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Madden NFL 17 für Xbox One im Test

Zu den Spieleserien die jährlich mit neuen Ablegern versorgt werden gehören bekanntlich auch die Sportspiele der verschiedenen Publisher. EA hat seit Jahren mit der Madden NFL Reihe ein Monopol bei den Football-Simulationen, weshalb der Reihe immer wieder ein Mangel an Innovationen vorgeworfen wird. Nun hat EA, pünktlich zur neuen NFL-Season auch ein neues Madden veröffentlicht. Wir haben uns den jüngsten Ableger angesehen.

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Grafik und Sound Hinsichtlich der visuellen wie akustischen Präsentation hat sich nur wenig gegenüber dem Vorgänger geändert. Während das eigentliche Spielgeschehen grafisch unverändert geblieben ist, wurden viele Spieler ihren realen Vorbildern noch weiter angenähert. Madden NFL 17 ScreenshotDie Menüs und Zwischensequenzen wurden etwas aufgepeppt und erinnern den geneigten Fan nun stärker an das Erscheinungsbild von Sunday Night Football. Uns gefallen die spürbaren aber den Nutzer nicht erschlagenden Anpassungen an den Menüs und Zwischensequenzen sehr gut. Deutlich größer sind die Unterschiede bei der Tonspur, nach einigen Jahren mit dem auch aus der realen Berichterstattung bekannten Duo Phil Simms und Jim Nantz leihen nun Brandon Gaudin und Charles Davis dem Spiel ihre Stimmen. Hier werden auch von Woche zu Woche neue, auf die Vorwoche bezogene, Kommentare und Anekdoten per Update nachgeliefert, sodass das virtuelle Spielgeschehen noch einen Tick näher an die Action auf dem Gridiron heran rückt. Durch die geringfügigen Änderungen hinsichtlich der Ähnlichkeit zwischen realen Spielern und ihren Virtuellen Ebenbildern, durch das größere Portfolio an Trikots (Standard, Throwbacks und neu Color Rush) und natürlich die veränderten Stadien erhält die visuelle Präsentation ein großes Lob von unserer Seite.

Hinsichtlich des neuen Kommentatoren-Duos gehen die Meinungen weit auseinander, auf der einen Seite wird der frische Wind und die häufigeren Updates gelobt, auf der andere Seite hatte man sich an die bisherigen Kommentatoren natürlich auch gewöhnt. Da aber keine technischen Schnitzer zu finden sind und mehr Umfang geboten wird, geht unser Daumen hier klar nach oben.

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Madden NFL 17 ScreenshotTeilweise drastische Ändeurngen hat man an den verschiedenen Spielmodi vorgenommen. Während das Sofort-Match gegen den Computer oder einen menschlichen Spieler an derselben Konsole und natürlich auch das Online Head to Head keine nennenswerten Veränderungen erhalten haben, wurde der Franchise Modus deutlich aufgemotzt. Neben den klassischen Optionen zum Spielen aller Spiele eines Teams, oder zumindest aller Spielzüge an denen der selbsterstellte Spieler beteiligt ist, wurde mit der Funktion „Play the Moment“ die Option eingefügt dass der Spieler selbst nur in potenziell spielentscheidenden Situationen aktiv eingreift. Madden NFL 17 ScreenshotDamit läuft eine Partie insgesamt deutlich schneller ab, was in erster Linie Spielern die ihren Fokus auf den Management-Part legen gefallen dürfte. Subjektiv quasi unverändert ist der Ultimate Team Modus, der aufgrund seiner Veranlagung als Sammelkarten-Spiel eher für Spieler mit langfristigen Absichten bzw. für Fans der teilweise äußerst herausfordernden Challenge-Szenarien (für die man mit Karten oder Packs belohnt wird) geeignet ist.

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Das Herzstück jeder Sport-Simulation ist natürlich das Geschehen auf dem jeweiligen Spielfeld. Hier hat Madden NFL 17 auch die größten Veränderungen gegenüber dem Vorgänger erhalten. Am offensichtlichsten sind die Veränderungen beim Kicking. Während der Spieler bisher sehr genau einschätzen konnte wo der Ball je nach eingestellter Höhe, Richtung und Kraft landet, ist nun deutlich mehr Geschick gefordert. Eine Mechanik aus mehreren Drücken auf die entsprechende Taste sorgt für schwierigere Kicks, mehr verfehlte Fieldgoals und den einen oder anderen verunglückten Punt. Im Gegenzug wurden jedoch auch die Block- bzw. Coverage-Special Teams aufgewertet. Madden NFL 17 Screenshot Es ist endlich auch in Madden realistisch möglich ein Field Goal zu blocken oder einen Returner früh zu stoppen.

Auch die Defense wurde spielerisch verbessert, in der Vorschau unmittelbar vor dem Snap ist nun besser erkennbar welcher Verteidiger welche Zone übernimmt. Zusätzlich sind die Optionen zur Verteidigung gegen Pässe verbessert worden, der Spieler kann jetzt zwischen dem Versuch einer Interception, einem sofortigen Tackle nach dem Catch und dem gezielten wegschlagen des Balls wählen und somit besser auf die Situation reagieren. In Verbindung mit den verfeinerten Optionen zur Auswahl des Spielzugs macht Verteidigen in Madden NFL 17 mehr Spaß als je zuvor.

Madden NFL 17 ScreenshotBei der Offense hat sich etwas weniger getan, teilweise ist die Darstellung der Passrouten in der Preview auf dem Feld der Darstellung im Playbook jetzt etwas ähnlicher. Die Mechanik des Passspiels hat sich nicht verändert. Positiv ist uns die verbesserte Kontrolle für den Ballträger aufgefallen, der nun mehr Möglichkeiten hat einem Tackle auszuweichen oder ihn durch verschiedene Moves abzuwehren. Durch erschwerte Kicks, möglich gewordene Blocks, vielseitigere Verteidigung, flexiblere Moves für den Ballträger ist Madden NFL 17 spielerisch vielseitiger und damit auch anspruchsvoller geworden. Einhändige Catches im Stil von Odell Beckham Junior, mehrfach hin und her geschlagene (eigentlich schon abgewehrte) Bälle, das abrollen über den Gegenspieler und merkwürdige Drops, die man als regelmäßiger NFL Zuschauer eher mit Dez Bryant verbindet, gibt es allerdings noch immer. So mit bleibt in manchen Situationen der Glücksfaktor vorhanden.

Das Verhalten der Schiedsrichter ist teilweise mehr als fragwürdig. Während einige saubere Hits gegen den Quarterback (bei denen der entsprechende Button auf dem Controller rechtzeitig gedrückt wurde, was nach Ansicht unseres Redakteurs einem zeitlich korrekten einleiten des Kontakts entspräche) als Roughing the Passer bestraft werden hat man bei EA scheinbar nicht daran gedacht Reciever vor unerlaubtem Kontakt durch Defensive Backs zu schützen oder Strafen für eine Pass Interference zu vergeben. Dass sich virtuelle Spieler niemals eines Griffs ins Gitter schuldig machen ist zwar sehr löblich, aber dass selbst Aqib Talib eine ganze Saison ohne Facemask spielt ist nur bedingt glaubwürdig. Diese Situationen sind zwar teilweise ärgerlich und können ein Spiel mitentscheiden aber sie kommen nur relativ selten vor.

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Fazit EA Sports hat mit Madden NFL 17 eine gelungene und gegenüber dem Vorgänger verbesserte Football-Simulation vorgelegt. Grafisch hat man weitgehend den Content des Vorgängers beibehalten, und kümmert sich um Verbesserungen bei den Details. Das neue Kommentatoren-Duo ist zwar Geschmackssache, punktet aber durch immer wieder aktualisierten Content. Die verfeinerten Spielmodi haben bei uns einen guten Eindruck gemacht, unser Herz schlägt aber weiterhin für das klassische Head to Head Gameplay via Internetverbindung. Madden NFL 17 Xbox One AwardDie gesteigerten spielerischen Möglichkeiten auf beiden Seiten der Line of Scrimmage machen Madden NFL 17 zugleich vielseitiger, was man als interessanter und abwechslungsreicher auslegen kann, und eben auch anspruchsvoller. High-Scoring Games sind in unserer Testphase deutlich seltener aufgetreten als mit dem Vorgänger, was teilweise die Spannung erhöht und zu deutlich weniger Spielaufgaben führte. Madden NFL 17 eignet sich für alle Football-Fans die gerne auch abseits der Spieltage ihrem Team einen Hauch näher sein wollen oder einfach nicht auf quirlige Rushes und lange Pässe verzichten wollen. Wer keine besondere Affinität zum American Football hat, aber Sportspiele im allgemeinen mag sollte ebenfalls einen Blick auf das Spiel werfen. Wer mit Sportspielen oder Ballsportarten nichts anfangen kann und stattdessen lieber in einem Team mit anderen unterwegs ist, der sollte dieses Spiel meiden.

Von uns erhält Madden NFL 17 für die Xbox One mit 89% eine gute und gleichzeitig ausbaufähige Wertung.

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