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Asus N55SF - Notebook mit Bang & Olufsen Sound

Was sind die größten Nachteile eines Notebooks im Vergleich zu einem Desktop System? Neben der gedrosselten Leistung in Verbindung mit meist kurzer Laufzeit abseits der Steckdose fehlt es vor allem an den Vorzügen der normalen PC Peripherie. Ein Notebook mit 22 Zoll Bildschirm kann man kaum tragen, das Touchpad als Maus Ersatz ist zum längeren Arbeiten ebenfalls nicht optimal und auch der fehlende Resonanzkörper innerhalb des Notebooks führt außerdem zu meist recht bescheidenem und flachem Sound. Doch genau hier setzt ASUS mit der N-Series an und versucht es mit einer Kooperation mit der Bang & Olufsen Tochtergesellschaft ICEpower. Zusammen mit schneller Hardware und hochwertigem Design soll das ASUS N55SF weniger als andere Notebooks vermissen lassen. Interessanterweise finden wir im N55SF fast die identische Hardware, wie im eben getesteten Budget Notebook Medion Erazer X6815. Wir waren gespannt welche Preisstrategie sich am Ende als überzeugender erweist. Die Auflösung folgt auf den nächsten Seiten.

 


 


Asus N55SF S1093V Datenblatt
Bildschirmdiagonale 15,6 Zoll
Auflösung 1920 x 1080 Pixel FullHD
Prozessor Intel Core i7-2630QM 4 x 2,0 GHz
Grafikkarte Nvidia GeForce GT 555M 2 GB
Arbeitsspeicher 2 x 4 GB DDR3 1333MHz
Festplatte 750 GB
Laufwerk Blu-ray Reader + Writer
USB Ports 2 x USB 2.0; 2 x USB 3.0
Akku 6 Zellen 5200 mAh
Design und Verarbeitung
Das ASUS N55SF ist zwar wie so viele andere Notebooks in schwarz gehalten, sticht jedoch aus der Masse heraus. Den Rand des Display-Deckels ziert ein Rahmen in silberner Metallic-Optik, in gleicher Farbe ist der große ASUS Schriftzug auf dem Deckel gehalten. Während der Deckel in klassischer Klavierlack-Optik glänzt, ist die Basiseinheit aus mattem Plastik. Das schafft einen optischen Kontrast und wirkt deutlich wertiger als eine unbearbeitete Kunststoffoberfläche.

 


 

Die Designlinie des silbernen Rahmens wird auch im aufgeklappten Zustand fortgesetzt. Unter dem Display steht auf einer großen silbernen Leiste neben dem ASUS Schriftzug das vielversprechende „Audio by Bang & Olufsen ICEpower“. Weiterhin in Silber ist die dazugehörigen Lautsprecher-Abdeckung über der ebenfalls silber-grauen Tastatur. Das alles hat einen Hauch von Apple-Design. Jedenfalls sieht es nicht nur ansprechend aus, sondern fühlt sich auch wertig an. Auch an der Verarbeitung hat ASUS nicht gespart. Sowohl die Oberflächen als auch die Kanten und die Display-Scharniere wirken hochwertig und robust. Das Laufwerk könnte etwas straffer eingepasst werden und ist Notebook-typisch eine etwas wackelige Angelegenheit. Die Taste zum Öffnen des Laufwerks ist allerdings schlecht erreichbar, da sie kaum heraussteht und das Laufwerk unter dem Rahmen verschwindet.
Display und Tastatur
Der Bildschirm misst 15,6 Zoll in der Diagonale und leistet sich damit keine Extravaganzen. Allerdings handelt es sich bei der nativen Auflösung um FullHD, die 1920 x 1080 Pixel sorgen für ein scharfes Bild. Ein großer Pluspunkt ist das verwendete matte Display. So kommt es zu keinen störenden Reflexionen und das N55SF kann auch im Freien genutzt werden. Manche Versionen des N55SF kommen allerdings mit einem glänzenden Display, was beim Kauf zu beachten ist. Die Farbstärke und Kontraste könnten zwar etwas stärker sein, bewegen sich aber alles in allem in einem guten Rahmen. Die Bildschirmscharniere sind erfreulich stabil und wippen nicht wenn es mal unruhiger wird. Für ungewöhnliche Arbeitspositionen lässt sich das Display fast im 180 Grad Winkel aufklappen. Der Bildschirmrahmen ist ebenfalls robuster und steifer als bei manch anderen Geräten.

 


 

Bei der Tastatur hat ASUS fast alles richtig gemacht. Die Tasten sind groß genug und haben einen angenehmen Druckpunkt. Zusätzlich zu der Doppelbelegung einiger Tasten als Funktionstasten, befinden sich auf der linken Seite extra Media-Tasten. Diese haben auch einen festeren Druckpunkt als die QWERTZ Tastatur, um nicht ausversehen gedrückt zu werden. Zusammen mit dem Nummernblock wurde der Platz für die Tastatur aber wohl doch etwas eng. Zur Abgrenzung der Basis-Tastatur wurde etwas Platz zu den Sondertasten und dem Nummernblock gelassen, leider beträgt der Abstand nur rund 3mm. Wenn man ohne direkt hinzuschauen die Pfeiltasten sucht, rutscht man dabei schnell auf benachbarte Tasten ab. Wer die Escape Taste in der gewohnten linken oberen Ecke sucht, der trifft dabei stattdessen die Energieeinstellungstaste. Nach etwas Eingewöhnungszeit werden Vielschreiber aber keine Probleme mit der Tastatur haben, zielsicheres Tippen bereitet keine Probleme. Nur beim Spielen könnte das hektische Tastenwechseln ein paar Verwechslungen hervorrufen. Das Touchpad fällt ebenso positiv auf, vor allem durch seine Größe. Das Touchpad besitzt dieselbe Oberfläche wie der ganze Bereich unter der Tastatur, ist aber durch zwei Einschnitte abgetrennt. Nur nach oben fehlt ein sichtbarer Rahmen, der zu einem ähnlichen Problem wie beim Medion Erazer X6815 führt - man kann ohne es zu merken über das Ende des Touchpads wischen. Das erweist sich aber letztendlich als nicht so störend, da es durch die Größe des Touchpads selten zu diesem Fall kommt.
Alltagstauglichkeit
Das ASUS N55SF erweist sich als waschechtes Multimedia Notebook. Für ein Gaming-Notebook reicht es aber nicht ganz aus. Gerade in FullHD Auflösung geht es bei aktuellen Spielen wie Crysis 2 in die Knie, doch bei nicht ganz so anspruchsvollen Spielen oder älteren Titeln reicht das N55SF für kurze Unterhaltung zwischendurch aus. Sein echtes Potential entfaltet es erst bei Musik und Filmen. Passend zum FullHD Bildschirm und dem HDMI Ausgang, finden wir ein Blu-ray Laufwerk vor, das zudem Blu-ray Disks nicht nur lesen, sondern auch beschreiben kann. Für Musik ist ebenfalls genug Speicherplatz vorhanden, in unserer Ausführung S1093V ist eine 750 GB Festplatte verbaut. Beste Voraussetzungen also für ein Multimedia Notebook, denn zusätzlich soll die Bang & Olufsen Technik ja für Hi-Fi Sound sorgen.

 

 

Natürlich sind die Erwartungen recht hochgesteckt, wenn man diesen Namen liest. Also schließen wir den externen Subwoofer an der passenden Buchse an und drehen die Lautstärke hoch. Nach den ersten Momenten Musik Genuss kehrt allerdings etwas Ernüchterung ein. Ja, das Problem der fehlenden Bässe in Notebooks auf Grund deren Bauform, kann mithilfe des Subwoofers beseitigt werden. Und ja, auch bei hoher Lautstärke übersteuern die Lautsprecher nicht und liefern eine gute Musikqualität ab. Aber am Ende haben wir wirklich mehr erwartet, Hi-Fi Sound ist das nicht. Am Ende fehlt eine gewisse Brillanz und ein etwas höherer Detailgrad, der das Lautsprechersystem zu etwas wirklich besonderem gemacht hätte. Es fehlt nun mehr an den Höhen, als an den Tiefen. ASUS hat dem N55SF auch noch passende Audiotreiber spendiert, die höheren Detailgrad und mehr Bassstärke erzeugen sollen. Das funktioniert auch recht gut und stellt insgesamt eine Verbesserung des Klangbilds dar, doch verschlucken die Bässe dabei ab und zu regelrecht die Höhen.

 


 

Das grundlegende Problem an diesem Konzept ist, dass der Subwoofer wieder nur auf einem Tisch funktioniert, unterwegs auf dem Schoß lässt sich der Subwoofer schlecht aufstellen, auch wenn dieser nicht besonders groß oder schwer ist und sogar mit Schutztasche geliefert wird. Auf dem heimischen Schreibtisch könnte man nun, da man ohnehin Audio-Peripherie anschließt, auch ein komplett externes Soundsystem anschließen, unter denen es preisgünstige Modelle gibt, die mehr Klang bieten. Am Ende bleibt bei uns ein wenig Enttäuschung übrig, da die Promotion und Aufmachung des Soundsystems deutlich höhere Erwartungen weckt, als es halten kann. Doch stellt die ASUS und Bang & Olufsen Kooperation die Konkurrenz in der Regel deutlich in den Schatten, auch wenn es noch ein paar verbesserungswürdige Punkte gibt. Voll überzeugen kann das ASUS Energiemanagement, im Vergleich zum hardwareseitig fast identischen Notebook Medion Erazer X6815, fällt ein deutlicher Unterschied auf. Während die beiden Geräte unter Last beide fast genau eine Stunde durchhalten, beweist das ASUS N55SF bei wenig Auslastung den deutlich effizienteren Energiesparplan. Erst nach 4:33 Stunden schaltete sich das ASUS Notebook beim Battery Eater Readers Test mit minimaler Auslastung ab, während die Medion Konkurrenz schon nach 2:46 Stunden schlapp machte. Unter Last wird die Tastatur und das Touchpad aber merklich warm, was auf Dauer etwas unangenehm werden kann. Die Geräuschkulisse bewegt sich dabei in einem annehmbaren Rahmen.
Interessanterweise ändert der Energiesparmodus bei ASUS auch den Desktop, so wird für weniger Auslastung die Windows Aero Oberfläche ausgeschaltet und der Hintergrund in Weiß geändert. Zwischen den verschiedenen Energiesparstufen lässt sich entweder per Sidebar-Gadget oder über eine eigene Taste umschalten. Sobald sich der Core i7-2630QM Prozessor unter Last im Turbo Modus hochtaktet, wird auch das in einem eigenen Gadget angezeigt. Mit dem Desktop Design hat sich ASUS scheinbar Mühe gegeben.

 


 

Für den kurzen Musikgenuss zwischendurch gibt es außerdem ein kleines Mini-Betriebssystem, das sich über einen Druck auf die Energieeinstellungstaste im ausgeschalteten Modus starten lässt. Hier lässt sich über eine einfache Oberfläche nur Musik wiedergeben. Der Start dauert allerdings auch bereits 16 Sekunden, wobei man sich überlegt ob man nicht gleich Windows bootet. In gleicher Manier soll das Erwachen aus dem Ruhezustand dank der ASUS Instant On Technologie innerhalb von Sekunden erfolgen. Unter normalen Umständen dauert aber auch das seine 25 Sekunden und hebt sich damit nicht mehr weit von der Konkurrenz ab. Im Office Betrieb lässt sich eigentlich nur die Akkulaufzeit bemängeln, denn so minimale Auslastung wie im Battery Eater Readers Test wird man im Alltag kaum erreichen. Ohne Ladegerät kommt man auf Dauer nicht weit. Doch ansonsten macht ASUS eigentlich alles richtig. Der matte Bildschirm und das scharfe Bild hinterlassen einen guten Eindruck. Vor allem die Tastatur und das große Touchpad können voll überzeugen. Genügend Anschlüsse sind auch vorhanden. 2x USB 3.0 und 2x USB 2.0, sowie VGA und HDMI Ausgang reichen in der Regel aus.

Benchmarks
Diesen Benchmark Parcours macht vor allem die Konkurrenz spannend. Das erst vor kurzem getestete Medion Erazer X6815 wartet mit fast identischen Voraussetzungen auf. Display-Größe und Auflösung, sowie Prozessor und Grafikkarte sind dieselben, wie beim ASUS N55SF S1093V. Ein Vorteil für das ASUS Modell sind die 8 GBArbeitsspeicher, außerdem soll das ASUS Gerät dank der Super Hybrid Engine, die mehrere Systemkomponenten dynamisch übertaktet, bis zu 15% mehr Leistung liefern können. Bis auf zwei kleine Abweichungen konnten tatsächlich einige Prozentpunkte gewonnen werden. Je nach Benchmark mag das vor allem am größeren Arbeitsspeicher liegen.
Asus N55SF S1093V
Prozessor Intel Core i7-2630QM 4 x 2,0 GHz
Grafikkarte Nvidia GeForce GT 555M 2 GB
Arbeitsspeicher 8 GB
Medion Erazer X6815
Prozessor Intel Core i7-2630QM 4 x 2,0 GHz
Grafikkarte Nvidia GeForce GT 555M 2 GB
Arbeitsspeicher 4 GB
PCMark 7

PCMark Vantage

 

3Dmark

Cinebench 11

CPU Benchmarks

 

Battery Eater

 


Fazit Nach einem ausführlichen Test und dem Abwägen von Versprechungen und Testergebnissen, was bleibt am Ende übrig, wenn wir das ASUS N55SF wieder einpacken? Erfreulicherweise ein insgesamt recht positiver Eindruck. Schwache Akkuleistungen sind leider schon Standard, ansonsten haben wir nur noch beim eigentlichen Knackpunkt des N55SF gemischte Gefühle – dem Soundsystem. Von mit "Bang & Olufsen" beschrifteten Lautsprechern und externem Subwoofer hatten wir mehr erwartet, doch in Relation betrachtet, stellt diese Kooperation eine deutliche Verbesserung gegenüber herkömmlichen Notebook Lautsprechern dar.

Ansonsten fällt es schwer Kritikpunkte zu finden. Das Design spricht für sich, der silberne Rahmen des Display-Deckels und das Tastatur und Lautsprecher Design macht einiges her. Glücklicherweise hat der Bildschirm nicht nur FullHD Auflösung, sondern ist auch matt. Die fehlenden Spiegelungen machen das Arbeiten daran so deutlich angenehmer. Die Tastatur ist auch für Vielschreiber gut und das Touchpad fällt angenehm groß aus. Das Benchmark-Duell konnte ASUS ebenfalls für sich entscheiden. Letztendlich kommt es auf die Prioritäten des Käufers an, ob sich der Aufpreis gegenüber der teilweise billigeren Konkurrenz für hochwertige Verarbeitung, schönes Design und insgesamt bessere Qualität der einzelnen Komponenten lohnt. Im Gegensatz zum Medion Erazer X6815 ist das ASUS N55SF mit 1.099€ (Idealo.de 13.11.11) gute 300€ teurer. Doch in Kreisen der hochwertigeren Notebooks mit ähnlicher Ausstattung bewegt sich ASUS damit in keinem außergewöhnlichen Rahmen. Insgesamt können wir das ASUS N55SF durchaus empfehlen, für einen angemessenen Preis findet man hier guten Sound und ein ansprechendes Design inklusive schneller Hardware.
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