Arbeitsspeicher

2 GB Corsair XMS DDR2-667 CL4 RAM Kit

Im heutigen Artikel werden wir mit dem 2 GB Kit von Corsair einen mit 667 MHz getakteten DDR2-RAM der Oberklasse testen. Wie viel Performancegewinn ausschließlich durch Arbeitsspeicher erreicht werden kann, werden wir genau untersuchen. Dazu natürlich auch die Overclocking-Möglichkeiten und die Geschwindigkeitssteigerung durchs Übertakten und Latenz-Tuning.


1. Vorwort DDR2-RAM ist nun schon seit 2004 auf dem Markt, konnte sich aber zu dieser Zeit aufgrund der noch verhältnismäßig niedrigen Taktraten und des überhöhten Preises kaum durchsetzen. Heute hat sich das Blatt gewendet. Es gibt DDR2 RAM mit bis zu 1066 MHz und ein mit 533 MHz getakteter DDR2-RAMist inzwischen billiger als 400 MHz DDR(1) Speicher.
Dazu kommt, dass AMD mit dem Sockel AM2 auch bald den Umstieg auf DDR2 wagt und damit DDR1 den Todesstoß gibt.

Heute befassen wir uns mit dem 2048 MB großen Corsair DDR2 667 MHz Kit bestehend aus zwei 1024 MB Modulen, ein Produkt aus der oberen Klasse, an.
Messen muss sich das Kit unter anderem mit einem gleich getakteten 2 GB Kit von MDT.


2. Technische Details und Bilder    
Typisch schwarze Heatspreader zieren den RAM von Corsair, obwohl dieser bei DDR2 RAM nicht nötig ist. Die Hitzeentwicklung bei DDR2 ist selbst bei sehr hohem Takt nur minimal und deutlich geringer als beim alten DDR-RAM. Der Speicher wird nicht einmal handwarm!

Aber optisch ist er ansprechender als der "nackte" DDR2-RAM von MDT, wo der Heatspreader weggespart wurde.


Alle getesteten Module im Vergleich  

Hersteller Corsair Corsair MDT Aeneon
Modell TWIN2X2048-5400C4 TWIN2X1024A-6400 DDR2-667 CL4 PC2-4200U
Modulgröße 2x 1024 MB 2x 512 MB 2x 1024 MB 2x 512 MB
Chip-Bestückung doublesided singlesided doublesided singlesided
Chip-Menge 16x 512 MBit 8x 512 MBit 16x 512 MBit 8x 512 MBit
Verbaute Speicherchips unbekannt Micron Fatbody D9(3ns) MDT 18D51280D-3(3ns) Aeneon AET93F370(3,7ns)
Takt 667 MHz 800 MHz 667 MHz 533 MHz
Latenzen 4-4-4-12 5-5-5-15 4-4-4-12 4-4-4-12
Spannung 1,8V 1,8V 1,8V 1,8V


Auffällig ist, dass alle DDR2-Module große 512 MBit Chips verwenden.


3. Testkonfiguration

Prozessor Intel Pentium 4 EE 3,46 GHz
Mainboard Asus P5WD2 Premium
HDD WD Raptor 36GB
Betriebssystem Windows XP prof. SP1
Treiber Nvidia Intel 7.2.1.1006, Forceware 83.40 WHQL
Netzteil OCZ Powerstream 520W

   

4. Overclocking

Um die DDR2-Module auf ihren maximalen Takt zu testen, verwenden wir einen 1:2 (FSB:RAM) Speicherteiler. Damit ist sicher gestellt, dass der FSB oder der Prozessor nicht den Speichertakt limitiert.
Bei den Latenzen testen wir alle gängigen Latenzbereiche:

Cas-Trcd-Trp-Tras
5-5-5-10
4-4-4-8
3-3-3-6
3-2-2-4 (Hinweis: Die letzte Latenz „Tras“ hat auf die Übertaktbarkeit und Geschwindigkeit nahezu überhaupt keinen Einfluss und wurde daher generell etwas niedriger gewählt)


Bei der Speicherspannung können wir bis zu 2,3 Volt einstellen und diese nutzen wir auch bei allen Speicherriegeln aus, sofern sie davon profitieren.

Ergebnisse:   Im direkten Vergleich mit dem MDT Kit, welches die gleiche Spezifikation hat, geht das Corsair Kit deutlich besser zu übertakten.
Bis zu 900 haben wir erreicht!
Für ein 667 MHz Kit ist das ein sehr guter Wert. (+35%)
Das 1 GB 800 MHz Kit von Corsair erreicht sogar 1 GHz.

Mit Ausnahme vom MDT Speicher konnten alle anderen von den 2,3V profitieren.
Beim MDT RAM war mehr Spannung sogar kontraproduktiv.


5. Benchmarks mit Standardtakt
Zu Beginn die Ergebnisse aller RAMs ohne Übertaktung:             Quake4 haben wir damit die Grafikkarte nicht limitiert in niedrigsten Einstellungen getestet.
Obwohl die Texturen durch die niedrige Auflösung sehr klein sind, merkt man trotzdem einen leichten Vorteil zu Gunsten der 2 GB Kits.     6. Benchmarks mit Overclocking

In manchen anderen Reviews wird oft die Performance des Speichers anhand seines maximalen
Takts gemessen, was einen unterschiedlichen Prozessortakt zur Folge hat.
Dieser inkompetente Vergleich ist allerdings sinnlos, da die CPU die Geschwindigkeitsunterschiede verursacht.
Wir belassen den Prozessor immer auf Standardtakt mit einem FSB von 266 MHz und verwenden zur Steuerung des Speichertakts ausschließlich Teiler.

Zur Verfügung haben wir somit folgende effektive Taktraten: - 400 MHz (4:3)
- 533 MHz (1:1)
- 667 MHz (4:5
- 711 MHz (3:4)
- 800 MHz (2:3)
- 889 MHz (3:5)
- 1066 MHz (1:2)
Zugegeben, die Sprünge sind etwas hoch und teilweise können einige MHz nicht genutzt werden. 
Allerdings ist das im „normalen“ Betrieb auch nicht anders. Wenn man übertaktet, ist man bei Intel Systemen i.d.R. auch an einen festen Multiplikator gebunden, was einem nicht erlaubt den FSB nach dem max. Speichertakt zu richten, da der Prozessortakt wichtiger ist.
Daher wird man nur sehr unwahrscheinlich bis ans Limit vom Speicher gelangen.

Wir testen mit allen dieser Latenzen die am höchsten nach den o. g. Teilern einstellbaren Taktraten:
5-5-5-10
4-4-4-8
3-3-3-6
3-2-2-4  

2 GB Corsair 1 GB Corsair 2 GB MDT 1 GB Aeneon
XMS2 667 CL4 XMS2 800 CL5 667 CL4 533 CL4
1066 MHz - - - -
889 MHz 5-5-5-10 4-4-4-8 - -
800 MHz 4-4-4-8 4-4-4-8 - 5-5-5-10
711 MHz 4-4-4-8 4-4-4-8 5-5-5-10 5-5-5-10
667 MHz 3-3-3-6 3-2-2-4 4-4-4-8 4-4-4-8
533 MHz 3-3-3-6 3-2-2-4 4-4-4-8 3-3-3-6
400 MHz 3-2-2-4 3-2-2-4 3-3-3-6 3-2-2-4

  Nun zu den Benchmarkergebnissen bei den jeweiligen Latenzen und dem dabei maximal möglichen und einstellbaren Takt.             Kommentar zu Quake4:
Wir haben Quake4 in den niedrigsten Einstellungen getestet, um den Einfluss der Grafikkarte auf die Performance zu vermindern.
Obwohl Quake4 bei dieser niedrigen Auflösung weniger Speicher benötigt, sind trotzdem schon minimale Geschwindigkeitsvorteile der 2 GB Kits zu verzeichnen.
Speicherbandbreite vs. Spieleperformance:
Bandbreite ist nicht alles – wie UT2004 und Quake4 beweisen, sagen hohe Bandbreiten wenig über den realen Performance-Einfluss vom Arbeitsspeicher aus.
Obwohl bei Everest der höchste Takt mit schlechten Latenzen immer die beste Performance bringt, ist die Performance bei etwas reduziertem Takt und schärferen Latenzen teilweise besser. Aber die extrem scharfen Latenzen im 2er und 3er Bereich kosten zuviel Takt und sind dann doch wieder langsamer.
Die Latenzen im 4er Bereich scheinen bei den meisten Speichermodulen die höchste Leistung zu bringen.
1 GB vs. 2 GB:
Mehr Bilder pro Sekunde erhält man durch 2 GB kaum, allerdings bringen 2 GB RAM sowohl in UT2004 als auch in Quake4 deutlich niedrigere Ladezeiten!




7. Benchmarks – Übersicht

Wie wir in den Overclocking-Benchmarks festgestellt haben, ist manchmal der höchste Takt der schnellste und manchmal auch ein niedrigerer mit besseren Latenzen.
Daher gibt es jetzt noch einen Benchmarkvergleich aller Speicher mit Standardtakt und seiner schnellsten übertakteten Einstellung.

Die Takt-/Latenzeinstellungen die sich als am schnellsten herausgestellt haben lassen sich zudem noch weiter optimieren, da es meistens nur eine dieser vier Latenzen ist, die wirklich limitiert. Somit haben wir folgende für die Geschwindigkeit optimalen Taktraten und Latenzen ermittelt:    

Standard Standard Standard Übertaktet Übertaktet Übertaktet
RAM Takt Latenzen VDimm Takt Latenzen VDimm
2 GB Corsair XMS2 667 CL4 667 MHz 4-4-4 1,8 V 889 MHz 5-4-4 2,3 V
1 GB Corsair XMS2 800 CL5 800 MHz 5-5-5 1,8 V 889 MHz 4-3-2 2,3 V
2 GB MDT 667 CL4 667 MHz 4-4-4 1,8 V 711 MHz 4-5-3 1,9 V
1 GB Aeneon 533 CL4 533 MHz 4-4-4 1,8 V 711 MHz 3-4-2 2,3 V

  Damit erreichen wir folgende Ergebnisse:     Jetzt sind die Unterschiede schon größer – 17% mehr Bandbreite bringt der mit 889 MHZ getaktete Corsair RAM im Vergleich zu dem 533 MHz Aeneon Kit ohne Übertaktung.
Unter Standardtakt ist der Unterschied immerhin auch bei knappen 8%.
Wenn man alle Speicher übertaktet kann die billige Konkurrenz aufholen und der Vorsprung schmilzt dahin.     Auf die Speicherzugriffszeit wirkt sich eine niedrige CAS-Latenz überaus positiv aus, weswegen sich der Aeneon RAM mit CL3 und 711 MHz an die Spitze setzen kann.      
Man sieht, dass theoretische Benchmarks über die Bandbreite und Zugriffszeit nicht viel über die wahre Performance aussagt.       8. Fazit: Corsair 2 GB XMS DDR2-667 CL4 RAM Kit

Die Unterschiede zwischen den RAMs sind nicht zu verachten.
Rein aus Performance-Sicht ist zwischen billigen und teuren RAM auch ohne Overclocking ein  Unterschied von bis zu 8%, was ca. genauso viel ausmacht, wenn man einen Prozessor mit z.B. 3,4 GHz anstatt 3,0 GHz kauft.

Aus der Sicht des Übertakters kann der Unterschied aber noch mal größer ausfallen, da bei einem höheren FSB der Speicher näher an sein Limit kommt und daher einen höheren Einfluss auf die Performance hat. Das Gerücht, dass es nichts bringt wenn der Speichertakt höher ist als der FSB ist hiermit auch aus der Welt geschafft. 1:1 ist noch lange nicht optimal. Bis zu 711 MHz waren noch große Performancesprünge zu messen und auch darüber hat die Performance stets mit skaliert und das obwohl die Latenzen bei höherem Takt schlechter geworden sind!

Der Unterschied zwischen 1 GB und 2 GB kann man mit Benchmarks schlecht messen. Aber Spiele wie Quake 4 sind mit nur 1 GB nicht wirklich ein Vergnügen, da kann der RAM so schnell getaktet sein wie er will. Denn mit nur 1024 MB RAM muss bei Quake 4 ständig nachgeladen und ausgelagert werden.
UT2004 ist heute schon wieder ein älteres Spiel und kommt mit 1 GB gut aus, aber sogar dort merkt man sehr deutliche Vorteile bei den Ladezeiten wenn man 2 GB hat! Daher: Besser 2 GB RAM kaufen, auch wenn er dafür langsamer getaktet ist.

Das 667 MHz Corsair Kit ist mit Ausnahme vom 800 MHz Kit aus eigenem Hause allen anderen überlegen.
Aber aufgrund der Vorteile durch die 2 GB ist das 667 MHz Corsair Kit der wahre Sieger. Es ist zwar mit ca. 250€ das teuerste Kit im Test, aber es ist sein Geld wert.
Das 2 GB Kit von MDT ist in allein Situationen unterlegen.
Vor allem wenn man übertaktet und FSB-Regionen bis zu 300 MHz erreicht, kann der höher übertaktbare Corsair RAM seine wahren Stärken ausspielen.

Unser Dank geht an Corsair, die uns das Kit zum Test zur Verfügung gestellt haben!    

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