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Asus Eee PC 1215B Netbook

AMD Fusion ist wohl inzwischen den meisten unserer Leser bekannt, hatten wir ja bereits zwei Vertreter dieser Technologie von Asus und Zotac in der Redaktion. Nun hat Asus seine aktuelle Eee PC Serie ebenfalls um ein entsprechendes Modell erweitert. Fusion vereint den Prozessor und die Grafikeinheit auf einem Chip, der sogenannten APU, was vor allem Energie und Materialkosten spart. Im Eee PC 1215B findet man verschieden starke Ausführungen dieser Technologie. In unsere Redaktion hat es eine langsamere C-50 Fusion Konfiguration mit einer 1 GHz Dual-Core CPU, Radeon HD6250 Grafikeinheit und 1 GB RAM geschafft. Außerdem die leistungsstärkere E-350 Konfiguration, die es auch mit der Ion Konkurrenz von Intel aufnehmen können soll. Die Dual-Core CPU taktet mit 1,6 GHz und wird von einer Radeon HD6310, sowie 4 GB RAM unterstützt.

 


Asus Eee PC 1215B - Technische Daten

Modell Fusion C-50 Modell
Fusion E-350 Modell

CPU

AMD C-50 2x1GHz AMD E-350 2x1,6GHz
GPU Radeon HD 6250 Radeon HD 6310
RAM 1GB 4GB
Festplatte 320GB 500GB
Betriebssystem Windows 7 Home Premium 64bit Windows 7 Home Premium 64bit



An dieser Stelle wollen wir uns noch bei Asus für die schnelle Bereitstellung der zwei Testgeräte bedanken.

 


Design und Verarbeitung

Das Design des Eee PC 1215B unterscheidet sich nicht von seinen Vorgängern 1215N & Co. Wer mit der Namensgebung von Asus vertraut ist, erkennt bereits, dass es sich beim 1215B um ein 12 Zoll Modell handelt. Die Muschel-Form kommt vor allem durch den Akku zustande, der das Netbook zum hinteren Teil hin dicker werden lässt. Das Material der Display-Rückseite und Handballenablage ist ein eher mattes, schwarzes Plastik. Bereits nach gefühlten 10 Sekunden sieht man auf diesem Material schon geringste Fettflecken der Hände.

 

 

Drei USB-Ports findet man an den Seiten des 1215B, wobei ein Port bei der teureren Ausführung ein USB 3.0 Port ist. Des Weiteren sind sowohl VGA-, also auch HDMI-Ausgänge an Bord. Um Tastatur und Display findet man Plastik in Klavierlack-Optik, auf dem zwar keine Handabdrücke zurückbleiben, welches dafür aber Staub wie ein Magnet anzieht. Abgesehen von diesen äußeren Schönheitsfehlern, wirkt das 1215B aber durchaus robust. Weder das Akku-Pack, noch die Halterung des Displays hat Spiel oder wackelt.

 

 

 

Display und Tastatur

Die Chiclet Tastatur kann ebenso überzeugen. Dank der 12 Zoll Bauweise handelt es sich um eine annähernd normal-dimensionierte Tastatur, mit der wir problemlos weite Strecken dieses Reviews geschrieben haben. Ein paar Millimeter lässt sich die Tastatur allerdings besonders bei mittigen Tasten eindrücken, was sich aber noch nicht störend auf den Schreibfluss auswirkt. Neben den üblichen Doppelt-Belegungen einiger Tasten mit Notebook-typischen Funktionen, findet man über der Tastatur neben dem Power-Knopf, außerdem auf der linken Seite eine eigene Taste zum Aus- und Anschalten der Funkverbindungen. Außerdem eine Taste für den Ruhezustand bzw. für das Schnellstart-Betriebssystem Express Gate, das man bereits von anderen Asus Produkten kennt und sich wegen der doch recht langen Ladezeiten nur bedingt als nützlich erweist. Nach nicht allzu langer Nutzung hat allerdings die Rücktaste eines unserer Testgeräte angefangen, beim häufigen Drücken der Taste ein leises Quietschen von sich zu geben. Das Touchpad ist vergleichsweise groß geraten und erleichtert somit die Arbeit. Darunter findet man eine durchgehende Metall-Optik Leiste, die die zwei Maustasten darstellt. Wie von anderen Eee PCs bekannt, kann mit zwei Fingern auf dem Touchpad wie mit einem Mausrad gescrollt werden, was der Bedienungsfreundlichkeit sehr zugute kommt.

 

 

Das Touchpad ist allerdings nicht immer in der Stimmung, seiner Bestimmung nachzukommen. In unregelmäßigen Abständen bewegte sich die Maus auf dem Desktop gar nicht mehr oder nur noch sprungweise, bzw. das Touchpad erkannte Multitouch Gesten, obwohl nur mit einem Finger gearbeitet wurde. Kurioserweise funktionierte das Touchpad eines Testgeräts zwischenzeitlich wieder einwandfrei.

 

 

Der Bildschirm ist 12,1 Zoll groß, löst aber mit vollen 1.366x768 Pixeln auf. Das sorgt einerseits für ein scharfes Bild, andererseits passt so genügend virtuelles Material auf den Bildschirm, so dass man kaum einmal ein voll ausgewachsenes Notebook vermisst. Die Farbwiedergabe ist gut gelungen, was unter anderem an dem Glossy-Display liegt. Bei Sonneneinstrahlung ist der Bildschirm allerdings schwerer abzulesen. Die Helligkeit des Bildschirms lässt sich stark variieren, bei maximaler Helligkeit ist auch Arbeiten im Freien möglich. Für den normalen Betrieb reicht aber 50% Helligkeit aus, was den Akku schont.

Alltagstauglichkeit

Wie schlägt sich nun der Eee PC 1215B im Alltag? Trotz gesteigerter Performance dürfte sich das Einsatzgebiet im Vergleich zu älteren Geräten nicht wirklich erweitert haben. Neben dem namensgebenden Einsatz im Netz, dürfte ein Netbook vor allem zur Office-Arbeit und zum Musik hören bzw. Videos schauen dienen. Egal mit welcher verbauten Hardware, zum normalen Surfen reicht die Leistung des 1215B allemal aus. Mit mehreren Tabs und unter Umständen noch Hintergrundprogrammen, merkt man bei dem 4 GB RAM Modell einen gewissen Geschwindigkeitsvorsprung, doch reicht hierfür auch das langsamere Modell noch gut aus.

 

Bei der Office-Arbeit fällt eine stärkere Hardware nur beim Starten der Programme auf. Innerhalb von Word oder vergleichbaren Anwendungen sieht man keinen Unterschied. Auch in anderen Programmen fällt vor allem beim Start die höhere Performance des 1,6 GHz Modells auf. Die schnelle Grafikeinheit in den beiden Geräten sorgt vor allem für eine hohe Multimedia-Tauglichkeit. So ist es auch möglich HD-Filme flüssig abzuspielen, allerdings nur in 720p Auflösung. Laut Asus sollen 1080p Videos zwar ebenfalls laufen, doch ruckeln die Videos dann extrem. Die verbauten Lautsprecher verrichten ihre Arbeit dabei zuverlässig. Dank HDMI Anschluss lässt sich auch ein FullHD Monitor anschließen und zum Filme schauen und Arbeiten nutzen.

 

 

Auf dem Eee PC 1215B ist bereits Windows 7 Home Premium inklusive Microsoft Office 2010 Starter vorinstalliert. Für ein vollwertiges Office muss der Kunde aber eine Office Lizenz kaufen, in der Starter Edition ist nur Word und Excel mit einer Werbe-Einblendung auf der rechen Seite nutzbar. Außerdem ist der Eee Web Storage zur Online Speichererweiterung und ein Desktop Dock vorinstalliert. Das „Eee Dock“ bietet Verknüpfungen zum Web Storage oder zur Webcam, wirklichen Nutzen dürften aber die wenigstens Käufer daraus ziehen können.

 

In diesen Netbook-typischen Szenarien hat sich die C-50 Variante kaum schlechter geschlagen als das E-350 Modell. Von den 1,6 GHz kann man erst in anspruchsvolleren Einsätzen echten Vorteil ziehen. Das Konvertieren von Videos oder Entpacken von komprimierten Dateien profitiert natürlich von jedem Megahertz mehr. Ältere Spiele oder anspruchsvollere Anwendungen wie Photoshop sind wenn überhaupt sinnvoll, dann auf dem 1,6 GHz Modell ebenfalls deutlich brauchbarer. Wie in den synthetischen Benchmarks sichtbar, ist das E-350 Modell deutlich leistungsstärker, als man vielleicht denkt.

 

 

Die Fusion Technologie trägt auch seinen Teil zur Akkulaufzeit bei. Die angegebene Laufzeit von acht Stunden oder mehr ist zwar nicht zu erreichen, wenn man das 1215B nicht ungenutzt auf dem Tisch stehen lässt, doch sind über fünf Stunden bei kombinierten Anwendungs-Szenarien im Energiesparmodus und 50% Bildschirm-Helligkeit durchaus realistisch. Die 1,6 GHz Variante verbraucht dabei natürlich mehr Strom, als das langsamere Modell. Genauere Zeiten haben wir in der Benchmark-Sektion mit Hilfe des Battery Eater ermittelt. Die Lautstärke des 1215B ist angenehm, zwar läuft ständig ein Lüfter, aber das Luftrauschen fällt kaum auf.

 

Testsysteme

Im Alltagstest hat sich das 1,6 GHz Modell ein Stückchen besser geschlagen, als die 1 GHz Variante. Der Unterschied zwischen C-50 und E-350 Fusion Modell lässt sich aber doch am besten in synthetischen Benchmarks feststellen. Um die Leistung der beiden Eee PC 1215B Modelle leichter einordnen zu können, haben wir zum Vergleich aus bereits veröffentlichten Reviews das ITX Mainboard Asus E35M1-I Deluxe und ebenfalls mit E-350 APU, sowie den Zotac Zbox plus AD41 Mini PC, als Vertreter der Intel Ion2 Konkurrenz mit Atom D525 Prozessor genutzt. Des Weiteren haben wir das Lenovo S12 Netbook als Vertreter der frühen Netbook Generation mit Intel Atom N270 Prozessor, sowie einen normalen PC mit Intel Core i5 655k Prozessor und ATI Radeon HD5870 Grafikkarte in die Pflicht gerufen.

 

Modell EeePC 1215B (AMD Fusion C-50) EeePC 1215B (AMD Fusion E-350)

CPU

AMD C-50 2x1GHz AMD E-350 2x1,6GHz
GPU ATI Radeon HD 6250 ATI Radeon HD 6310
RAM 1GB 4GB
Festplatte 320GB 500GB
Betriebssystem Windows 7 Home Premium 64bit Windows 7 Home Premium 64bit

 

Modell Asus E35M1-I Deluxe (AMD Fusion E-350) Zotac zBox plus D41 (Nvidia Ion2)

CPU

AMD E-350 2x1,6GHz Intel Atom D525 2x1,8GHz
GPU ATI Radeon HD 6310 Nvidia GT218
RAM 4GB 2GB
Festplatte 250GB 250GB
Betriebssystem Windows 7 Pro 64bit Windows 7 Pro 64bit

 

Modell Lenovo S12 (Intel Atom N160) Desktop-PC

CPU

Intel Atom N270 1,6GHz Intel Core i5 655k 2x3,2GHz
GPU Intel GMA 945 ATI Radeon HD5870
RAM 2GB 4GB
Festplatte 320GB 500GB
Betriebssystem Windows 7 Ultimate 32bit Windows 7 Home Premium 64bit

 

 

Benchmarks

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Vergleich zum Asus E35M1-I Deluxe ITX Board, erzielt der Eee PC 1215B in den Futuremark Benchmarks (3DMark, PCMark) durchweg ein paar Punkte weniger, dafür liegt der Eee PC bei den restlichen Benchmarks ein Stückchen weiter vorne. Angesichts der nahezu gleichen Hardware-Ausstattung, sind die ähnlichen Ergebnisse nicht weiter verwunderlich. Die Intel Konkurrenz hat es durchweg schwer, es mit dem Fusion Gespann aufzunehmen, wobei sich die beiden Systeme nicht viel schenken. Besonders im Peacekeeper Browser Benchmark und mit DX11 Support punktet AMD aber.

 

Im Vergleich zur E-350 Variante des Eee PC schlägt sich der C-50 deutlich schlechter. Obwohl ebenfalls ein Dual-Core zum Einsatz kommt, schlagen die 600 MHz Unterschied stark zu Buche. Doch auch der Unterschied der neuen Fusion Generation zu den Anfängen der Netbooks mit Single-Core Atoms und minimaler Grafik-Leistung, ist enorm. Selbst der C-50 ist rund doppelt so schnell wie das Lenovo S12 mit Atom N270 Prozessor. Für den normalen Gebrauch wie Surfen oder Office-Arbeit, ist der Fusion Chipsatz schon fast unterfordert. Doch Angesichts der ebenfalls guten Akkulaufzeit darf man sich darüber wohl kaum beschweren.

 

Zum Spielen wird sich kaum einer ein Netbook anschaffen, alleine schon wegen dem fehlenden Laufwerk ist es schwierig passende Spiele zu finden. Testweise haben wir aber den Diablo-Klon Torchlight angespielt, der extra einen Netbook-Modus mit sich bringt. Doch diesen braucht man gar nicht mehr, denn Torchlight war sogar noch in hohen Auflösungen spielbar. Im Battery Eater Test kann der 1215B ebenso überzeugen. Im Battery Eater Test im Classic Modus liefen unsere Testgeräte mit dauerhaft 100% CPU-Last bei eingeschaltetem WLAN und 50% Helligkeit. Rund drei bzw. vier Stunden Laufzeit unter Volllast können sich dabei sehen lassen. Im Readers Test wurde das WLAN ausgeschaltet und das Scrollen durch ein Textdokument simuliert. 7:16 Stunden bzw. 8:35 Stunden Laufzeit bei minimaler Last sprechen eindeutig für die Energieverwaltung des Fusion Chipsatz.

Fazit
Ein Fazit zu ziehen, fällt leider sehr schwer, da die Probleme mit Tastatur und Touchpad gar nicht zum restlichen Eindruck des 1215B passen. Die quietschende Rücktaste mag noch ein Ausnahme-Problem sein, doch die unleidigen Touchpads sind ein dickes Manko, denn wer kauft sich ein sehr leichtes und mobiles Gerät, um dann eine herkömmliche Maus anzuschließen? Besonders im Sommer wäre ein mattes Display deutlich praktischer gewesen, denn bei maximalen Helligkeitseinstellungen in der Sonne leert sich der Akku deutlich schneller. Außerdem hätte ein steiferer Untergrund die Chiclet Tastatur noch verbessern können. Bei diesen Punkten endet die Kritik aber auch schon, denn die Schokoladenseite des Eee PC 1215B sieht wirklich gut aus.  

Generell kann man mit der verbauten Tastatur, die auch schon in den Vorgängern Platz fand, aber sehr zufrieden sein. Die Tastengröße ist kaum kleiner, als bei normalen Desktop-Tastaturen, nur die Pfeil- und Extratasten sind etwas an den Rand gequetscht. Besonderer Pluspunkt ist der Fusion Chipsatz, denn die Performance ist für ein Netbook sehr gut. Gleichzeitig kann sich die Akkulaufzeit sehen lassen, so kann man sich auch ohne Ladekabel aus dem Haus trauen. Alleine schon diese Kombination aus Performance und Laufzeit hätte eigentlich eine PCMasters Empfehlung verdient. Doch solange die Probleme mit dem Touchpad nicht geklärt und behoben sind, können wir auf Grund dieses essenziellen Bauteils nur unser Bedauern aussprechen. Der Asus Eee PC 1215B kann sich auch nach Preisen gemessen zur Netbook-Oberklasse zählen. Die Verfügbarkeit in Deutschland ist aber auch noch recht dürftig. Mit 2 GB RAM und Fusion C-50 ist der 1215B ab 379€ gelistet (Idealo.de – Stand 28.06.11), während unser Topmodell mit 4 GB RAM und Fusion E-350 schon mit 449€ (Idealo.de – Stand 28.06.11) zu Buche schlägt.

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