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Multimedia Hardware Testbericht

Sound-to-go: Bang & Olufsen Beolit 12

Die warme Jahreszeit ist wieder angebrochen und die Meisten zieht es bei tollem Wetter nach draußen. Für Naturfreunde, die nebenbei auch gerne etwas Musik hören, gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, diese überall hin mitzunehmen. Man könnte einfach das Handy losdudeln lassen, oder greift zu ein Paar Kopfhörern. Da dies auf einer Grillparty mit mehreren Teilnehmern aber keine effektiven Lösungen sind, muss ein anderes Kaliber her!

Verschiedene Geräte, die ihre Betriebsspannung aus Akkus oder Batterien beziehen, bieten die Möglichkeit Signale eines MP3-Players zu verstärken. Um so ein Gerät soll es in diesem Test gehen. Dabei handelt es sich durchaus um den Maybach unter den mobilen Soundsystemen: Das Bang & Olufsen Beolit 12 Portable Music System.


Bang & Olufsen ist vielen ein Begriff für extravagante Schallwandler, Fernsehgeräte und anderer Lifestyle Artikel. Der dänische Hersteller, gegründet von Peter Bang und Svend Olufsen, stellt bereits seit 1925 Produkte in der Unterhaltungselektronik her. Schon frühe Radioapparate trugen den Namen „Beolit“ und so finden wir heute mit dem Beolit 12 die neuste Evolutionsstufe des einstigen Radios vor. Seit den 1950er Jahren bedient sich Bang & Olufsen des neutral zurückhaltenden, aber funktionellen Bauhaus Stils („weniger ist mehr“), sodass auch betagtere Geräte den heutigen Modellen stark ähneln. Technisch versucht man mit immer neuen Innovationen die Fachwelt aufzumischen, neue Maßstäbe zu setzen und bestehende Technologien auszureizen.
Doch zurück zu unserem Testgerät. Dieses trägt streng genommen den Markennamen „B&O Play“, welcher eine neue Sparte des Unternehmens bezeichnet, welche sich auf kompakte und mobile Geräte für den qualitätsbewussten Anwender konzentrieren soll. Es zeichnet sich hierbei eine Neigung zu Apple-kompatiblen Produkten ab, häufig wird AirPlay oder der Dock Connector mit angeboten.
Über die näheren technischen Features und natürlich den Klang gehen wir im folgenden Review etwas genauer ein.

Erster Eindruck & Verarbeitung Das Beolit 12 präsentiert sich uns in sehr minimalistischem Design – hauptsächlich besteht es aus einem dunkelgrauen Kunststoffkorpus, den ein Aluminium-Gitter umgibt. Als Akzent findet sich zudem ein schwarzer Trageriemen aus Leder an der Oberkante, welcher das Gerät diagonal überspannt. Kleine Details wie das B&O Logo an den Halteknöpfen des Tragegriffs und dezent eingebrachte Bedienelemente auf der Oberseite runden den optischen Eindruck ab. Im unteren Bereich des Quaders finden wir einige zusätzliche Elemente: Ein infrarot Sensor an der Vorderseite, ein Anschlussterminal mit USB Anschluss, Klinkenbuchse und Akkustand-Anzeige an der Seite, sowie einer Klappe auf der Rückseite, hinter der sich ein Kabelfach und Anschlüsse für das Ladekabel und Netzwerkkabel verbergen. Die Klappe lässt sich komfortabel über einen Druckhebel öffnen und schließen.


Wie für Bang & Olufsen üblich steht das Design der Funktionalität in nichts nach und so finden wir keinerlei optischen Schnickschnack und überflüssiges Material. Darüber hinaus ist die Verarbeitung des Beolit 12 auf sehr hohem Niveau, trotz des hohen Kunststoffanteils wirkt es äußerst stabil und erhaben, die Form wirkt wie aus einem Guss, es sind kaum Fugen zu sehen. Das breite Aluminium-Lochgitter wertet die Optik und Materialanmutung zusätzlich um ein gutes Stück auf. Zuletzt sorgt der Echtleder-Riemen für den gewissen Touch, der sich von der silbergrauen Oberfläche des Geräts abhebt.



Die Tasten, mit denen das Gerät primär bedient wird, sind vollständig im Deckel versenkt und berührungssensitiv ausgelegt. Sie dienen zusätzlich als Statusanzeige, indem verschiedene Leuchtfarben signalisieren, dass das Gerät eingeschaltet ist, oder wie es um den aktuellen Netzwerkstatus steht. Auch die Lautstärketasten sind während der Musikwiedergabe weiß beleuchtet. Alle berührungsempfindlichen Bedienelemente reagieren ohne merkliche Verzögerung, sodass wir das Gerät gut unter Kontrolle haben.



Über den Ladezustand des Akkus werden wir auf der rechten Seite am Anschlussterminal informiert, eine LED leuchtet grün bei vollem Akku, orange bei niedrigem und rot bei kritischem Ladezustand. In diesem Fall greifen wir zum mitgelieferten Netzkabel und schließen dieses hinter der rückwärtigen Klappe am dazugehörigen Anschluss an, führen das Kabel durch die vorhandene Öffnung und schließen es an einer Steckdose an. Praktischerweise kann während des Ladevorgangs die Klappe geschlossen werden. Auch an eine Zugentlastung des Kabels hat man gedacht, denn neben den Stromanschluss findet sich eine Klammer, unter der wir das Kabel entlangführen und fixieren können.


Man sieht also, dass die Detaillösungen Bang & Olufsen typisch sehr clever sind und auch das Design muss sich hinter ausgewachsenen Lautsprechern und weiteren Produkten der Marke nicht verstecken. Mit dem stabilen Trageriemen und dem insgesamt niedrigem Gewicht und Umfang hat das B&O Beolit 12 beste Voraussetzungen, um auf der nächsten Outdoor-Grillparty zum Einsatz zu kommen.
Weitere technische Daten:

Technische Daten
Abmessungen, Gewicht: 23 x 19 x 15 cm, 2,7 kg
Material: Lackierter Kunststoff, eloxiertes Aluminium
Stromverbrauch: Typisch (AirPlay + Aufladen): 12 W
Laden: 7 W
AirPlay: 6 W
Standby: 0,5 W
Akku: 8 h / 4 h Wiedergabedauer (ohne / mit AirPlay), Ladedauer: 8 h
Gehäusetyp: geschlossen
Frequenzbereich: 35,4 – 23.200 Hz
Leistungsverstärker: 1 x Bass: 60 W / 4 Ohm, Klasse D
2 x Mitten / Höhen: 30 W / 8 Ohm, Klasse D
Lautsprecher: 1 x 4“ Tieftöner, 2 x 2“ Full-Range
Anschlüsse: 1 x USB für iOS Geräte (1000 mA Ladestrom möglich)
1 x Line-In
1 x Ethernet 10/100 Mb/s
WLAN
Funktionen: Apple AirPlay, Netzwerkfähigkeit, WLAN 802.11 b/g, Audio über Klinke
Zubehör: Netzkabel, 0,5 m Klinke-Audiokabel, Bedienungsanleitung
Inbetriebnahme & WLAN Setup Da das Bang & Olufsen Beolit 12 über verschiedene Wege verfügt um Musik abzuspielen, ist der Anschluss eines MP3 Players nicht sehr aufwändig. Hierzu bedienen wir uns kurzerhand des mitgelieferten Klinkenkabels und können nach Betätigung des Power-Buttons sofort Musik abspielen. Falls das Gerät mit mehreren Klangquellen zur selben Zeit beliefert wird, hat immer der Anschluss mit der höchsten Priorität Vorrang: An erster Stelle steht AirPlay, es folgen USB und Line-In in der Rangabfolge. So wird sichergestellt, dass nicht mehrere Klangquellen vermischt werden. Dem DJ mag sowas sehr dienlich sein, bei einer reinen Wiedergabe-Box möchte man es aber möglichst vermeiden, um eine klare Trennung zwischen den Inputs zu haben.
Als nächstes probieren wir den USB-Anschluss des Geräts aus und schließen unseren iPod Touch 4G via Dock-Kabel am Beolit 12 an. Nach kurzer Bedenkzeit des iPods wird uns die erfolgreiche Verbindung mit einem Signalton bestätigt und wir sehen das Batteriesymbol auf dem Display, was uns zeigt, dass der iPod nun auch geladen wird. Außerdem taucht kurz ein Lautsprechersymbol auf, wonach ein externes Wiedergabegerät am Dock erkannt wurde, über dies künftig Musik abgespielt wird. Tatsächlich ertönen auch sofort alle Geräusche aus dem Klangkubus. Leider hatten wir keine Fernbedienung für das Beolit 12 zur Verfügung, sodass wir nicht ausprobieren konnten, ob sich ein iPod auch darüber steuern ließe. Laut Bedienungsanleitung kann eine Beo4 oder Beo6 Fernbedienung von Bang & Olufsen für das Gerät verwendet werden, aber über die iPod Funktionalität derselben schweigt das Manual leider.

Der Anschluss mit der höchsten Priorität ist aber die drahtlose AirPlay-Funktion, die wir nun ausprobieren wollen. Dies erfordert zunächst ein kurzes Netzwerk-Setup. Damit wir fortan kabellos Musik abspielen können, müssen wir zunächst ein Ethernet-Kabel anschließen. Anschließend empfängt das Beolit 12 eine IP von unserem Router, unter der wir das Setup Menü im Browser erreichen. Zwar findet sich in der Bedienungsanleitung eine feste IP, allerdings bekam unser Testgerät im Netzwerk via DHCP eine neue zugewiesen. Dort legen wir nun fest, welche WLAN SSID zu uns gehört und unter der wir uns künftig im Netzwerk anmelden. Nachdem das Passwort eingetragen und die Einstellungen bestätigt wurden, können wir das Kabel trennen und das Gerät neu starten. Nach der erneuten Inbetriebnahme können wir den Netzwerk-Button drücken und nach kurzer Verbindungszeit wird das Beolit 12 automatisch im WLAN Netz als AirPlay-Gerät erkannt. Wir haben nun die Möglichkeit, in unserem iPod Touch den AirPlay-Button in der Musik-App zu betätigen und das Beolit 12 als Lautsprecher zu wählen. Wie bei AirPlay üblich, wird die Lautstärkesteuerung zwischen iPod und Lautsprecher synchronisiert, sodass wir das gesamte Lautstärkeband auch aus der Ferne abrufen können.

Letztendlich funktionieren alle drei angebotenen Verbindungen tadellos. Wenn wir unterwegs im Freien sind, müssen wir allerdings auf AirPlay verzichten, da hierfür ein WLAN Netz benötigt wird, über dessen Netzwerkschlüssel man verfügen muss. Hier bleibt uns noch die kabelgebundene Wiedergabe via Klinken- oder USB-Kabel. Gut hat uns gefallen, dass auf diese Weise verbundene Geräte direkt auf dem Deckel des Geräts deponiert werden können, welcher eine leicht schalenförmige Versenkung hat. Ein praktisches Detail, was dafür sorgt, dass uns der Player im Freien an seinem Platz bleibt.
Die Bedienung des Bang & Olufsen Beolit 12 geht sehr intuitiv vonstatten, lediglich für das AirPlay Setup mussten wir einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen. Alle Bedienelemente am Gerät sind größtenteils selbsterklärend und clevere Detaillösungen garantieren einen reibungslosen Umgang.
Klang Die Kernkompetenz eines Lautsprechers stellt bekanntermaßen sein Klang dar. Deshalb soll es in diesem Kapitel allein um die Einschätzung dieses Kriteriums gehen. Zuvor sei erwähnt, dass wir nicht unter „Laborbedingungen“ testen, also keine Messgeräte und normierte Testkammern für den Klangtest verwenden. Dafür fehlen uns schlichtweg die Mittel. Vielmehr versuchen wir, eine nüchterne Klangbeurteilung vorzunehmen und unsere Eindrücke möglichst verständlich und nachvollziehbar zu schildern. Klangbeurteilung ist auch immer eine subjektive Angelegenheit, denn jeder empfindet Klang anders. Trotzdem versuchen wir qualitative Aspekte möglichst genau und kritisch zu erfassen, um eine brauchbare Beschreibung für den Leser abzuliefern.
Erster Klangeindruck zum Bang & Olufsen Beolit 12: Wow. Solch einen Sound haben wir aus einem derart kompakten Gerät keinesfalls vermutet. Es bietet sich uns ein großartiges Klangspektrum mit erstaunlicher Tiefe und Detailverliebtheit.


Wie immer wollen wir auf verschiedene Frequenzregionen genauer eingehen, typischerweise auf Bässe, Höhen und Mitten. Die Basswiedergabe zeichnet sich durch wohldosierte Lautstärke aus. Nie hatten wir das Gefühl, vom Bass erdrückt zu werden, noch fehlte er gänzlich. Darüber hinaus spielt er erstaunlich tief und klingt angenehm trocken, was für ein Gerät dieser Baugröße eine erstaunliche Leistung ist. Auch bei höherer Lautstärke hat der Bass keine Probleme und bleibt stets präsent und pegelfest. Zwischen ganz tiefen und höheren Bässen ist das Beolit 12 sehr gut ausbalanciert, womit das Musikhören insgesamt sehr angenehm ausfällt.
An den Höhen, welche für Brillanz und die Echtheit in Stimmen sorgen, gibt es nichts zu meckern. Jedes noch so kleine Detail ist zu hören, trotzdem ist der Sound an keiner Stelle überspitzt oder scheppernd, die Hochtöner leisten hervorragende Arbeit. Egal ob Stimmen, Schlagzeugbecken oder schnarrende Gitarrensaiten, jedes Instrument lässt sich einwandfrei identifizieren.
Die mittlere Frequenzregion ist nicht gerade unkritisch. An ihr scheitern viele kompakte Lautsprecher aufgrund des kleinen Volumens. Aber auch hier weiß das Beolit 12 zu begeistern: Akustische Instrumente büßen nichts von ihrem Klangvolumen ein und erlangen eine ungeahnte Tiefe. Egal ob Klavier, Gitarre, Violinen, Trompeten, oder die menschliche Stimme – alles wird so druckvoll wiedergegeben, wie wir es sonst nur von Standlautsprechern kannten. Die Bühnenabbildung erreicht dieses Niveau nicht ganz, was aber durchaus zu entschuldigen ist. Im Vergleich zu anderen kompakten Lautsprechersystemen gelingt es dem Beolit 12 schon um einige Klassen besser, eine räumliche Tiefenabbildung zu zaubern. Ebenso wenig stellt die dynamische Musikwiedergabe eine Schwierigkeit für unser Testgerät dar – wenn wie bei der „Summertime“-Interpretation vom Ray Brown Trio das Klavier mal flüsterleise und anschließend wieder mit voller Kraft spielt, wird uns das beeindruckend realistisch vermittelt. Dynamische Akustikgitarren-Soli im Django Reinhardt Stil vom Rosenberg Trio? – Für das Beolit 12 keine Herausforderung.


Was soll man zur Klangbeurteilung über ein Gerät sagen, dass uns einen nahezu perfekten Sound liefert? Mehr als Lobeshymnen fallen uns dazu nicht ein. Festhalten möchten wir aber, dass teurere Stereo-Standboxen natürlich in einer anderen Liga spielen als unser kompakter, quaderförmiger Kompagnon. Nichts desto trotz offenbart dieser Vergleich, dass das Bang & Olufsen Beolit 12 verdammt nah an diesem Klangbild dran ist. Durch die sehr erwachsene Tiefen- und Mittenwiedergabe gelingt dem Kandidaten die Darstellung eines unglaublichen Klangvolumens. Die absolut präzisen Höhen geben ihren Rest dazu. Fazit Nach den in diesem Review erlebten Eindrücken fällt es schwer, ein zusammenfassendes Fazit zum Bang & Olufsen Beolit 12 zusammenzutragen. Am liebsten möchten wir noch einmal jedes noch so tolle Feature betonen, was ein Fazit allerdings zweckentfremden würde.
Halten wir fest, dass es sich um ein Produkt für die mobile Klangwiedergabe handelt, um eine erste Einordnung vorzunehmen. Für derzeit 699 Euro, was natürlich ein stattlicher Preis ist, erhält man es nur bei ausgewählten Handelspartnern oder bei Bang & Olufsen selbst. Kann ein „Freizeitgerät“ also das bieten, was diese Investition rechtfertigen würde? Wir sagen ja!


Zunächst bringt das Beolit 12 alles mit, was man für den mobilen Einsatz braucht: Einen modernen, integrierten Akku, der lästiges Batterien-Nachfüllen  erspart, vielfältige Anschlussmöglichkeiten für mobile Quellengeräte, niedriges Gewicht und kompakte Maße, einfache Bedienung, einen schier unglaublichen Klang und viele pfiffige Details, die das Handling erleichtern. Mit der integrierten AirPlay-Funktion taugt das Gerät darüber hinaus auch als stationärer Audioplayer zu Hause.
Hochwertig anmutende Materialien, stilbewusstes Äußeres und erstklassige Verarbeitung bringen dem Beolit 12 zudem Höchstwertungen in der B-Note ein.
Der Klang des mobilen Lautsprechers ist mit Worten kaum zu beschreiben – kurz gesagt schafft es das Beolit 12 trotz geringer Größe auch HiFi-Ansprüche zu befriedigen. Es zaubert ein Klangbild hervor, das um ein Vielfaches größer ist, als die tatsächlichen Dimensionen es je vermuten ließen. Nie wieder muss man mit diesem Gerät den hochwertigen Klanggenuss unterwegs vermissen.
Wir möchten dem Bang & Olufsen Beolit 12 aufgrund des innovativen Gesamtkonzepts, welches sich aus den praktischen Features und den tollen Details zusammensetzt daher unseren PCMasters.de Innovations-Award verleihen:


Eine Empfehlung ist das Gerät allemal, wir entschieden uns aber für einen Innovations-Award, weil wir einen derart guten Klang aus einem mobilen Gerät mit Akku in dieser Form noch nie gehört haben.
Wir möchten uns zum Schluss bei der Vademecom AG und Bang & Olufsen für die freundliche Bereitstellung des Testgeräts bedanken.
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