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Cooltek Coolcube Black Testbericht

In den vergangenen 10 Jahren hat sich der Multimediabereich immer weiter in den mobilen Sektor verschoben. So entstanden über die Jahre zahlreiche neue Architekturen und Fertigungsverfahren in der Halbleiterherstellung, welche zum heutigen Zeitpunkt eine riesige Auswahl an Smartphones, Tablets und leistungsstarken Notebooks ermöglichen. Der beige, klobige PC aus der Vergangenheit ist somit schon seit etlichen Tagen, Monaten und Jahren abgelöst. Immer kleiner werden die Formfaktoren und ermöglichen aktuelle PC-Systeme im Mini ITX-Standard, welche nur noch einen winzigen Platzbedarf haben.

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Cooltek Coolcube Front

Für den heimischen Schreibtisch als auch für den Arbeitsplatz reichen grunddessen wenige Quadratzentimeter Platz für einen vollwertigen PC aus. Wie üblich bietet der Peripheriemarkt somit ein ständig wachsendes Angebot passender Gehäuse in allen möglichen Variationen an. Dabei geht der Trend ganz klar zum minimalistischen „Edelcase“, welches durch ein unauffälliges Design problemlos in jede Einrichtungsvariante passt.

Hierzu stellen wir im heutigen Testbericht einen kleinen Cube aus dem Hause Cooltek vor, welcher durch dezente Optik zielgerichtet in die aktuelle „Trend-Kerbe“ schlägt und ebenso mit einem attraktiven Endkundenpreis lockt. Ob das Gehäuse ein wahres Schnäppchen ist oder sich als minderwertiges Produkt entpuppt, ist auf den folgenden Seiten nachzulesen.

An dieser Stelle geht ein Dank an PC-Cooling für die problemlose Bereitstellung des Testmusters.

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Cooltek`s Coolcube kommt in einem passgenauen Pappkarton, welcher durch Stabilität und den nötigen Schaumstoffpolsterungen für einen Rundumschutz sorgt. Der Lieferumfang beinhaltet neben dem PC-Gehäuse eine ausreichende Anzahl an Schrauben für die Hardwareinstallation sowie selbstklebende, gummierte Gehäusefüße. Zudem hat Cooltek einen "ganzen" Kabelbinder beigelegt. Ohne an dieser Stelle sarkastische Äußerungen zu verlauten, ist dies kurz gesagt: "Zu wenig"! Für eine saubere Installation haben wir einige Kabelbinder mehr benötigt, sodass die Ausstattung für wenige Cent mehr einen besseren Eindruck hinterlassen hätte. Die knappe Bedienungsanleitung beschreibt auf einer DIN A4 Seite alle wichtigen Eigenschaften und Merkmale des kleinen Gehäuses. Dabei wird der Einbau der Hardware mittels zweier Explosionszeichnungen ausreichend genau erläutert. Vom Umfang her fügt sich diese Anleitung jedoch absolut in die befriedigende Ausstattung ein.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Material Aluminiumblech d=1,5mm
Farbe (innen wie außen) schwarz
Maße (WxHxD) 240 x 200 x 210 mm
Mainboard Größen Mini-ITX
5,25" Schächte 0
3,5" Schächte 1
2,5" Schächte 2 (Nutzung der 3,5" Schächte)
Kühlung passiv
PCI-Schächte 2
I/O-Panel 1xUSB2.0, 1xUSB3.0, Audio
Netzteil ATX (nicht enthalten)

Cooltek Coolcube Lieferumfang

Äußerlich bietet das kleine PC-Gehäuse die optische Klasse, welche man von einem "Edelcase" erwarten kann. Der aus Aluminium gefertigte Mini-Cube hat eine Größe von 240 mm x 200 mm x 210 mm (HxBxT) und besticht durch seine gebürstete Oberfläche, welche innen wie außen schwarz eloxiert ist. Da bei diesem Produkt nahezu ausschließlich Aluminiumblech mit einer Stärke von 1,5 mm verwendet wurde, beträgt das Gesamtgewicht des Cooltek Coolcube lediglich 1,1 kg. Das gesamte Gehäuse besteht aus vier einzelnen Blechteilen, die durch 14 kleine Schrauben zusammengehalten werden. Dadurch lassen sich das Seitenteil, der Boden sowie der Deckel einzeln abbauen. Folglich ist ein ausreichend großer Aktionsraum für die filigrane Hardwareinstallation vorhanden. Der Coolcube bietet im Seitenteil zahlreiche Belüftungslöcher für eine passive Wärmeabfuhr.

Cooltek Coolcube Seite

Ebenso wurden in der Rückseite, in den PCI-Slotblenden und im Boden vielerlei Lüftungsschlitze eingearbeitet. Dabei besteht die Möglichkeit an der Rückseite bis zu vier Axiallüfter mit einer Größe von 40 mm zu montieren. Ob der Lüftungstechnische nutzen dabei höher liegt als die emittierte Geräuschemission ist allerdings höchst fraglich. Die Front ist mit einem dezenten Cooltek-Logo versehen und einem "Power-Button" ausgestatte. Dieser silberfarbende Starttaster hat zudem die Status-LEDs für System- und Festplattenaktivität integriert. Desweiteren sind in der Seite des kleinen Gehäuses 4-Anschlüsse für externe Geräte eingelassen. Audio- Ein- und Ausgangsbuchsen als standardisierte 3,5 mm Klinke-Ausführung ermöglichen den Anschluss von Kopfhörern und Mikrofon. Für externe Speicher und andere Hardware sind eine USB 2.0- (Typ A) und eine USB 3.0- Buchse (Typ A) vorhanden. Hier wären zwei USB 3.0 Anschlüsse durchaus "attraktiver" gewesen, vorausgesetzt die Abwärtskompatibilität zu USB 2.0 ist mittels Adapter gewährleistet.

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Der Innenraum bietet auf Grund der geringen Größe kaum erwähnenswerte Features. Neben den Platinen für Starttaster und Anschlusspanel finden sich somit lediglich die vormontierten Abstandshalter im Gehäuseinneren wieder. Selbst Laufwerkskäfige sind nicht vorhanden. Stattdessen werden die Festplatten beim Coolcube auf das Bodenblech geschraubt. Cooltek hat hierfür passende Bohrungen mit Gummiabsorbern für 3,5" oder 2,5" Modelle vorgesehen. Dabei ist es möglich bis zu zwei 2,5" HDDs zu montieren. Wahlweise kann dabei die eine Festplatte durch ein 3,5" großes Laufwerk ausgetauscht werden. Herausgestellte Laufwerke finden in diesem kleinen "Case" leider keinen Platz, sodass im späteren Betrieb lediglich ein externes optisches Laufwerk zum Einsatz kommen könnte.

Cooltek Coolcube Boden

Vor dem eigentlichen Einbau der Hardware sind die im Lieferumfang enthaltenen Gummifüße unter das Gehäuse zu kleben. Wer hierdrauf verzichtet, wird mit einer schlechteren Luftzufuhr und einem erhöhten Lärmpegel durch die fehlende Dämpfung abgestraft. Für einen besseren Effekt wäre es allerdings wünschenswert, dass die mitgelieferten Füße einige Millimeter höher ausfallen.

Im nächsten Schritt wird das Gehäuse zunächst einmal soweit zerlegt wie nötig. Dabei kann der Deckel in der Regel verschraubt bleiben. Je nach Vorgehensweise wird somit nur das Seitenteil entfernt oder für eine einfachere Montage ebenfalls die Bodenplatte abgebaut. Wir beginnen klassischen mit dem Einbau des Mainboards. CPU, Arbeitsspeicher und Kühler sollte man nach Möglichkeit bereits außerhalb des PC-Gehäuses montieren, da der Aktionsraum trotz allem einfach sehr klein ist. Nachdem die Hauptplatine auf die Abstandshalter geschraubt wurde können das I/O-Panel sowie der Starttaster (inkl. LEDs) angeschlossen werden.

Cooltek Coolcube Hardwareeinbau

Wer eine Grafikkarte in dieses System einbauen möchte, sollte auf die maximale Kartenlänge von 185 mm acht geben. Zudem wird für sehr hoch aufbauende Grafikkartenkühler kaum Platz zur Verfügung stehen. In unserem Fall wurde die Kompatibilität gänzlich durch den verbauten CPU-Kühler zunichte gemacht. Grunddessen haben wir bei diesem System auf eine Einbaukarte verzichtet. Der CPU-Kühler darf beim Coolcube die Höhe von 80 mm nicht überschreiten, da es sonst zur Kollision mit dem verbauten Netzteil kommt.

Cooltek Coolcube Hardwareeinbau

Die auserlesenen Festplatten werden mit den beiliegenden Schrauben auf der Bodenplatte des Gehäuses befestigt und anschließend an das Mainboard angeschlossen. Dieser Vorgang ist auch mit eingebautem Bodenblech kein großes Unterfangen und lässt sich schnell abarbeiten. Der letzte Punkt ist der Einbau des ATX-Netzteils. Hierbei sind Probanden mit Kabelmanagement klar im Vorteil. Denn wie auf den Fotos zu sehen, stößt das Coolcube hierbei schnell an seine Kapazitätsgrenzen wenn der ganze Kabelbaum verstaut werden muss. Jedoch ist der Einbau bei sorgfältiger Arbeit und ohne extra Grafikkarte dennoch relativ problemlos möglich. Es sollte allerdings generell Acht geben werden, dass keine der vielen Leitungen den CPU-Kühler oder sonstige verbaute Lüfter behindert.

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Cooltek Coolcube Fazit

Es ist definitiv erstaunlich auf welchem kleinen Raum die Hardware in Coolteks Coolcube untergebracht werden kann. Jedoch führt die geringe Größe des Mini-ITX-Formfaktors unweigerlich zu kleinen Einschränkungen. Cooltek nutzt die Möglichkeiten welche dieser Faktor bietet voll aus und ordnet die Hardware sehr kompakt an. Dadurch ist die Größe von Grafikkarte, Netzteil und natürlich CPU-Kühler beschränkt. Bestückt mit aktueller Hardware ist es jedoch durchaus möglich selbst auf diesem geringen Raum ein sehr leistungsstarkes PC-System aufzubauen. Absolut empfehlenswert ist dabei die Wahl einer SSD für Betriebssystem und Programme. Wer es sich finanziell erlauben kann oder nur eine geringe Datenmenge ständig benötigt, sollte auch zur Datenspeicherung auf das besagte Speichermedium setzen. Denn eine HDD ist trotz der verbauten Gummipuffer und Gehäusefüße nicht zu überhören. So spielt die Masse sowie der Stellplatz eines PC-Gehäuses eine bedeutende Rolle wenn es um Schallemissionen geht. Fest steht beim Cooltek Coolcube: "Der PC gehört auf den Tisch!" Und dadurch hat man den Emissionsherd im schlimmsten Falle direkt vor der Nase. Ein leises Netzteil und ein CPU-Kühler, welcher trotz niedriger Einbauhöhe einen großen Axiallüfter einsetzt, sind hier Mittel um dieses Problem zu mindern.

Und dann kann man auch die gute Zugänglichkeit von Starttaster, I/O-Panel sowie die hervorragende Optik genießen. Denn das gebürstete Aluminium sieht wirklich schick aus und fügt sich problemlos in jede Räumlichkeit ein. Auch die Verarbeitung ist auf einem guten Standard und weißt zumindest bei unserem Muster keine Mängel auf, die es harsch zu kritisieren gilt. So sind Kanten, Ecken und Aussparrungen sauber ausgearbeitet und bergen keinerlei Verletzungsrisiko oder optische Desaster. Die Hardwareinstallation ist durchaus etwas fummelig und auch der Lieferumfang könnte mit verbesserten Gehäusefüßen und einigen Kabelbindern mehr besser aussehen. Jedoch ist das gebotene Produkt in vorgefundener Qualität für einen Preis von derzeit unter 50 Euro ein wahres Schnäppchen und kann sich letzten Endes verdient unseren Preis-Tipp abholen.

Nachtrag:

Seit einiger Zeit gibt es eine neue Version des Cooltek Coolcube auf dem Markt. Diese bietet gegenüber dem getesteten Gehäuse einige Vorteile, welche wir an dieser Stelle nicht außer Acht lassen wollen. So wurde der Lieferumfang erweitert und beinhaltet nun serienmäßig eine Installationsblende für SFX-Netzteile. Unter Verwendung eines solchen NTs kann es somit durchaus zu einem Platzgewinn im Gehäuseinneren kommen. Zudem werden die neuen silberfarbenen Füße unter den Boden geschraubt und nicht wie zuvor geklebt. Ebenso ist das I/O-Panel nun mit zwei USB 3.0 Buchsen ausgestattet. Diese durchweg positiven Verbesserungen machen das Cooltek Coolcube weiterhin zu einem absolut zeitgemäßen Preis-/ Leistungs-Tipp.

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