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EKL Alpenföhn Brocken 2 - Die nächste Generation im Test

Vor einigen Jahren, als man sich beim Unternehmen EKL mit der Marke Alpenföhn für den Einstieg in den Endverbrauchermarkt entschloss, war sich keiner so richtig sicher ob die außergewöhnliche Namensgebung im Verbund mit leistungsstarken CPU-Kühlern zu Kampfpreisen den erhofften Erfolg bringt. Heute kann man mit Gewissheit sagen, dass diese mittlerweile gereifte Marke einen festen Stand auf dem Markt hat und die Produkte im Einzelhandel wie warme Semmeln über die Theke wandern.

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Grund genug für uns einem weiten Kandidaten aus dem Allgäu auf den Zahn zu fühlen, sodass wir uns im heutigen Bericht mit dem Brocken 2 von Alpenföhn auseinandersetzen.

EKL Alpenföhn Brocken 2 Kühlkörper

Technische Daten (Herstellerangaben)
Maße Lüfter (D x T) 140x25 mm
Lagerart HD-Lager
Betriebsspannung 12 V
max. Leistungsaufnahme k.A.
max. Umdrehungen pro min 1.100 U/min
max. Luftdurchsatz 109 m³/h
max. Lautstärkeentwicklung k.A.
Maße Kühler (LxBxH) 146 x 100 x 165 mm
Kühlkörpermaterial Cu/Al
Befestigung Universal - Schrauben
Gesamtgewicht 842 g
Besonderheiten asymmetrisches Design

Beim Brocken 2 handelt es sich um die konsequente Weiterentwicklung des Brockens der ersten Generation, welcher im Jahre 2009 den Markt aufmischte und der Marke Alpenföhn nachhaltig zum Erfolg verhalf. Damit steht schon vor der ersten Sinnesreizung der eigenen Optik fest, dass es sich um einen Towerkühler handeln muss. Doch wo liegen die Verbesserungen im Vergleich zum Urprodukt? Beginnen wir mit dem Lieferumfang und dem enthaltenen Zubehör, welches dieser Kühler mit sich bringt:

  • 1x Kühlkörper
  • 140mm PWM Lüfter Wing Boost 2
  • Halteklammern für zwei Lüfter
  • Gummipuffer für Lüfter
  • Befestigungsmaterial für AMD- und Intel-Systeme
  • Wärmeleitpaste und Installationsanleitung

Grundsätzlich wird also alles nötige mitgeliefert. Das auf weiteres Zubehör verzichtet wurde um den aktuellen Einzelhandelspreis von 41,90€ (Stand: 08.10.2015) nicht unnötig in die Höhe zu treiben, ist löblich. Schließlich bleibt ein Großteil des Lieferumfangs oftmals in der Verpackung liegen. Die Kompatibilität schließt folgende Sockel mit ein: 2011, 2011-v3, 1366, 115x (Skylake kompatibel), 775, AM3(+), AM3, AM2(+), AM2 sowie FM1. Der Kühlkörper bietet neben 5 vernickelten Kupferheatpipes ein asymmetrisches Design, welches die Nutzung aller RAM-Steckplätze begünstigt. Gegenüber der ersten Generation hat der Brocken 2 somit eine Heatpipe mehr. Der Durchmesser beträgt nun allerdings statt 8 mm nur noch 6 mm. Welches Packet aus Pipes (4x8mm oder 5x6mm) eine bessere Gesamtleistung erzielt, hängt aber maßgeblich von der Verarbeitung ab. Bei den Kühllamellen setzt EKL auch bei diesem CPU-Kühler auf Aluminium und ebnet damit den Weg für ein gutes Preisleistungsverhältnis. Mit dem angewandten Doppel-Radiator Design entwickelt man den klobigen Vorgänger weiter und verlässt den Trend vergangener Tage. Optisch führt dieses Design auf jeden Fall zu einer deutlichen Aufwertung.

EKL Alpenföhn Brocken 2 Kühlkörper Bodenplatte

Der Kühler kommt „ohne“ Bodenplatte aus. Somit sitzen die Heatpipes direkt auf der CPU auf. Für eine gute Oberflächenbeschaffenheit und einen geringen thermischen Übergangswiderstand sind die Pipes plan gefräst. Bei EKL wird dieser Aufbau als „Gapless H.D.T.- Technologie“ bezeichnet. Augenscheinlich ist die Kontaktfläche wirklich sehr eben und hat nur minimale Lücken zwischen Pipes und Aluminiumrahmen. Die großen Abstände zwischen den Heatpipes sind damit Geschichte. Auch wenn die bessere Verarbeitungsqualität an dieser Stelle teilweise auf die neue Heatpipe-Bestückung zurückgeführt werden kann, scheint es als wurde das Fertigungsverfahren optimiert.

Der beiliegende Wing Boost 2 Axiallüfter hat einen Durchmesser von 140mm und bietet laut EKL Verbesserungen im Bereich „Volumenstrom und statischem Druck“ gegenüber dem Vorgängermodell. Dieser Fortschritt soll durch eine optimierte Flügelgeometrie der einzelnen Rotorblätter gelungen sein. Im ersten Moment hört sich diese Maßnahme interessant an, wenngleich Änderungen der Rotorblattgeometrie i.d.R. keine Meilensteine versetzen und ein höherer statischer Druck durch die verlängerten Rotorblätter zu Lasten des Volumenstroms geht. In der Praxis sind derartige Verbesserungen nur schwer nachzuweisen und oftmals lediglich geschicktes Marketing. Allerdings sind der vergrößerte Rotordurchmesser sowie die abgesenkte Drehzahl durchaus positive Argumente für den Wing Boost 2. Denn eine möglichst geringe Geräuschkulisse ist heute mehr denn je Pflicht statt Kür und da kommt eine reduzierte Drehzahl genau richtig, wenn man die verlorene Leistung an anderer Stelle kompensieren kann.

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Messaufbau


Der Messaufbau sowie der genau Ablauf der Messung wurde im Artikel "CPU-Kühler Testverfahren" dokumentiert.


Wahrnehmung des Schalldruckpegels
Sektor Schalldruckpegel Subjektive Wahrnehmung
I unter 35 dB(A) "lautlos"
II 35 dB(A) - 40 dB(A) kaum wahrnehmbar
III 40 dB(A) - 45 dB(A) sehr leise (Geflüster)
IV 45 dB(A) - 50 dB(A) hörbar (aber nicht störend)
V 50 dB(A) - 55 dB(A) hörbar (u.U. störend)
VI 55 dB(A) - 60 dB(A) deutlich hörbar
VII 60 dB(A) - 65 dB(A) laut
VIII über 65 dB(A) sehr laut

EKL Alpenföhn Brocken 2 Leistungsvergleich

EKL Alpenföhn Brocken 2 Messwerte
Betreibsspannung 5V 6V 7V 8V 9V 10V 11V 12V
Thermischer Widerstand [K/W] 0,370 0,264 0,217 0,196 0,183 0,175 0,169 0,164
Schalldruckpegel [dB(A)] 31,1 33,5 37,3 38,2 40,2 42,0 43,9 45,6
Leistungsaufnahme [W] 0,15 0,22 0,32 0,44 0,55 0,67 0,77 0,90
Lüfterdrahzahl [U/min] 351 504 648 762 855 945 1020 1101
Lüfteranlaufspannung [V] 4,2
Gewicht [g] mit Lüfter: 840 ohne Lüfter: 672

Fazit


EKL-Alpenfoehn-Brocken-2-83 EKL hat mit dem Alpenföhn Brocken 2 einen würdigen Nachfolger geschaffen, welcher nachweislich durch zahlreiche konstruktive Änderungen ein gesundes Plus an Mehrleistung gegenüber seinem Vorgänger mitbringt. Angefangen bei einer zusätzlichen Heatpipe über ein neues Design des Kühlkörpers bis hin zu einem größeren Axiallüfter mit 140 mm Durchmesser und extra langen Rotorblättern sind dies nur die groben Änderungen, die dem Brocken in der zweiten Generation auch eine stark veränderte Optik verleihen. Der minimale thermische Widerstand beträgt nun 0,164 K/W. Dies ist in Anbetracht des deutlich gesenkten Schalldruckpegels von maximal 45,6 dBA jedoch ein guter Wert. Bedenkt man weiterhin, dass der Kühlkörper keine separate Kupferbodenplatte hat, sondern auf die etwas weniger leistungsstarke Gapless H.D.T.-Technologie setzt und der Kühler nur mit einem Lüfter ausgestattet ist, muss man anerkennen, dass die „innere Qualität“ der äußeren Verarbeitung in nichts nachsteht und absolut überzeugt.

Über eine große Bandbreite der Rotordrehzahl kann sich der Brocken 2 somit deutlich vom Brocken der ersten Generation absetzten. Lediglich bei einer kleinen Drehzahl von unter 700 U/min reicht der Volumenstrom nicht mehr aus, sodass der Kühlkörper die Wärmeenergie nur noch schlecht abgeben kann. Dieser Betriebspunkt wird bei entsprechender Wärmeverlustleistung der CPU in der Praxis jedoch nicht erreicht. Die Kontaktfläche zur CPU ist auch dank der schmaleren Heatpipes nochmals besser verarbeitet, sodass die Übergänge zwischen Aluminiumrahmen und Kupferheatpipes besser beschaffen sind, als wie man es bei dieser Technik gewohnt ist. Wer einen leisen und zugleich preiswerten CPU-Kühler für den konventionellen Betrieb sucht, ist mit dem Alpenföhn Brocken 2 gut beraten. Der aktuelle Einzelhandelspreis beträgt 41,90 Euro (08.10.2015).

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