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Torchlight 2 im Test

Der Erste Teil von Torchlight war eher ein kleines Licht, welches wohl wenigen bekannt sein dürfte. Dieser beschränkt sich komplett auf einen Einzelspieler Modus, auch wenn die Entwickler von Runic Games hierfür sogar einen Editor zum Erstellen und Ändern von Content zur Verfügung gestellt haben. Nun ist Torchlight 2 erschienen und die Entwickler haben dem Single-Leben, bzw. -Player-Modus abgeschworen und bieten Einzel- wie auch Mehrspieler Modus an. Torchlight 2 ist ein Rollenspiel der alten Schule, ob es sich mit Konkurrenten wie Diablo 3 messen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

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Torchlight 2 Review

Doch zuerst möchten wir uns bei Perfect World für die problemlose Bereitstellung eines Steam-Keys bedanken.

Systemvoraussetzungen

Die Systemvoraussetzungen für Torchlight 2 sind wohl am besten mit “moderat” zu bezeichnen, so könnte theoretisch ein aktuelles Mittelklasse-Handy diese erfüllen, (wenn es Windows XP und DirectX 9 unterstützen würde) lediglich die Grafikkarten-Anforderungen könnten hier ein Problem werden, sollten aber bei normalen PCs nicht ins Gewicht fallen.

  • Betriebssystem: Windows XP, Windows Vista oder Windows 7
  • Prozessor: x86 kompatibler Prozessor mit mindestens 1,4Ghz
  • Arbeitsspeicher: mindestens 1GB
  • Festplattenspeicher: 1,2GB (kann sich durch Patches noch ändern)
  • Grafikkarte: DirectX kompatible 3D Grafikkarte mit mindestens 256MB Speicher

Leider erlauben diese geringen Anforderungen im Gegenzug auch keine wirklich atemberaubende Grafikpracht, aber bei einem Top-View RPG dürfte dies für die meisten Spieler kein großes Hindernis darstellen.

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Features

Wie schon bei Torchlight 1 wurde auch für dessen Nachfolger bereits TorchED angekündigt. Ein Hauseigener Editor zum Erstellen eigener Inhalte wie beispielsweise Gebiete, Dungeons, Quests oder NPC-Dialoge. In Torchlight 2 dürfte dieses Feature besonderen Stellenwert erhalten, da man nun auch mit seinen Freunden die erstellten Herausforderungen gemeinsam bewältigen kann.

Dies ermöglicht der Multiplayer-Modus, in dem die Spieler ihre bereits existierenden Charaktere als Gruppe mit bis zu fünf Mitspielern, in die Schlacht schicken können und so die besonderen Fertigkeiten der Spieler, wie auch der Spielfiguren kombinieren können. Sehr erfreulich finden wir hierbei, dass Runic Games nicht auf den, bei Publishern inzwischen leider sehr beliebten und von Spielern oft gehassten, DRM-Online-Zwang Zug aufspringt und dem Spiel stattdessen einen Offline Lan Modus schenkt. So können sich auch Spieler auf größeren Lan-Partys zu einer gemütlichen Runde in Torchlight 2 zusammenfinden, auch wenn keine Internet-Verbindung zur Verfügung steht. Um aber auch online unkompliziert mit einander Leveln und Questen zu können, besteht trotzdem die Möglichkeit über das Internet mit Freunden oder Fremden in ein Spiel einzusteigen.

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Das Spiel sieht nicht nur wie ein klassisches RPG aus, es lässt sich auch wie eines steuern. Zur Zeit wird bei manchen Spielen den Spielern nur die Nutzung von vier Fähigkeiten gleichzeitig zugetraut, doch in Torchlight 2 kann man die Tasten 1-0 frei belegen und zusätzlich zwei Fähigkeiten (wechseln mit der Tab-Taste) der rechten Maustaste zuweisen.

Durch die Welt bewegt sich der Spieler mit Linksklicks auf die Zielposition oder gedrückter linker Maustaste für dauerhafte Bewegung. Klickt man auf einen Charakter, spricht man entweder mit ihm, oder greift ihn an. So erhält der Spieler auch seine Quests oder fängt an mit NPCs zu handeln. Um als Fernkämpfer auf einer Position zu bleiben kann der Spieler die Shift-Taste gedrückt halten um auch bei einem falschen Klick nicht in eine Gegnermenge hinein zu spazieren.

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Da quasi alle Fähigkeiten ohne direktes Ziel funktionieren und einfach vom Spieler aus in eine Richtung gelenkt werden, ist die Positionierung des Spielers sehr wichtig für den Ausgang des Kampfes. Flächenzauber oder -angriffe sollten möglichst viele Gegner erwischen um größtmöglichen Schaden anzurichten.

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Bereits bei der Erstellung eines Charakters muss der Spieler den Schwierigkeitsgrad wählen, auf dem er diesen Charakter im Singleplayer-Modus spielen möchte. Dies lässt sich lediglich für Multiplayer-Partien anpassen, da diese in einer parallelen Welt spielen. Zur Auswahl stehen:

Casual: Der einfachste Modus für vollkommene Neulinge in Sachen Rollenspiele. Die Gegner machen wenig Schaden und fallen schnell um. Ohne größere Probleme kann in diesem Modus in Ruhe die Geschichte des Spiels verfolgt werden.

Normal: Wer die Bedienung kennt, aber noch nicht sicher ist, ob die eigenen Reaktionen und die Kenntnisse des Genres ausreichen, kann in diesem Schwierigkeitsgrad leichte Herausforderung erleben, ohne gleich von den Gegnern überfordert zu werden. Fehler in der Verteilung der Statuswerte oder Skill-Level sind hier noch verzeihlich und erschweren den Fortschritt nur geringfügig.

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Veteran: Hier fängt es schon an schwerer zu werden. Die Gegner halten mehr aus und hauen den Spieler auch schneller aus den Socken. Für erfahrene RPG-Spieler dürfte sich dieser Schwierigkeitsgrad anbieten um gefordert zu werden und die gesammelte Erfahrung aus anderen Spielen einzubringen.

Elite: Der Modus für wagemutige RPG-Profis. Hier muss jeder Skill sitzen und jeder falsch gesetzte Statuspunkt hat Konsequenzen. Wer sich leichtfertig in diese Schwierigkeits-Klasse begibt, der dürfte oft ins virtuelle Gras beißen. Wer aber genau weis was er tut, wird auf eine harte Probe gestellt.

Alle Schwierigkeitsgrade können noch mit dem Haken für den “Hardcore-Mode” versehen werden, durch den der Spieler nur ein einziges Leben hat und beim Tod der Spielfigur keine zweite Chance bekommt. Der Charakter und mit ihm sämtliche Gegenstände sowie das Gold das er bei sich hat gehen verloren. Für Manche wird dieser kleine Haken einen zusätzlichen Nervenkitzel ausmachen.

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Zur Auswahl stehen vier verschiedene Klassen, welche ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile haben. Dabei besitzt jede Klasse drei verschiedene Skill-Bäume, wodurch die Spielweise sehr individuell durch den Spieler gewählt werden kann.

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Der Embermage ist die typische Magier-Klasse. Er beherrscht Elementar-Zauber und kämpft normalerweise mit magischen Stäben im Fernkampf. Seine Fähigkeits-Bäume teilen sich auf in Inferno-Skills (Feuer), Frost-Skills (Eis) und Storm-Skills (Wind/Elektro). Er nutzt Statusveränderungen wie Vergiftung, Schock und Erstarrung um seinen Gegnern zuzusetzen und sie auf Abstand zu halten. Der Embermage hält normalerweise nicht viel aus, weshalb er wohl eher für Multiplayer-Spiele geeignet ist, wenn der Spieler nicht sehr gut im Ausweichen ist.

Berserker sind üblicherweise im Nahkampf zu finden. Sie setzen auf Stärke und Widerstandsfähigkeit um ihre Gegner zu Überwältigen. Dafür nimmt er die Eigenschaften verschiedener Tiere an oder verwandelt sich sogar selbst in eins. Des Weiteren kann er sich auch kurzfristige Mitstreiter aus der Tierwelt herbeirufen. Seine Fähigkeiten teilen sich in Hunter-Skills, Tundra-Skills und Shadow-Skills auf. Dem Spieler ist hier überlassen, ob er offensiv, defensiv oder ausgeglichen kämpfen möchte, da für alle varianten Fähigkeiten zur Verfügung stehen.

Der Engineer kämpft mit Kanonen oder wuchtigen Zweihand-Waffen und kann sich Roboter und andere mechanische Helfer beschwören. Besonders für Anfänger dürfte diese Klasse interessant sein, da er eine gute Balance aus Schaden und Durchhaltevermögen besitzt und sowohl im Nahkampf wie auch im Fernkampf agieren kann. Seine Fähigkeiten sind in die Bäume Blitz-Skills, Construction-Skills und Aegis-Skills aufgeteilt, was mit Schaden, Nützlichkeit und Verteidigung interpretiert werden kann.

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Outlander sind ziemlich eigenartige Charaktere, die sowohl Magie, als auch Fernkampf-Waffen nutzen und sich auf Pakte mit Dämonen und Geistern berufen während sie ihre Gegner aus sicherer Distanz unter Beschuss nehmen. Ihre Fähigkeiten teilen sich in Warfare (Kriegskunst), Lore (Überlieferung) und Sigil (Talismane) auf und erlauben dem Spieler, mit schnellen und machtvollen Fähigkeiten seine Gegner zu überraschen. Der hohe Schaden ist allerdings ein zweischneidiges Schwert, denn dafür muss der Spieler mit wenigen Verteidigungsfähigkeiten auskommen.

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Die Individualität der Spielfigur ist leider auf der Strecke geblieben. Bei der Erstellung des Charakters hat für jede Klasse nur eine sehr begrenzte Auswahl an Optischen Merkmalen. Hier hätten sich die Entwickler ruhig mehr Mühe geben können. So stehen für jede Klasse nur zwischen fünf und zehn Gesichtszüge zur Auswahl (natürlich jeweils für männliche und weibliche Charaktere) und auch die körperlichen Attribute lassen sich nicht wirklich frei bestimmen.

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Jeder Spieler kann zwischen acht tierischen Begleitern wählen. Wolf, Adler, Frettchen, Raubkatze, (Haus-)Katze, zwei Hunde und eine Art kleiner Dino stehen zur Verfügung. Diese Begleiter unterstützen den Spieler im Kampf, können Gegenstände tragen und sogar zum Verkaufen geschickt werden. Es gibt ein paar Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände speziell für Begleiter mit denen sie unter Anderem durch ihren eigenen Schaden ihren Besitzer Heilen oder Schaden zurückwerfen, der ihnen widerfährt.

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Was inzwischen bei vielen (MMO-)RPGs aus der Mode gekommen ist, wird in Torchlight 2 beibehalten: Der Spieler setzt bei jedem Levelaufstieg seine Statuswerte selbst und bekommt sie nicht vom Spiel vorgeschrieben. Dies ermöglicht sehr individuelle, aber auch experimentelle Skillungen. So kann man beispielsweise den Engineer trotz Fernkampf mit der Kanone auf Stärke und Vitalität skillen und trotzdem gute Erfolge erringen. Für Anfänger ist diese Individualität zwar eher unpraktisch, aber Fans des Genres dürften sich gerade händereibend die merkwürdigsten Skillungen überlegen. Dabei ist natürlich ein totaler Reinfall nicht ausgeschlossen.

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Des Weiteren bekommt der Spieler bei jedem Levelaufstieg auch einen Punkt, den er in einen neuen Skill in seinen Fähigkeitsbäumen investieren kann. Dabei werden mit steigendem Level immer mehr Zauber, Angriffe oder Beschwörungen freigeschaltet und die begrenzte Anzahl an Punkten hierfür muss wohlüberlegt verteilt werden, da höhergelevelte Fähigkeiten (alle 5 Fahigkeitsstufen) zusätzliche Bonuseffekte bekommen.

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Eine Besonderheit von Torchlight 2 ist wohl das Charge.System, welches für jede Klasse unterschiedliche Effekte im Laufe eines Kampfes bewirkt. Durch das Austeilen von Schaden wird eine Charge-Leiste gefüllt und kann je nach Klasse deren Fähigkeiten verstärken (Engineer), kurzzeitig die Manakosten entfernen (Embermage), die Chance auf Kritische Treffer extrem erhöhen (Berserker) oder Statuswerte verbessern (Outlander). Ob die Ladungen der Charge-Leiste des Engineers nun für stärkere Attacken oder ein stärkeres Schutzschild verwendet werden, oder der Embermage seine Zauber ohne Rücksicht auf den Manavorrat raushauen kann. Das Abstimmen der Fähigkeiten mit dem Füllstand der Charge-Leiste kann die Effektivität im Kampf stark beeinflussen.

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Durch eine sehr hohe Chance auf fallen-gelassene Gegenstände, wird das Inventar sehr schnell gefüllt, so dass man seinen Begleiter sehr häufig in die Stadt zum Verkaufen schicken muss. Allerdings hat man dadurch auch die Möglichkeit, öfters die Waffe zu wechseln, wenn einem der Sinn nach Abwechslung steht.

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Für Anfänger wie auch für Profis ist Torchlight 2 eine Herausforderungen und bietet dabei einen häufig vermissten Lan-Modus an. Die individuelle Status-Verteilung lässt viel Raum für Experimente und die vielen Fähigkeiten animieren dazu die gleiche Klasse auch mehrmals bis in hohe Level zu spielen, um verschiedene Spielweisen auszuprobieren. Doch auch noch soviel Spielspaß kann die schlechte Grafik nicht komplett aufwiegen und auch am Charakterdesign hätte man noch etwas feilen können, dennoch bekommt Torchlight 2 von uns folgende Bewertung:

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Quelle: PCMasters
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