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Toshiba AT300-101: Quad-Core-Power auf 10 Zoll

Der Tablet Markt boomt, immer noch. Nach dem Siegeszug des iPads und der Samsung Galaxy Tabs kommen immer mehr Konkurrenten auf den Markt. Toshiba will mit dem AT300 ein weiteres Tablet in den Oberklasse-Sektor einführen. 10 Zoll Touchscreen, Tegra 3 Quad-Core-Prozessor und Android 4.0 sind nicht außergewöhnlich, machen aber Hoffnung auf ein gelungenes Gesamtpaket. Während wir im 7 Zoll Sektor einer ausgewachsenen Tiefstpreis-Schlacht durch die Google und Amazon Geräte begegnen, bewegen sich die Preise im 10 Zoll Markt noch auf einem deutlich höheren Level. Mit unter 400 € Einstiegspreis liegt das Toshiba AT300 damit gut im Rennen. Ein Grund mehr, sich dem AT300 einmal anzunehmen, um zu sehen wie es sich im Alltag schlägt.

 

Toshiba AT300-101 Datenblatt
Bildschirm 10,1 Zoll LCD
Auflösung 1280 x 800 Pixel
Prozessor 4 x 1,3 GHz NVIDIA Tegra 3
Arbeitsspeicher 1 GB
Speicher 16 GB
Akku 6600 mAh

 

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Toshiba für das AT300 Testmuster. <h1>Design und Verarbeitung</h1> Das Toshiba AT300 macht auf den ersten Blick einen schicken Eindruck. Großer Bildschirm, verspiegelter schwarzer Rahmen auf der Vorderseite und silbernes Gehäuse. Ein Rezept, das schon oft funktioniert hat. Die Rückseite ist in Metall-Optik gehalten und hat noch einen abgesetzten glatten Bereich an Oberseite, in dem die Kamera untergebracht ist. Der Rahmen ist ebenfalls in Metall-Optik gehalten und beherbergt Tasten, Anschlüsse und Lautsprecher. Im Detail finden wir auf der linken Seite eine Power-Taste, die Lautstärke-Wippe und eine sogenannte Multifunktionstaste. Auf der rechten Seite finden wir eine Klinkenbuchse, einen HDMI-Ausgang, einen microUSB-Anschluss und auf der Unterseite einen Ladeanschluss. Rechts und links an der Unterseite ist außerdem jeweils eine Lautsprecher-Öffnung platziert. <p style="text-align: center;"> </p> <table style="width: 100%;" border="0"> <tbody> <tr> <td></td> <td> <p></p> </td> </tr> <tr> <td></td> <td></td> </tr> </tbody> </table>

So weit, so gut. Nach dem ersten Betrachten kann das edle Design durchweg gefallen. Der Teufel sitzt aber leider im Detail. Größtes Manko ist wohl die Rückseite. Eigentlich hatten wir uns auf ein Aluminium-Gehäuse gefreut, was sowohl die Spezifikation als auch die Optik verspricht. Doch nach der ersten Inbetriebnahme waren wir erst einmal stutzig und mussten uns noch einmal erkundigen, um für Gewissheit zu sorgen. Die Rückseite ist tatsächlich aus Aluminium, doch mit einem Kunststoff überzogen. Zwar verkratzt die Rückseite dadurch nicht so schnell und das Material ist recht angenehm anzufassen. Allerdings verliert das Tablet so beim rein subjektiven Eindruck massig in Punkto Wertigkeit, schade. Eine “echte” Aluminium-Rückseite würde wertiger, robuster und schöner wirken.

Kaum spürbar, aber im Licht erkennbar: Die Rückseite lässt sich minimal eindrücken. Während die Spaltmaße zwischen Rahmen und der Rückseite zwar wahrnehmbar, aber noch nicht störend sind, erweist sich die Front bei genauerem Hinsehen als größerer Patzer. Zwischen dem Rahmen und der Glasoberfläche, ist noch ein weiterer dünner Rahmen eingesetzt. Dieser besitzt nicht nur deutliche Spaltmaße, die natürlich eher auffallen als auf der Rückseite, sondern er steht auch teilweise etwas hervor. Im Licht betrachtet verändert sich das vermeintlich schwarze Material eher in ein dreckiges Grau mit helleren Partikeln darin. <p style="text-align: center;"> </p> <table style="width: 100%;" border="0"> <tbody> <tr> <td></td> <td></td> </tr> <tr> <td></td> <td></td> </tr> </tbody> </table> <p style="text-align: center;"> </p> Positiv bleibt dabei das geringe Gewicht des AT300. Mit 586 Gramm und dem 9,1 Millimeter dünnen Gehäuse macht es wieder einige Punkte gut - auch wenn der Rahmen um das Display etwas dünner sein könnte. Es bleibt recht handlich, egal ob in der Hand, auf dem Schoß, oder auf dem Tisch. Die Optik ist zwar noch etwas schicker als die Haptik des Tablets, das AT300 sticht aber trotzdem nicht aus der Masse heraus. Das 0815-Design mag gefallen, langweilen oder stören. Das kommt ganz auf die persönlichen Vorlieben an. Etwas mehr Eigenständigkeit im Design wäre aber unserer Meinung nach nicht verkehrt. Doch zwei Details findet man immerhin beim genaueren Hinschauen. Die Multifunktionstaste sperrt und entsperrt jederzeit die automatische Bilddrehung, dient als Tastensperre oder stellt das Tablet auf Stumm. Außerdem sitzt auf der rechten Seite noch ein größerer Schacht, in dem herkömmliche SD-Karten eingesetzt werden können.

Der Lieferumfang ist nicht gerade berauschend. Eine Schutztasche fehlt beispielsweise. Neben dem Tablet liegen eine Anleitung und das Ladekabel bei, die beide nicht wirklich überzeugen. Leider lässt sich das AT300 ausschließlich über den breiten Lade-Anschluss wieder aufladen, der Micro-USB-Port dient nur zur Datenübertragung. Als Docking-Anschluss wäre daran nichts auszusetzen, doch die inzwischen etablierten Micro-USB-Ladegeräte komplett zu verbannen ist schade. Zumal das Toshiba Ladegerät nicht gerade schön und überdimensioniert ist. Zweiter Punkt ist die Bedienungsanleitung. Normalerweise würdigt man dieser zugegeben kaum einen Blick, doch hatte es mich nach den ersten Minuten des Testens doch interessiert, wozu denn dieser ominöse Schieberegler gut ist. Da ich damals wohl eine etwas längere Leitung hatte, klappte ich tatsächlich die besagt Bedienungsanleitung auf, die den Regler nur als “Multifunktionstaste” deklariert. Dass dieser zu Steuerung der Bildschirmdrehung gut ist, mussten wir aber doch selbst herausfinden.

<h1>Display und Tastatur</h1> Viele Tastatur-Elemente gibt es Dank der On-Screen-Tasten von Android nicht mehr. Die Power-Taste und Lautstärke-Wippe besitzen einen angenehmen Druckpunkt, sind gut ertastbar und erreichbar. Nur der Schieberegler hat viel zu viel Spiel in seiner Schiene und klappert.



Besser sieht es da beim Display aus. Es ist 10,1 Zoll groß und bietet eine Auflösung von 1280 x 800 Pixel. Obwohl Toshiba kein IPS-Panel verwendet, kann das Modell überzeugen. Somit entsprechen die Eckdaten dem aktuellen Standard. Die Berührungsempfindlichkeit und Helligkeit des Touchscreens lassen kaum noch Wünsche offen. Bei der Auflösung gilt, wie bei allen ähnlichen Geräten: Sie ist ausreichend. Allerdings sieht man bei feinen Kurven, Ecken und Linien deutlich eine Treppchenbildung, die bei einer Pixeldichte von 150 dpi nicht vermeidbar ist. Eine höhere Auflösung hätte sicher nicht geschadet, ist aber auch nicht zwingend notwendig. Abgesehen davon sieht das LED-Display sehr gut aus. Das leicht spiegelnde Glas wird durch den guten Helligkeitswert ausgeglichen. Kontraste und Farben sehen sehr gut aus und können mit der Konkurrenz mithalten. Ebenso überzeugend ist die Blickwinkel-Stabilität. <h1>Menüführung und Bedienung</h1> Das Toshiba AT300 wird mit Android 4.0.3 ausgeliefert. Toshiba verzichtet dabei auf eine eigene Oberfläche, was mit Android 4 aber keine Schande ist. Mit dem roten Standard-Hintergrund macht das AT300 einen glamourösen Eindruck und hebt sich trotzdem etwas von der Masse ab. Vorhang auf! Der Frontkamera-Positionierung nach ist das AT300 für den Einsatz im Querformat gedacht, was bei der Displaygröße auch Sinn macht. Die gesamte Breite wird auf dem Homescreen aber nicht ausgenutzt, um auch das Drehen ins Hochformat zu ermöglichen. <p style="text-align: center;"> </p> <table style="width: 100%;" border="0"> <tbody> <tr> <td></td> <td></td> </tr> <tr> <td></td> <td></td> </tr> </tbody> </table>

Die vom Smartphone gewohnte Icon-Bar am unteren Bildschirm Rand sucht man vergebens. Auch die Statusbar ist vom oberen Bildschirmrand an den unteren rechten Rand gewandert. Links unten findet man derweil die On-Screen-Systemtasten. Der Tegra 3 Prozessor verrichtet einmal mehr im Toshiba AT300 seine Arbeit, hier mit einer Taktrate von 1,3 GHz. Dabei sorgt der Quad-Core-Prozessor mit potenter Grafikeinheit für genug Power, auch in anspruchsvollen Spielen. Für eine gute Standby-Zeit sorgt ein fünfter langsamer Prozessorkern. Leider hakt das AT300 trotzdem an manchen Stellen. Das mag primär an der Android Version liegen, ein Update auf Android 4.1 hat bislang auf allen Geräten einen Performance-Schub hervorgerufen. Wann ein Update verfügbar sein wird, ist aber nicht klar, nur dass es geplant ist. Abgesehen davon ist das AT300 aber in den meisten Situationen flink und reaktionsfreudig.

Statt eigener Oberfläche spendiert Toshiba dem AT300 ein paar zusätzliche Apps. Neben einem kleinen Office-Paket (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationstool), das nicht wirklich außergewöhnlich ist, sind ein sehr guter Dateibrowser, Evernote und Skitch an Bord. Für genügend weitere Apps ist im Play Store gesorgt. Allerdings war im Test das Spiel Asphalt 7: Heat nicht für das AT300 verfügbar, obwohl die Hardwarekombination alles andere als unüblich ist. Glücklicherweise haben wir sonst keine inkompatiblen Apps gefunden, die im Alltag fehlen würden.

Unseren Benchmark-Parcours hat das Toshiba T300 gut gemeistert. Wegen des langsameren Prozessor-Takts wird es aber vom HTC One X mit demselben Prozessor auf 1,5 GHz Taktrate, und dem Samsung Galaxy S3 mit Exynos 4412 Prozessor überholt. <p style="text-align: center;"> </p> <p style="text-align: center;"></p> <p style="text-align: center;"> </p> <p style="text-align: center;"></p> <p style="text-align: center;"> </p> <p style="text-align: center;"></p> <h1>Multimedia</h1> Wie üblich besitzt das AT300 zwei Kameras. Während die Frontkamera eine bescheidene, aber durchschnittliche Bildqualität liefert, ist die 5 MP Kamera auf der Rückseite eindeutig unterdurchschnittlich. Auch wenn Tablets alles andere als prädestiniert für ausschweifende Foto-Sessions sind, hätte eine etwas bessere Kamera sicher nicht geschadet. Vor allem das extreme Bildrauschen fällt schon aufdem Display des AT300 unangenehm auf.

Der integrierte Media-Player ist nicht unbedingt ein echter Mehrgewinn. Er erfüllt seinen Zweck zweifellos, doch ist die Bedienung nur um Musik zu hören etwas umständlich und das überladene Design passt nicht zum schlichten Android. Dafür integriert sich das Tablet über die Media-App in das Heimnetzwerk und kann sowohl Dateien bereitstellen, als auch von anderen Geräte abrufen. Für den anspruchsvollen Einsatz erhält die App Bestnoten. Für normalen Musikgenuss ist die Google Play Music App aber benutzerfreundlicher. <p style="text-align: center;"> </p> <table style="width: 100%;" border="0"> <tbody> <tr> <td></td> <td></td> </tr> <tr> <td></td> <td></td> </tr> </tbody> </table>

Dem Filmgenuss steht aber nichts im Wege, sogar Videos im mkv-Format spielt der Media-Player ab. Die Lautsprecher sind ausreichend für Filme, eher ungeeignet für Musik, aber Kopfhörern definitiv unterlegen. Die suboptimale Auflösung fällt bei bewegten Bildern nicht mehr so stark auf. Helligkeit, Farbstärke und Kontraste sind aber optimal um ganze Spielfilme zu genießen.

Glücklicherweise spielt dabei auch der Akku mit. Sowohl Standby-Zeiten als auch die Ausdauer unter Last können überzeugen. Vier Tage bei sporadischer Nutzung im heimischen Wohnzimmer sind durchaus möglich. Bei eingeschaltetem Display zur Videowiedergabe, zum Surfen oder Lesen hält das AT300 auch noch gute 8 Stunden durch, vorausgesetzt man reizt die Display-Helligkeit nicht aus. <h1>Fazit</h1> Nüchtern betrachtet liefert Toshiba mit dem AT300 ein sehr gutes Gesamtpaket ab. Doch immer wieder fielen Ecken und Kanten des Tablets auf, die nicht wirklich geschmeckt haben. Mit der nicht-mehr-Aluminium-Rückseite hat Toshiba in unseren Augen viel verschenkt. Dasselbe gilt für den eigenartigen Doppel-Rahmen des Displays. Die kleinen Software-Ruckler trüben das Gesamtbild. Die geringere Pixeldichte stört mit der Zeit, da man inzwischen von einigen (teureren) Konkurrenten und Smartphones etwas verwöhnt ist. Neben dem extremen Preiskampf, den Google und Amazon mit deren eigenen Tablets entfacht haben, erscheint das Toshiba AT300 plötzlich sehr teuer. Doch um fair zu bleiben, das ist Kritik auf hohem Niveau.

Um uns etwas um Objektivität zu bemühen, steigen wir direkt beim Preis ein. Unter den 10 Zoll Geräten zählt das AT300 mit einem Startpreis von ca. 399 Euro (geizhals.de, Stand 5.11.2012) trotz High-End Tegra 3 Prozessor zu den preisgünstigeren Angeboten. Wie wichtig einem die Pixeldichte ist, muss jeder für sich entscheiden. Auch wenn noch Luft nach oben existiert, ist das Bild des AT300 durchweg gut, nicht zuletzt dank Farbkraft und Helligkeit. Ein Update auf Android 4.1 ist zumindest schon angekündigt und dürfte wohl noch einiges in Sachen Performance verbessern. Die Verarbeitung gehört noch zum guten Durchschnitt. Nicht zuletzt sticht das Toshiba AT300 aber durch einen vollwertigen SD-Karten-Slot und mit interessanter App-Ausstattung hervor.

Auch wenn der letzte Schliff für Begeisterungs-Schreie fehlt, können wir das Toshiba AT300 durchaus empfehlen. Nicht zuletzt wegen des guten Preis-/ Leistungs-Verhältnis sollte man das AT300 auf der Suche nach einem 10 Zoll Tablet im Blick haben.

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