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Festplatte G-DRIVE ev ATC mit Thunderbolt im Test

Externe Festplatten sind heutzutage deutlich stabiler gegen physische Einwirkungen, als noch vor ein paar Jahren. Es gibt 2,5 Zoll Platten, die optimal für unterwegs sind und 3,5 Zoll Platten, welche eher stationär eingesetzt werden. Die Speicherkapazität steigt, der Preis geht langsam bergab und die Platten werden immer schneller. Auf Reisen nehme ich meist meinen Laptop mit. Als Fotograf hat man nunmal Unmengen an Daten, die es zu katalogisieren gilt. Auch externe Festplatten zur Datensicherung sind immer dabei. Ich sichere lieber doppelt und dreifach. Die Ausrüstung muss dabei einiges aushalten. Doch speziell Festplatten sind immer wieder Fehleranfällig. Von außen vielleicht stabil, rotieren im Inneren trotzdem noch mehrere Scheiben (SSD ausgenommen) und ein Schreib-/Lesekopf. So gut man es versucht, das Wetter kann man nicht einplanen und gerade Staub oder Feuchtigkeit bringen solche empfindlichen Teile schnell ins Grab. Doch es gibt auch geschützte Festplattengehäuse.

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G-DRIVE ev ATC mit Thunderbolt

G-Technology hat mir zum Testen jetzt eine „G-Drive ev ATC“ geschickt. Im Prinzip eine normale 2,5 Zoll Festplatte, welche mit einem dichten Gehäuse ausgestattet wurde. Damit erreicht sie etwa die Größe einer 3,5 Zoll Platte, ist dafür aber Staub- und Wassergeschützt, soll Stöße problemlos überstehen und sogar im Wasser schwimmen. Lasst uns einen genaueren Blick drauf werfen.

An dieser Stelle geht ein Dank an G-Technology und Atomic für die problemlose Bereitstellung des Samples.

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Wie bereits erwähnt, ist die „G-Drive ev ATC“ ungefähr so groß wie eine 3,5 Zoll Festplatte. Das Gehäuse, welches vor vielen Gefahren schützen soll, macht die Platte dabei so wuchtig. Wir erkennen den berühmt berüchtigten Pfeil und sehen sofort, dass es sich um ein Thunderbolt Produkt handelt. Das Gehäuse macht einen fertigen Eindruck. Für eine Mischung aus Schwarz und Blau, mit einem grauen G auf der Front, hat sich der Hersteller hier entschieden. So ist die Festplatte wenigstens nicht ganz unsichtbar und kann schnell gefunden werden. An der einen Längsseite befindet sich der Thunderbolt-Stecker. Besonders hilfreich ist hier, dass er eingelassen und mit einer Gummikappe geschützt ist. Auch das circa 29 cm lange Kabel liegt in einer Nut und schaut nicht hervor. Ein paar Zentimeter mehr an Kabel wären aber nicht schlecht gewesen. Auf der anderen Seite ist die Öffnung für die Schutzhülle. Somit ist es ein Klacks, die interne 2,5 Zoll Festplatte herauszuziehen, denn diese ist nur eingesteckt und wird per Serial-ATA automatisch beim Einstecken verbunden. Im Inneren findet sich die „G-Drive ev RAW“ mit USB 3 Anschluss, die sich dann auch problemlos an ein G-Dock betreiben lässt. Später ins Case wieder reingeschoben und schon ist die Platte wieder für unterwegs einsatzbereit. Eine kleine schwarze Pappbox beinhaltet auch noch etwas Zubehör. Neben einigen Informationen zur Festplatte und zum Verwendungszweck liegt auch ein USB 3 Kabel und ein eingeschränkter Garantiehinweis (3 Jahre) bei. Somit benötigt man kein weiteres Kabel und kann die Festplatte mit oder ohne Schutzhülle jederzeit in Betrieb nehmen. Außerdem liegen 3 weiße Aufkleber mit in der Box, dessen Verwendungszweck nicht ganz eindeutig ist.

G-DRIVE ev ATC mit Thunderbolt

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Der Thunderbolt-Anschluss soll sehr schnelle Übertragungsraten bieten. Der Hersteller spricht hier von bis zu 136 MB/s. Wir haben den Test gemacht und wollten wissen, ob die „G-Drive ev ATC“ wirklich so schnell ist. Ist die interne USB 3 Platte auch so schnell? Wie ist die Geschwindigkeit im Vergleich zu einer G-Drive slim, einer Western Digital Elements und einer Transcenc StoreJet? Als erstes müssen wir erwähnen, dass die Festplatte bereits im HFS+-Format vorformatiert ist. Das freut uns Mac-User natürlich, zumal auch gleich das Festplatten-Icon hinterlegt ist. Windows-Nutzer müssen die Festplatte dann entsprechend umformatieren. G-Technology verbaut bei der „G-Drive ev ATC“, wie auch bei ihren anderen Produkten, hochwertige HGST-Laufwerke. Mit dem Programm „Blackmagic Disk Speed Test“ haben wir alle Festplatten dem 1GB Stress Test ausgesetzt. Das Ergebnis ist überraschend. G-Technology hat „nicht“ getrickst mit dem Speed. Circa 130-150 MB/s schafft der Thunderbolt-Anschluss im Schreiben und 140-160 MB/s im Lesen. Das ist ein sehr guter Wert. Entfernt man das Gehäuse und schließt die Platte per USB 3 an, bekommt man ebenfalls fast gleiche Werte. Die „G-Drive slim“ besitzt ebenfalls einen USB 3 Anschluss. Diese kommt allerdings nur auf circa 80-100 MB/s lesen und schreiben. Als nächstes haben wir noch eine „Western Digital Elements“ dazu genommen. Diese erreicht aber ähnliche Werte (ebenfalls USB 3) wie die „G-Drive slim“. Zwischen 80-100 MB/s regelt sie sich ein. Der letzte Testkandidat in unser Reihe ist die Transcenc StoreJet. Auch dieser wird per USB 3 verbunden und erreicht ebenfalls vergleichbare Werte. Mit 90-110 MB/s ist sie minimal flinker als die beiden vorhergehenden. Dies sind allerdings nur Zahlen. Was macht das ganze jetzt in der Praxis aus? Wir haben eine 1,2 GB Testdatei auf jede Platte kopiert und dabei die Zeit gemessen. Die „G-Drive ev ATC“ schafft alles in 8,3 Sek, egal ob Thunderbolt oder USB 3. Die kleinere G-Drive slim brauch schon 12,8 Sek dafür, Western Digitals Elements benötigt ganze 28,7 Sek und die Transcenc StoreJEt meistert die Sache in 11,3 Sek. Es ist also schon ein ziemlicher Unterschied ob man jetzt mit ca. 140 MB/s schreibt oder „nur“ mit ca. 90 MB/s. Doch warum ist USB 3 gleich schnell wie Thunderbolt. Sollte Thunderbolt nicht viel schneller sein? Theoretisch ja, aber hier gibt es limitierte Faktoren. Eigentlich kann Thunderbolt 10 GBit/s und USB 3 „nur“ 5 GBit/s. Die Festplatte limitiert aber zum Beispiel und so kommen am Ende dann auch nur die gemessenen Werte heraus, die aber schon sehr gut sind für externe Festplatten.

Wir wollen uns jetzt nochmal dem Sicherheitsschutz zuwenden. Bei einem Fall aus bis zu 2 Metern Höhe soll die „G-Drive ev ATC“ stoßfest sein. Wir haben dies getestet und die Platte 2x im Wohnzimmer fallen gelassen und 1x draußen im Dreck. Die Platte wurde danach angesteckt und einwandfrei erkannt. Auf einen Freifall direkt auf Stein haben wir verzichtet. Zwar ist das Gehäuse sehr stabil und die Platte sollte das locker wegstecken können, aber wir müssen ja nichts erzwingen und gehen lieber auf Nummer sicher.

Dann soll die Festplatte ja auch noch wasserfest sein und sogar schwimmen können. Auch dies wollten wir unbedingt ausprobieren, aber auch hier kann die „G-Drive ev ATC“ überzeugen. Sie schwimmt tatsächlich und ist circa 10 cm unter Wasser dicht. Der Hersteller gibt hier die Vorgabe, dass die Platte in bis zu 30 cm tiefes Wasser 30 Sekunden dicht ist. Somit erfüllt die „G-Drive ev ATC“ alle Punkte, mit denen sie auch auf der Verpackung wirbt.

G-DRIVE ev ATC mit Thunderbolt

Testplatten Blackmagic - Schreiben Blackmagic - Lesen Zeit für Testdatei
G-Drive ev ATC mit Thunderbolt 130-150 MB/s 140-160 MB/s 8,3 Sek
G-Drive ev ATC mit USB 3 130-150 MB/s 140-160 MB/s 8,3 Sek
G-Drive slim 80-100 MB/s 80-100 MB/s 12,8 Sek
Western Digital Elements 80-100 MB/s 80-100 MB/s 28,7 Sek
Transcenc StoreJet 90-110 MB/s 90-110 MB/s 11,3 Sek
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Alles in allem können wir G-Technology für die „G-Drive ev ATC“ ein großes Lob aussprechen. Der Nutzer bekommt nicht nur eine schnelle Festplatte, sondern auch ein vielseitiges Gehäuse mit in die Hand, welches vor Gefahren schützt. Auf Reisen oder unter harten Bedingungen so perfekt geschützt, lässt sich die USB-Platte „G-Drive ev RAW“ auch problemlos in sein heimisches G-Dock schieben. Ganz einfach, ohne Werkzeug. Das macht sie dazu noch vielseitig genug, über die normale Anwendung drüber hinaus zu gehen. Das die Thunderbolt-Schnittstelle schon immer etwas teurer ist weiß man und dies macht sich natürlich auch hier bemerkbar. Immerhin muss der Kunde circa 240 € auf den Tisch legen. Dafür bekommt er zwar eine Platte mit Speed und Schutz, aber leider auch nur eine Speicherkapazität von 1 TB. Und heutzutage ist 1 TB leider nicht mehr zu viel. Wem der Preis zu hoch ist und wer aber nicht auf das Gehäuse verzichten will, kann auch zur reinen USB 3 Variante greifen (ohne Thunderbolt dann). Diese ist etwas preiswerter und nach den Messergebnissen im Praxis-Teil (Thunderbolt vs. USB 3) dürfte der Speed in etwa gleich schnell sein. Da USB 3 natürlich deutlich häufiger vertreten ist, wäre dies unsere Empfehlung für alle, die maximalen Schutz für ihre Festplatte wollen. Alle anderen können auch zur normalen „G-Drive ev RAW“ greifen, die gleich schnell ist und auch eine leichte kleine Gummi-Schutzhülle mitbringt. Zwar hat man dann kein Wasserschutz aber immerhin ist sie stoßfest. Für noch kleineres Geld können wir übrigens auch die Transcenc StoreJet empfehlen. Hier bekommt man für ca. 120 € bereits eine 2 TB USB 3 Platte, die zudem noch dank eines Gummigehäuses und Dämpfers stoßfest ist.

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