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Sapphire Radeon X1900 XT

In Zeiten wo Games immer aufwendiger werden, um uns in die digitale Realität zu führen, wo HDR uns noch reallere Welten erblicken lässt, da ist pure Rechenpower gefragt. Die zwei großen Giganten in dem Bereich gehen unterschiedliche Wege und diese werden dann auch deutlich, wenn man sich in die digitale Welt begibt. Heute soll es aber mehr um die ATI ‘ ische Umsetzung gehen und so werden wir heute einmal den R580 alias RADEON X1900 XT von Sapphire genauer unter die Lupe nehmen.

Inhalt:

Bevor wir jetzt hektisch auf die Performance stürmen, fangen wir erst einmal beim Umfang der Radeon X1900 XT Lieferung aus dem Hause Sapphire an. Von Sapphire ist man ja immer reichhaltige Zubehörlisten gewöhnt und so auch, wie sollte es anders sein, bei der Radeon X1900 XT.
Alles in allem bekommt man dann das komplette Multimedia-Zubehör vom S-Video Kabel, 2x DVI/VGA Adapter, Chinch-Videokabel bis hin zu Kabelpeitschen von S-Video (9-Pol) auf zweimal Chinch-Video und zweimal S-Video (4-Pol) und S-Video auf RGB (Chinch). Natürlich wurde auch an das passende Kabel für die Stromversorgung gedacht und so findet man auch einen durchgeschleiften PCIe Anschluss im Karton. In Sachen Software hat man sich dann doch auf PowerDVD und den Power Director Video Editing beschränkt. Als kleines Extra liegt ein Spiele-Packet auf DVD dabei, hierbei handelt es sich zum ersten um Trailversionen. Für zwei der vier Games kann man sich am Ende entscheiden und bekommt die Vollversion umsonst und immerhin 25% Rabatt auf die anderen. Doch was man vergeblich auf der CD sucht ist das bekannte Overclocking Tool TRIXX von Sapphire. Auf Nachfrage sagte man uns dann, dass es bei späteren Versionen sicher wieder ein TRIXX geben wird.
 
Die Karte:

Im Technischen zeigt sich wohl der größte Unterschied zu NVIDIA, anstatt auf die reine Anzahl der Piplines zur Berechnung zu setzen, wo dann jede eine Pixel-Shader-Einheit zur Verfügung stellt, setzt man bei ATI auf vergleichsweise magere 16 Pipes (NV=24), doch vergleicht man den R580 mit seinem Vorgänder, dem R520, ist wohl die größte Neuerung, dass man in den “mageren” 16 Pipes dreimal so viele Pixelshader ALU’s packt wie noch beim R520. Dadurch erreicht der R580 mit seinen 48 ALU’s (NV=24) zwar eine hohe Rohleistung, ist aber auch in manchen Games durch die “nur” 16 Pipes limitiert, denn so kann der Chip mit nur 16 Textureinheiten glänzen. NVIDIA hat durch die 24 Pipes glatte acht Textureinheiten mehr. Die obligatorischen 512MB Speicher, welche sich aus acht Samsung 1,1ns Speicher zusammensetzen, gehören in dieser Leistungs- und Preisklasse schon zum Standard. Dieser ist laut Samsung bis maximal 900MHz spezifiziert und wird somit auf einer X1900XT förmlich “unterfordert”. Es sollte hier noch eine Menge Handlungsfreiraum herschen. Ob dies aber eintritt, werden wir später sehen. Geht man ins Detail findet man auf der Rückseite der Karte einen kleinen Schalter. Einige werden sich bestimmt fragen, wozu dieser Schalter denn zu gebrauchen ist. All diesen wird jetzt die Antwort darauf gegeben: Es handelt sich um den Wahlschalter zwischen PAL und NTSC. Ein weiteres Problem, das selbst dem Profi und dem Laien passiert, ist, dass man das PCIe Kabel vergisst am PCB der Grafikkarte zu befestigen. Der erste Schock kommt dann, wenn ein nerviges Piepsen aus dem Lautsprecher des Motherboards erklingt und kein Bild aus dem Bildschirm hervorgeht oder eine nette Warnung darauf hinweist, dass etwas nicht stimmt. Für genau diesen Fall hat Sapphire an der 1900XT zwei kleine Fehlerstatus-LEDs angebracht, die die Fehlersuche im Notfall etwas beschleunigen sollen. Es sei auch erwähnt, dass die Karte doch leichte Überlänge hat und es so zu Platzproblemen kommen kann, vorallem in kleinen Midi-Towern könnt es sehr eng werden.

Kurze Erläuterung zu PAL und NTSC:
PAL (Phase Alternating Line) ist ein überwiegend in Europa und den südöstlichen Ländern genutztes Übertragungsystem für TV, welches mit 50Hz arbeitet. Dagegen ist das vorwiegend in Amerika, Kanada und der gesamten Südwestküste des Kontinents genutze NTSC
(National Television System Committee) eine Übertragungsweise, die mit 60Hz arbeitet. Desweiteren laufen beide Systeme mit unterschiedlichen Auflösungen. Man sollte es also tunlichst unterlassen diesen kleinen Hebel umzustellen, wenn man sich in Europa aufhält.

Kühlung:

Die Kühlung der letzten ATI-Topmodelle ist schon fast legendär. Man kann mit ihr sofort nur ein Wort asoziieren: „LAUT“. Mit 65° Celsius auf Last ist der Kühler zwar nicht gerade uneffektiv, doch es ist unverständlich, warum die Firmen keine eigene Kühllösungen entwickeln, sondern immer häufiger den Referenzkühler benutzen. Wer sich selbst einmal von der Lautstärke der Karte überzeugen möchte, sollte sich einmal das Video anschauen. Aufgenommen haben wir das Video bei einem Durchlauf von 3DMark06. Dabei ist der Lüfter des Kühler so konfiguriert, dass er ab 50° Celsius auf hochturen läuft, um die GPU samt Speicher gekühlt zu halten. Wollen wir aber nun einmal die Kühlung im Detail ansehen. Der Kühler besteht im wesentlichen aus drei Teilen: Die Bodenplatte aus Aluminium, der Kühlblock aus Kupfer mit zwei Heatpipes und dem Strömungskanal mit der “Turbine”. Dabei sei angemerkt, dass der Lüfter in der Tat bei 100%, wie oft geschrieben, einem Föhn gleicht, da man die warme Abluft sogar circa einen Meter hinter der Karte noch deutlich spüren kann. Um ein Beschädigen der GPU, wie z.B. ein nicht perfekt montierter Kühler, zu vermieden, ist der Kühler auf Druckfedern gelagert und kann so Schieflagen ausgleichen.

Bildqualität:

Ein schon oft in Foren diskutiertes Thema ist die Bildqualität. Die allgemeine Meinung sagt, dass ATI die bessere Bildqualität hat. Wir haben uns vorallem mit dem wohl beliebtesten Thema der ATI-Anhänger beschäftigt: HDR + AA. Die ersten beiden Bilder zeigen den Unterschied einer NV 7900GT im HDR off bzw. on. Die unteren Bilder zeigen die selbe Szene auf einer X1900 XT. Vergleicht man nun beide HDR-Bilder, so zeigt die ATI ein intensiveres HDR-Rendering durch welches das Bild ingesamt “harmonischer” wirkt. Vorallem an den Balken in der Decke ist das Überstrahlen der ATI zu sehen, aber auch in der Lichtintensität zeigt die ATI hervorragende Werte.
Das Haupthema aber bleibt HDR mit Kantenglättung zur selben Zeit. Aus diesem Grund eine erneute Szene aus Far Cry (v1.33). Hierbei sieht man gut den Unterschied, der so oft diskutiert wurde. Durch die Kantenglättung der ATI, selbst bei HDR, wirkt das Bild in sich ruhiger und ist auch angenehmer für die Augen. Man kann also mit Recht behaupten, ATI hätte die bessere Bildqualität, doch was man sich am Ende in seinen PCIe Sockel einbettet, bleibt jedem selbst überlassen.

ATI HDR NVIDIA HDR: Vergleich: HDR+AA
Performance:

Testsystem: AMD Testcenter

 Prozessor  AMD Opteron 170 @ 2,6Ghz
 Motherboard  DFI Lanparty UT nF4 Ultra-D
 Arbeitsspeicher  1GB OCZ EB Platinium
 Netzteil  Enermax Liberty 500W
 Betriebssystem  Microsoft Windows XP PRO SP2
 Grafikkarte(n)
 Sapphire Radeon X1900 XT / PNY GeForce 7900 GT
 ATI-Treiber

 Catalyst 6.4

 NVIDIA-Treiber  Detonator 84.21
 ATI X1900 XT Standard  625MHz/725MHz
 ATI X1900 XT OC'ed  690MHz/800MHz
 NVIDIA 7900GT Standard  450MHz/660MHz
 NVIDIA 7900GT OC'ed  550MHz/800MHz




Fazit:

Positiv: Negativ:
- Bildqualität - Lautstärke
- Performance

- Stromverbrauch

- Multimedia-Zubehör - Länge der Karte        


Mit der X1900XT bekommt man eine durchaus solide Karte, welche durch eine gute Bildqualität und eine gute Performance glänzen kann. Man braucht sich definitiv ersteinmal keine Sorgen mehr machen, dass man den Lieblingsshooter nicht in der gewünschten Auflösung zocken kann. Aber eines der größten Mankos bleibt eindeutig die Kühlung. Silent-Freaks sollten sich am besten eine andere Kühllösung besorgen. Bei Alternate wird die Karte für 444 Euro angeboten, was doch recht viel ist wenn man vergleicht, dass eine NVIDIA 7900GT mit gleicher bzw. minimal schlechterer Performance knapp 100 Euro weniger kostet. Doch dafür sieht es mit der Verfügbarkeit der Karte schlechter aus als bei ATI und man muss auch auf die Features verzichten die bei ATI für die eindeutig bessere Bildqualität sorgen. Übertaktungsfreudige Gesellen werden an der Karte sicherlich auch ihre Freude haben, denn mit dem ATItool lassen sich nun auch die Spannungen ändern und somit ungeahntes erreichen. Wem allerding der Preis zu hoch ist, der sollte auf die X1900 GTO warten, welche dann der direkte Kunkurrent zur 7900GT werden soll und somit sicher auch billiger sein wird.

Am Ende wollen wir uns noch, für die Bereitstellung des Testsamples, bei Sapphire bedanken.

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