsair TWIN2X2048-6400C4 (DDR800 – 4-4-4-12)
•    Cellshock DDR2 667 (PC5300) (DDR667 – 5-5-5-15)
•    Mushkin XP2-8000 Redline (DDR1000 – 4-5-4-11)

Testsystem:

•    Prozessor: Intel Core 2 Duo E6600 (2400MHz)
•    Mainboard: EVGA 680i 122-CK-NF68-AR
•    Grafikkarte: XFX GeForce 8800 GTS 320MB
•    Netzteil: Corsair HX-520W
•    Betriebssystem: Microsoft Windows XP Professional 64Bit – SP1
Egal welchen der fünf Tests man heranzieht, zeigt Kingstons Hyper X stets eine gute Leistung und ist mit seinen Kontrahenten stets gleichauf bzw. übertrifft diese auch vereinzelt.  Die Dichte der Ergebnisse lässt auf ein sehr ausgeglichenes Testfeld schließen. Lediglich die Speicher von OCZ können sich im SpuperPi 32M bzw. Aquamark 3 Benchmark minimal hervortun. Alles in allem überzeugt das schicke blaue Modell von Kingston auf ganzer Linie. Overclocking

Unter der bläulich gefärbten Haube stecken Chips mit der Bezeichnung „D9GKX“. Diese vom etablierten Hersteller Micron gefertigten Bauteile haben in der Overclockingszene einen sehr guten Ruf, da sie für sehr hohe Taktraten bei mehr oder weniger moderater Betriebsspannung bekannt sind. Da unser Testexemplar bereits mit 1200MHz getaktet ist, bleibt wenig Hoffnung auf Spielraum nach oben hin. Denn auch die für diese Frequenz benötigte Spannung von 2,35V ist relativ hoch angesiedelt, wird allerdings auch absolut benötigt, da der RAM bereits bei einer Absenkung auf 2,325V nicht mehr stabil läuft. Unsere Befürchtungen bestätigten sich auch recht schnell. Selbst 2,4V brachten bei starker Anhebung des Takts keine zusätzliche Stabilität. Das stabile Maximum wurde bei 1244MHz und 2,35V erreicht.
Der Overclockingbereich zeigt angesichts des hohen Standardtakts vor allem die möglichen Einstellungen bei niedrigen Frequenzen auf.

 

Der größtmögliche Takt (Boot/Benchstable) ist auf diesem Screenshot ersichtlich.

 

Auch im Bereich Overclocking, den man hier sinnigerweise wohl eher „Taktspielerei“ nennen müsste, zeigte der Kingston Speicher durchweg erfreuliche Ergebnisse. Aufgrund des sehr hohen Standardtakts und der dafür nötigen Spannung war natürlich von vorne herein abzusehen, dass die Grenzen nach oben hin sehr schnell erreicht sein würden. Das I-Pünktchen wäre eine niedrigere Spannung für 1200MHz gewesen, die Luft gelassen hätte um die 1300MHz Marke zu knacken. Optische Eindrücke

Der Heatspreader, der sich auf den Speichermodulen befindet, dient nicht nur zur besseren Wärmeabgabe, sondern trägt auch sehr stark zum optischen Erscheinen bei. Die schlichten, blauen Aluminiumkühler wirken sehr hochwertig und sauber verarbeitet. Das Design erinnert an das der Module aus Zeiten des DDR1-RAMs.
Fazit

Mit diesem Speicher braucht sich Kingston ganz und gar nicht vor der Konkurrenz zu verstecken, was aber auch nicht heißen soll, dass er etwas besonderes oder besser als alle anderen Module ist. Das Hyper X Modell spielt in der oberen Performanceliga gleichauf mit Produkten anderer namenhafter Hersteller wie Corsair, OCZ, Mushkin etc. Einen Vorteil gegenüber der anderen Modelle aus dem Test besitzt dieses jedoch, welches ein nicht zu verachtendes Kaufkriterium darstellt: die 1200MHz sind garantiert und das sogar lebenslang! Zwar ist die Wahrscheinlichkeit dass ein Modell mit Micron D9GKX bzw. D9GMH Chips in diese Bereiche vordringt relativ hoch, eine Garantie dafür gibt es dann jedoch nicht.
Der Speicher ist für diejenigen, die nicht selbst die Grenzen der Hardware ausloten wollen eine gute Wahl. Mit einem Listenpreis ab ca. 161€ ist er noch dazu recht erschwinglich, einzig die Verfügbarkeit lässt zu wünschen übrig.

 

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