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Auch Spieleindustrie weiterhin im Visier von DDoS-Angreifern

Zahlen lügen nicht. Ein Ende der Cyberkriminalität ist nicht in Sicht. Die 82.649 Delikte im vergangenen Jahr zeugen davon. Beunruhigend ist, dass namentlich die Überlastungsangriffe, besser bekannt als Distributed Denial of Service (DDoS) Attacken, merklich zunehmen. Betroffen davon ist auch die Spieleindustrie. Ein Blick in die Vergangenheit beweist, dass Gamern und Entwicklern das Problem der Lags und Verbindungsabbrüche so fremd nicht ist. Dass dabei die Motive für die Angriffe von begründetem Frust durch Verlust bis hin zu schierer Lust am Verbrechen reichen, ist eher von untergeordneter Bedeutung. 

Xbox-Spieler als schlechte Verlierer in Verruf

Xbox One Controller am PC nutzen Opener Microsoft kann ein Lied davon singen. Zu seinem großen Leidwesen musste das US-Unternehmen Anfang 2009 feststellen, dass frustrierte Xbox-360-Spieler nach einer verlorenen Partie „Halo 3“ den Gegner mit DDoS-Attacken lahmlegten. Dank der Betreiber von Botnetzen war es ihnen ein Leichtes, ihren Rachedurst zu stillen. Alles, was es dazu brauchte, war ein Sniffer, der durch die Überwachung des Netzverkehrs der Spielkonsole die IP-Adresse des Gegners ausfindig machte. Kurz darauf konnte sich Port 3074 des Xbox-Live-Dienstes vor Anfragen nicht mehr retten.

Zu Recht auf völliges Unverständnis stößt die Praxis, auf YouTube die Erklärung für den Gebrauch von „BioZombie“ oder „Host Booter“ frei Haus geliefert zu kriegen. So ist es selbst technisch unversierten Nutzern, den sogenannten Skript-Kiddies, möglich, ungeniert einen DDoS-Angriff zu starten. Nicht einmal um die Akquise der unabdingbaren Botnetzrechner müssen sie sich kümmern, nachdem diese bei besagten Botnetzbetreibern gemietet werden können. 

Um den Nachfolger, die Xbox One, ist es nicht viel besser bestellt. Auch diese Konsole ist bekannt dafür, durch DDoS-Angriffe vorübergehend die Verbindung zum Internet oder Xbox-Live-Dienst zu verlieren. In diesem Fall kann es hilfreich sein, schlicht und einfach den Internetrouter zurückzusetzen.    ## LoL-Spieler dem Spaß abgeneigt League Of Legends Team Graves Über einen effektiven DDoS Schutz dürfte sich der Entwickler Riot Games spätestens seit September 2012 einen Kopf gemacht haben. Damals wurde das MOBA-Spiel „League of Legends“ Opfer von Distributed Denial of Service Attacken geplagt. Einige Spieler haben die Live-Dienste aus schierer Bosheit angegriffen. Offenbar ist es den Mitspielern nicht vergönnt, Spaß am Spiel zu haben.

Wiewohl umgehend ein Hotfix aufgefahren wurde, um den unwillkommenen Lags und Verbindungsabbrüchen Paroli zu bieten, war der Probleme nicht auf die Schnelle Herr zu werden. Wenigstens versuchte der Client durch den Fix von sich aus, die Verbindung wiederherzustellen, um das Match ungehindert fortsetzen zu können.

PlayStation Network zum Schaden von DNS-Anbieter Dyn

PlayStation 4 E3 2013 Design 3 Auch wenn es Ende Oktober vergangenen Jahres erst den Anschein haben mochte, als wäre neben Amazon, Netflix, Twitter, PayPal und Reddit auch das PlayStation Network Opfer eines DDoS-Angriffs, stellte sich umgehend heraus, dass die Cyberattacke ausschließlich dem PSN von Sony galt. Nachdem der japanische Elektronikkonzern allerdings indirekt über den amerikanischen DNS-Anbieter Dyn angegriffen wurde, waren Kollateralschäden unvermeidlich. Geschuldet sind sie einem frustrierten Spieler.

Sage und schreibe 150.000 internetfähige Geräte wie smarte Glühbirnen und Toaster waren mit von der Partie. Berichten zufolge waren es vor allem kompromittierte Videorekorder und Kameras mit Bauteilen des chinesischen Unternehmens Xiong-Mai Technologies, die als Mirai-Botnetz gute Dienste leisteten. Es überrascht deshalb wenig, dass der Ruf nach strengeren Sicherheitsrichtlinien für IoT-Geräte laut wird. In der Tat arbeitet denn auch die EU-Kommission mittlerweile an einem Gesetzesentwurf, mit dem das Internet of Things künftig sicherer sein dürfte.

DDoS-Angriff zum Auftakt von Final Fantasy 14: Stormblood

Final Fantasy 14 A Realm Reborn Opener Der Release von Stormblood, der Erweiterung des Online-Rollenspiels „Final Fantasy 14“, verlief alles andere als geplant. Der 20. Juni 2017 war überschattet von DDoS-Angriffen. Wenn die Verbindung nicht gleich abbrach, so litt wenigstens die Performance empfindlich unter der Cyberattacke.

Square Enix hat ohne Umschweife eingeräumt, dass die Server bereits seit 16. Juni unter Beschuss stehen. Gleichzeitig hat der Entwickler aber versichert, mit Hochdruck an der Lösung der Probleme zu arbeiten. Kleiner Trost am Rande: Die persönlichen Daten der Spieler sind ebenso wenig in Gefahr wie die Charakterdaten. Insofern müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn die Millionen Fans mit einem Mal das Weite suchen. Vielmehr dürften sie nach wie vor erpicht darauf sein, die Weiten von Ala Mhigo ungestört zu erkunden und die zig neuen Aufträge als Krieger des Lichts zu bestreiten. Immerhin gilt es, dem in ganz Eorzea dräuenden Unheil durch die Primae entschieden Einhalt zu gebieten.

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