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AquaComputer aquagraFX 7800 Wasserkühler

Der „Silence“-Trend setzt sich weiterhin fort und neben passiv gekühlten Lösungen findet man auch immer öfter Grafikkarten mit einem montierten Wasserkühler. Alternativ gibt es jedoch auch viele Grafikkartenkühler zum Nachrüsten von etablierten Herstellern, wie z.B. der Aquagrafx7800 von Aquacomputer, mit dem wir uns befasst haben.

1. Vorwort Viele der heutzutage mitgelieferten Standardlösungen folgen dem „Silence“-Trend, jedoch sind die meisten davon weit von dem Optimum entfernt. Bei den passiv gekühlten Grafikkartenvarianten handelt es sich häufig um Mainstream-Modelle, bei denen das noch bedingt möglich ist. Passive Kühlung ist sicher angenehm, aber man muss dabei einige Regeln befolgen, die von vielen einfach vernachlässigt werden. Als Alternative gibt es noch die Flüssigkühlung, die weiterhin immer mehr Beachtung findet. Aquacomputer ist ein “alter Hase“, wenn es um Wasserkühler geht. Es gibt von diesem Hersteller so ziemlich für jede GPU und CPU einen Kühler und sogar beim Speicher wurde kein Halt gemacht. Wir widmen und heute einem Wasserkühler für die Geforce 7800GTX/7900GTX aus dem Hause Aquacomputer. Bei dem Kühler handelt es sich um einen umfangreichen Komplettkühler, der nicht nur die GPU, sondern auch den GDDR3 Speicher auf der Vorderseite und dazu noch die Spannungswandler mitkühlt.


2. Lieferumfang Der Lieferumfang fällt nicht besonders „üppig“ aus, da man neben dem Befestigungsmaterialien noch ein spezielles Wärmeleitpad für die Spannungswandler und ein Merkblatt  für die Inbetriebnahme erhält. Ein gedrucktes Handbuch mit Einbauinstruktionen lag leider nicht bei, was gerade für ungeübte Anwender vorhanden sein sollte. Der Kühlung der Spannungswandler wurde jedoch ein Merkblatt gewidmet, welches in deutscher und englischer Sprache verfasst ist. Das Merkblatt ist ein gefaltetes A5-Blatt und sollte als A4-Variante genügend Platz für eine kurze Einbauinstruktion beinhalten. Für die Montage werden sieben Plastikschrauben und zwei weitere Sets á vier Schrauben mit Muttern geliefert, worauf wir später nochmals eingehen werden. Der Kühler wird ohne Anschlüsse geliefert und deshalb sollte man selbst passende Anschlüsse mit G1/8-Gewinde organisieren.

3. Aufbau und Technik

Der Aquagrafx7800 passt auf die High-End Referenzmodelle der GeForce 7800- bzw. 7900 GTX, aber jedoch nicht auf die kleineren GT-Modelle. Der Kühlkörper sieht sehr dezent und attraktiv aus. Als Material wurde Aluminium eingesetzt, dass als Finish eloxiert wurde. Der massive Kühlkörper wurde dabei in Schwarz gehalten und der runden Core dagegen in Rot. Das Gewicht ist mit 300g angegeben und die Maße sind 170 x 107 x 16mm (LxBxH). Bei der Core hat man sich bei Aquacomputer viele Gedanken gemacht. Um die Kompatibilität und den Druck auf die GPU flexibel zu halten, drückt eine Sprungfeder im Kühler den Kern an die GPU. Durch dieses Feature kann die Differenz zwischen Speicherchip- und GPU-Höhe optimal angepasst werden, wodurch beide Komponenten den notwendigen Anpressdurck bekommen. Die äußerliche Verarbeitung des Kühlers ist mehr als akzeptabel. Von der unteren Seite kann man zwar Verarbeitungsspuren der Fräse erkennen, jedoch handelt es sich dabei um die Seite, die später nach der Montage des Kühlers, nicht mehr sichtbar sein wird. Auf der Frontseite bedeckt eine gebrushte Aluminiumplatte circa 80% des Wasserkühlers. Diese Aluminiumplatte wurde hervorragend verarbeitet, mit dem Marken- und Modellnamen gelabelt. Befestigt wird sie mit insgesamt 12 Imbusschrauben und verbirgt die Innenstruktur des Kühlers, die nicht zu verachten ist. Als Dichtung dienen zwei kleine und ein großer Gummiring. Die Einbuchtung für den Wasserdurchfluss geht sehr schön erst auf Höhe der Speicherbausteine und fließt direkt an der runden Core vorbei. Es gibt dabei kaum Widerstand, da hier keine feinen Kanäle, sondern auf die gezielte Koordination des Wasserdurchfluss gesetzt wurde. Auch im Inneren ist der massive Kühlerkörper schwarz eloxiert.

4. Testkonfiguration

Prozessor AMD Athlon64 X2 3800+
Mainboard DFI LanParty Ultra-D
HDD Maxtor
Arbeitsspeicher VDATA 512MX16 DDR400 CL2.5
Grafikkarte PNY 7800GTX 256MB
Wärmeleitpaste Arctic Cooling MX1
Betriebssystem Windows XP Pro SP1
Treiber Nvidia Forceware 81.98 WHQL
Netzteil Scythe Stealth Power 450W Semi-Fanless

5. Einbau Wenn man den Referenzkühler der Geforce 7800 GTX einmal mit dem Aquagrafx7800 vergleicht, so merkt man, dass beide Kühler fast gleich groß sind und den darunter liegenden PCI-Slot nicht belegen. Dadurch sind die Kühler sowohl für SLI optimiert, zeigen jedoch auch, dass man einen „leisen“ Kühler sowohl für Luft-, aber auch Wasserkühlung kompakt halten kann. Einen Wasserkühler kann man noch kompakter halten, jedoch sollte man an dieser Stelle auch ein Lob an den Referenzkühler geben, der zu den leiseren auf dem Markt gehört. Wie die Leistung der beiden Kühler ist, wird jedoch später geklärt.
Die Demontage des Referenzkühlers war aufwändiger als zuvor erwartet, da die erste Plastikabdeckung mit kleinen Schrauben befestigt wurde, die sich nur sehr schwer entfernen lassen. Nach der ersten Tortour geht der Ausbau jedoch einfacher, da man nur den Lüfter demontieren und danach die vier Schrauben des großen Kühlkörpers lösen muss. Der Kühler der Spannungswandler muss auch entfernt werden, da diese durch den Aquagrafx7800 gekühlt werden.
Die GPU und der Speicher sollten von der „alten“ Wärmeleitpaste und den Wärmeleitpads befreit und gesäubert werden.  Danach sollten die Spannungswandler auch kurz inspiziert und gereinigt werden, damit das neue Wärmelitpad anschließend darauf platziert werden kann. Als Wärmeleitpaste kam bei mir keine herkömmliche Wärmeleitpaste, sondern die MX1 von Arctic Cooling zum Einsatz. Zur Befestigung haben wir vorgezogen die Standardschrauben und Backplate der Geforce 7800 GTX genutzt, da man dadurch keine Unterlegscheiben braucht und einen optimalen Halt bekommt. Diese waren kompatibel mit dem Aquagrafx7800 und machten keinerlei Probleme.
Probleme kann es jedoch bei den mitgeführten Plastikschrauben geben, da man diese sehr leicht unterschätzen kann. Die Redewendung „Bitte handfest anziehen“ ist hier fehl am Platz, da der Kraftaufwand, den man für die Schrauben braucht, ein viel geringerer ist, als man es erwartet. Beim ersten Einbau haben wir ein sehr verbogenes PCB gehabt, was sehr leicht ins Auge gehen kann! Der Hinweis an dieser Stelle ist: Beim Einbau immer auf das PCB schauen, wodurch man den Anpressdurck einfacher in den griff bekommt!
Da der Aquagrafx7800 die Speicherchips auf der Rückseite der Grafikkarte nicht mitkühlt, kamen kleine Passivkühler von CoolerMaster zum Einsatz. Da die Anschlüsse nicht mitgeliefert werden, muss man sich selbst darum kümmern. Nach dem Anschluss des Kühlers an das Wasserkühlungssystem kann man dieses auch in Betrieb nehmen. Das kleine Plexiglasfenster sieht recht stylisch aus und erinnert sehr an alte U-Boote – ist dadurch ein gelungener Eyecatcher.


6. Testablauf & Performance Die Grafikkarte wurde mit einem japanischen Benchmark namens „SL-Bench“ belastet. Die Idle-Temperaturen wurden nach 20 Minuten ohne jegliche Belastung durch Programme (Taskmanager sagt 0% Auslasung).  Belastet wurde mit insgesamt 3 gleichzeitig laufenden SL-Bench-Fenstern, die die Grafikkarte innerhalb von 20 Minuten anheizen soll. SL-Bench wurde gewählt, da es in mehreren Thread gestartet werden kann. Die Wasserkühlung besteht hierbei aus folgenden Komponenten: Einen HTF3 Triple(3 x 120mm Lüfter) Radiator, eine Eheim 1048 Pumpe und zwei Noiseblocker SX1 12cm Lüftern. Die Lüfter liefen bei 1200rpm und die CPU wurde nicht in den Kreislauf eingeschlossen, da diese durch einen Scythe Ninja PLUS aktiv gekühlt wurde. Die Wärmeleitpaste des Referenzkühlers der Geforce 7800 GTX wurde durch die MX1 von Artic Cooling ersetzt. Dadurch konnte man eine faire Angleichung erreichen, damit keiner der beiden Kühler einen Vorteil hat, da man durch Wärmeleitpaste je nach Art und Aufbau große Leistungsunterschiede bekommen kann.
Der Lüfter der Geforce 7800 GTX wurde durch den Treiber automatisch gesteuert und wurde nicht auf eine bestimmte Drehzahl fixiert. *Raumtemperatur war bei 21°C (+/-1°C). Kommen wir nun einmal zu den gemessenen Werten mit der Standardfrequenz der Geforce 7800 GTX:
Diese Temperaturen sprechen sofort für die Wasserkühlung, was nicht anders zu erwarten war. Die mit Luft gekühlte Lösung der Geforce 7800 GTX ist nicht übertrieben groß, jedoch effektiv und leise. Die Wasserkühlung macht sich zwar auch aktive Luftkühlung für den Wärmeaustausch zu Nutze, jedoch kann man dadurch die größere Kontaktfläche mehrerer sehr langsamer Lüfter einsetzen, wie z.B. auf 5 oder 7 Volt geregelte 12cm Varianten, die danach nicht mehr wahrnehmbar sind.  Um die Reserven der Grafikkarte zu entlocken, wurde die Taktfrequenzen von GPU und GDDR3 Speicher erhöht. Die Grenze lag bei dem Referenzkühler der Geforce 7800GTX  bei 498 MHz Core- und satten 1400Mhz Speichertakt.

Die Grenzen waren durch den Referenzkühler limitiert und durch verbesserte Kühlleistung des Aquagrafx7800, konnte man höhere Frequenzen herauskitzeln.
Auch wenn die Speicherchips auf der Rückseite keine so optimale und aktive Kühlung hatten, wie die an der Front, konnten wir die Taktraten weiter erhöhen. Die Core wollte die magische 500MHz Grenze nicht überschreiten, aber der Speicher ging noch auf 1447MHz hoch.

Fazit Der Aquagrafx7800 Wasserkühler von Aquacomputer überzeugt durch seine Qualität beim ersten Blick. Der Lieferumfang beschränkt sich hier auf das Wichtigste. Der Preis für den Wasserkühler liegt laut Hersteller bei knapp 73 Euro und kann direkt über den Shop von Aquacomputer bezogen werden. Der Preis wird unter anderem durch die gute Qualität und den „Made in germany“ Fakt begründet. An der Leistung des Kühlers kann man nichts bemängeln, da dieser gute Werte liefert und sehr robust ist. Die Montage ist recht unkompliziert und da man auf das Standard-Retentionmodul der Grafikkarte zurückgreifen konnte und die mitgelieferten Plastikschrauben justieren musste. Die Plastikschrauben neigen dazu einen falschen Eindruck zu hinterlassen, da man die Stärke und die Kraft nicht richtig abschätzen kann und das PCB der Grafikkarte dadurch verbiegen und eventuell auch beschädigen könnte. Mit Vorsicht und Achtung sollte man jedoch keine Probleme haben. Die Optik spricht durch das dezent eloxierte Schwarz des Kühlkörpers in Verbindung mit der schön bearbeiteten und verzierten Aluminiumplatine an.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei  Aquacomputer für das Sample und die schnelle und problemlose Auslieferung.

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