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Corsair Force Series GS 240 GB

Heute möchten wir uns abermals mit dem Thema SSDs beschäftigen. Bei den stetig sinkenden Preisen ist es kein Wunder, dass immer mehr Menschen mit dem Gedanken spielen, sich ein solches Stück Technik in den heimischen Rechner einzubauen, bringt es doch massiven Performancezuwachs mit sich. Doch zu welcher SSD soll man greifen? Wie wär’s mit einer Corsairs Force GS in der 240 GB Version - was die Platte zu leisten im Stande ist, wollen wir in diesem Testbericht aufdecken.

Längst hat sich der Hersteller einen guten Ruf in Sachen Solid State Drives erarbeitet. Auch das Portfolio deckt die verschiedensten Leistungsspektren und Bedürfnisse der Kunden ab. Bisweilen galt die Force Series GT als das Flaggschiff, die Force Series GS wurde entwickelt, um diesen Titel für sich zu beanspruchen - zumindest wenn man sich bei seinen Betrachtungen auf SSD mit Sandforce Controller beschränkt.

Doch was unterscheidet diese SSD von all den anderen Platten, welche ebenfalls mit Sandforce 2281 Controller ausgestattet sind? Wir werden später selbstverständlich noch genauer auf dieses Thema eingehen, allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass Corsair für die Force Series GS Toggle NAND Speichermodule verbaut hat, welche den entscheidenden Performancevorteil garantieren sollen.

Ob Corsair mit der Aussage: „the fastest overall performance in Corsair’s SandForce-based lineup” Recht behalten kann, wollen wir in nachfolgendem Testbericht aufdecken.

Eine Danksagung geht an dieser Stelle an Corsair, für die problemlose Bereitstellung des Testexemplars.

Das PCMasters Team wünscht all seinen Besuchern nun viel Spaß beim Lesen!


Technische Details

Also schon wieder eine SSD mit Sandforce 2281 Controller? In der Tat! Doch man würde bei Corsair nicht einfach eine SSD auf den Markt werfen, wenn sie das Portfolio nicht sinnvoll erweitern könnte. Die Force Series GS soll, wie bereits erwähnt, die Force Series GT als Spitzenreiter der Sandforce Laufwerke ablösen. Bis auf die verbauten Flash-Speicherchips gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen den beiden. Es dürfte also nicht überraschend sein, dass wohl auch genau an dieser Stelle angesetzt werden muss, um zu erörtern, was die neue SSD besser macht.

Bekanntlich gibt es drei unterschiedliche Typen von Flash-Speicher. Asynchronen-, synchronen- und Toggle-NAND. Die beiden Letztgenannten gehören zu den Schnelleren und werden häufig in teureren SSDs verbaut. Toggle-NAND hat gegenüber synchronem Speicher einen kleinen Vorteil bei zufälligen Schreiboperationen, wodurch sich unterm Strich eine bessere Gesamtperformance detektieren lassen dürfte. Die Herstellerangaben von 90.000 IOPS (Input / Output Operations per Second) verglichen mit 85.000 geben erste Hinweise auf diesen Sachverhalt.

Selbstverständlich bringt das Laufwerk auch alle anderen sandforce-typischen Features mit sich. Erwähnen möchten wir an dieser Stelle die integrierte 256 Bit AES-Verschlüsselung, das 6 Gbit/s S-ATA Interface, mit welchem die SSD und das Mainboard über den Controller kommunizieren können, als auch den hardwareseitig integrierten TRIM-Befehl. Nicht jedes Betriebssystem bietet eine Unterstützung für Solid State Drives. Beispiele wären hier das immer noch sehr beliebte Windows XP, als auch ältere Versionen von Apples OS X. In diesem Fall kümmert sich der Controller darum, das alte und nicht weiter benötigte Speicherblöcke detektiert und gelöscht werden, sodass auf lange Sicht keine Performanceverluste entstehen.

Ein weiteres und wichtiges Feature ist die transparente Komprimierung von Daten, welche auf die SSD geschrieben werden sollen. Transparent bedeutet in diesem Fall, dass der Anwender nichts von diesem Vorgang, welcher in Echtzeit abläuft, mitbekommt. Die Vorteile für den User sind schnell erklärt. Sind die Daten, welche auf die SSD transferiert werden sollen, komprimierbar, erkennt das der Controller und stampft deren Volumen auf ein kleineres Maß ein. Folglich müssen, teilweise sogar deutlich weniger reale Daten auf dem Laufwerk abgelegt werden, wodurch sich um ein vielfaches höhere Schreibraten erzielen lassen. Weiterhin wird weniger realer Speicher beansprucht und somit abgenutzt. Speicherzellen von SSDs können nur begrenzt wieder beschrieben werden, die Haltbarkeit kann somit verlängert werden. Dennoch sollte man dabei beachten, dass in der Praxis niemals alle Daten kompressibel sind.

Der verbaute Toggle-NAND wird mittels 24 nm Technologie von SanDISK gefertigt und hat eine Lebenserwartung von etwa 3000 Schreib-/Löschzyklen. Die Garantie für das Laufwerk beträgt 3 Jahre.

Nachfolgend alle Leistungsmerkmale in der Übersicht:

Corsair Force Series GS
Modellbezeichnung
CSSD-F240GBGS-BK
Kapazität 240 GB
Cache
keinen (lediglich ein kleiner Cache direkt im Controller)
Controller SandForce SF-2281
Chips SanDISK Toggle NAND (24 nm)
Leserate (theoretisch) 555 MB/s
Schreibrate (theoretisch) 525 MB/s
Formfaktor 2,5''
Garantie 3 Jahre

Der Karton enthält den, für eine SSD typischen Lieferumfang. Dieser umfasst neben der Corsair Force Series GS SSD einen 3,5” Einbaurahmen, sowie die dazu passenden Befestigungsschrauben.


Benchmark

Nun sind uns alle theoretischen Leistungsdaten bekannt. Es wird also Zeit zu überprüfen, welche Werte die User im alltäglichen Betrieb tatsächlich erwarten dürfen. Vor allem der Vergleich mit unserem bisherigen Spitzenreiter, Kingstons Hyper X SSD, welche uns ebenfalls in der 240 GB Variante zum Testen vorlag, dürfte durchaus interessant werden. Kingston verbaut bei der Hyper X synchronen Flash-Speicher.

Verglichen zu unserem letzten Review hat sich an unserem Versuchsaufbau nichts geändert. Es herrschen somit absolut identische Bedingungen. Auch Vergleiche zu älteren Reviews sind ohne weiteres möglich, da sich die Eckdaten unseres Rechners nur unmaßgeblich verändert haben. Einzig nennenswerte Erneuerung stellte seiner Zeit das Upgrade des Mainboards auf ein ASRock P67 Transformer dar, um für S-Ata 6 Gbit/s gewappnet zu sein. Nachfolgend unser Testsystem in der Übersicht.

Testsystem Konfiguration
Prozessor Intel Core i5 750 (2,67GHz)
CPU-Kühler Scythe Mugen
Grafikkarte Zotac GeForce GTX 470 mit 1280 MB DDR5 Ram
Mainboard ASRock P67 Transformer
Netzteil Scythe Kamariki 550Watt
Betriebssystem Microsoft Windows 7 Ultimate 64bit
Arbeitsspeicher 2x2 GB Kingston Hyper X DDR3 12800 - 1600 MH

Um ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erhalten, kamen bei unseren Tests 7 verschiedene Programme zum Einsatz, woraus wiederrum 20 Einzeldisziplinen resultierten. Eine kleine Einführung in die Vorgehensweise werden wir vor jedem Benchabschnitt bereitstellen. Aus diesem Grund zunächst eine einfache Einteilung der verwendeten Tests:

• Test 1: Installation von Windows 7 Ultimate 64 bit
• Test 2: Bootracer - Log In
• Test 3: Bootracer - Desktop
• Test 4: Installation von Microsoft Office 2007
• Test 5: WinRAR v3.90d x64: Packen Supreme Snowboarding Ordner (338MB, 6457 Dateien, 2212 Ordner)
• Test 6: WinRAR v3.90d x64: Entpacken des Supreme Snowboarding Archivs
• Test 7: Photoshop CS4: Öffnen einer 54,7 MB Datei
• Test 8: Kopieren eines Ordners: 2,6 GB / 2823 Dateien
• Test 9: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Kopier-Benchmark ISO
• Test 10: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Kopier-Benchmark Program
• Test 11: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Kopier-Benchmark Game
• Test 12: HD-Tune v2.55: Minimale Lesegeschwindigkeit
• Test 13: HD-Tune v2.55: Maximale Lesegeschwindigkeit
• Test 14: HD-Tune v2.55: Durchschnittliche Lesegeschwindigkeit
• Test 15: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Sequentielle Leserate / Schreibrate
• Test 16: AS SSD Benchmark v1.6.4067: 4K Random Leserate / Schreibrate
• Test 17: AS SSD Benchmark v1.6.4067: 4K Random (64 Threads) Leserate / Schreibrate
• Test 18: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Zugriffszeit
• Test 19: ATTO Disk Benchmark v2.46: Lesen
• Test 20: ATTO Disk Benchmark v2.46: Schreiben

Die Tests 1 bis einschließlich 11 sind stellvertretend für alltägliche Anwendungen und somit auch repräsentativ für die tatsächliche Arbeitsgeschwindigkeit und die damit verbundene Leistungssteigerung. Die Tests 12 bis 20 sind eher theoretischer Natur und bringen in erster Linie Maximalwerte zum Vorschein.

Vorneweg noch ein Wort zu den Diagrammen. Dem aufmerksamen Leser werden die neuen Auswertungstafeln sicherlich schnell ins Auge stechen. An dieser Stelle möchten wir kurz erklären, wie diese zu verstehen sind:

• Die aktuell zu testende SSD ist mit roter Farbe gekennzeichnet.
• Die Reihenfolge entspricht einer Rangliste von oben = gut bist unten = weniger gut.
• Bei Tests in denen mehrere Werte in einem Chart zusammengefasst wurden (z.B. AS SSD Benchmark), wurde der Mittelwert der Einzeltests genommen, um daraus die Platzierung zu ermitteln.


Test 1: Installation von Windows 7 Ultimate 64 bit

Unser Test beginnt mit einer komplett leeren, unpartitionierten Platte. Mittels der Windows 7 Installations-DVD booten wir den Rechner, um das Betriebssystem aufzuspielen. Da eine schnelle Abhandlung dieser Routine durchaus von Bedeutung sein kann, haben wir die Zeit gemessen, in der der eigentliche Installationsvorgang abläuft, sprich ab dem Zeitpunkt, ab dem keine Eingaben mehr getätigt werden müssen. Die Zeit bis zum anschließen Reboot wurde per Stoppuhr festgehalten. Aufgrund der Abhängigkeit der restlichen Schritte vom Benutzer, wurde der Test auf diesen Bereich beschränkt.

Erster Test und direkt die erste Überraschung - schlechtestes Messergebnis bis dato. Immerhin lässt sich die SSD von Corsair hier mit 16 Minuten und 35 Sekunden fast zwei Minuten länger Zeit, als das die nun zweitlangsamste SSD von Intel tat. Wir müssen das Ergebnis leider so verbuchen, da es sich auch bei wiederholtem Versuch bestätigt. Da wir jedoch nicht glauben, dass einzig die SSD von Corsair für dieses Resultat verantwortlich ist, werden wir unseren Testparcours für kommende Berichte etwas abändern und die Installationsroutine statt wie bisher üblich von einer DVD, nun von einem USB-Stick aus ablaufen. Dadurch lassen sich etwaige Alterserscheinungen seitens der Disc oder des Laufwerks ausschließen.

Test 2 und 3: Bootracer Log In und Desktop

Ebenfalls von großer Bedeutung ist ein schnell bootendes System, schließlich möchte man ja möglichst schnell arbeitsfähig sein. Mit Hilfe des Tools „Bootracer” lässt sich die Zeit, die der Rechner beim Hochfahren bis zum Log In Screen bzw. zum Desktop benötigt, automatisiert messen. Hierbei zählt die Ladezeit von Windows. Aus jeweils drei Durchgängen wurde der Durchschnittswert ermittelt.

Gerade einmal zwölf Sekunden benötigt der Bootvorgang von Windows 7, ehe der User aufgefordert wird sein Passwort einzutippen oder aber vom Willkommensscreen begrüßt wird. Etwas mehr als weitere fünf Sekunden werden benötigt bis der Bootvorgang komplett abgeschlossen ist und auch die ganzen Autostartprogramme unseres Testsetups geladen wurden.

Beim Start von Windows, mit samt den persönlichen Autostartprogrammen und Diensten, kommt es vor allem darauf an, dass viele kleine Files, wie beispielsweise Treiber oder Bibliotheken möglichst schnell ausgelesen werden können. Häufig sind diese Dateien auch noch zufällig auf dem Volumen verstreut, so dass der Lesekopf einer herkömmlichen HDD vom einen ans andere Ende „springen” muss, um an diese zu gelangen. Häufig macht sich das Ganze auch lautstark durch ratternde Gebräuche bemerkbar. Wirklich ansprechbar ist der Computer in dieser Phase nicht. Durch Einsatz einer SSD wird man diese Probleme im nu los - kein Rattern, da keine mechanischen Bauteile, ebenso wie nahezu keine Wartezeiten, da kleine Dateien von Flashspeichern mühelos sehr schnell gelesen werden können, eben weil die Zeit die der Lesekopf fürs Positionieren benötigt, entfällt.

Test 4: Installation von Microsoft Office 2007

Die Installation von Microsoft Office in der Version von 2007 ist sehr umfangreich, dementsprechend viel Zeit wird auch benötigt, um das Paket auf den Rechner zu transferieren. Die Dauer der Installation wurde hier, ähnlich wie schon zuvor, mit einer Stoppuhr gemessen. Dabei zählt die Zeit, die die eigentliche Installation braucht, praktisch ab der letzten manuellen Auswahl.

Das Office Paket wird bei diesem Test direkt von der SSD auf die SSD installiert. Limitierende Schnittstellen, wie beispielsweise USB-Ports können auf diese Art ausgeschlossen werden. Bei Installationsroutinen werden im Normalfall sowohl große als auch kleine Files gelesen und geschrieben. Und siehe da, endlich zeigt Corsairs Force Series GS mal, was in ihr steckt. Mit gerade mal 1 Minute und 44 Sekunden wird der Installationsvorgang im Vorbeiflug erledigt und eine neue Bestzeit aufgestellt. Das gute Resultat dürfte durch den verbauten Toogle-NAND erzielt worden sein, da dieser vor allem bei zufälligen Operationen mit kleinen Dateien, wie es eben bei Installationen häufig der Fall ist, seine Stärke ausspielen kann.

Test 5 und 6: WinRAR Packen und Entpacken

Der installierte Ordner des Kult-Snowboardgames „Supreme Snowboarding” besteht aus 6.457 Dateien, welche sich in 2.212 Ordnern verteilen. Ziel dieses Benchmarks ist es, das 338 MB große Paket möglichst schnell zu einem WinRAR-Archiv zu packen bzw. das fertige Archiv, mit einer Größe von 147 MB, möglichst schnell zu extrahieren. Selbstverständlich wurde nach jedem Durchlauf von insgesamt Dreien ein Reboot durchgeführt. Schließlich wollen wir die Platte und nicht unseren RAM testen.

Auch diese Disziplin meistert die SSD von Corsair meisterhaft. Daten zu extrahieren gelingt der Force Series GS in gerade einmal 9,5 Sekunden, das Ergebnis ist somit um mehr als eine Sekunde besser als das der Zweitplatzierten, der Hyper X von Kingston. Auch beim Komprimieren des Spieleordners gibt sich unser Laufwerk keine Blöße und erzielt mit etwa 30 Sekunden einen sehr guten dritten Rang.

Test 7: Öffnen einer Datei

Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop muss oftmals sehr große Dateien handlen. Zum einen dauert der Startvorgang des Programms an sich mit einer herkömmlichen HDD schon eine ganze Weile, zum anderen kommt aber zusätzlich auch noch eine 54,7 MB große Datei hinzu. (Zum Vergleich: Der Startvorgang mit einer normalen HDD benötigte etwa 15 Sekunden.)

Photoshop ist ein sehr komplexes Tool, bei dessen Start allerhand Daten und Einstellungen geladen werden müssen. Kommt zusätzlich noch eine große Datei hinzu, so kann sich der Programmaufruf schon ein paar Sekündchen hinziehen. Vielen Nutzern ist ein flüssiges Arbeiten am PC enorm wichtig. Es ist dabei auch nicht die absolute Wartezeit, vielmehr sind es die immer wieder auftretenden kleinen Pausen, welche den Workflow des professionellen Users beeinträchtigen. Anhand dieser Aussage lässt sich der vorgesehene Einsatzzweck von Flash-Laufwerken auch ganz klar ableiten. So profitieren im weitesten Sinne nicht etwa die Gamer von SSDs, da deren Levelladezeiten kürzer werden, sondern viel mehr jene Anwender, die wirklich mit dem PC arbeiten.

Mit Corsairs SSD macht man an dieser Stelle gewiss nichts falsch, im Gegenteil, man holt sich den Sieger dieser Disziplin ins Boot. In der Realität werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Laufwerken, ohne dass wir uns mit dieser Aussage zu weit aus dem Fenster lehnen wollen, wohl eher marginal bis nicht wahrnehmbar ausfallen.

Test 8: Kopierleistung

Ein Ordner, bestückt mit Dateien mit einem Gesamtvolumen von 2,6 GB soll dupliziert werden. Der Ordner befindet sich zum Zeitpunkt des Tests ebenfalls auf dem Solid State Drive. Dieses muss also schnell lesen und schnell schreiben können und sollte am besten auch noch in der Lage sein, alles gleichzeitig zu tun.

Innerhalb des Ordners befinden sich sowohl einige größere als auch viele kleine Dateien, die es zu duplizieren gilt. Genau gesagt sind es insgesamt 4823, darunter beispielsweise ein ISO-File der Größe 1,3 GB. Den Kaliforniern gelingt es mit der heute zur Verfügung gestellten SSD diese Prozedur in weniger als 20 Sekunden zu absolvieren. Beim Blick auf das Ergebnisdiagramm lässt sich schnell feststellen, dass andere Laufwerke ähnlich gute Resultate erzielen konnten. Nämlich jene, bei denen keinen asynchronen Speicher verbaut wurden. Abermals wird der Vorteil von synchronem, bzw. Toggle-NAND deutlich.

2662,4 MB, die binnen 19,5 Sekunden übertragen wurden entsprechen unterm Strich einem Datendurchsatz von 136,5 MB/s Sekunde.

Test 9, 10 und 11: AS SSD Benchmark Kopier-Leistung

Mit Hilfe dieses,speziell zum Testen von SSDs entwickelten Tools, ist es unter anderem möglich, die Transferrate bei Kopieraktionen zu ermitteln. Da uns dieser Bereich sehr alltagsrelevant erscheint, haben wir diesen gleich durch zwei Testmethoden abgedeckt.

Zuerst mussten lediglich zwei, jedoch sehr große Dateien vom Typ .ISO kopiert werden. Es lässt sich im Vorfeld die allgemeine Aussage treffen, dass alle Datenträger, egal ob herkömmliche HDD oder SSD hierbei die höchsten Datendurchsätze leisten können. Zwar konnte Kingston bei diesem Benchmark nicht vom Thron gestoßen werden, das Ergebnis ist dennoch in Ordnung, da es immerhin den zweiten Platz bedeutet. Kingston leistete seiner Zeit eine sehr gute Arbeit, da sie trotz gleichem Controller einen Vorsprung von über 80 MB/s herausarbeiten konnten.

Zweiter Durchlauf. Nun soll der Kopiervorgang eines Programmes simuliert werden. Typischerweise besteht solches aus vielen kleinen und einigen größeren Datenblöcken. Da kleine Daten nicht zusammenhängend an einen Ort einer SSD geschrieben werden, sondern verstreut dort abgelegt werden, wo eben gerade Platz ist, dauert der Lesevorgang um einiges länger. Ein Abfall des Datendurchsatzes ist die logische Konsequenz. Mit 191 MB/s fehlen bei diesem Test auch nur noch 10 MB/s auf den Spitzenreiter. Wie bereits mehrfach erwähnt, setzt Corsair bei der Force GS auf Toggle-NAND, welcher besonders gut mit kleinen und zufällig verteilten Datensätzen zurechtkommt. Dies lässt sich deutlich am Ergebnis fest machen, auch wenn Kingston abermals nicht geschlagen werden konnte.

Dritter und letzter Durchlauf beinhaltet den Kopiervorgang eines Games. Große und kleine Dateien sind hier in etwa gleichem Verhältnis vertreten. Prompt steigen die Datenraten wieder, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Das Bild der vorherigen Teilbenches scheint sich auch hier zu wiederholen. Kingston hat auch hier Nase vorne, Corsair auf Rang zwei.

Unterm Strich liefert die Force Series GS ein sehr gutes Gesamtbild, wenn es darum geht, Dateien zu kopieren. Eine hervorragende Alltagstauglichkeit in dieser Disziplin wäre somit bewiesen.

Test 12, 13 und 14: HD-Tune Leserate Minimal, Maximal und Durchschnitt

HD-Tune ist ein Benchmark theoretischer Natur. Es werden die minimalen, die maximalen als auch die durchschnittlichen Leseraten von Festplatten ermittelt und angezeigt. Auch bei dieser Testreihe wurden drei Läufe absolviert und der Mittelwert errechnet.

Im ersten Durchlauf geht es darum, die minimale Leserate zu ermitteln, die anzeigt, welches Durchsatzminimum sich beim Test aller Speicherbereiche der SSD abzeichnet. Sozusagen ein einmaliger „kleinster Peak” stellt das Ergebnis dar. Bei Corsairs Force GS sind es ca. 225 MB/s.
Im nächsten Durchlauf wird das ganze Prozedere wiederholt, nur das diesmal der maximale Peak ermittelt wird. Der Spitzenwert hier liegt bei etwa 370 MB/s

Am wichtigsten ist jedoch der letzte Durchlauf. HD-Tune durchläuft während des Tests alle Speicherbereiche und ermittelt den Durchschnittswert der gemessenen Datendurchsätze. Ein gutes Ergebnis steht also für eine stabile und ausgewogene Gesamtperformance. Das Resultat in diesem Test lautet 345 MB/s, was auf eine hohe Durchschnittsleistung schließen lässt.

Test 15, 16, 17 und 18: AS SSD Benchmark: Sequentiell, zufällig und Zugriffszeit

Neben der Kopierleistung lassen sich mit diesem kleinen Programm auch noch andere Benchergebnisse ermitteln. Nun sollen die Schreib- und Leserate des Flash-Speichers ermittelt werden. Der Test wird einmal sequentiell, also mit aneinanderhängenden Daten und einmal mit zufällig verteilten 4K-Blöcken durchgeführt. Der 4K-Test spaltet sich wiederrum in eine, als auch 64 Anfragen gleichzeitig auf. Zu guter Letzt wurde noch die Zugriffszeit ermittelt. Der AS-Benchmark selbst ermittelt schon Durchschnittswerte. Da wir all unsere Runs mehrmals durchführen, wurden diese Werte abermals gemittelt und ein abgerundetes Resultat erzeugt.

Im sequentiellen Testmodus wird ermittelt, wie schnell eine 1 GB große Datei gelesen, respektive geschrieben werden kann. Im Gegensatz zu anderen Benchmarks arbeitet der AS SSD Benchmark mit inkompressiblen Datensätzen. Auf den Verpackungen werden häufig wahnwitzige Werte angegeben, welche in der Realität nur selten erreicht werden können. Dies liegt ganz einfach daran, dass diese Werte mit perfekt kompressiblen Daten erreicht wurden. Atto ist hierbei oft das verwendete Werkzeug (siehe Test 21 + 22). Leseraten sind von variierenden Daten nicht betroffen, Schreibraten jedoch umso mehr. Gerade Hersteller von SSDs mit Sandforce Controllern machen sich diese Eigenschaft aus Marketingzwecken zu nutze. In unserem Fall werden mit 555 MB/s lesend und 525 MB/s schreibend geworben. Messen konnten wir gut 500 MB/s lesend und knapp 270 MB/s schreibend. Zwar nicht die angepriesenen Werte, in der Bestenliste bedeutet dieses Resultat dennoch Platz 2.

Beim 4K-Random-Test müssen 4 Kilobyte große Blöcke, welche zufällig auf der Festplatte verteilt sind, geschrieben und gelesen werden. Das Ergebnis wollen wir nun genauer analysieren. Zuerst fällt auf, dass dies der einzige Test ist, bei dem die Schreibraten höher als die Leseraten sind. Die 4K Blöcke liegen beim Lesen zufällig verteilt auf der Platte vor. Die vielen Daten müssen lokalisiert und aufgerufen werden, was dementsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt. Beim Schreiben kann der Controller entscheiden, wo auf der SSD er die Daten ablegen möchte. Je mehr freier Speicher auf der SSD zur Verfügung steht, desto schneller kann dieser Test durchlaufen werden. Logischerweise sollte hierbei eine Platte mit 240 GB Fassungsvermögen gegenüber kleineren Modellen klar im Vorteil sein. Auch auf unseren heutigen Probanden trifft dieses Muster zu. Um etwa den Faktor 2,5 kann der Schreibvorgang schneller abgewickelt werden, als der Lesevorgang. Abermals belegt Corsair einen zweiten Rang hinter Kingston, die gerade beim Schreiben einen deutlichen Vorsprung erzielen konnten.

Nächster Durchlauf ist der 4K-64-Threats-Test. Im Prinzip der gleiche Benchmark, wie der Vorangegangene, mit dem Unterschied, dass nun 64 Anfragen gleichzeitig gestellt werden. Der Datendurchsatz steigt bei diesem Test wieder enorm an, da nun mehr der verfügbaren Bandbreite genutzt werden kann. Weiterhin fällt auf, dass die Lese- wieder über den Schreibraten liegen. Dies ist dem NCQ (Native Command Queuing) geschuldet. Die Lesebefehle werden abgefangen und in eine neue Reihenfolge gebracht, so dass nebeneinander liegende Blöcke auch nacheinander abgearbeitet werden. Eigentlich wurde dieses Feature für herkömmliche HDDs entwickelt, dennoch profitieren auch SSDs davon. Da der Befehl nur im AHCI Modus verfügbar ist, sollte der Nutzer darauf achten, diesen im BIOS zu aktivieren.

Test 19 und 20: ATTO Disk Benchmark: Lesen und Schreiben

Mit Hilfe dieses Benchmarks ermitteln die Hersteller die theoretischen Maximalwerte in Sachen Lese- und Schreibperformance ihrer SSDs. Auch wir wollen es ihnen gleich tun und prüfen unsere Testmuster mittels dieses Tools.

Die Vergangenheit zeigte uns, dass es bei diesem Test in der Regel keine Überraschungen gibt. Die Datenraten, welche die Hersteller erreichen und angeben, können auch von unserem Testsetup bestätigt werden. 546 MB/s lesend und 520 MB/s schreibend stimmen mit den Herstellerangaben überein.


Fazit

Eine wahrlich gute SSD hat Corsair mit der Force Series GS auf den Markt geworfen. Grundsolide, stabil und schnell kommt der rote Renner daher.

Zeigte die SSD bei den ersten drei Einzeltests unseres Parcours noch die eine oder andere Schwäche, so festigte sich nach und nach ein überaus positiver Eindruck. In allen wichtigen Disziplinen konnte ein Platz unter den ersten Dreien unserer ewigen Bestenliste erzielt werden, meist handelte es sich dabei um den zweiten. Aufs Gesamte gesehen musste sich Corsairs SSD nur von Kingstons Hyper X geschlagen geben.

Derzeit ist die Force Series GS in der hier getesteten 240 GB Variante für etwa 185€ erhältlich, also etwa 90€ günstiger als Kingtstons Pendant. Da die Unterschiede ohnehin nur messbar und keinesfalls in der Realität spürbar ausfallen, sollte die Entscheidung hier mehr oder weniger leicht fallen.

Zusätzlich zu den hier berichteten Benchmarkergebnissen hatten wir die SSD auch einige Zeit im Alltagsrechner im Einsatz. Die in der Theorie gesammelten Werte konnten in die Praxis bestätigt werden. Unser inzwischen doch etwas in die Tage gekommener Laptop ließ sich immer wieder zu neuen Höchstleistungen animieren, beispielsweise wenn es darum ging mehrere arbeitsspeicherintensive Anwendungen parallel auszuführen. Arbeitsspeicherintensiv? - In der Tat richtig. Der Laptop ist mit heute fast schon lächerlichen 2 GB Ram ausgestattet, was dazu führt, dass immer wieder Teile des Arbeitsspeichers auf die Festplatte ausgelagert werden müssen, wenn Programme minimiert und dafür neue Anwendungen gestartet werden müssen. Aktiviert man Programme aus dem Hintergrund erneut, werden die Daten wieder zurück in den Ram befördert. Herkömmliche HDDs kommen da oft nicht mit und legen den Rechner für eine gewisse Zeit nahezu lahm…

Doch genug der vielen Worte, wir wollen nun zu einem Abschluss kommen. Bei Corsairs Force Series GS handelt es sich um ein Spitzenprodukt. Sowohl unsere Benchmarks, als auch der kurz geschilderte Realitätstest können dies nur bestätigen.

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